Tumorerkrankung
Tumor beim Hund
„Mein Hund hat einen Tumor!“ Oft kommt der Besitzer mit dieser Schreckensnachricht nach Hause und fühlt sich allein gelassen in den Entscheidungen, die nun zusammen mit der Familie gefällt werden müssen. Welche Behandlung ist richtig? Wie sollen wir weitermachen? Habe ich alle notwendigen Informationen, wer hilft mir? Diese Fragen sind verständlich — und sie lassen sich in Ruhe und Schritt für Schritt beantworten. Hier haben wir Ihnen erste Gedanken formuliert:
Vorgehen bei einem Tumor
Wurde ein Tumor bei Ihrem Hund festgestellt, ist es wichtig, gemeinsam mit dem behandelnden Tierarzt einen Behandlungsplan zu entwickeln, der genau auf Ihre Bedürfnisse und die Bedürfnisse Ihres Hundes abzielt. Am Anfang steht die Frage, um welche Tumorart es sich handelt und ob der Tumor bereits gestreut hat; davon hängt ab, welche Behandlung sinnvoll ist und welche Aussichten bestehen. Bei komplexen Befunden kann es hilfreich sein, zusätzlich einen onkologisch spezialisierten Tierarzt hinzuzuziehen.
Durch welche Symptome kann ich merken, dass mein Hund einen Tumor hat?
Sie haben noch keine Diagnose? Tumore machen sich durch unterschiedliche Symptome bemerkbar. Abhängig von der jeweiligen Tumorart können die für Sie sichtbaren Anzeichen sehr unterschiedlich sein. Bei Tumoren der Haut können Sie verdächtige Hautstellen erkennen und von Ihrem Tierarzt untersuchen lassen. Verdächtige Stellen können beispielsweise Knubbel auf oder in der Haut sein. Oft können auch offene oder entzündete Hautstellen bei Ihrem Hund Anzeichen für einen Hauttumor sein. Eine Gewebeprobe der verdächtigen Stelle kann Ihr Tierarzt nehmen und untersuchen lassen.
Anzeichen von Tumoren in den inneren Organen können häufig nicht direkt erkannt werden. Hier müssen Sie auf unterschiedliche Anzeichen achten, zum Beispiel:
- Veränderungen im Verhalten Ihres Hundes, wenn er beispielsweise nicht mehr so aktiv spielt,
- Probleme beim Kotabsatz oder
- eine verminderte Futteraufnahme.
Veränderungen im Verhalten wie beispielsweise Gleichgewichtsstörungen können Anzeichen für einen Tumor im Nervensystem (Wirbelsäule, Gehirn) sein. Hier können Röntgen- oder CT-Aufnahmen helfen, die Ursache für diese Symptome zu finden.
Welche Veränderungen im Einzelnen auf eine Tumorerkrankung hindeuten können, haben wir auf einer eigenen Seite zu den Anzeichen für einen Tumor beim Hund zusammengestellt, eine weitere Übersicht zu den Symptomen für einen Tumor beim Hund finden Sie ebenfalls bei uns.
Diagnose
Eine finale Diagnose kann nur vom Tierarzt gestellt werden. Mögliche Anzeichen, die Sie bei einer Internetrecherche finden, können zutreffend sein. Entscheidend ist jedoch immer die individuelle Situation und Untersuchung Ihres Hundes. Zu der Untersuchung können zum Beispiel Blutuntersuchungen oder bildgebende Verfahren wie Ultraschall gehören. Um den Tumor selbst genau zu untersuchen, wird je nach Art des Tumors meist eine Biopsie durchgeführt. Dabei wird eine Nadel in das verdächtige Gewebe eingeführt, um eine Probe der Zellen zu gewinnen. Diese Zellen werden anschließend histologisch untersucht. Dadurch kann festgestellt werden, ob und wenn ja, um was für einen Tumor es sich bei Ihrem Hund handelt. Diese Untersuchung ist (bis auf einige wenige Ausnahmen) unabdingbar, um eine Aussage über die Tumorart zu treffen.
