Genetisch bedingte Glomerulopathien bei Hunden
Bei verschiedenen Hunderassen werden genetisch bedingte Glomerulopathien gefunden. Glomerulopathien sind Veränderungen an den Glomeruli der Niere, also den sogenannten Nierenkörperchen. Diese sind für die Ultrafiltration des Urins notwendig. Die Ursache der Erkrankung kann entzündlich oder nicht entzündlich sein. Im Einzelnen handelt es sich um folgende rassetypische Krankheitserscheinungen :
Bei Englischen und Amerikanischen Cockerspaniels wurde eine familiäre Glomerulopathie festgestellt, die auf das Vorhandensein von abnormalem Kollagen in den Nierenbasalmembranen zurückzuführen ist. Auch bei Dalmatinern und Bullterriern wird von autosomal dominanten Glomerulopathien berichtet. Eine familiäre Glomerulopathie wurde auch bei Berner Sennenhunden festgestellt. Sie ist mit der Entwicklung einer membranproliferativen Glomerulonephritis und interstitieller Nephritis verbunden.
Ein C3-Mangel, der autosomal rezessiv vererbt wird, wurde beim Epagneul Breton gefunden. C3 ist beschrieben als das Fehlen, die Reduktion oder die Dysfunktion des Komplementfaktors C3. Viele dieser Hunde entwickeln eine membranproliferativen Glomerulonephritis, die zu Nierenversagen führt. Die Läsionen zeigen eine Proliferation der Filtrationsstrukturen der Niere. Weiter wird eine Verdickung der glomerulären Kapillarwand und die Ablagerung von elektronendichten Ablagerungen im Filtrationsbereich (Mesangium) und im subendothelialen Raum beobachtet. Die Ablagerungen enthalten sowohl Immunglobulin G(IgG) als auch Immunglobulin M (IgM).
Quelle: Tizard IR (2023): Canine Glomerulopathy in: Autoimmune Diseases in Domestic Animals, Elsevier, St. Louis, MI, 166-169
Dr. Thomas Grammel ist Tierarzt aus Osterode am Harz. Er führte die Tierklinik Dr. Grammel in zweiter Generation seit 1989. Im Jahre 2019 hat er sie an seine Schwiegertochter Marina Grammel und seinen Sohn Dr. Lukas Grammel übergeben (heute Tiergesundheitszentrum Südharz). Im Schwerpunkt betreut heute Dr. Thomas Grammel deutschlandweit Tiere mit unterschiedlichen Tumorerkrankungen. Dabei behandelt er die Tiere selber vor Ort in Osterode im TGZ Südharz, er berät deutschlandweit aber auch Kolleginnen und Kollegen sowie Patientenbesitzer zur immunologischen Behandlung mit dendritischen Zellen bei erkrankten Tieren. Wichtig ist dabei immer die partnerschaftliche Zusammenarbeit im Sinne der Vierbeiner. Dr. Grammel hat an zahlreichen Kongressen im In- und Ausland teilgenommen und seine Arbeit erfolgreich vorgestellt.