Blutwerte bei einem Lebertumor beim Hund
Erhöhte Leberwerte können beim Hund ein Hinweis darauf sein, dass ein Lebertumor vorliegt — beweisend sind sie nicht. Die Leberenzyme steigen bei vielen Erkrankungen der Leber an, von der Entzündung bis zur Vergiftung. Für eine endgültige Diagnose sind deshalb immer weitere Untersuchungen nötig.
Blutwerte
Bei einem Lebertumor sind häufig die Leberenzyme im Blut erhöht — vor allem ALT, AST, alkalische Phosphatase (ALKP) und gGT, in manchen Fällen um ein Mehrfaches bis zum Zwanzigfachen des Normalwerts. Wichtig zu wissen: Keiner dieser Werte ist tumorspezifisch, und aus der Höhe des Anstiegs lässt sich nicht ablesen, ob eine Veränderung gut- oder bösartig ist. Auch Bilirubin (der Gallenfarbstoff — erhöht bei Gelbsucht), die Gerinnungswerte und eine mögliche Blutarmut (Anämie) geben wichtige Zusatzinformationen. Umgekehrt schließen normale Leberwerte einen Tumor nicht sicher aus.
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Diagnose
Zu den weiterführenden Untersuchungen gehören die Ultraschalluntersuchung des Bauchraums, mit der sich Umfangsvermehrungen der Leber meist gut darstellen lassen, gegebenenfalls eine Computertomographie sowie die Untersuchung des Urins. Die endgültige Diagnose kann nur die feingewebliche Untersuchung einer Gewebeprobe (Biopsie) liefern — sie unterscheidet echte Tumoren von den beim älteren Hund häufigen gutartigen Knoten und bestimmt die Tumorart. Welche Beschwerden neben den Blutwerten auffallen können, zeigt die Seite zu den Symptomen des Lebertumors.
Behandlung
Bestätigt sich der Verdacht, sollte zügig behandelt werden: Bei örtlich begrenzten Tumoren ist die operative Entfernung — meist des betroffenen Leberlappens — die Behandlung der Wahl, mit belegt guten Ergebnissen beim häufigsten bösartigen Lebertumor. Nach der Operation werden die Leberwerte regelmäßig kontrolliert; sie sind ein einfacher Verlaufsparameter für die Nachsorge. Die Behandlungswege im Einzelnen sind auf der Übersichtsseite zum Lebertumor beim Hund dargestellt.
Dendritische Zelltherapie
Nach der bestmöglichen operativen Entfernung ist die dendritische Zelltherapie eine sinnvolle Ergänzung, um das Immunsystem gegen verbliebene Tumorzellen zu aktivieren. Sie wird beim Haustierarzt durchgeführt und ist gut mit den etablierten Verfahren kombinierbar; als Nebenwirkungen werden meist nur vorübergehend erhöhte Temperatur und leichte Abgeschlagenheit beobachtet. Kontrollierte Studien zur Wirksamkeit beim Lebertumor des Hundes liegen bislang nicht vor. Der Behandlungsverlauf lässt sich gut über Ultraschall- und Blutwertkontrollen begleiten.
Quellen
Liptak JM (2020): Hepatobiliary Tumors. In: Vail DM, Thamm DH, Liptak JM (Hrsg.): Withrow & MacEwen’s Small Animal Clinical Oncology. 6. Aufl., St. Louis, MO, Elsevier, 454–460.
Kessler M (2022): Tumoren der Leber. In: Kessler M (Hrsg.): Kleintieronkologie. 4. Aufl., Stuttgart, 505–512.
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Häufige Fragen
Welche Blutwerte sind bei einem Lebertumor beim Hund erhöht?
Häufig sind die Leberenzyme erhöht — vor allem ALT, AST, alkalische Phosphatase (ALKP) und gGT, in manchen Fällen um ein Mehrfaches bis zum Zwanzigfachen des Normalwerts. Wichtige Zusatzinformationen liefern außerdem Bilirubin (der Gallenfarbstoff, erhöht bei Gelbsucht), die Gerinnungswerte und eine mögliche Blutarmut (Anämie).
Kann man einen Lebertumor an den Blutwerten erkennen?
Nein, beweisend sind die Blutwerte nicht. Die Leberenzyme steigen bei vielen Erkrankungen der Leber an, von der Entzündung bis zur Vergiftung; keiner der Werte ist tumorspezifisch, und aus der Höhe des Anstiegs lässt sich nicht ablesen, ob eine Veränderung gut- oder bösartig ist. Für eine endgültige Diagnose sind deshalb immer weitere Untersuchungen nötig.
Schließen normale Leberwerte einen Tumor aus?
Nein — normale Leberwerte schließen einen Lebertumor nicht sicher aus. Bei anhaltendem Verdacht sollten deshalb weiterführende Untersuchungen wie die Ultraschalluntersuchung des Bauchraums erfolgen.
Welche Untersuchungen folgen auf auffällige Leberwerte?
Zu den weiterführenden Untersuchungen gehören die Ultraschalluntersuchung des Bauchraums, gegebenenfalls eine Computertomographie sowie die Untersuchung des Urins. Die endgültige Diagnose kann nur die feingewebliche Untersuchung einer Gewebeprobe (Biopsie) liefern — sie unterscheidet echte Tumoren von den beim älteren Hund häufigen gutartigen Knoten und bestimmt die Tumorart.
Welche Rolle spielen die Blutwerte nach der Behandlung?
Nach der Operation werden die Leberwerte regelmäßig kontrolliert — sie sind ein einfacher Verlaufsparameter für die Nachsorge. Auch die dendritische Zelltherapie, die nach der bestmöglichen operativen Entfernung eine sinnvolle Ergänzung ist, um das Immunsystem gegen verbliebene Tumorzellen zu aktivieren, lässt sich gut über Ultraschall- und Blutwertkontrollen begleiten; kontrollierte Studien zur Wirksamkeit beim Lebertumor liegen bislang nicht vor.