TumorerkrankungAutoimmunerkrankung
Häufige Fragen
Wir haben einige häufig gestellte Fragen für Sie aufgelistet. Vielleicht finden Sie hier bereits die Antwort, die Sie suchen.
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Häufige Fragen
Was sind dendritische Zellen?
Viele Menschen können mit dem Wort „dendritische Zellen“ nichts oder nichts Genaues anfangen. Aber die dendritischen Zellen sind ein wichtiger Teil unseres Immunsystems und jeder Mensch und jedes Wirbeltier verfügt normalerweise über diese Zellart. Ihre Aufgabe ist es, fremdartige Strukturen (wie zum Beispiel Tumorzellen) zu erkennen und deren Zerstörung durch das körpereigene Immunsystem anzuregen. Tumore können entstehen, wenn entartete Tumorzellen von den dendritischen Zellen im Körper nicht mehr als fremdartig erkannt werden. Die Kultivierung in vitro von dendritischen Zellen aus Zellen des Blutes des Patienten kann diese Immunblockade wieder auflösen.
Warum bekommt mein Tier einen Tumor?
Wenn Ihr Tier einen Tumor entwickelt, dann arbeitet das Immunsystem, unter anderem auch die dendritischen Zellen in Ihrem Tier nicht mehr richtig. Sie erkennen die Tumorzellen nicht als fremd und regen nicht deren Zerstörung an, sondern tolerieren die Tumorzellen und ihr weiteres Wachstum.
Im Reinraumlabor dürfen sich die dendritischen Zellen wieder in ihrer natürlichen Form ohne Einwirkungen des Tumors entwickeln und können somit ihre von der Natur vorgesehenen wichtigen Aufgaben im Immunsystem wahrnehmen. Diese sind: alle fremdartigen und entarteten Zellen im Körper erkennen und umgehend eine passende Immunreaktion dagegen zu starten.
Welche Tumorarten wurden bereits behandelt?
Grundsätzlich kann jeder Tumor behandelt werden. Dies gilt auch, wenn der Tumor schon sehr stark gewachsen ist oder bereits Tochtergeschwülste (Metastasen) gebildet hat. Prinzipiell sollte bei der Behandlung von Tumorpatienten gleich welcher Tumorart und jeglichem betroffenen Organ über den Einsatz der dendritischen Zelltherapie nachgedacht werden. Da hierbei die eigene Abwehrkraft des Tieres genutzt und gesteigert wird, wird bei (fast) allen Behandlungen eine positive Reaktion diagnostizierbar oder sogar sichtbar.
Was wird für die Herstellung der dendritischen Zelltherapie benötigt?
Für die geplante Behandlung mit dendritischen Zellen benötigen wir immer frisches Vollblut (nicht abzentrifugiert und nicht tiefgefroren). Dies ist die Basis der dendritischen Zelltherapie. Aus dem Vollblut separieren wir die sogenannten Vorläuferzellen (die Monozyten). Diese entwickeln sich mit der Zugabe von verschiedenen Zytokinen (wachstumsregulierender Eiweiße) zu den dendritischen Zellen weiter.
Wird für die Herstellung Tumormaterial benötigt?
Nein, dies ist nicht notwendig. Es sprechen einige Gründe gegen eine grundsätzliche Verwendung von Tumorlysat. Bei inoperablen Tumoren kann kein Tumormaterial gewonnen werden (z.b. Lungentumor). Oftmals ist das Tumorgewebe in Formalin eingelegt. Oder das Tumormaterial ist durch (geringe Mengen) Keime kontaminiert.
Für die dendritische Zelltherapie benötigen wir lediglich frisches Vollblut vom Patienten.
Wie ist der organisatorische Ablauf der Therapie?
- Ihr Tierarzt bekommt ein Starterkit mit allen Materialien und Informationen für die erste Blutentnahme (benötigte Blutmenge ist ca. 1 ml pro kg Körpergewicht). Außerdem wird diesem eine Transportbox gestellt, in denen die Proben geschützt und gekühlt transportiert werden können.
- Sie vereinbaren einen Blutentnahmetermin mit Ihrem Tierarzt und teilen ihn uns so früh wie möglich mit, damit wir rechtzeitig einen Expresskurier mit der Abholung der Blutproben am Entnahmetag beauftragen können.
- Sobald die Proben bei uns eingehen, werden Sie umgehend auf Vollständigkeit, Mindestmenge und sichtbare Kontaminationen überprüft. Die Aufarbeitung der Zellen kann schon beginnen und erfolgt in einem fixen Zeitrahmen.
