Tumorerkrankung
Peripherer Nervenscheidenzelltumor beim Hund
Diese Tumorart entwickelt sich aus peripherem Nervengewebe. Sie ist vom Gewebetyp eine fibroblastische Veränderung der Schwannschen Zellen. Schwannsche Zellen sind Gliazellen, die Nervenzellen als Stützzellen umgeben.
Sie gehören zur Gruppe der Weichteilsarkome.
Schildern Sie uns den Fall Ihres Vierbeiners
Kostenlose Erstberatung bei Tumorerkrankungen durch unser tierärztliches Team — in der Regel innerhalb eines Werktages.
Lieber direkt sprechen? 05522 9182582, Montag bis Freitag 08:30–17:00 Uhr.
Gut- und bösartige Formen von Nervenscheidenzelltumoren
Die gutartige Form von Nervenscheidenzelltumoren sind Schwannome und Neurofibrome. Diese sind gut abgegrenzt und in der Haut und Unterhaut lokalisiert.
Dagegen werden die bösartigen Formen von Nervenscheidentumoren im Unterhautgewebe gefunden und zeigen sich schlecht abgegrenzt invasiv in tiefere Gewebsschichten einwachsend. Bei der chirurgischen Entfernung ist es unmöglich alle Verästelungen des Tumorgewebes zu entfernen. Deshalb haben sie eine hohe Rezidivrate und zeigen dementsprechend schlechte Überlebenszeiten bei den Patienten. Die Tumoren können einen Größendurchmesser von mehr als 12 cm erreichen. Vor der histologischen Untersuchung wird vom behandelnden Tierarzt oft ein Lipom als Zelltyp der Veränderung vermutet.
Die makroskopische Nervenbeteiligung von Nervenscheidenzelltumoren kann eingeteilt werden in drei Formen:
- periphere (makroskopische Nerven außerhalb von Rückenmark und Gehirn)
- Nervenwurzel- oder
- Plexus- (Brachial- oder Lumbosakralplexus)
Diagnostik und Therapie von Nervenscheidenzelltumoren
Häufig zeigen die Tiere eine zunehmende Lahmheit in der betroffenen Lokalisation und der erkrankten Gliedmasse. In den meisten Fällen werden hochgradige bis höchstgradige Schmerzen beobachtet. Zunächst sollte eine möglichst genaue Diagnostik (Computertomographie), besonders bei Nervenwurzel- und Plexustumoren erfolgen, um die weitere Behandlung zu planen und eine Prognose zu besprechen. Tekavec et al berichten von ersten Vorschlägen Nervenscheidentumoren ähnlich wie beim Menschen durch immunhistologische Untersuchungen einzuteilen.
Normalerweise wird chirurgisch versucht so viel Tumorgewebe wie möglich zu entfernen. Anschließend hat sich die immunologische Nachbehandlung mit dendritischen Zellen bewährt.
Quelle:
Liptak MJ, Christensen NI (2020): Tumors of Peripheral Nerves, Withrow & MacEwen’s Small Animal Clinical Oncology, 6th Ed, St. Louis, MO, 406-407
Friebertz M et al. (2021): Femoralistumor bei einem siebenjährigen Mischlingsrüden, Der Praktische Tierarzt 102, 1040–1050, DOI: 10.2376/0032-681X-2148
Tekavec K et al (2022): Histopathological and Immunohistochemical Evaluation of Canine Nerve Sheath Tumors and Proposal for an Updated Classification, https://doi.org/10.3390/vetsci9050204
Stokes R et al (2023): Surgical and oncologic outcomes in dogs with malignant peripheral nerve sheath tumours arising from the brachial or lumbosacral plexus, DOI: 10.1111/vco.12938
Schildern Sie uns den Fall Ihres Vierbeiners
Kostenlose Erstberatung bei Tumorerkrankungen durch unser tierärztliches Team — in der Regel innerhalb eines Werktages.
Lieber direkt sprechen? 05522 9182582, Montag bis Freitag 08:30–17:00 Uhr.
Häufige Fragen
Was ist ein peripherer Nervenscheidenzelltumor beim Hund?
Diese Tumorart entwickelt sich aus peripherem Nervengewebe und ist vom Gewebetyp eine fibroblastische Veränderung der Schwannschen Zellen. Schwannsche Zellen sind Gliazellen, also Stützzellen, die die Nervenzellen umgeben. Nervenscheidentumoren gehören zur Gruppe der Weichteilsarkome.
Sind Nervenscheidenzelltumoren gutartig oder bösartig?
Es gibt beide Formen: Die gutartigen Varianten sind Schwannome und Neurofibrome, die gut abgegrenzt in Haut und Unterhaut liegen. Die bösartigen Formen finden sich im Unterhautgewebe, sind schlecht abgegrenzt und wachsen invasiv in tiefere Gewebsschichten ein; sie können einen Durchmesser von mehr als 12 cm erreichen. Vor der histologischen (feingeweblichen) Untersuchung wird vom behandelnden Tierarzt oft zunächst ein Lipom, also ein gutartiger Fettgewebstumor, vermutet.
Hat mein Hund bei einem Nervenscheidenzelltumor Schmerzen?
In den meisten Fällen werden hochgradige bis höchstgradige Schmerzen beobachtet. Häufig zeigen die Tiere zudem eine zunehmende Lahmheit in der betroffenen Lokalisation und der erkrankten Gliedmaße.
Wie wird ein Nervenscheidenzelltumor beim Hund festgestellt?
Zunächst sollte eine möglichst genaue Diagnostik per Computertomographie erfolgen, besonders bei Nervenwurzel- und Plexustumoren (Tumoren an Nervengeflechten wie dem Brachial- oder Lumbosakralplexus), um die weitere Behandlung zu planen und eine Prognose zu besprechen. Darüber hinaus gibt es erste Vorschläge, Nervenscheidentumoren ähnlich wie beim Menschen durch immunhistologische Untersuchungen (Gewebeuntersuchungen mit speziellen Antikörperfärbungen) einzuteilen.
Wie wird ein Nervenscheidenzelltumor beim Hund behandelt?
Normalerweise wird chirurgisch versucht, so viel Tumorgewebe wie möglich zu entfernen. Anschließend hat sich die immunologische Nachbehandlung mit dendritischen Zellen bewährt, um das Immunsystem gegen verbliebene Tumorzellen zu unterstützen.
Kommt der Tumor nach der Operation wieder?
Bei den bösartigen Formen ist es bei der chirurgischen Entfernung unmöglich, alle Verästelungen des Tumorgewebes zu erfassen. Deshalb haben diese Tumoren eine hohe Rezidivrate, das heißt, sie treten örtlich häufig wieder auf, und zeigen dementsprechend schlechte Überlebenszeiten bei den Patienten.