Schildern Sie uns den Fall Ihres Vierbeiners
Kostenlose Erstberatung bei Tumorerkrankungen durch unser tierärztliches Team — in der Regel innerhalb eines Werktages.
Lieber direkt sprechen? 05522 9182582, Montag bis Freitag 08:30–17:00 Uhr.
Ist der Tumor bösartig oder gutartig bei meinem Hund?
Die Beantwortung dieser Frage ist entscheidend für die weitere Vorgehensweise. Ein Tumor selbst ist zunächst nur eine Vermehrung von Zellen. Es kann sich also auch um eine harmlose Umfangsvermehrung, also einen gutartigen Tumor handeln. Genau genommen handelt es sich zum Beispiel bei Geschwüren und Geschwülsten auch schon um einen Tumor. Bösartige Tumore (also Krebs) unterliegen anderen Behandlungsmethoden und einem anderen Krankheitsbild als gutartige Tumore. Durch das bloße Abtasten und Begutachten des Tumors kann kein Tierarzt feststellen, ob es sich um einen gut- oder bösartigen Tumor handelt. Ältere Annahmen, zum Beispiel dass es sich bei weichen Tumoren immer um einen gutartigen Tumor handelt, konnten in den letzten Jahren wissenschaftlich widerlegt werden. Einzig und allein eine Entnahme und Untersuchung von Gewebeproben von dem verdächtigen Gewebe kann Aufschluss darüber geben, was für eine Differenzierung bei dem Tumor beim Hund vorliegt.
Behandlung von Tumoren bei Hunden
Je nach Art und Stadium des Tumors eignen sich unterschiedliche Behandlungsmethoden. Bei einem bösartigen Tumor des blutbildenden Systems (etwa dem malignen Lymphom) ist eine Operation beispielsweise nicht die Therapie der Wahl. Diese kann aber bei genau zu lokalisierenden Tumoren überaus sinnvoll sein.
Sollte der Tumor des Tieres schon Metastasen gebildet, also sich auf umliegende Organe und Gewebe ausgebreitet haben, kann sich die Behandlung als schwieriger gestalten. Auch ein sehr großer oder ungünstig gelegener Tumor lässt sich nicht immer operieren — welche Alternative dann bleibt, ist auf der Seite Krebskranker Hund – gibt es eine Alternative bei sehr großen und nicht operablen Tumoren? beschrieben.
Neben einer OP werden häufig die Chemotherapie oder die Strahlentherapie durchgeführt, um den Tumor beim Hund zu bekämpfen. Bei einigen Tumorarten kommt zusätzlich der Tyrosinkinase-Hemmer Toceranib zum Einsatz; unsere Erfahrungen mit Toceranib (Palladia®) haben wir gesondert dokumentiert.
Immer mehr Hundebesitzer greifen darüber hinaus zu Immuntherapien wie der dendritischen Zelltherapie. Der schonende, körpereigene und immunologische Ansatz konnte sich bisher bei vielen betroffenen Tieren als erfolgreich herausstellen.
Neben den direkten Behandlungsmethoden spielen auch viele weitere Faktoren bei der Genesung der Hunde eine Rolle. Darunter fällt beispielsweise die Ernährung. Das richtige Hundefutter kann einen großen Einfluss auf das Wohlbefinden Ihres Hundes haben. Es gibt Nährstoffe, die das Tumorwachstum begünstigen. Daher sollten Sie einen genauen Fütterungsplan mit Ihrem Tierarzt für die Versorgung Ihres Hundes aufstellen.
Die dendritische Zelltherapie zur Behandlung von bösartigen Tumoren bei Hunden
Bösartige Tumore bei Hunden können in vielen Fällen mit der dendritischen Zelltherapie behandelt werden. Dabei kann diese immunologische Tumorbehandlung entweder nach einer OP eingesetzt werden, um das Risiko einer Streuung (Metastasierung) oder eines Wiederauftretens (Rezidiv) zu minimieren. Oder sie kann ohne eine OP eingesetzt werden, um die Tumormasse zu reduzieren und so die Lebensqualität des Patienten zu verbessern.
