Der Gastrointestinale Stromatumor (GIST) des Hundes
Gastrointestinale Stromatumoren (GIST) werden häufiger beim Menschen beobachtet, kommen aber auch beim Hund vor. Sie finden sich beim Hund meist im Bereich um den Blinddarm im Dickdarm des Tieres. Erkrankt sind zumeist ältere Hunde. Früher wurden sie unter der Gruppe der Leiomyosarkome miterfasst. Erst durch moderne Möglichkeiten der Immunhistologie ist es möglich geworden die beiden Tumorarten voneinander zu unterscheiden. Gastrointestinale Stromatumoren haben die Tendenz zur Zerstörung der Darmwand (Darmdurchbruch). Dadurch kommt es zum Einsetzen einer Sepsis mit nachfolgender Bauchfellentzündung.
Symptome und Diagnose des GIST des Hundes
Der Gastrointestinale Stromatumor zeigt die bekannten Symptome eine Darmtumors, wie Appetenz, Erbrechen, Durchfall, Gewichtsverlust. Dazu kommt aber oft eine hochgradige Schmerzhaftigkeit in der Bauchhöhle durch den Darmdurchbruch. Diese wird schon beim Abtasten gefunden. Weitere Untersuchungen (Blut, Röntgen, Ultraschall) geben weitere Hinweise.
Behandlung des GIST beim Hund
Aufgrund des plötzlichen Einsetzens des Darmdurchbruchs wird schnelles Handeln benötigt mit einer Notoperation und Entnahme des Tumorgewebes. Trotz des häufig sehr stark eingeschränkten Allgemeinbefindens ist die Operation sehr häufig erfolgreich und es kommt zu einer guten Abheilung. Es wird von Überlebenszeiten von über 2 Jahren berichtet.
Eine Nachbehandlung nach der Operation mit einer dendritischen Zellbehandlung sollte angestrebt werden.
Quellen:
Kessler M (2022): Tumoren des Dünndarms beim Hund in: Kessler M, Kleintieronkologie, 4. Aufl. Stuttgart, 443-447
Dr. Thomas Grammel ist Tierarzt aus Osterode am Harz. Er führte die Tierklinik Dr. Grammel in zweiter Generation seit 1989. Im Jahre 2019 hat er sie an seine Schwiegertochter Marina Grammel und seinen Sohn Dr. Lukas Grammel übergeben (heute Tiergesundheitszentrum Südharz). Im Schwerpunkt betreut heute Dr. Thomas Grammel deutschlandweit Tiere mit unterschiedlichen Tumorerkrankungen. Dabei behandelt er die Tiere selber vor Ort in Osterode im TGZ Südharz, er berät deutschlandweit aber auch Kolleginnen und Kollegen sowie Patientenbesitzer zur immunologischen Behandlung mit dendritischen Zellen bei erkrankten Tieren. Wichtig ist dabei immer die partnerschaftliche Zusammenarbeit im Sinne der Vierbeiner. Dr. Grammel hat an zahlreichen Kongressen im In- und Ausland teilgenommen und seine Arbeit erfolgreich vorgestellt.