Lebenserwartung bei einem bösartigen Tumor beim Hund

Bei einem bösartigen Tumor beim Hund handelt es sich um eine Neubildung, deren Zellwachstum fehlreguliert ist und die in umliegendes Gewebe einwächst sowie Tochtergeschwülste in anderen Organen bilden kann. Wie lange ein Hund mit einer solchen Erkrankung lebt, lässt sich nicht allgemein beantworten — die Spanne reicht von wenigen Tagen nach der Diagnose bis zu mehreren Jahren.

Was sind bösartige Tumore?

Bei Tumoren wird grundsätzlich zwischen benignen (gutartigen) und malignen (bösartigen) Neubildungen unterschieden. Bei Letzteren ist das Zellwachstum fehlreguliert: Es findet kein natürlicher Zelltod statt, sondern eine unkontrollierte Vermehrung. Sie wachsen invasiv, das heißt, sie infiltrieren umliegendes Gewebe und zerstören es.

Außerdem entstehen Ableger, sogenannte Metastasen, an anderen Orten im Körper — zum Beispiel in der Lunge. Mit dem Nachweis von Metastasen verschlechtert sich in der Regel die Prognose. Sehr häufige Tumorerkrankungen betreffen die Mammaleiste der Hündin oder die Milz; prinzipiell kann an jeder Stelle des Körpers eine tumoröse Veränderung entstehen. Je früher sie entdeckt wird, umso größer sind in der Regel die Behandlungserfolge.

Welche Faktoren bestimmen die Lebenserwartung?

Wie hoch die Lebenserwartung im Einzelfall ist, hängt von mehreren Faktoren ab und kann völlig unterschiedlich ausfallen:

  • Alter des Hundes: Der Körper jüngerer Hunde kann sich normalerweise besser mit dem Tumorgeschehen auseinandersetzen als der älterer Tiere. Das kann eine Behandlung erleichtern.
  • Grunderkrankungen: Zusätzliche Erkrankungen wie Diabetes oder chronische Herz- und Nierenleiden verschlechtern die Lebenserwartung weiter und müssen mitberücksichtigt werden.
  • Zeitpunkt der Erkennung: Je früher ein bösartiger Tumor erkannt wird, desto höher ist in der Regel die Lebenserwartung. Tumore im Anfangsstadium lassen sich meist deutlich besser behandeln als Tumore in späteren Stadien oder im Endstadium.
  • Art und Größe des Tumors.
  • Metastasierung: Liegen bereits Tochtergeschwülste vor, und welche Organe sind betroffen?
  • Lokalisation: Wo sitzt der Tumor, und wie weit ist er in umliegendes Gewebe hineingewachsen?

Diagnose

Wann und wie die Diagnose gestellt wird, ist ein wichtiges Kriterium für die Lebenserwartung. Die Diagnose stellt normalerweise der Haustierarzt oder weitergehend ein spezialisierter onkologischer Tierarzt.

Mithilfe bildgebender Verfahren wie Röntgen, Ultraschall, MRT und CT sowie der Entnahme von Zellen durch eine Biopsie lassen sich der Tumor und die Tumorart bestimmen. Diese Untersuchungen zeigen auch, ob es sich um einen gutartigen oder bösartigen Tumor handelt.

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Gibt es eine Früherkennung von Tumoren beim Hund?

Viele Besitzer wünschen sich eine Vorsorgeuntersuchung, wie sie aus der Humanmedizin bekannt ist, bei der Tumormarker im Blut bestimmt werden. Solche Marker stehen bei Tieren nicht in vergleichbarem Maße zur Verfügung.

Deshalb wird mit den Methoden der Liquid Biopsy, also der Flüssigbiopsie, versucht, zirkulierende Tumorzellen und Erbgutbruchstücke von Tumorzellen frühzeitig im Blut zu finden. Der Tierarzt sendet dazu im Rahmen der Vorsorgeuntersuchung eine Blutprobe ein. Wang et al. haben mit dem Canine Oncopanel eine Sequenzierungsplattform beschrieben, mit der sich Mutationen in Tumoren des Hundes erfassen lassen; Rodrigues de Oliveira et al. konnten zeigen, dass sich über eine Flüssigbiopsie Varianten des BRCA2-Gens bei Hündinnen mit Mammatumoren nachweisen lassen.

