Prostatakrebs der Katze
Es gibt nur sehr wenige Berichte über eine Prostatatumorerkrankung beim Kater. Bei den meisten an der Prostata von Katzen gefundenen Tumoren handelt es sich um Adenokarzinome. Aufgrund der geringen Zahl an Untersuchungen gibt es bisher wenig Aussagen zu den Vorausetzungen der Erkrankung. So ist bisher zum durchschnittlichen Alter, der Rassehäufigkeit und aber auch vielen anderen Parametern bei erkrankten Tieren keine genaue Aussage möglich.
Symptome
Die klinischen Zeichen eines Prostatakrebses beim Kater sind ähnlich einer Erkrankungen der ableitenden Harnwege. Sie zeigen sich mit schmerzhaftem Harndrang. Darüber hinaus werden sie aber auch mit Verdauungsproblemen und Verstopfungserscheinungen verbunden. Es kann dabei zu erheblichen Schwierigkeiten beim Kotabsatz durch die Krankheitsveränderungen kommen. Dementsprechend ergibt sich auch die Schmerzempfindung und Symptomatik.
Verlauf
Die Röntgen- und Ultraschalluntersuchung der Bauchöhle und des kleinen Beckens ergibt normalerweise ein klareres Bild über die Ausbreitung der Erkrankung. Häufig kommt es darüber zu einem metastatischen Geschehen in Richtung Bauch- und Brustorgane (Bauchspeicheldrüse, Lunge), aber auch über die Lymphknoten. Die meisten Katzen sterben innerhalb von drei Monaten nach der Diagnose.
Behandlung
Die Behandlung besteht zunächst aus dem Zurückdrängen der Schmerzsymptomatik mit Hilfe von NSAID‘s, also nicht kortisonhaltigen Präparaten. Infektionen sollten nach einem vorher angefertigten Antibiogramm mit antibiotischen Substanzen angegangen werden. In der Literatur finden sich wenige Berichte über eine Prostataentfernung als Möglichkeit der Behandlung, also eine sogenannte Prostatektomie. Collivignarelli berichtet von einem Fall einer solchen Operation und schlägt vor Chirurgie nur bei gut umschriebenen Tumoren zu nutzen. Immer im Auge beahlten werden muss die Lebensqualität des erkrankten Katers!
Weitergehend sollte über eine immunologische Zelltherapie mit dendritischen Zellen nachgedacht werden, um das Immunsystem zu aktivieren und eine Metastasierung zu unterdrücken. Unser Team berät Sie gerne.
Quelle: Collivignarelli F et al. (2021): Total prostectomy for prostatic carcinoma in a cat, Poster
L’Eplattenier HF (2022) Prostatatumoren der Katze in: Kessler M Kleintieronkologie, 4. Aufl., Stuttgart, 591
Dr. Thomas Grammel ist Tierarzt aus Osterode am Harz. Er führte die Tierklinik Dr. Grammel in zweiter Generation seit 1989. Im Jahre 2019 hat er sie an seine Schwiegertochter Marina Grammel und seinen Sohn Dr. Lukas Grammel übergeben (heute Tiergesundheitszentrum Südharz). Im Schwerpunkt betreut heute Dr. Thomas Grammel deutschlandweit Tiere mit unterschiedlichen Tumorerkrankungen. Dabei behandelt er die Tiere selber vor Ort in Osterode im TGZ Südharz, er berät deutschlandweit aber auch Kolleginnen und Kollegen sowie Patientenbesitzer zur immunologischen Behandlung mit dendritischen Zellen bei erkrankten Tieren. Wichtig ist dabei immer die partnerschaftliche Zusammenarbeit im Sinne der Vierbeiner. Dr. Grammel hat an zahlreichen Kongressen im In- und Ausland teilgenommen und seine Arbeit erfolgreich vorgestellt.