Histiozytäres Sarkom des Hundes
Von den genetischen Voraussetzungen einer Erkrankung zur Entwicklung eines genetischen Risikotests und therapeutischen Optionen
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Benoit Hédan vom Institut de Genetique et Developpement in Rennes, Frankreich hat eine Präsentation zum Stand der Arbeit über das Histiozytäre Sarkom auf der Virtual Annual Conference der Veterinary Cancer Society gegeben.
Das histiozytäre Sarkom (HS) ist ein seltener, aber sehr bösartiger Krebs bei prädisponierten Rassen: Berner Sennenhunde, Rottweiler und Flat Coated Retriever (FCR). Da es keine wirksame Behandlung gibt, ist ein besseres Verständnis der genetischen Mechanismen, die zu einem histiozytären Sarkom führen, erforderlich, um die Behandlung der betroffenen Hunde zu verbessern. Die bei der Präsentation vorgestellte Genotypisierung wurde an 455 erkrankten und 408 nicht betroffenen Hunden der drei oben genannten Rassen (Berner Sennenhund, Rottweiler und Flat Coated Retriever), durchgeführt. Die verschiedenen eingesetzten Chips, Software und Anreicherungssysteme wurden im Bericht beschrieben. Es wurden drei Loci an 16 Hunden erfasst und sequenziert. Die RNAseq wurde an 4 Histiozytären Sarkomen durchgeführt, und die identifizierten Mutationen wurden durch Sequenzierung von 100 weiteren Krankheitsfällen bei Hunden validiert. Sieben hauseigene Zelllinien wurden entwickelt, um die wichtigsten veränderten Signalwege zu erforschen.
Ergebnisse der Studie zum Histiozytären Sarkom
Genomweite Assoziationsstudien an einer großen Kohorte von Rassen mit HS-Prädisposition bestätigten die Hauptrolle des CFA11-Locus bei der Prädisposition für das Histiozytäre Sarkom, wie schon bei früheren Forschungsarbeiten gefunden. Der Mehrrassenansatz verfeinerte nicht nur den CFA11-Locus, sondern ermöglichte auch die Identifizierung anderer prädisponierender Loci für verschiedene hämatopoetische Krebsarten. Bioinformatische Analysen zu drei Hauptloci werden zur Zeit weiter bearbeitet.
Auf der Grundlage dieser Ergebnisse haben die Forscher einen genetischen Risikotest entwickelt, und die Nachbeobachtung von mehr als 3000 Berner Sennenhunden, die über einen Zeitraum von 8 Jahren getestet wurden, hat bereits den Nutzen dieses genetischen Risikotests für die Verbesserung der Gesundheit der Rasse gezeigt. Parallel dazu identifizierten die Untersucher in 53% der Fälle somatisch-rezidivierende Mutationen in einem bestimmten Signalweg und zeigten einen Zusammenhang mit der verbreitesten Form des Histiozytären Sarkoms. Im weiteren präsentierten die Forscher ihre Ergebnisse zur Empfindlichkeit von Histiozytären Sarkom- Zelllinien gegenüber verfügbaren Medikamenten, die auf diesen Signalweg abzielen. Alles in allem ermöglichen diese genetischen Ergebnisse ein besseres Verständnis der Genetik und der gezielteren Behandlung bei betroffenen Hunden.
Moderne Behandlungskombination
Unser Team berät Sie zu den Erfahrungen bei der Behandlung des Histiozytären Sarkoms mit einer Kombination von dendritischer Zelltherapie und Biphosphonaten. Es gibt Hinweise, dass eine Bestrahlungsbehandlung bei Hunden mit einem Histiozytären Sarkom im Gelenkbereich eine Schmerzminderung herbeiführen kann.
Quellen:
Takahashi T et al (2021): Successful use of prednisolone and radiation therapy in a dog with intracranial histiocytic sarcoma, https://doi.org/10.1292/jvms.21-0206
Odatzoglou P (2023): Impact of palliative-intent radiotherapy with or without chemotherapy on lameness in flat coat retrievers with localised periarticular histiocytic sarcoma - a retrospective cohort, single institution study, DOI: 10.1111/vco.12942
Häufige Fragen
Welche Rassen sind für das histiozytäre Sarkom prädisponiert?
Das histiozytäre Sarkom ist ein seltener, aber sehr bösartiger Tumor bei prädisponierten Rassen: Berner Sennenhund, Rottweiler und Flat Coated Retriever. Da eine wirksame Behandlung fehlt, ist ein besseres Verständnis der genetischen Mechanismen erforderlich, um die Therapie betroffener Hunde zu verbessern.
Wie war die auf der VCS vorgestellte genetische Studie aufgebaut?
Die von Benoit Hédan (Institut de Génétique et Développement, Rennes) vorgestellte Genotypisierung umfasste 455 erkrankte und 408 nicht betroffene Hunde der drei prädisponierten Rassen. Drei Loci wurden an 16 Hunden sequenziert, eine RNAseq an vier histiozytären Sarkomen durchgeführt und die identifizierten Mutationen an 100 weiteren Krankheitsfällen validiert; zusätzlich wurden sieben hauseigene Zelllinien zur Erforschung der veränderten Signalwege entwickelt.
Welche genetischen Befunde ergaben sich?
Genomweite Assoziationsstudien bestätigten die Hauptrolle des CFA11-Locus bei der Prädisposition; der Mehrrassenansatz verfeinerte diesen Locus und identifizierte weitere prädisponierende Loci für verschiedene hämatopoetische Krebsarten. In 53 % der Fälle fanden sich zudem somatisch-rezidivierende Mutationen in einem bestimmten Signalweg mit Zusammenhang zur verbreitetsten Form des histiozytären Sarkoms; Zelllinien zeigten Empfindlichkeit gegenüber verfügbaren Medikamenten, die auf diesen Signalweg abzielen.
Steht ein genetischer Risikotest zur Verfügung?
Auf Grundlage der Studienergebnisse wurde ein genetischer Risikotest entwickelt. Die Nachbeobachtung von mehr als 3000 über einen Zeitraum von 8 Jahren getesteten Berner Sennenhunden hat den Nutzen dieses Tests für die Verbesserung der Rassegesundheit bereits gezeigt.
Welche Behandlungsoptionen kommen beim histiozytären Sarkom in Betracht?
Es liegen Erfahrungen mit einer Kombination aus dendritischer Zelltherapie und Bisphosphonaten vor. Darüber hinaus gibt es Hinweise, dass eine Bestrahlungsbehandlung bei Hunden mit histiozytärem Sarkom im Gelenkbereich eine Schmerzminderung herbeiführen kann.