Tumorerkrankung
Der Mastzelltumor (Mastozytom) des Pferdes
Der Mastzelltumor des Pferdes (Mastozytom) ist eine Tumorbildung, die bei dieser Tierart
- bei jüngeren bis mittelalten Tieren gefunden wird,
- seltener auftritt als bei anderen Haustierarten,
- eher bei männlichen Tieren gefunden wird.
Normalerweise handelt es sich um langsam isoliert wachsende Veränderungen in der Haut und Unterhaut. Eine Biopsie der Veränderung bestätigt die Diagnose. Normalerweise ist die chirurgische Entfernung erfolgreich, außer bei bösartigen Veränderungen. Dementsprechend hat man normalerweise eine gute Pronose bei der Behandlung des Mastzelltumors beim Pferd.
Schildern Sie uns den Fall Ihres Vierbeiners
Kostenlose Erstberatung durch unser tierärztliches Team — in der Regel innerhalb eines Werktages.
Lieber direkt sprechen? 05522 9182582, Montag bis Freitag 08:30–17:00 Uhr.
Formen des Mastzelltumors beim Pferd
Es werden drei Formen von Mastzelltumorbildungen beim Pferd unterschieden:
- Noduläre Hautbildungen: Hierbei handelt es sich um einzelne gutartige Bildungen der Haut und Unterhaut. Sie haben normalerweise einen Durchmesser von 2 bis 20 mm. Einige Tumoren ulzerieren. Normerweise sind junge bis mittelalte Tiere betroffen mit einem mittleren Alter von etwa 7 Jahren. Die Erkrankung betrifft eher männliche Tiere und kann mit mehreren Knötchen auftreten. Es sind mehr männliche als weibliche Tiere betroffen. Eine Sonderform betrifft die Bindehaut des Auges. Es kommt selten zu einer Metastasierung bei dieser Form.
- Bösartiger Mastzelltumor der Haut: Diese Erkrankungsform ist sehr selten. In berichteten Fällen kommt es zu starkem Juckreiz, Lahmheitserscheinungen und Schmerzäußerung durch Mitbetroffenheit der umgebenden Strukturen (Gelenke, Gelenkflüssigkeit). Bei der Blutuntersuchung findet sich eine erhöhte Anzahl an Monozyten im Blut sowie ein erhöhtes Plasmafibrinogen. Metastasen in örtliche Lymphknoten sind gefunden worden.
- Angeborenes Mastozytom des Pferdes: Hier finden sich an Rücken und Rumpf des Fohlens ellipsoide Hautknötchen in unterschiedlicher Größe. Diese Erkrankung kommt sehr selten vor. Es kann wohl zu spontanem Verschwinden der Veränderungen kommen.
Diagnose des Mastzelltumors beim Pferd
Zur Unterscheidung von vielen anderen möglichen Hautveränderungen (Tumoren, Entzündungen, Insektenstich usw.) sollte eine klinische Untersuchung erfolgen. Dies kann gefolgt werden von einer Ultraschalluntersuchung, um zunächst die Größe der Veränderung zu bestimmen. Danach ist eine Feinnadelbiopsie angebracht, um eine genaue Bestimmung der Erkrankung zu veranlassen.
Behandlung des Mastzelltumors beim Pferd
An möglichen gut erreichbaren Körperstellen ist die großflächige chirurgische Entfernung der Veränderung anzuraten. Eventuell kann eine örtliche Behandlung mit Steroiden versucht werden. Die immunologische Tumorbehandlung mit dendritischen Zellen sollte ebenfalls erwogen werden. Insgesamt ist die Prognose bei gutartigen Veränderungen sehr gut, bei der bösartigen Form das Mastzelltumors muss aber große Vorsicht angeraten werden.
Quellen:
Knottenbelt DC et al (2017): Mastocytoma in: Equine Clinical Oncology, Edinburgh, 564 - 566
Schildern Sie uns den Fall Ihres Vierbeiners
Kostenlose Erstberatung durch unser tierärztliches Team — in der Regel innerhalb eines Werktages.
Lieber direkt sprechen? 05522 9182582, Montag bis Freitag 08:30–17:00 Uhr.
Häufige Fragen
Was ist ein Mastzelltumor beim Pferd?
Der Mastzelltumor des Pferdes (Mastozytom) ist eine Tumorbildung, die bei jüngeren bis mittelalten Tieren gefunden wird, seltener auftritt als bei anderen Haustierarten und eher männliche Tiere betrifft. Normalerweise handelt es sich um langsam und isoliert wachsende Veränderungen in der Haut und Unterhaut.
Welche Formen des Mastzelltumors gibt es beim Pferd?
Es werden drei Formen unterschieden: erstens noduläre Hautbildungen, also einzelne gutartige Knötchen der Haut und Unterhaut mit meist 2 bis 20 mm Durchmesser und einem mittleren Erkrankungsalter von etwa 7 Jahren, mit einer Sonderform an der Bindehaut des Auges; zweitens der sehr seltene bösartige Mastzelltumor der Haut; drittens das ebenfalls sehr seltene angeborene Mastozytom, bei dem sich an Rücken und Rumpf des Fohlens ellipsoide Hautknötchen finden, die wohl auch spontan verschwinden können.
Woran erkenne ich, ob der Mastzelltumor meines Pferdes bösartig ist?
Die bösartige Form ist sehr selten; in berichteten Fällen kommt es zu starkem Juckreiz, Lahmheitserscheinungen und Schmerzäußerungen durch Mitbetroffenheit umgebender Strukturen wie Gelenke und Gelenkflüssigkeit. Bei der Blutuntersuchung finden sich eine erhöhte Anzahl an Monozyten (einer Gruppe weißer Blutzellen) sowie ein erhöhtes Plasmafibrinogen; auch Metastasen in örtlichen Lymphknoten sind gefunden worden.
Wie wird ein Mastzelltumor beim Pferd diagnostiziert?
Zur Unterscheidung von vielen anderen möglichen Hautveränderungen — etwa anderen Tumoren, Entzündungen oder Insektenstichen — sollte zunächst eine klinische Untersuchung erfolgen. Es kann eine Ultraschalluntersuchung folgen, um die Größe der Veränderung zu bestimmen; danach ist eine Feinnadelbiopsie, also eine Gewebeprobenentnahme mit einer dünnen Nadel, angebracht, um die Erkrankung genau zu bestimmen.
Wie wird ein Mastzelltumor beim Pferd behandelt?
An gut erreichbaren Körperstellen ist die großflächige chirurgische Entfernung der Veränderung anzuraten; eventuell kann auch eine örtliche Behandlung mit Steroiden (Kortisonpräparaten) versucht werden. Ergänzend sollte die immunologische Tumorbehandlung mit dendritischen Zellen erwogen werden, die das Immunsystem gegen die Tumorzellen einbezieht.
Wie ist die Prognose bei einem Mastzelltumor beim Pferd?
Bei gutartigen Veränderungen ist die Prognose insgesamt sehr gut, und die chirurgische Entfernung ist normalerweise erfolgreich; bei der nodulären Form kommt es zudem nur selten zu einer Metastasierung. Bei der bösartigen Form des Mastzelltumors muss dagegen große Vorsicht angeraten werden.