Solche Untersuchungen werden inzwischen immer häufiger durchgeführt, zum Beispiel auch beim Brustkrebs der Hündin. Es handelt sich allerdings noch um ein junges Feld: Wie zuverlässig ein solcher Befund im Einzelfall ist und welche Konsequenzen daraus zu ziehen sind, muss weiter untersucht werden.

Behandlung

Je nach Ergebnis der Diagnose folgt die Entscheidung über eine Behandlung. Die häufigsten Therapieformen sind die chirurgische Entfernung des Tumors, soweit möglich, die Chemotherapie und die Bestrahlung.

Ist eine Operation aufgrund der Größe oder der Lage des Tumors nicht möglich, gibt es verschiedene Methoden, die Tumormasse zu verkleinern. Dazu gehört auch die Immuntherapie mit dendritischen Zellen, die oft eine sinnvolle Ergänzung ist und im Gegensatz zu den vorgenannten Optionen ohne große Nebenwirkungen für den Patienten auskommt; sie wird häufig in Kombination angewendet. Teilweise lässt sich der Tumor so weit verkleinern, dass eine chirurgische Entfernung doch noch möglich wird. In der Regel sinkt die Lebenserwartung allerdings, wenn der Krebs nicht operativ entfernt werden kann.

Auch nach einer chirurgischen Entfernung können Tumorzellen im Körper zurückgeblieben sein. Deshalb werden meist weitere Behandlungsmaßnahmen ergriffen, um diese Zellen zu bekämpfen. Ziel ist in jedem Fall, die Lebenserwartung zu erhöhen und die Lebensqualität des Hundes zu verbessern.

In einigen Fällen wird der Tierarzt von radikaleren Therapien abraten. Das kann der Fall sein, wenn die Lebenserwartung durch eine Behandlung nicht oder nur unter hohen Einbußen der Lebensqualität erhöht werden kann. Dieser Rat wird häufig bei älteren, schon sehr geschwächten Hunden gegeben, bei denen mehrere Organsysteme betroffen sind.

Manche Halter neigen dazu, eine Therapie einzuleiten, selbst wenn der Tierarzt davon abrät. Es sollte immer unter Berücksichtigung der Lebensqualität über eine Behandlung zur Lebensverlängerung nachgedacht werden. Ist der Tumor sehr aggressiv und schwächt den Hund, kann eine höhere Lebenserwartung zwar teilweise erreicht werden — dann aber möglicherweise ohne Lebensqualität für den Patienten. Diese muss in allen Abwägungen zu einer Krebstherapie oberste Priorität haben.

Entscheiden Sie sich nach der Diagnose gemeinsam mit Ihrem Tierarzt zügig für einen Weg. Unsere Hunde haben eine kürzere Lebenszeit als wir — deshalb zählt jeder Tag, und deshalb zählt vor allem, wie diese Tage für Ihren Hund sind.

Warum Pauschalaussagen nicht helfen

Ohne den individuellen Fall zu kennen, lassen sich keine Aussagen zur Lebenserwartung eines einzelnen Tieres treffen. Selbst in Kenntnis aller Parameter ist eine genaue Vorhersage oftmals nicht möglich.

Verallgemeinert lässt sich sagen, dass Hunde mit einem bösartigen Tumor in der Regel eine geringere Lebenserwartung haben als Hunde mit einem gutartigen Tumor. Dabei muss aber immer geklärt werden, ob es bereits zu einer Metastasierung gekommen ist — sie ist eines der Kennzeichen eines bösartigen Tumors.