- Die fertige Impfung wird Ihrem Tierarzt 8 Tage nach der Blutentnahme (bei Katzen) bzw. 9 Tage nach der Blutentnahme (bei Hunden und Pferden) per Expresskurier zugestellt und muss am Tag der Ankunft verimpft werden.
Kann man auch noch ein Tier behandeln, bei dem der Tumor nicht mehr chirurgisch entfernt werden kann?
Bei vielen Tieren werden aus unterschiedlichen Gründen, z.B.
- Wunsch von Ihnen als Patientenbesitzer
- Größe des Tumors
- Metastasenbildung in anderen Organen
- Alter oder Krankheitszustand (Erkrankung anderer Organe, z.B. Herz, Leber, Niere zusätzlich)
keine chirurgischen Eingriffe mehr durchgeführt. In diesen Fällen kann die dendritische Zelltherapie auch palliativ eingesetzt werden. Die Stärkung des Immunsystems durch die Behandlung führt dabei häufig zu einer Verkleinerung des Tumors und damit zu einer deutlichen Verbesserung der Lebensqualität des Patienten. Dies gilt besonders für nichtoperable Tumore im Thorax- und Abdominalbereich. Andererseits wird gelegentlich durch eine Verkleinerung des Tumorgewebes ein chirurgischer Eingriff zur Entfernung des Tumors wieder möglich.
Zubildung oder Tumor entfernt
Bitte lassen Sie bei allen entfernten Tumoren eine Laboruntersuchung durchführen, auch wenn Sie und Ihr Tierarzt eigentlich sicher sind, dass es sich um eine gutartige Veränderung handelt. Erst die Untersuchung im Fachlabor sollte endgültige Sicherheit geben.
Selbst kleine Veränderungen können später einen großen Einfluss auf die Krankengeschichte haben, deshalb ist es so wichtig viele Informationen zu sammeln.
Histologischer Befund: Nicht im Gesunden entfernt oder nur unvollständige Entfernung möglich
In vielen Fällen bekommen Sie als Patientenbesitzer den histologischen Befund, also die Laboruntersuchung des Tumors, einige Tage nach dem chirurgischen Eingriff von Ihrem Tierarzt erläutert. Häufig wird in diesen Befunden geschrieben, dass der Tumor „nicht im Gesunden“ entfernt werden konnte oder, dass die Ränder des Tumors „nicht sauber“ waren. Dies bedeutet, dass nicht sichergestellt werden kann, dass der komplette Tumor entfernt wurde, der Tumor also unvollständig oder sehr nahe am gesunden Gewebe operiert wurde.
Die unvollständige Entfernung kann unterschiedliche Ursachen haben:
- Der Tumor war so groß, dass eine vollständige Entfernung Ihren Patienten zu stark belastet hätte, weil beispielsweise Komplikationen in der Wundheilung (zu große Wunde oder schwierig zu beherrschende Wundfläche) zu erwarten wären.
- Der Tumor befindet sich an einem Organ bei Ihrem Patienten, an dem nicht ausreichend Gewebe vorhanden ist, um den Tumor vollständig mit ausreichend „Sicherheitsabstand“ zu entfernen. Dies ist zum Beispiel häufig der Fall, wenn ein Tumor im Gesichtsbereich oder an den Beinen auftritt. (Auch bei inneren Organen kann jedoch eine umfassende Entfernung möglich sein).
- Bereits Metastasen vorhanden sind, die bei der Untersuchung nicht bemerkt oder auch nicht entfernt werden können.
Häufig wird an uns die Frage gerichtet, wie zu verfahren ist, wenn
- das Tumorgewebe nicht im Gesunden entfernt werden konnte oder
- wenn nur eine Größenreduktion der Tumormasse möglich war.
In diesen Fällen bietet sich die dendritische Zelltherapie als Behandlungsmöglichkeit an, da so das Immunsystem auf die im Körper des Patienten verbliebenen Tumorzellen aufmerksam gemacht wird und diese gezielt bekämpft werden. Sprechen Sie uns an, wenn Sie sich unsicher sind, was der Laborbefund Ihres Patienten genau aussagt und wie Sie damit umgehen können.
Wie viele Applikationen bekommt mein Tier?
Aufgrund der langjährigen Erfahrung mit der dendritischen Zelltherapie bei der Behandlung von an Tumoren erkrankten Hunden, Katzen und Pferden ist eine erste Applikation sehr schnell nach einer Operation oder Tumordiagnose zu empfehlen. Schon nach kurzer Zeit kann dann der erste Erfolg der Behandlung beurteilt werden. Es kommt meistens zu einer Besserung des Allgemeinbefindens, einer Schrumpfung des Resttumorgewebes und/oder einer guten Abheilung der Operationswunde. Um die Immunreaktion des Körpers weiter zu stärken, hat sich im Allgemeinen die dreimalige Behandlung im monatlichen Abstand als Grundzyklus bewährt.
