Genetisch bedingte Glomerulopathien bei Hunden
Bei verschiedenen Hunderassen werden genetisch bedingte Glomerulopathien gefunden. Glomerulopathien sind Veränderungen an den Glomeruli der Niere, also den sogenannten Nierenkörperchen. Diese sind für die Ultrafiltration des Urins notwendig. Die Ursache der Erkrankung kann entzündlich oder nicht entzündlich sein. Im Einzelnen handelt es sich um folgende rassetypische Krankheitserscheinungen:
Bei Englischen und Amerikanischen Cockerspaniels wurde eine familiäre Glomerulopathie festgestellt, die auf das Vorhandensein von abnormalem Kollagen in den Nierenbasalmembranen zurückzuführen ist. Auch bei Dalmatinern und Bullterriern wird von autosomal dominanten Glomerulopathien berichtet. Eine familiäre Glomerulopathie wurde auch bei Berner Sennenhunden festgestellt. Sie ist mit der Entwicklung einer membranproliferativen Glomerulonephritis und interstitieller Nephritis verbunden.
Ein C3-Mangel, der autosomal rezessiv vererbt wird, wurde beim Epagneul Breton gefunden. C3-Mangel ist beschrieben als das Fehlen, die Reduktion oder die Dysfunktion des Komplementfaktors C3. Viele dieser Hunde entwickeln eine membranproliferative Glomerulonephritis, die zu Nierenversagen führt. Die Läsionen zeigen eine Proliferation der Filtrationsstrukturen der Niere. Weiter wird eine Verdickung der glomerulären Kapillarwand und die Ablagerung von elektronendichten Ablagerungen im Filtrationsbereich (Mesangium) und im subendothelialen Raum beobachtet. Die Ablagerungen enthalten sowohl Immunglobulin G (IgG) als auch Immunglobulin M (IgM).
Von diesen erblichen Formen abzugrenzen ist die deutlich häufigere immunkomplex-vermittelte Glomerulonephritis, bei der im Blut zirkulierende Immunkomplexe und nicht eine genetische Veranlagung die Nierenkörperchen schädigen.
Quelle: Tizard IR (2023): Canine Glomerulopathy in: Autoimmune Diseases in Domestic Animals, Elsevier, St. Louis, MO, 166-169
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Häufige Fragen
Was ist eine Glomerulopathie beim Hund?
Glomerulopathien sind Veränderungen an den Glomeruli der Niere, also den sogenannten Nierenkörperchen, die für die Ultrafiltration des Urins notwendig sind. Die Ursache der Erkrankung kann entzündlich oder nicht entzündlich sein. Bei verschiedenen Hunderassen werden genetisch bedingte, also erblich verankerte, Formen gefunden.
Welche Hunderassen sind von genetisch bedingten Glomerulopathien betroffen?
Bei Englischen und Amerikanischen Cockerspaniels wurde eine familiäre Glomerulopathie festgestellt, die auf abnormales Kollagen (ein Strukturprotein) in den Nierenbasalmembranen zurückzuführen ist. Bei Dalmatinern und Bullterriern wird von autosomal dominant vererbten Glomerulopathien berichtet, und beim Berner Sennenhund ist eine familiäre Form mit membranproliferativer Glomerulonephritis und interstitieller Nephritis (Entzündung des Nierenzwischengewebes) verbunden. Beim Epagneul Breton wurde zudem ein erblicher C3-Mangel gefunden.
Was bedeutet ein C3-Mangel beim Hund?
Der beim Epagneul Breton beschriebene C3-Mangel wird autosomal rezessiv vererbt und bezeichnet das Fehlen, die Reduktion oder die Dysfunktion des Komplementfaktors C3, eines Eiweißes der körpereigenen Immunabwehr. Viele dieser Hunde entwickeln eine membranproliferative Glomerulonephritis, also eine Entzündung der Nierenkörperchen mit Gewebewucherung, die zu Nierenversagen führen kann.
Kann eine Glomerulopathie zu Nierenversagen führen?
Ja, das ist möglich: Bei der mit dem C3-Mangel verbundenen membranproliferativen Glomerulonephritis führt die Erkrankung in der Regel zu Nierenversagen. Die Läsionen zeigen eine Proliferation (Wucherung) der Filtrationsstrukturen, eine Verdickung der glomerulären Kapillarwand und elektronendichte Ablagerungen im Mesangium (dem Filtrationsbereich) und im subendothelialen Raum; diese Ablagerungen enthalten die Antikörperklassen IgG und IgM.