Tumorerkrankung
Tumoren der Haaranlagen bei Hunden
Bei Hunden werden verschiedene Tumoren der Haaranlagen beobachtet. Die frühere Einteilung ist inzwischen einer genaueren Beurteilung gewichen. Früher wurden alle diese Veränderungen den Basalzelltumoren zugeordnet. Inzwischen wird für die verschiedenen Veränderungen eine andere Systematik verwendet. Etwa fünf Prozent aller Hauttumoren sind übrigens Tumoren der Haaranlagen. Im Einzelnen handelt es sich bei den beobachteten Zubildungen um Trichoblastome, Trichoepitheliome und Pilomatrixome. Diese werden im Folgenden näher beschrieben:
Das Trichoblastom des Hundes
Dies ist eine Veränderung der Stammzelle bzw. Basalzelle der Haaranlage. Sie tritt besonders bei 4- bis 9-jährigen Hunden auf. Eine Rasseprädisposition gibt es für Kerry Blue Terrier, Soft Coated Wheaten Terrier und Bichon Frisé.
Schildern Sie uns den Fall Ihres Vierbeiners
Kostenlose Erstberatung bei Tumorerkrankungen durch unser tierärztliches Team — in der Regel innerhalb eines Werktages.
Lieber direkt sprechen? 05522 9182582, Montag bis Freitag 08:30–17:00 Uhr.
Das Trichoepitheliom des Hundes
Hier handelt es sich um eine inkomplette Haarbildung mit Auftreten im Bereich des Nackens, Rückens und der lateralen Brust- und Bauchwand. Es sind Tiere im Alter von 4 bis 9 Jahren betroffen. Pudel, Golden Retriever, Bassets und Schäferhunde haben ein erhöhtes Erkrankungsrisiko, es wird eine genetische Komponente vermutet.
Das Pilomatrixom des Hundes
Dies ist eine Veränderung der undifferenzierten Matrixzellen der Haarwurzel. Eine Rassedisposition gibt es für Kerry Blue Terrier, Soft Coated Wheaten Terrier und Pudel. Optisch handelt es sich um harte, umschriebene und haarlose Veränderungen in der Haut.
Untersuchung und Behandlung von Tumoren der Haaranlagen des Hundes
Tumoren der Haaranlagen sollten chirurgisch entfernt werden und im Labor pathohistologisch untersucht werden. Bei Trichoepitheliom und Pilomatrixom werden auch bösartige Tumorbildungen beobachtet. Deshalb sollte immer eine genaue Bestimmung erfolgen. Ist das Tumorgewebe großzügig entfernt worden? Wie muss gegebenenfalls kontrolliert und weiterbehandelt werden? Bei einem solchen Befund sollte auf jeden Fall über eine Folgebehandlung, zum Beispiel mit dendritischen Zellen nachgedacht werden.
Ein sehr seltener, ebenfalls von den Haaranlagen ausgehender Tumor ist das Klarzellkarzinom, das in der Literatur bislang nur in Einzelfallberichten beschrieben wurde.
Quellen:
- Kessler M, Gramer I (2022): Tumoren der Haaranlagen in: Martin Kessler, Kleintieronkologie, 4. Aufl., Stuttgart, 315/316
- Hauck ML, Oblak ML (2020): Tumors with adnexal Differentiation in: Withrow & Mac Ewen’s Small Animal Clinical Oncology, 4th Ed, St. Louis, MO, 358/359
Schildern Sie uns den Fall Ihres Vierbeiners
Kostenlose Erstberatung bei Tumorerkrankungen durch unser tierärztliches Team — in der Regel innerhalb eines Werktages.
Lieber direkt sprechen? 05522 9182582, Montag bis Freitag 08:30–17:00 Uhr.
Häufige Fragen
Was sind Tumoren der Haaranlagen beim Hund?
Darunter versteht man Zubildungen, die von den Haaranlagen der Haut ausgehen: das Trichoblastom, das Trichoepitheliom und das Pilomatrixom. Etwa fünf Prozent aller Hauttumoren des Hundes sind Tumoren der Haaranlagen. Früher wurden alle diese Veränderungen den Basalzelltumoren zugeordnet; inzwischen wird eine genauere Systematik verwendet.
Sind Tumoren der Haaranlagen beim Hund bösartig?
Beim Trichoepitheliom und beim Pilomatrixom werden auch bösartige Tumorbildungen beobachtet. Deshalb sollte immer eine genaue Bestimmung durch die pathohistologische Untersuchung (feingewebliche Laboruntersuchung) des entfernten Gewebes erfolgen. Daraus ergibt sich, ob und wie kontrolliert und gegebenenfalls weiterbehandelt werden muss.
Welche Hunde bekommen Tumoren der Haaranlagen?
Betroffen sind in der Regel Hunde im Alter von 4 bis 9 Jahren. Beim Trichoblastom gibt es eine Rasseprädisposition für Kerry Blue Terrier, Soft Coated Wheaten Terrier und Bichon Frise; beim Trichoepitheliom haben Pudel, Golden Retriever, Bassets und Schäferhunde ein erhöhtes Erkrankungsrisiko, wobei eine genetische Komponente vermutet wird. Das Pilomatrixom tritt gehäuft bei Kerry Blue Terrier, Soft Coated Wheaten Terrier und Pudel auf.
Wie sieht ein Pilomatrixom beim Hund aus?
Das Pilomatrixom ist eine Veränderung der undifferenzierten Matrixzellen der Haarwurzel, also der noch nicht ausgereiften Zellen, aus denen das Haar gebildet wird. Optisch handelt es sich um harte, umschriebene und haarlose Veränderungen in der Haut. Das Trichoepitheliom tritt dagegen vor allem im Bereich des Nackens, des Rückens und der seitlichen Brust- und Bauchwand auf.
Wie werden Tumoren der Haaranlagen beim Hund behandelt?
Tumoren der Haaranlagen sollten chirurgisch entfernt und das Gewebe im Labor pathohistologisch untersucht werden. Dabei wird auch beurteilt, ob das Tumorgewebe großzügig genug entfernt wurde. Ergibt der Befund eine bösartige Tumorbildung, sollte über eine Folgebehandlung nachgedacht werden, zum Beispiel mit dendritischen Zellen, um das Immunsystem gegen möglicherweise verbliebene Tumorzellen zu aktivieren.