Mit diesem Grundzyklus ist die Behandlung meist nicht abgeschlossen: Je nach Erkrankung wird sie im ersten Jahr nach der Diagnose in Abständen von etwa drei Monaten wiederholt. Besonders bei Tumoren, die stark zu Rezidiven (also dem Wiederauftreten) neigen, empfehlen wir eine regelmäßige Wiederholung der dendritischen Zelltherapie in drei- bis sechsmonatigen Abständen. Wenn Sie als Tierbesitzer nach einigen Monaten eine leichte Verringerung der allgemeinen Lebensqualität Ihres Tieres bemerken, ist ebenfalls eine Nachbehandlung mit dendritischen Zellen angezeigt.
Das Team von Dr. Thomas Grammel berät Sie und Ihren Tierarzt jederzeit auch zwischen den Applikationen, wenn Fragen zur Wirkung der Behandlung auftreten.
Wie und wohin erfolgt die Applikation?
Die Zellen werden intradermal, also in die Haut, injiziert. Bevorzugt wird die Leistengegend, weil sie dort kaum behaart und gut zugänglich ist; eine Injektion in die Nähe des nächstgelegenen Lymphknotens ist nicht erforderlich — die dendritischen Zellen finden ihren Weg in die Lymphknoten selbst. Die Applikation ist sehr schonend, Ihr Patient muss hierfür nicht betäubt werden oder nüchtern sein.
Ihr Tierarzt erhält von uns eine klare Anleitung, wie die Zellen zu applizieren sind.
Wann soll die Applikation erfolgen?
Die dendritischen Zellen sollten zeitnah nach der Fertigstellung im Labor appliziert werden. Hierzu wird ein Expresstransportunternehmen beauftragt, damit die Zellen schnellstmöglich zu Ihrem Haustierarzt kommen. Auf dem Transportweg und bis zur Anwendung werden die Zellen kühl gelagert. Sie sollten deshalb für den Tag der Ankunft der Zellen einen Termin bei Ihrem Tierarzt machen. Der Ankunftstermin der Zellen ist mit Ihrem Tierarzt abgestimmt.
Welche zusätzlichen Behandlungsmethoden können durchgeführt werden?
Die dendritische Zelltherapie kann sehr gut mit Homöopathie, Nahrungsergänzungsmitteln und den meisten Medikamenten kombiniert werden — bitte sprechen Sie die laufende Medikation Ihres Tieres dennoch mit unseren Tierärzten ab. Bei einigen Tumorarten sind Bestrahlungen eine wirksame Unterstützung zur Tumorbekämpfung. Dadurch wird die Oberfläche der Tumorzellen derartig beeinflusst, dass sie für die Immunzellen angreifbarer werden.
Bitte sprechen Sie mit Ihrem Haustierarzt einzelne begleitende Behandlungsschritte und -formen ab. Die immunologische Therapie mit dendritischen Zellen kann ggf. alternative Behandlungskonzepte hemmen. In Zusammenarbeit mit Ihrem Haustierarzt können wir gerne weitere Informationen zu anderen unterstützenden Therapiemöglichkeiten abklären, er hat entsprechende wissenschaftliche Unterlagen. Wir stehen Ihnen selbstverständlich für eine weitergehende Beratung zur Verfügung, um die optimale Versorgung Ihres Vierbeiners zu erreichen.
Weitere Informationen haben wir hier zusammen gestellt: /begleittherapien/
Wann kann ich mit einer Reaktion nach der Applikation rechnen?
Eine Reaktion auf die applizierten dendritischen Zellen können binnen weniger Tage (in seltenen Fällen auch schon innerhalb Stunden) auftreten. Eine Immunstimmulation durch die Zellen kann sich durch erhöhte Körpertemperatur oder durch auffallend mehr Agilität der Patienten äußern.
Binnen 3 Wochen nach der Applikation kann man beobachten, dass sich solide Tumore verkleinern oder vom umliegenden Gewebe abgrenzen. Darüber hinaus kann beobachtet werden, dass die Konsistenz weicher wird und sich das Tumorgewebe vom Körper ablöst oder Tumortrümmer über die Haut ausgestoßen werden (Fistelbildung).
Wie soll ich mein Tier während der dendritischen Zelltherapie ernähren?
