TumorerkrankungAutoimmunerkrankung
Biopsie beim Hund
Als Biopsie wird die Entnahme von Gewebeproben bezeichnet. So kann untersucht werden, ob die Zellen in einem bestimmten Gewebe des Hundes verändert sind. Dadurch können Erkenntnisse über eine Vielzahl von Erkrankungen gewonnen werden.
Es ist möglich, die Gewebeprobe aus fast allen Organen - aus der Haut, den Knochen, Muskeln, Lymphknoten, aber auch den inneren Organen zu entnehmen und zu untersuchen.
Biopsy - Liquid Biopsy
Der Spezialfall einer Biopsie ist in den letzten Jahren die sogenannte Liquid Biopsy (also flüssige Biopsie) geworden. Hiermit wird die Entnahme von nicht festem, biologischen Material bezeichnet. Dies ist meistens Blut, kann aber zum Beispiel auch Bauchflüssigkeit, Rückenmarksflüssigkeit oder Urin sein. Wie die herkömmliche Biopsie, wird diese Untersuchungsart hauptsächlich zur Diagnose und Überwachung von Krankheiten, vor allem Tumorerkrankungen. Das Verfahren wurde durch Fortschritte bei der DNA-Sequenzierung erst möglich und wird intensiv beim Menschen eingesetzt. Bei Tieren gibt es erst erste Ansätze der Nutzung der Technik Liquid Biopsy. Eine führender Anbieter war die Firma PetDx in Kalifornien. Sie war Pionier auf dem Gebiet der Liquid Biopsy mit ihrem Test OncoK9. Ziel der dort untersuchten Hunde ist das Wiederauftreten einer Tumorerkankung zu erkennen, um eine Wiederbehandlung zu starten. Gleichfalls soll die Untersuchung vorbeugend eingesetzt werden, um frühzeitig ein Tumorgeschehen zu erkennen. PetDx hat Anfang 2024 seine Arbeit eingestellt.
Inzwischen wird ein Produkt von Volition, einer Gründung der Veterinärfakultät der Universität Texas in breitem Rahmen durch die Firma Antech in der privaten Tierarztpraxis angeboten. Einen interssanten Test haben Forscher der Universität Edinburgh entwickelt: CanCan.Dies ist dann ein europäisches Produkt mit überzeugenden Eigenschaften.
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Grund einer Biopsie
Eine Biopsie wird durchgeführt, um Zellveränderungen bei dem betroffenen Tier zu ermitteln. Diese entstehen zum Beispiel durch Tumorerkrankungen. In diesem Zusammenhang spricht man auch von veränderten (entarteten Zellen). Insbesondere bei Tumoren können nur Entnahmen des Gewebes Aufschluss über den Tumor selbst und die Tumorart geben.
Biopsien werden auch bei Autoimmunerkrankungen, verschiedenen Hauterkrankungen, Störungen im Bereich der Haarfolikel und Pigmentierungsstörungen durchgeführt.
Durchführung
Bevor eine Biopsie durchgeführt wird, führt der Tierarzt zunächst eine Blutuntersuchung durch. Durch diese wird festgestellt, ob die Blutgerinnung bei dem Hund gestört ist. Ist das nicht der Fall, wird die für die Biopsie relevante Hautpartie geschoren. So kann die Biopsie ohne Störfaktoren wie Schmutz im Fell durchgeführt werden.
Vor Beginn wird die im Bereich der Biopsie befindliche Hautpartie bei Ihrem Hund durch den Tierarzt örtlich betäubt. Zum Teil werden die Hunde auch kurz sediert, um sicher Proben nehmen zu können. Dann kann die Biopsie durchgeführt werden.
Damit das Ergebnis eindeutig ist und der Tierarzt mehrere Untersuchungen durchführen kann, werden in der Regel mehrere Gewebeproben entnommen.
Hunde haben bei der Biopsie durch die örtliche Betäubung in der Regel keine langanhaltenden Schmerzen.
