Tumorerkrankung

Cyclophosphamid als Wirkstoff in der Tiermedizin

In der Veterinärmedizin ist das Cyclophosphamid ein häufig verwendetes Zytostatikum, ist also Teil einer chemotherapeutischen Behandlung.

Cyclophosphamid wirkt auf regulative T-Zellen

Interessant ist, dass Cyclophosphamid auch eine Wirkung auf regulative T-Zellen hat. Dabei reduziert das Cyclophosphamid die Anzahl dieser Art von Lymphozyten im Körper. Regulative T-Zellen haben im Organismus die Aufgabe, eine Immunreaktion zu bremsen. Es scheint, dass durch das Cyclophosphamid die vermutlich vermehrt vorzufindenden und durch die Tumorzellen induzierten regulativen T-Zellen in ihrer Anzahl verringert und in ihrer Funktion gehemmt werden.

Cyclophosphamid und dendritische Zelltherapie in der Humanmeidzin

In der Humanmedizin gibt es Studien, bei denen dendritische Zellen und Cyclophosphamid in Kombination verabreicht wurden. Allerdings wurde vor der Gabe des Zytostatikums eine Leukapharese durchgeführt, d.h. vom Patienten wurde ein Konzentrat an weißen Blutzellen gewonnen. Die aus dieser Leukapharese gewonnenen Monozyten konnten in vitro zu dendritischen Zellen weiterentwickelt und parallel zur Cyclophosphamidgabe beim Menschen verabreicht werden.

Quelle: Alfaro, C., Perez-Gracia, J. L., Suarez, N., Rodriguez, J., De Sanmamed, M. F., Sangro, B., … Melero, I. (2011). Pilot clinical trial of type 1 dendritic cells loaded with autologous tumor lysates combined with GM-CSF, pegylated IFN, and cyclophosphamide for metastatic cancer patients. Journal of Immunology, 187(11), 6130-6142. https://doi.org/10.4049/jimmunol.1102209

Cyclophosphamid und dendritische Zelltherapie ohne Leukapharese (Tiermedizin)

Sollte der Patient bereits Cycloposphamid bekommen, empfehlen wir zum gleichen Zeitpunkt keine Dendritische Zelltherapie durchzuführen, da durch das Zytostatikum eine, wenn auch vorübergehende, Knochenmarksdepression entsteht, d.h. es wird eine geringere Menge Blutzellen gebildet, und dies inklusive mononukleäre Zellen (bspw. Monozyten). In der Veterinärmedizin steht die Möglichkeit, weiße Blutzellen mittels Leukapharese zu gewinnen aus technischen und finanziellen Gründen nicht zur Verfügung.

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Häufige Fragen

Was ist Cyclophosphamid und wofür wird es in der Tiermedizin eingesetzt?

Cyclophosphamid ist ein in der Veterinärmedizin häufig verwendetes Zytostatikum, also ein Medikament, das im Rahmen einer chemotherapeutischen Behandlung eingesetzt wird. Es kommt sowohl bei Hunden als auch bei Katzen zum Einsatz.

Wie wirkt Cyclophosphamid auf das Immunsystem?

Cyclophosphamid hat unter anderem eine Wirkung auf regulative T-Zellen — das sind Lymphozyten, deren Aufgabe es ist, eine Immunreaktion zu bremsen. Es scheint, dass die vermutlich vermehrt vorhandenen, durch die Tumorzellen induzierten regulativen T-Zellen durch das Cyclophosphamid in ihrer Anzahl verringert und in ihrer Funktion gehemmt werden.

Kann mein Hund während der Behandlung mit Cyclophosphamid eine dendritische Zelltherapie bekommen?

Zum gleichen Zeitpunkt wird das nicht empfohlen: Das Zytostatikum verursacht eine — wenn auch vorübergehende — Knochenmarksdepression, das heißt, es werden weniger Blutzellen gebildet, darunter auch die für die Therapie benötigten mononukleären Zellen wie Monozyten. In der Humanmedizin gibt es zwar Studien zur kombinierten Gabe, dort wurde jedoch vor dem Zytostatikum eine Leukapherese durchgeführt, die in der Tiermedizin nicht zur Verfügung steht.

Was ist eine Leukapherese und warum gibt es sie in der Tiermedizin nicht?

Bei einer Leukapherese wird vom Patienten ein Konzentrat an weißen Blutzellen gewonnen, aus dem sich anschließend bestimmte Zellen im Labor weiterentwickeln lassen. In der Veterinärmedizin steht diese Möglichkeit aus technischen und finanziellen Gründen nicht zur Verfügung.

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