Tumorerkrankung
Das Hämangiosarkom beim Pferd
Das Hämangiosarkom ist ein ungewöhnlicher, hochbösartiger Tumor der Innenauskleidung der Blutgefäße (das sogenannte Endothel). Das Hämangiosarkom kann Pferde jeden Alters, einschließlich Fohlen, betreffen, wird aber am häufigsten im mittleren Lebensalter bei Pferden beobachtet. Es wurde keine Rasse- oder Geschlechtsdisposition beobachtet. Allerdings könnten Vollblutpferde öfter betroffen sein.
Auftreten von Hämangiosarkomen beim Pferd
Hämangiosarkome können als örtliche begrenzte (Haut-)Tumore, aber auch mit örtlicher Infiltration in unterliegende Bereiche (Faszien, Muskeln) auftreten. Weiter wird der Befall von einzelnen Organen (Milz) oder eine Ausdehnung auf verschiedene Organsystem (disseminierte Ausbreitung) beobachtet.
Hämangiosarkome der Haut sind häufiger weniger aggressiv (Hämangiome), aber auch diese können bösartig sein und örtlich in die unterliegenden Gewebe wuchern. In der disseminierten Form des Tumorgeschehens wird auch eine lokale Invasion von Wirbelkörpern, Rückenmark, Mundhöhle, Auge und Stirnhöhle gefunden.
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Symptome des Hämangiosarkoms beim Pferd
Das Hämangiosarkom ist bei Pferden relativ selten und die erkrankten Pferde stellen oft eine große diagnostische Herausforderung für den Tierarzt dar.
Das Atem- und Muskel-Skelettsystem sind am häufigsten von der Erkrankung betroffen. Dementsprechend variieren die klinischen Anzeichen je nach Körpersystem oder mehreren beteiligten Systemen und umfassen
- Veränderte, erschwerte Atmung
- erhebliche stark schmerzhafte Hautmassen, Beinschwellungen und deutliche Lahmheiten,
- Nasenbluten (Epistaxis)
- Erhöhte Herz- und Atemfrequenzen
- Bleiche oder gelbliche Schleimhäute
- Veränderte Blutwerte, wie Anämie, Anstieg der neutrophilen weissen Blutkörperchen, Verringerung der Blutplättchen (Thrombozytopenie)
- Lahmheiten
- Kapillarfüllzeit und Körpertemperatur sind unauffällig
- Starke Schwellung der Milz, Veränderung des Milzgewebes
Das disseminierte Hämangiosarkom ist eine Erkrankung vor allem mittelalterlicher Pferde, obwohl ein breites Altersspektrum (3-27 Jahre) gefunden wurde. Die Tumorart wird bei jungen Pferden ist als sehr ungewöhnlich angesehen.
Diagnose des Hämangiosarkoms beim Pferd
Neben der Beobachtung der beschriebenen Krankheitserscheinungen durch örtliche Untersuchung und Blutkontrolle können weitergehend Untersuchung der Bauchhöhlenflüssigkeit auf Tumorzellen (Abdominozentese), aber auch der Ultraschall der Bauchhöhle mit einer Biopsie der Veränderungen Erkenntnisse zur Erkrankung bringen.
Behandlung des Hämangiosarkoms beim Pferd
Örtliche (Haut- und Unterhaut-)Veränderungen sollten chirurgisch entfernt werden. Schwieriger ist die Entdeckung von Veränderungen an inneren Organen, häufig der Milz. Diese Erkrankungsform wird häufig sehr spät erkannt und zeigt dann auch die Ausdehnung durch Metastasen auf andere Bauch- Brustorgane (Lymphknoten, Leber, Lunge). Deshalb kann eine Entfernung der Milz häufig nur für kürzere Zeit eine Verbesserung der Krankheitssymptome erreichen. Die Langzeitprognose ist sehr schlecht für diese Pferde.
Eine immunologische Behandlung mit dendritischen Zellen kann in vielen Fällen eine Verbesserung der Lebensqualität für das Tier erzielen. Bitte sprechen Sie uns an!
