Chronische superfizielle Keratitis (oberflächliche Hornhautentzündung) bei Hunden

Die chronische oberflächliche Keratitis ist eine häufige Erkrankung von Hunden und Pferden, bei der Granulationsgewebe mit einer Mischung aus Blutgefäßen, Fibroblasten, Lymphozyten, Plasmazellen und Melanozyten in die oberflächlichen Hornhautschichten eindringt.

Im Granulationsgewebe dieser Entzündung können Ablagerungen von Immunglobulin vorhanden sein. Das Hornhautgewebe ist mit CD4+ T-Zellen, von denen viele Interferon γ produzieren, und einer viel kleineren Anzahl von CD8+ Zellen infiltriert. Weiterhin gibt es Makrophagen, Plasmazellen und Neutrophile. In der zentralen Hornhaut findet sich auch eine abnorme MHC-Klasse-II-Expression. Schließlich blockiert die wachsende Granulationsgewebemasse das Sehvermögen.

Wie andere immunvermittelte Krankheiten haben einige Hunde eine genetische Prädisposition (Veranlagung) für die Entwicklung der chronisch superfiziellen Keratitis.

Das Vorkommen der Erkrankung steht dabei in direktem Zusammenhang mit der Höhenlage und mit dem Kontakt zu ultraviolettem Licht. Sie tritt häufiger bei Hunden auf, die in großen Höhen leben.

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Krankheitsbild der oberflächlichen Hornhautentzündung beim Hund

Diese Erkrankung tritt am häufigsten bei Deutschen Schäferhunden auf. Im deutschen Sprachraum ist auch der Begriff Keratitis Überreiter gebräuchlich. Neben Schäferhundrassen wird auch von vielen anderen Rassen berichtet, die erkranken. Dabei erkranken Greyhounds Berichten zufolge in einem jüngeren Alter. Weibliche Tiere sind überrepräsentiert. Diese beidseitig auftretende Erkrankung entwickelt sich in der Regel im Alter von 3 bis 6 Jahren. Sie äußert sich zunächst als Hyperämie der Bindehaut in der Nähe des äußeren Augenwinkels, gefolgt von einer oberflächlichen Gefässbildung und Pigmentierung der peripheren Hornhaut im Schläfenbereich. Bei einem chronischen Geschehen schreitet die Läsion mit ausgedehnter Gefäßbildung, Ödem und Pigmentablagerungen in Richtung der zentralen Hornhaut fort.

Diese Art von Läsion wird als Pannus bezeichnet. Es handelt sich um eine Schicht aus fibrovaskulärem Granulationsgewebe. Bei Hunden kommt es auch zu einer Hyperplasie des Hornhautepithels mit Verdickung der Basalmembran. Mit dem Fortschreiten der Krankheit flacht der Pannus ab und breitet sich aus. Der fortschreitende Rand der Läsion kann eine Linie weißer kristalliner Hornhautablagerungen oder ein zelluläres Infiltrat innerhalb des klaren Hornhautstromas enthalten. Bei einigen Hunden ist dies selbstlimitierend. Bei anderen kann sich der Pannus ausbreiten und die gesamte Hornhaut bedecken. Die Krankheit ist nicht ulzerierend, so dass die Läsionen nicht schmerzhaft sind. Die Erkrankung geht häufig mit einer Depigmentierung und Verdickung des vorderen Randes des dritten Augenlids einher, die oft als atypischer Pannus bezeichnet wird.

Diagnose und Behandlung der oberflächlichen Hornhautentzündung beim Hund

Die Diagnose der Erkrankung basiert auf klinischen Beobachtungen und der Veranlagung der Rasse. Die Hornhautzytologie zeigt eine erhöhte Anzahl von Lymphozyten, Plasmazellen und Mastzellen. Es ist wichtig, sicherzustellen, dass die Hornhaut nicht ulzeriert oder trocken ist.

Die superfizielle Keratitis ist beherrschbar, aber nicht heilbar. Je größer die Läsion ist, desto langsamer ist die Heilung und desto schlechter ist die Prognose. Die Erkrankung tritt häufig wieder auf und erfordert eine lebenslange Therapie. Sie spricht auf topische Steroide (Prednisolon oder Dexamethason) und/oder eine topische immunmodulatorische Therapie (z.B. Cyclosporin).

Der Einsatz von immunologischen Behandlungen (dendritische Zellen) kann erwogen werden. Wir beraten Sie gern.

Quelle: Tizard IR (2023): Chronic superficial Keratitis in: Autoimmune Diseases in Domestic Animals, Elsevier, St. Louis, MO, 96/97

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Häufige Fragen

Was ist eine chronische superfizielle Keratitis (Pannus) beim Hund?

Bei der chronischen superfiziellen Keratitis, im deutschen Sprachraum auch Keratitis Überreiter genannt, wächst Granulationsgewebe (neu gebildetes, gefäßreiches Entzündungsgewebe) in die oberflächlichen Hornhautschichten ein. Diese Gewebeschicht wird als Pannus bezeichnet; sie beginnt in der Regel am äußeren Hornhautrand und schreitet bei chronischem Verlauf mit Gefäßbildung, Ödem (Flüssigkeitseinlagerung) und Pigmentablagerungen in Richtung der zentralen Hornhaut fort.

Welche Ursachen hat die Keratitis Überreiter?

Die Erkrankung gilt als immunvermittelt, das heißt, das eigene Immunsystem unterhält die Entzündung; einige Hunde haben eine genetische Prädisposition (Veranlagung). Das Vorkommen steht zudem in direktem Zusammenhang mit der Höhenlage und dem Kontakt zu ultraviolettem Licht: Hunde, die in großen Höhen leben, erkranken häufiger.

Welche Hunde erkranken besonders häufig an chronischer superfizieller Keratitis?

Am häufigsten tritt die Erkrankung bei Deutschen Schäferhunden auf, es wird aber auch von vielen anderen Rassen berichtet; Greyhounds erkranken Berichten zufolge in jüngerem Alter. Weibliche Tiere sind überrepräsentiert, und die beidseitig auftretende Erkrankung entwickelt sich in der Regel im Alter von 3 bis 6 Jahren.

Ist die chronische superfizielle Keratitis für den Hund schmerzhaft?

Die Erkrankung ist nicht ulzerierend, es entstehen also keine Hornhautgeschwüre, sodass die Läsionen (Gewebeveränderungen) nicht schmerzhaft sind. Bei der Abklärung ist es dennoch wichtig sicherzustellen, dass die Hornhaut nicht ulzeriert oder trocken ist.

Kann mein Hund durch einen Pannus erblinden?

Die wachsende Granulationsgewebemasse kann das Sehvermögen blockieren. Bei einigen Hunden ist die Erkrankung selbstlimitierend, kommt also von selbst zum Stillstand; bei anderen kann sich der Pannus ausbreiten und die gesamte Hornhaut bedecken. Je größer die Läsion ist, desto langsamer ist die Heilung und desto schlechter ist die Prognose.

Ist die chronische superfizielle Keratitis heilbar und wie wird sie behandelt?

Die Erkrankung ist beherrschbar, aber nicht heilbar; sie tritt häufig wieder auf und erfordert in der Regel eine lebenslange Therapie. Sie spricht auf topische, also örtlich am Auge angewendete, Steroide (Prednisolon oder Dexamethason) und/oder eine topische immunmodulatorische Therapie, zum Beispiel mit Cyclosporin, an. Ergänzend kann der Einsatz einer immunologischen Behandlung mit dendritischen Zellen erwogen werden.

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