Tumorerkrankung
Mastzelltumor bei Katzen
Auftreten des Mastzelltumors bei Ihrer Katze
Mastzelltumoren entstehen aus Zellen des körpereigenen Abwehrsystems. Im Gegensatz zum Hund, der vor allem die Hautform kennt, treten sie bei Katzen in drei verschiedenen Formen auf. Diese Erscheinungsformen sind
- Mastzelltumoren der Haut (kutane Form), bei der die Tumore oft am Kopf und in der Halsregion auftreten,
- Mastzelltumoren der Milz und anderer Eingeweide (viszerale Form) und
- Mastzelltumoren des Verdauungstraktes (intestinale Form).
Die Mastzelltumoren der Katze äußern sich je nach Auftreten mit unterschiedlichen Symptomen des jeweils betroffenen Organs.
Der Grund für die Entstehung von Mastzelltumoren bei der Katze ist weitgehend unbekannt und scheint nicht mit Virusinfektionen zusammen zu hängen. Betroffen sind vor allem ältere Tiere. Katzen mit Mastzelltumoren der Haut sollten auch auf weitere Tumore untersucht werden, da mehrfache Bildung von Mastzelltumoren oder gleichzeitige Erkrankung mit mehreren Tumortypen möglich sind.
Schildern Sie uns den Fall Ihres Vierbeiners
Kostenlose Erstberatung bei Tumorerkrankungen durch unser tierärztliches Team — in der Regel innerhalb eines Werktages.
Lieber direkt sprechen? 05522 9182582, Montag bis Freitag 08:30–17:00 Uhr.
Aktuelle Untersuchung aus Großbritannien zum Mastzelltumor der Katze
Eine aktuelle Untersuchung aus Großbritannien ergänzt, dass Mastzelltumore die zweithäufigste Hauttumorart bei Katzen sind. Das Durchschnittsalter der Katzen betrug bei Erkrankungsbeginn elf Jahre (in einem Rahmen zwischen fünf Monaten und 19 Jahren).
Es gibt keine Unterschiede bei der Erkrankung nach Geschlecht oder Kastration. Besonders Siam-, Burma-, aber auch Russisch Blau- und Ragdoll-Katzen sind stärker von Mastzelltumoren betroffen.
Die Zahl der bei der Untersuchung gefundenen Mastzelltumore hat keinen Einfluss auf das Überleben des Tieres. Es gibt aber Hinweise darauf, dass Tumoren der Mastzellen mit Zellen mit markant erkennbaren mehrzelligen Kernen eine deutlich schlechtere Prognose für die Katzen bedeuteten.
Weiterhin wurde ein Zusammenhang zwischen der Teilungsrate der Zellen und der Überlebenszeit gefunden (Mitotischer Index). Denn je schneller sich die Zellen teilen, desto bösartiger ist der Tumor.
Eingeweide-, Milz- oder Darm-Mastzelltumoren werden bei Katzen seltener als Hauttumorbildungen gefunden.
Inzwischen werden immer mehr wissenschaftliche Veröffentlichungen über Mastzelltumoren bei Katzen bekannt. Dabei verschiebt sich die Meinung der Forscher Stück um Stück dazu Mastzelltumoren ähnlich zu betrachten und einzuteilen wie Mastzelltumoren bei Hunden (siehe Sabatini et al).
Symptome und Einteilung der Malignität eines Mastzelltumors bei der Katze
Eine Übersicht über die Symptomatik von Mastzelltumoren bei Katzen finden Sie hier.
Sabatini et al führen ein erstes Grading bei Mastzelltumoren der Katzen ein. Dabei stellen sie fest, daß Tumore mit eher bösartigem biologischem Verhalten verschiedene Parameter aufweisen:
- sie sind eher größer
- seltener am Kopf lokalisiert
- zeigen histologische Merkmale wie subkutane Invasion, unregelmäßige Kernformen, auffällige Nukleoli (Kernkörperchen) oder Chromatincluster, höhere Mitosezahlen und anderes mehr.