Quellen

  • Kohn B, Schwarz G (Hrsg.) (2017): Tumorerkrankungen, Neoplasien, Krebs. In: Praktikum der Hundeklinik, 12., aktualisierte Auflage, Enke Verlag, Stuttgart, doi:10.1055/b-0037-147330
  • Kessler M (Hrsg.) (2022): Mammatumoren des Hundes. In: Kleintieronkologie, 4., vollständig überarbeitete Auflage, Thieme, Stuttgart
  • Wang G et al. (2022): Canine Oncopanel: A capture-based NGS platform for evaluating the mutational landscape and detecting putative driver mutations in canine cancer, Vet Comp Oncol 20:91–101, doi:10.1111/vco.12746
  • Rodrigues de Oliveira J et al. (2022): Liquid biopsy can detect BRCA2 gene variants in female dogs with mammary neoplasia, Vet Comp Oncol 20:164–171, doi:10.1111/vco.12758

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Häufige Fragen

Wie lange lebt ein Hund mit einem bösartigen Tumor?

Das lässt sich nicht pauschal beantworten — die Spanne reicht von wenigen Tagen nach der Diagnose bis zu mehreren Jahren. Entscheidend sind unter anderem Art, Größe und Lage des Tumors, wie weit er in umliegendes Gewebe gewachsen ist, ob Metastasen vorliegen sowie Alter und Grunderkrankungen des Hundes. Selbst in Kenntnis aller Parameter ist eine genaue Vorhersage oftmals nicht möglich.

Was bedeutet es, wenn ein Tumor beim Hund bösartig ist?

Bei malignen (bösartigen) Tumoren ist das Zellwachstum fehlreguliert: Statt eines natürlichen Zelltods findet eine unkontrollierte Vermehrung statt. Sie wachsen invasiv, das heißt, sie infiltrieren umliegendes Gewebe und zerstören es. Außerdem können sie Metastasen an anderen Orten im Körper bilden, zum Beispiel in der Lunge.

Verschlechtern Metastasen die Prognose meines Hundes?

Ja, mit dem Nachweis von Metastasen verschlechtert sich in der Regel die Prognose. Die Metastasierung, also die Bildung von Ablegern in anderen Organen, ist eines der Kennzeichen eines bösartigen Tumors. Deshalb sollte bei der Diagnose immer geklärt werden, ob und welche weiteren Organe betroffen sind.

Gibt es eine Früherkennung von Krebs beim Hund?

Tumormarker, wie sie beim Menschen bestimmt werden, stehen bei Tieren nicht in vergleichbarem Maße zur Verfügung. Deshalb wird mit den Methoden der Liquid Biopsy, also der Flüssigbiopsie, versucht, zirkulierende Tumorzellen und Erbgutbruchstücke frühzeitig im Blut zu finden; der Tierarzt sendet dazu eine Blutprobe ein. Es handelt sich allerdings noch um ein junges Feld, dessen Aussagekraft im Einzelfall weiter untersucht werden muss.

Wie wird ein bösartiger Tumor beim Hund festgestellt?

Die Diagnose stellt normalerweise der Haustierarzt oder ein spezialisierter onkologischer Tierarzt. Mithilfe bildgebender Verfahren wie Röntgen, Ultraschall, MRT oder CT und der Entnahme von Zellen durch eine Biopsie lassen sich der Tumor und die Tumorart bestimmen. Diese Untersuchungen zeigen auch, ob es sich um einen gutartigen oder bösartigen Tumor handelt.

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es bei einem bösartigen Tumor beim Hund?

Die häufigsten Therapieformen sind die chirurgische Entfernung des Tumors, soweit möglich, die Chemotherapie und die Bestrahlung. Daneben gibt es die Immuntherapie mit dendritischen Zellen, die oft eine sinnvolle Ergänzung ist und ohne große Nebenwirkungen auskommt; teilweise lässt sich der Tumor damit so weit verkleinern, dass eine Operation doch noch möglich wird. Je früher der Tumor entdeckt wird, umso größer sind in der Regel die Behandlungserfolge.

Sollte ein bösartiger Tumor beim Hund immer behandelt werden?

Nicht in jedem Fall — der Tierarzt rät mitunter von radikaleren Therapien ab, etwa wenn die Lebenserwartung durch eine Behandlung nicht oder nur unter hohen Einbußen der Lebensqualität erhöht werden kann. Das betrifft häufig ältere, bereits stark geschwächte Hunde. Die Lebensqualität sollte in allen Abwägungen zu einer Krebstherapie oberste Priorität haben; die Entscheidung wird am besten gemeinsam mit dem behandelnden Tierarzt getroffen.

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