Kosten für die Behandlung eines bösartigen Tumors bei Ihrem Hund
Die Kosten für die Behandlung eines bösartigen Tumors bei Ihrem Hund hängen von unterschiedlichen Faktoren ab und können stark variieren. Abhängig von der Stelle und der Größe des Tumors muss eine aufwendigere oder weniger aufwendige OP zur Entfernung oder Reduzierung des Tumors gemacht werden. Die Kosten für eine OP variieren auch je nach Größe des Hundes. Ihr Tierarzt kann Sie über die Kosten einer OP aufklären und nennt Ihnen sicher einen ungefähren Betrag für die Behandlung.
Einzukalkulieren sind dabei auch weitergehende Kosten für Laboruntersuchungen, die in der Praxis des Tierarztes, aber auch in Speziallaboren notwendig werden, um eine genaue Diagnose des entnommenen Gewebes zu gewährleisten.
Die Kosten für eine Chemotherapie variieren je nach der Anzahl der notwendigen Behandlungsschritte und eingesetzten Substanzen. Auch hier sollten Sie vom spezialisierten Tierarzt eine Schätzung der Kosten erbitten.
Die Kosten für die dendritische Zelltherapie werden in vielen Fällen von Ihrer Tierkrankenversicherung übernommen. Bitte denken Sie speziell, wenn Sie für Ihren Hund eine OP-Krankenversicherung abgeschlossen haben, daran, dass ein zeitnaher Beginn der Behandlung nach der Operation notwendig ist, um im versicherten Zeitraum mit der Behandlung zu bleiben.
Lebenserwartung Ihres Hundes bei einem bösartigen Tumor
Bei Hunden gibt es ähnlich wie beim Menschen viele unterschiedliche Arten einer Tumorerkrankung. Ob es sich bei einer Erkrankung um einen gut- oder bösartigen Tumor handelt, kann nur der Tierarzt bestimmen. Glücklicherweise sind die Tumoren bei Hunden zur Hälfte gutartig, sodass nach einer Untersuchung durch den Pathologen oft erst einmal Entwarnung gegeben werden kann. Allerdings kommt es auch bei gutartigen Befunden auf die Lokalisation des Tumors an, denn an ungünstiger anatomischer Stelle gelegen muss auch wegen der Größenbildung eine Behandlung durchgeführt werden. Außerdem können manche gutartigen Zubildungen im Laufe der Zeit entarten. Bleibt ein bösartiger Tumor lange unbemerkt oder unbehandelt, wächst er weiter und kann in andere Organe streuen. In der Regel gilt: je früher ein Tumor beim Hund entdeckt und behandelt wird, desto höher ist voraussichtlich die Lebenserwartung.
Es gibt verschiedene Behandlungsmaßnahmen, um die Lebenserwartung und vor allem die Lebensqualität des Tieres zu erhalten. Damit Ihr Hund keine Zeit mehr verliert und sich der Tumor nicht noch mehr auf dessen Gesundheit auswirkt, sollte der Behandlungsbeginn nicht hinausgezögert werden.
Wir verstehen, dass Sie sich Zeit mit der Entscheidung lassen wollen, um die für Ihren Hund beste Wahl zu treffen. Für die Lebenserwartung, Lebensqualität und die Prognose Ihres Vierbeiners kann jedoch eine schnelle Entscheidung überlebenswichtig sein. Deshalb ist es ratsam, zeitnah das Gespräch mit dem behandelnden Tierarzt oder einem onkologisch spezialisierten Kollegen zu suchen.
Alle Tumore beim Hund im Überblick
Wo ein Tumor sitzt, bestimmt mit, welche Beschwerden er auslöst und welche Behandlung infrage kommt. Die folgenden Seiten beschreiben die einzelnen Tumoren beim Hund, geordnet nach der betroffenen Körperregion — mit Angaben zu Symptomen, Diagnose und den möglichen Behandlungswegen.