Entnahmetechnik
Je nachdem, an welcher Körperstelle die Gewebeproben entnommen werden müssen, wird die Biopsie unterschiedlich durchgeführt. Sollen Zellen der Oberhaut untersucht werden, so lassen sich die Proben beispielsweise gut mit Hautstanzen entnehmen. Proben der inneren Organe werden bei Hunden mithilfe einer sogenannten Biopsie-Hohlnadel entnommen. Muss das Knochengewebe untersucht werden, so wird ein Trepan, eine Art Miniatur-Bohrer dafür benutzt. Bei den beiden letzteren Methoden werden zeitgleich bildgebende Verfahren genutzt, um die Biopsie zu kontrollieren.
Teilweise ist es auch notwendig, einen chirurgischen Eingriff durchzuführen, um an eine bestimmte Gewebeprobe zu kommen bzw. bei einem Eingriff werden Befunde erhoben, die eine Biopsie nowendig machen.
Diagnose
Die Untersuchung der entnommenen Zellen erfolgt mikroskopisch. Diese wird entweder durch den Tierarzt (bei entsprechender Qualifikation) oder durch einen Spezialisten durchgeführt. Je nach Ergebnis wird dann ein geeigneter Behandlungsplan für Ihren Hund aufgestellt. Der Bericht vom Pathologen ist in der Regel für den Laien schwer zu lesen. Schicken Sie uns den Bericht von Ihrem Hund und wir helfen Ihnen, den Bericht zu verstehen und zu interpretieren.
Einen Überblick zu Diagnose und Behandlung von Tumoren beim Hund finden Sie auf der Seite Die dendritische Zelltherapie für Hunde.
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Häufige Fragen
Was ist eine Biopsie beim Hund und wozu dient sie?
Als Biopsie wird die Entnahme von Gewebeproben bezeichnet, mit der untersucht wird, ob die Zellen in einem bestimmten Gewebe verändert (also entartet) sind. Gerade bei Tumoren kann in der Regel nur die Gewebeentnahme Aufschluss über den Tumor selbst und die Tumorart geben. Daneben werden Biopsien auch bei Autoimmunerkrankungen, verschiedenen Hauterkrankungen und Pigmentierungsstörungen durchgeführt.
Wie läuft eine Biopsie beim Hund ab?
Vor dem Eingriff prüft der Tierarzt mit einer Blutuntersuchung, ob die Blutgerinnung des Hundes gestört ist. Anschließend wird die betroffene Hautpartie geschoren und örtlich betäubt; zum Teil werden die Hunde auch kurz sediert, um sicher Proben nehmen zu können. Damit das Ergebnis eindeutig ist, werden in der Regel mehrere Gewebeproben entnommen.
Ist eine Biopsie für meinen Hund schmerzhaft?
Durch die örtliche Betäubung haben Hunde bei der Biopsie in der Regel keine langanhaltenden Schmerzen. Bei Bedarf wird der Hund zusätzlich kurz sediert, damit die Probenentnahme sicher erfolgen kann.
Wie wird die Gewebeprobe entnommen?
Die Technik richtet sich nach der Körperstelle: Proben der Oberhaut lassen sich gut mit Hautstanzen gewinnen, innere Organe werden mit einer sogenannten Biopsie-Hohlnadel punktiert, und für Knochengewebe wird ein Trepan (eine Art Miniatur-Bohrer) benutzt. Bei den letzteren Methoden kontrollieren bildgebende Verfahren gleichzeitig die Entnahme; teilweise ist auch ein chirurgischer Eingriff notwendig, um an die Gewebeprobe zu kommen.
Was ist eine Liquid Biopsy beim Hund?
Die Liquid Biopsy (also flüssige Biopsie) bezeichnet die Entnahme von nicht festem biologischen Material — meistens Blut, aber zum Beispiel auch Bauchflüssigkeit, Rückenmarksflüssigkeit oder Urin. Sie dient vor allem der Diagnose und Überwachung von Tumorerkrankungen, etwa um das Wiederauftreten eines Tumors frühzeitig zu erkennen. Beim Menschen wird das Verfahren bereits intensiv eingesetzt, bei Tieren gibt es erst erste Ansätze der Nutzung.