Beispiele für die Behandlung eines Hämangiosarkoms beim Pferd
Bei Happy wurde ein Hämangiosarkom am Auge mit der dendritischen Zelltherapie behandelt: /pferd/fallbeispiel/haemangiosarkom/happy
Einen Überblick zu allen Formen finden Sie auf der Seite Tumore bei Pferden.
Quelle: Knottenbelt DC et al. (2015): Equine Clinical Oncology, Edinburgh,
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Häufige Fragen
Was ist ein Hämangiosarkom beim Pferd?
Das Hämangiosarkom ist ein seltener, hochbösartiger Tumor der Innenauskleidung der Blutgefäße (des sogenannten Endothels). Es kann als örtlich begrenzter Hauttumor auftreten, in unterliegende Gewebe wie Faszien und Muskeln einwachsen oder einzelne Organe wie die Milz befallen. In der sogenannten disseminierten Form breitet sich der Tumor auf verschiedene Organsysteme aus.
In welchem Alter bekommen Pferde ein Hämangiosarkom?
Am häufigsten wird das Hämangiosarkom bei Pferden im mittleren Lebensalter beobachtet, grundsätzlich kann es aber Pferde jeden Alters einschließlich Fohlen betreffen. Für die disseminierte Form (also die Ausbreitung über mehrere Organsysteme) wurde ein breites Altersspektrum von 3 bis 27 Jahren beschrieben, bei jungen Pferden gilt sie als sehr ungewöhnlich. Eine Rasse- oder Geschlechtsdisposition wurde nicht beobachtet, möglicherweise sind Vollblutpferde etwas öfter betroffen.
Woran erkenne ich ein Hämangiosarkom beim Pferd?
Die Krankheitszeichen variieren je nach betroffenem Körpersystem; am häufigsten sind das Atem- und das Muskel-Skelettsystem beteiligt. Mögliche Anzeichen sind eine erschwerte Atmung, stark schmerzhafte Hautmassen, Beinschwellungen, Lahmheiten, Nasenbluten (Epistaxis) sowie bleiche oder gelbliche Schleimhäute. Dazu kommen veränderte Blutwerte wie eine Anämie (Blutarmut) oder eine Thrombozytopenie (Verringerung der Blutplättchen), weshalb erkrankte Pferde für den Tierarzt oft eine große diagnostische Herausforderung darstellen.
Wie wird ein Hämangiosarkom beim Pferd diagnostiziert?
Neben der örtlichen Untersuchung der Krankheitserscheinungen und einer Blutkontrolle kann die Bauchhöhlenflüssigkeit auf Tumorzellen untersucht werden (die sogenannte Abdominozentese). Zusätzlich können ein Ultraschall der Bauchhöhle und eine Biopsie (Gewebeprobe) der Veränderungen weitere Erkenntnisse zur Erkrankung bringen.
Wie wird ein Hämangiosarkom beim Pferd behandelt?
Örtliche Veränderungen der Haut und Unterhaut sollten in der Regel chirurgisch entfernt werden. Beim Befall innerer Organe, häufig der Milz, kann eine Entfernung der Milz die Krankheitssymptome oft nur für kürzere Zeit verbessern. Ergänzend kann eine immunologische Behandlung mit dendritischen Zellen (körpereigenen Immunzellen, die das Abwehrsystem gegen den Tumor aktivieren) in vielen Fällen eine Verbesserung der Lebensqualität erzielen.
Wie ist die Prognose beim Hämangiosarkom des Pferdes?
Hämangiosarkome der Haut sind häufig weniger aggressiv, können aber ebenfalls bösartig sein und örtlich in unterliegende Gewebe wuchern. Der Befall innerer Organe wird dagegen häufig sehr spät erkannt und zeigt dann oft bereits Metastasen (Tochtergeschwülste) in Lymphknoten, Leber oder Lunge. Für diese Pferde ist die Langzeitprognose sehr schlecht.