Auch die Ernährung des tumorkranken Tieres und eine gute Darmgesundheit spielen eine wichtige Rolle, um eine optimale immunologische Abwehrkraft des Patienten zu erreichen. Tumorpatienten sind auf eine starke Immunleistung angewiesen und brauchen daher eine hochwertige Nährstoffversorgung. Wir haben Hinweise zu diesem Thema unter dem Stichwort "Ernährung von Tumorpatienten" zusammengestellt.
Welche Erfolgsaussichten hat die Behandlung mit der dendritischen Zelltherapie bei meinem eigenen Tier?
Zu erwartende Therapieerfolge richten sich zu aller erst nach der jeweiligen Tumorart und dem Krankheits-Stadium des Tumors, in dem die dendritische Zelltherapie begonnen wird. Gegenüber herkömmlichen Behandlungsmethoden können wir bei einer frühzeitigen Tumor-Diagnose und keiner bis geringen Metastasierung eine Verbesserung der Lebensqualität bei erhöhter Lebenszeit für Ihren Liebling erreichen.
In einem sehr späten Tumorstadium ist die dendritische Zelltherapie als palliative Begleittherapie eine segensreiche Unterstützung, um mit etwas Zeitgewinn und geringeren Schmerzen in Ruhe von Ihrem Liebling Abschied nehmen zu können und vor allem Lebensqualität zu erreichen.
Um Ihnen hierzu eine realistische Einschätzung geben zu können möchten wir Ihren Patienten und seine Krankengeschichte näher kennen lernen. Das Team von Immune-Therapy-Vet steht Ihnen jederzeit zur Beratung und Beantwortung Ihrer Fragen rund um die immunologische Behandlung zur Verfügung.
Was kann den Behandlungserfolg gefährden?
Wie bei allen schwer erkrankten Lebewesen sollte eine Schutzimpfung (beispielsweise gegen Tollwut, Staupe oder Influenza) auch bei einer Tumordiagnose genau überdacht werden. Während der dendritischen Zelltherapie können diese den Behandlungserfolg unter Umständen gefährden. Da diese Impfungen einen Eingriff in das Immunsystem vornehmen, kann die immunologische Wirkung der dendritischen Zelltherapie hierdurch verringert oder zerstört werden. Bitte sprechen Sie deshalb notwendige Schutzimpfungen gegen Infektionskrankheiten mit Ihrem Haustierarzt ab. Während der Behandlungszeit mit der dendritischen Zelltherapie raten wir eher zur Verschiebung der geplanten Schutzimpfungen.
Behandlungen gegen Endo- oder Ektoparasiten (Würmer) können und müssen aber im notwendigen Umfang durchgeführt werden.
Warum kann man eine Chemotherapie nicht zusammen mit der dendritischen Zelltherapie durchführen?
Bitte beachten Sie, dass der Sinn einer Chemotherapie die Unterdrückung von schnell teilenden Zellen (Tumorzellen) ist. Durch die Behandlung werden aber auch andere schnell teilende Gewebe des Tierkörpers betroffen (z. B. Blutzellen, Darmzellen). Wir benötigen für die Anfertigung unserer immunologischen Präparate aber die weißen Blutzellen. Deshalb halten wir nach einer Chemotherapie einen Abstand von mindestens vier Wochen ein; ob die dendritische Zelltherapie dann starten kann, entscheidet das Blutbild. Bitte sprechen Sie uns auf jeden Fall an, wenn Ihr Tier unter einer chemotherapeutischen Behandlung steht, damit wir den Zeitpunkt gemeinsam mit Ihrem Tierarzt abstimmen können.
Ist die Behandlung mit der dendritischen Zelltherapie in der Tier-Krankenversicherung mit abgesichert?
Ja, die dendritische Zelltherapie ist möglicherweise in Ihrer Tierkrankenversicherung mit abgesichert, selbst, wenn Sie nur eine OP-Versicherung haben.
Sprechen Sie uns einfach an. Wir geben Ihnen gerne ein unverbindliches Angebot zur Vorlage bei Ihrer Krankenversicherung zur Prüfung der Kostenübernahme.
Wie viel Zellsuspension wird appliziert?
Nach der Kultivierung der Zellen im Reinraumlabor über 6 bzw. 7 Tage findet die Zellernte statt. Die Zellen werden am Tag der Zellernte in eine sterile Flüssigkeit überführt. Bei Hunden und Katzen sind dies 2 ml und bei Pferden 5ml. Die komplette Zellsuspension wird Ihrem Patienten appliziert, so dass möglichst viele Zellen ihre immunstimulierende Wirkung entfalten können.