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Hyperkalzämie bei Hunden und Katzen

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Eine Hyperkalzämie bei Hunden und Katzen ist eine Erhöhung der Blutcalciumwerte und ist häufig vorübergehend (transient). Die Symptome können stark unterschiedlich sein. Diese Erhöhung der Calciumwerte kann an einer Tumorerkrankung liegen, jedoch ist dies nur bei jedem zehnten Hund und jeder fünften Katze der Fall.

 

Was ist eine Hyperkalzämie?

Eine Hyperkalzämie ist eine Erhöhung der Blutcalciumwerte. Sie wird im Blut festgestellt. Die Ursachen dafür können sehr vielfältig sein und sollten vor allem bei nicht-transienten Hypercalcämien (die Erhöhung des Calcium-Spiegels im Blut bleibt über längere Zeit bestehen) abgeklärt werden.

Das Gesamt Calcium (tCA) ist die am häufigsten gemessene Form. Man unterscheidet dabei 3 Fraktionen:

  • ionisiertes Calcium (ca. 55%)
  • komplexgebundenes Calcium (an Phosphat oder Bicarbonat etc. gebunden, ca. 10%)
  • proteingebundenes Calcium (ca. 35%)

Ionisiertes Calcium ist das biologisch aktive und daher maßgebliche in der Messung. Es wird reguliert durch PTH, Vitamin D und Calcitonin.

 

Symptome

Die klinischen Symptome bei Hyperkalzämie können sehr unterschiedlich sein, abhängig vom Grad und der Ursache. Sie reichen von keinerlei Symptomen trotz stark erhöhter Blutwerte bis hin zu schweren Krankheitszeichen bei nur moderat erhöhten Werten.

Mögliche Symptome können sein:

  • Verweigerung der Futteraufnahme
  • Vermehrtes Trinken
  • Vermehrtes Wasserlassen
  • Lethargie
  • Schwäche

 

Ursachen einer Hyperkalzämie

Mögliche Ursachen einer (nicht-transienten) Hyperkalzämie können vielfältig sein:

  • Neoplasien (bösartige Tumorerkrankungen)
  • Hyperparathyreoidismus (Überfunktion der Nebenschilddrüse)
  • Niereninsuffizienz
  • Idiopathische Hyperkalzämie (zu hoher Blutcalciumspiegel unklarer Ursache)
  • Hypoadrenocortizismus (Morbus Addison/ Nebennierenrindeninsuffizienz)
  • Hypervitaminose D (zu hoher Vitamin D Spiegel im Blut)
  • Granulomatöse Erkrankungen (Chronische Entzündung, die sich in Form von knötchenartigen Zellansammlungen in verschiedenen Geweben äußern)
  • Skeletterkrankungen (z.B. Knochenmetastasen)
  • Wachstum bei jungen Tieren
  • u.v.m.

Eine Studie der Notfallmediziner des College of Veterinary Medicine der Cornell University in Ithaca untersuchte die Krankendaten von mehr als 15.200 Hunden und 3.700 Katzen. Bei 10,7 % der Hunde und 3,2 % der Katzen fand sich eine Erhöhung des Calciumwertes.

Hier finden Sie eine Auflistung der in der Studie häufigsten Ursachen einer Hyperkalzämie bei Hund und Katze:

 

Hund prozentuales Vorkommen
Transient (vorübergehend), nicht pathologisch 70,6 %
Maligne Tumoren 12,9 %
Primärer Hyperparathyreodismus 4,6 %
Morbus Addison 1,7 %
Niereninsuffizienz 1,2 %

 

Katzen prozentuales Vorkommen
Transient (vorübergehend), nicht pathologisch 28,6 %

 

Maligne Tumoren 22,7 %
Niereninsuffizienz 13,4%
Idiopathische Hypercalcämie 12,6 %
Lactulose-Gabe 67%
Primärer Hyperparathyreodismus 3,4 %

 

Wichtig ist: Aus diesen Untersuchungen ist ersichtlich, dass die Diagnose Tumor nur bei ca. jedem zehnten Hund und ca. jeder fünften Katze stichhaltig ist. Bei der überwiegenden Anzahl an Hunden ist die Hyperkalzämie eine vorübergehende Erkrankung, bei Katzen nur bei etwa jeder vierten, und daher ohne klinische Bedeutung.

 

Diagnose

Eine gründliche Abklärung der Ursache der Hyperkalzämie, vor allem bei der Katze, ist notwendig, während bei Hunden eine erneute Blutkontrolle häufig ausreichend sein könnte.

Folgende diagnostische Tests des Calciumstoffwechsels können durchgeführt werden:

  • tCA (gesamt Calcium): das am häufigsten gemessene Ca. Dieses ist allerdings nur aussagekräftig, wenn die Albuminkonzentration nicht verschoben ist. Ansonsten sollte das iCA (ionisiertes CA) als biologisch aktive Form gemessen werden
  • PTH (Parathormon): wird in der Nebenschilddrüse hergestellt. Ist es erhöht, führt das zu einem erhöhten Ca-Spielgel im Blut
  • PTHrP (Parathormon-related-Protein): wird von bestimmten Tumoren sezerniert und kann daher erste Hinweise auf Neoplasien geben.
  • Vitamin D.

Ist die Hyperkalzämie auch in der Nachkontrolle unverändert vorhanden, sollte sich eine weitere Diagnostik anschließen, da eine persistierende Hyperkalzämie ein Hinweis auf eine Tumorerkrankung sein kann. Beim Hund handelt es sich um die häufigste Ursache einer persistierenden Hyperkalzämie.  Häufige Neoplasien (bösartige Tumorarten) beim Hund, bei denen diese persistierende Hyperkalzämie zu finden sein können, sind:

  • Lymphom
  • Adenokarzinom der Analdrüsen
  • multiples Myelom
  • metastatische Knochentumore
  • gemischte Tumore

Bei der Katze sind es vor allem Plattenepithelkarzinome und Lymphome, die mit einem erhöhten Calciumblutspiegel einhergehen.

Oft sind bei primären Knochentumoren bei beiden Tierarten überhaupt keine Veränderungen des Calciumblutspiegel zu messen.

Die Behandlung sollte nach genauer Diagnose individuell auf die Tumorart zugeschnitten sein. Mögliche Bausteine sind die Chirurgie, Bestrahlung, Chemotherapie, Immuntherapie (beispielsweise die dendritische Zelltherapie). Generell sollte bei Krebspatienten die Ernährung optimiert und angepasst werden.

 

Quellen

  • de Brito Galvao J F, Schenck P, Chew D. Hypercalcämie: Diagnose und Behandlungsoptionen bei Hund und Katze. Veterinary Focus 2011; 21(01): 27 - 34. doi:10.1055/s-0034-1381842
  • Stoewe S, Wall F, Mackus L et al. Die feline idiopathische Hyperkalzämie – Ein Update zur Diagnostik und Therapie. kleintier konkret 2022; 25(02): 38 - 49. doi:10.1055/a-1715-7096
  • Hypokalzämie, Hyperkalzämie. In: Lutz H, Kohn B, Forterre F, Hrsg. Krankheiten der Katze. 6., aktualisierte Auflage. Stuttgart: Thieme; 2019.
  • Hyperkalzämie. In: Kessler M, Hrsg. Kleintieronkologie. 4., vollständig überarbeitete Auflage. Stuttgart: Thieme; 2022.

Bitte beachten Sie, dass die Behandlung von Katzen derzeit mit der dendritischen Zelltherapie nicht möglich ist.

Fallbeispiele

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Fallbeispiele zur Behandlung mit der dendritischen Zelltherapie.