Kopf, Maul und Hals
Innere Organe
- Bauchtumor
- Blasentumor
- Darmtumor
- Herztumor
- Lebertumor
- Lungentumor
- Magentumor
- Milztumor
- Nierentumor
- Schilddrüsentumor
After- und Geschlechtsbereich
Haut, Knochen und Gliedmaßen
Nervensystem
Blut und blutbildendes System
Schildern Sie uns den Fall Ihres Vierbeiners
Kostenlose Erstberatung bei Tumorerkrankungen durch unser tierärztliches Team — in der Regel innerhalb eines Werktages.
Lieber direkt sprechen? 05522 9182582, Montag bis Freitag 08:30–17:00 Uhr.
Häufige Fragen
Woran erkenne ich, dass mein Hund einen Tumor hat?
Bei Tumoren der Haut können Knubbel auf oder in der Haut sowie offene oder entzündete Hautstellen auffallen. Tumore der inneren Organe zeigen sich in der Regel nur indirekt, etwa durch Verhaltensänderungen (der Hund spielt weniger aktiv), Probleme beim Kotabsatz oder eine verminderte Futteraufnahme. Gleichgewichtsstörungen können auf einen Tumor im Nervensystem (Wirbelsäule, Gehirn) hindeuten.
Ist jeder Tumor beim Hund bösartig?
Nein. Ein Tumor ist zunächst nur eine Vermehrung von Zellen, also eine Umfangsvermehrung, die auch gutartig sein kann — bei Hunden ist etwa die Hälfte der Tumoren gutartig. Ob ein Tumor gut- oder bösartig ist, lässt sich nicht durch Abtasten feststellen, sondern nur durch die Entnahme und Untersuchung einer Gewebeprobe. Manche gutartigen Zubildungen können allerdings im Laufe der Zeit entarten.
Wie wird ein Tumor beim Hund diagnostiziert?
Die Diagnose stellt der Tierarzt, in der Regel mit Blutuntersuchungen und bildgebenden Verfahren wie Ultraschall, Röntgen oder CT. Um die Tumorart zu bestimmen, wird meist eine Biopsie durchgeführt, das heißt, mit einer Nadel wird eine Gewebeprobe entnommen und anschließend histologisch (feingeweblich) untersucht. Diese Untersuchung ist bis auf wenige Ausnahmen unabdingbar, um eine Aussage über die Tumorart zu treffen.
Wie wird ein Tumor beim Hund behandelt?
Je nach Art und Stadium des Tumors kommen eine Operation, eine Chemotherapie oder eine Strahlentherapie infrage; bei Tumoren des blutbildenden Systems (etwa dem malignen Lymphom) ist eine Operation in der Regel nicht die Therapie der Wahl. Ergänzend kann die dendritische Zelltherapie, eine immunologische Behandlung mit körpereigenen Zellen, eingesetzt werden — zum Beispiel nach einer Operation, um das Risiko einer Streuung (Metastasierung) oder eines Wiederauftretens (Rezidiv) zu verringern. Daneben spielt auch die Ernährung eine Rolle, da bestimmte Nährstoffe das Tumorwachstum begünstigen können.
Wie lange lebt ein Hund mit einem bösartigen Tumor?
Die Lebenserwartung hängt von der Tumorart, der Lokalisation (also der Lage im Körper) und dem Zeitpunkt der Diagnose ab. In der Regel gilt: Je früher ein Tumor beim Hund entdeckt und behandelt wird, desto höher ist voraussichtlich die Lebenserwartung. Bleibt ein bösartiger Tumor lange unbemerkt oder unbehandelt, wächst er weiter und kann in andere Organe streuen.
Was kostet die Behandlung eines Tumors beim Hund?
Die Kosten hängen von mehreren Faktoren ab und können stark variieren — etwa von der Lage und Größe des Tumors, der Größe des Hundes und dem Aufwand einer Operation. Bei einer Chemotherapie richten sich die Kosten nach der Anzahl der Behandlungsschritte und den eingesetzten Substanzen; hinzu kommen Laboruntersuchungen zur genauen Diagnose des entnommenen Gewebes. Eine Schätzung der Kosten kann der behandelnde Tierarzt geben.