Lebenserwartung vom Hund mit Mastzelltumor
Leidet ein Hund an einem Mastzelltumor, lässt sich die Lebenserwartung nicht pauschal festlegen. Die zu erwartende, verbleibende Lebenszeit hängt von normalerweise von folgenden Faktoren ab:
– Erkrankungsgrad (Grad I bis III)
– hochmaligne/niedrig maligne
– Größe des Tumors
– Anzahl an Tumoren
– Lage des Tumors
– vorhandene Metastasierung
Stadium
Wie hoch die Lebenserwartung vom Hund mit einem Mastzelltumor (auch Mastzellentumor genannt) ist, hängt zum Beispiel von dem Stadium ab, in dem sich der Tumor befindet. Dabei sind Tumoren des Grades I normalerweise deutlich positiver zu beurteilen als Grad II oder III. Je früher ein Tumor der Mastzellen entdeckt und diagnostiziert wird, desto positiver gestaltet sich in der Regel die Prognose.
Befindet sich der Mastzelltumor beim Hund in einem frühen Stadium, ist beispielsweise auch die Wahrscheinlichkeit geringer, dass dieser bereits Metastasen gebildet, also sich auf andere Organe ausgebreitet hat.
Metastasen
Mastzelltumore, die noch keine Metastasen gebildet haben, sind meist einfacher zu behandeln als Tumore, die sich bereits auf andere Organe ausgebreitet haben. Einer der Gründe dafür ist, dass die Therapie der Wahl bei einem Mastzelltumor, eine Operation, unkomplizierter durchgeführt werden kann. Durch eine OP können bei einem einzigen Primärtumor gute Erfolge erzielt und die gesamte Tumormasse entfernt werden. Diese Möglichkeit ist natürlich eingeschränkt, wenn sich bereits Metastasen gebildet haben.
Chemotherapie
Konnten nicht alle Tumorzellen entfernt oder gar keine Operation vorgenommen werden, so wird zur Behandlung von Mastzelltumoren eine andere Behandlung, z.B. mit c-kit-Hemmern oder eine Chemotherapie angeregt. Durch die aggressive Behandlung wird versucht, den Krebs bzw. den Tumor zu bekämpfen und die Lebenserwartung zu erhöhen. Da die Nebenwirkungen in einigen Fällen sehr stark sein können, müssen einige Hunde jedoch einen Teil ihrer Lebensqualität dabei einbüßen.
Dendritische Zelltherapie
Die dendritische Zelltherapie kann dazu beitragen, die Lebenserwartung eines an einem Mastzelltumor erkrankten Hundes zu erhöhen. Die schonende Immuntherapie ist darauf ausgerichtet, das Immunsystem der betroffenen Hunde wieder aufzubauen und fußt auf körpereigenen Zellen. Durch diesen Ansatz soll nicht nur die Lebenserwartung gesteigert, sondern auch die Lebensqualität der Hunde verbessert werden.
Des Weiteren besteht die Möglichkeit, dass die Wahrscheinlichkeit eines Rezidives, also des Wiederauftretens des Tumors, verringert wird.
Ein weiterer Vorteil: die dendritische Zelltherapie zeichnen sich lediglich durch einige leichte Nebenwirkungen aus. Einige Tage nach der Behandlung ist lediglich mit einer leichten Abgeschlagenheit und einer erhöhten Temperatur zu rechnen. Diese Nebenwirkungen lassen sich jedoch als durchaus positiv betrachten, da sie zeigen, dass das Immunsystem wieder anfängt zu arbeiten.
Dr. Thomas Grammel ist Tierarzt aus Osterode am Harz. Er führte die Tierklinik Dr. Grammel in zweiter Generation seit 1989. Im Jahre 2019 hat er sie an seine Schwiegertochter Marina Grammel und seinen Sohn Dr. Lukas Grammel übergeben (heute Tiergesundheitszentrum Südharz). Im Schwerpunkt betreut heute Dr. Thomas Grammel deutschlandweit Tiere mit unterschiedlichen Tumorerkrankungen. Dabei behandelt er die Tiere selber vor Ort in Osterode im TGZ Südharz, er berät deutschlandweit aber auch Kolleginnen und Kollegen sowie Patientenbesitzer zur immunologischen Behandlung mit dendritischen Zellen bei erkrankten Tieren. Wichtig ist dabei immer die partnerschaftliche Zusammenarbeit im Sinne der Vierbeiner. Dr. Grammel hat an zahlreichen Kongressen im In- und Ausland teilgenommen und seine Arbeit erfolgreich vorgestellt.