Die atopische Dermatitis des Hundes und ihre Behandlung
Atopische Dermatitis ist einer der Hauptgründe für einen chronischen Juckreiz bei Hunden und eine schwierig zu beherrschende Erkrankung. Sie erfordert häufig lebenslange Beachtung und Behandlung durch Besitzer und Tierarzt. Juckreiz, allergische Otitis und oberflächliche Pyodermie der Haut wird immer wieder aufbrechen, wenn man den Auslöser der Erkrankung nicht findet. Deshalb finden sich Besitzer und Behandler häufig in einer schwierigen Situation mit konstantem Einsatz für den Vierbeiner.
Wichtig ist, dass allen klar ist, was erreicht werden muss in einem multimodalen Modell, um die atopische Dermatitis positiv zu beeinflussen:
- Juckreiz unter einen bestimmten Level drücken
- die Dysfunktion der Hautbarriere aufheben
- Aufflackern verhindern durch vorbeugende Maßnahmen
Alle drei Symptomenkomplexe müssen behandelt werden.
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Lieber direkt sprechen? 05522 9182582, Montag bis Freitag 08:30–17:00 Uhr.
1. Beurteilung der Juckreizstärke:
Für den Juckreiz werden umfangreiche Skalen genutzt, die sich auf die betroffenen Körperbereiche stützen. Eine allgemeine Skala ist die Pruritus Visual Analog Scale, die von 0 (kein Juckreiz) bis 10 (stärkster Juckreiz) reicht (Olivry 2007):
Pruritus Visual Analog Scale (PVAS)
In den letzten 24 Stunden war mein Hund:
kein Kratzen, Knabbern, Reiben oder Lecken zu beobachten
ständiges Kratzen, Knabbern, Reiben oder Lecken
Nachbau der Pruritus Visual Analog Scale, ITFCAD 2003 (Olivry et al. 2007)
Die Nutzung einer solchen Skala hilft bei der Beurteilung der Krankheitsstärke, auch wenn zunächst die Beratung nur telefonisch erfolgt.
2. Behandlung der Hautoberfläche
Um die Hautoberfläche zu schützen, muss eine “Oberflächenbehandlung” erfolgen. Dies ist wichtig, da Hunde mit atopischer Dermatitis Veränderungen an der obersten Hautschicht (dem sogenannten Stratum corneum) haben. Dadurch ist die Hautbarriere gestört und gestattet das einfachere Eindringen von Allergenen und pathogenen Organismen (Bakterien, Pilze) in die Haut. Die Haut ist wegen der fehlenden Schicht häufig trocken und anfällig für Entzündungen. Deshalb ist regelmäßige Hautpflege und Badebehandlung notwendig, um den Hautturgor bestmöglich aufrecht zu erhalten.
3. Verhindern des Wiederaufflackerns der atopischen Dermatitis
Trotz bestmöglicher Versorgung von atopischen Hunden wird es immer wieder zu einem Aufflackern der Erkrankung kommen. Mögliche Störfaktoren für atopische Hunde sind:
- Flohbefall/-kontakt
- Umweltallergene (sog. saisonale Antigene)
- Überwachsen der Haut durch Bakterien oder Hautpilze
- Exposition von Futterallergenen
Durch die Vielzahl an Stressoren für atopische Hunde muss also immer mit der Hilfe von Dermatologen ein gutes Behandlungskonzept gefunden werden. Bitte sprechen Sie uns auch auf den Einsatz von toleranzinduzierenden dendritischen Zellen bei dieser Erkrankungsform an.
Quelle: Olivry et al. (2007): Validation of CADESI-03, a severity scale for clinical trials enrolling dogs with atopic dermatitis, DOI: 10.1111/j.1365-3164.2007.00569.x
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Häufige Fragen
Was ist eine atopische Dermatitis beim Hund?
Die atopische Dermatitis ist einer der Hauptgründe für chronischen Juckreiz bei Hunden und eine schwierig zu beherrschende Erkrankung. Juckreiz, allergische Otitis (Ohrenentzündung) und oberflächliche Pyodermie (eitrige Hautentzündung) brechen immer wieder auf, wenn der Auslöser der Erkrankung nicht gefunden wird.
Ist die atopische Dermatitis beim Hund heilbar?
Sie erfordert in der Regel lebenslange Beachtung und Behandlung durch Besitzer und Tierarzt; trotz bestmöglicher Versorgung kommt es immer wieder zu einem Aufflackern. Ziel der Behandlung ist deshalb, den Juckreiz unter ein bestimmtes Niveau zu drücken, die gestörte Hautbarriere wiederherzustellen und ein Aufflackern durch vorbeugende Maßnahmen zu verhindern.
Wie wird die atopische Dermatitis beim Hund behandelt?
Die Behandlung folgt einem multimodalen Modell, das alle drei Symptomenkomplexe erfasst: Juckreiz senken, die Dysfunktion der Hautbarriere aufheben und das Wiederaufflackern verhindern. Da Hunde mit atopischer Dermatitis Veränderungen an der obersten Hautschicht (dem sogenannten Stratum corneum) haben, sind regelmäßige Hautpflege und Badebehandlungen notwendig. Ergänzend kann der Einsatz toleranzinduzierender dendritischer Zellen bei dieser Erkrankungsform eine sinnvolle Option sein, die mit dem behandelnden Team besprochen werden kann.
Warum flackert die atopische Dermatitis immer wieder auf?
Mögliche Störfaktoren sind Flohbefall oder Flohkontakt, Umweltallergene (sogenannte saisonale Antigene), ein Überwachsen der Haut mit Bakterien oder Hautpilzen sowie der Kontakt mit Futterallergenen. Wegen dieser Vielzahl an Stressoren sollte in der Regel zusammen mit Dermatologen ein gutes Behandlungskonzept gefunden werden.
Wie wird die Stärke des Juckreizes beim Hund beurteilt?
Dafür werden umfangreiche Skalen genutzt, die sich auf die betroffenen Körperbereiche stützen. Eine allgemeine Skala ist die Pruritus Visual Analog Scale, die von 0 (kein Juckreiz) bis 10 (stärkster Juckreiz) reicht; ihre Nutzung hilft bei der Beurteilung der Krankheitsstärke, auch wenn die Beratung zunächst nur telefonisch erfolgt.