Je nach anatomischer Lage der Mastzellveränderungen bzw. der Erkrankungsform muss über eine Behandlung entschieden werden. Normalerweise ist die chirurgische Entfernung das erste Mittel der Wahl. Weiterhin sollte dann über eine folgende immunologische Behandlung mit dendritischen Zellen nachgedacht werden.
Quellen: Sabatini S, Bettini G (2019): Grading cutaneous Mast Cell Tumors in Cats, Vet Pathol 56(1):43-49. doi: 10.1177/0300985818800028 (https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/30244666/)
London CA, Thamm DH (2020): Feline Mast Cell Tumors in: Withrow & MacEwen’s Small Animal Clinical Oncology, St. Louis, MO, 393-397
Sabatini S et al. (2019): Grading cutaneous mast cell tumors in cats**. Vet Pathol 2019;56:43-49.**
Schildern Sie uns den Fall Ihres Vierbeiners
Kostenlose Erstberatung bei Tumorerkrankungen durch unser tierärztliches Team — in der Regel innerhalb eines Werktages.
Lieber direkt sprechen? 05522 9182582, Montag bis Freitag 08:30–17:00 Uhr.
Häufige Fragen
Was ist ein Mastzelltumor bei der Katze?
Mastzelltumoren entstehen aus Zellen des körpereigenen Abwehrsystems. Bei Katzen treten sie in drei Formen auf: als Mastzelltumoren der Haut (kutane Form, oft am Kopf und in der Halsregion), der Milz und anderer Eingeweide (viszerale Form) sowie des Verdauungstraktes (intestinale Form). Einer Untersuchung aus Großbritannien zufolge sind Mastzelltumoren die zweithäufigste Hauttumorart bei Katzen; die Eingeweide-, Milz- und Darmformen werden seltener gefunden.
Welche Katzen bekommen besonders häufig einen Mastzelltumor?
Betroffen sind vor allem ältere Tiere: Das Durchschnittsalter bei Erkrankungsbeginn lag in einer britischen Untersuchung bei elf Jahren (in einem Rahmen zwischen fünf Monaten und 19 Jahren). Unterschiede nach Geschlecht oder Kastration wurden nicht gefunden. Besonders Siam-, Burma-, aber auch Russisch-Blau- und Ragdoll-Katzen sind stärker von Mastzelltumoren betroffen; die Ursache der Entstehung ist weitgehend unbekannt und scheint nicht mit Virusinfektionen zusammenzuhängen.
Wie gefährlich ist ein Mastzelltumor bei der Katze?
Die Bösartigkeit ist unterschiedlich: Es gibt Hinweise darauf, dass Tumoren mit Zellen mit markant erkennbaren mehrzelligen Kernen eine deutlich schlechtere Prognose bedeuten. Zudem wurde ein Zusammenhang zwischen der Teilungsrate der Zellen (dem sogenannten Mitotischen Index) und der Überlebenszeit gefunden — je schneller sich die Zellen teilen, desto bösartiger ist der Tumor. Nach dem Grading von Sabatini et al. sind eher bösartige Tumoren in der Regel größer, seltener am Kopf lokalisiert und zeigen auffällige feingewebliche Merkmale wie unregelmäßige Kernformen oder höhere Mitosezahlen.
Kann eine Katze mehrere Mastzelltumoren gleichzeitig haben?
Ja, eine mehrfache Bildung von Mastzelltumoren oder die gleichzeitige Erkrankung mit mehreren Tumortypen ist möglich; Katzen mit Mastzelltumoren der Haut sollten daher auch auf weitere Tumoren untersucht werden. Die Zahl der gefundenen Mastzelltumoren hatte in einer britischen Untersuchung allerdings keinen Einfluss auf das Überleben des Tieres.
Wie wird ein Mastzelltumor bei der Katze behandelt?
Je nach anatomischer Lage der Veränderung beziehungsweise der Erkrankungsform muss über die Behandlung entschieden werden; normalerweise ist die chirurgische Entfernung das erste Mittel der Wahl. Im Anschluss sollte über eine immunologische Behandlung mit dendritischen Zellen nachgedacht werden, also eine Therapie, die das körpereigene Immunsystem gegen verbliebene Tumorzellen aktivieren soll.