Tumorerkrankung
Speicheldrüsenkrebs bei Hund und Katze
Tumoren der Speicheldrüse treten bei Hund und Katze selten auf. Sie sind aber ein häufiger Grund für Erkrankungen der Speicheldrüsen: Bis zu 30 % der bei Untersuchungen gefundenen Speicheldrüsenveränderungen stellten sich bei der Untersuchung als tumorbefallen heraus. Deshalb sollte nach einer Speicheldrüsenoperation (nach der Behandlung einer Meliceris oder einer Ranula) das entnommene Gewebe histologisch untersucht werden. Meistens handelt es sich um eine epitheliale Tumorbildung (Adenokarzinome). Nur selten werden andere Tumorarten gefunden.
Die klinischen Veränderungen können zunächst nur eine Größenveränderung im Bereich der Speicheldrüsen (unterhalb der Ohren bei Hund und Katze) bilden. Beobachtet werden können weiterhin Mundgeruch, schlechte Futteraufnahme, das sogenannte Horner Syndrom, aber auch so unspezifische Symptome wie eine veränderte Stimmbildung und Schnupfen.
Behandlung des Speicheldrüsentumors bei Hund und Katze
Die Speicheldrüsen sollten auf jeden Fall bestmöglich chirurgisch entfernt werden. Dabei ist es wichtig das Drüsengewebe mitsamt der Kapsel zu entfernen. Das Gewebe sollte zur Untersuchung ins Labor eingesandt werden. Prognostisch ungünstig ist es, wenn bereits eine Ausdehnung auf das umliegende Gewebe oder in Lymphknoten stattgefunden hat. Ergibt die nachfolgende histologische Untersuchung das Vorliegen einer Tumorerkrankung sollte über eine Folgebehandlung und damit eine immunologische Behandlung mit dendritischen Zellen nachgedacht werden. Auch eine Bestrahlungsbehandlung nach Operation wird von verschiedenen Autoren angeregt.
Quellen:
Boston S (2020) Salivary Gland Neoplasia in: Withrow & MacEwen’s Small Animal Clinical Oncology, 6th Ed. St. Louis, MO, 448/449
Kessler M (2022): Tumoren der Speicheldrüsen in Kessler M Kleintieronkologie, 4. Aufl. Stuttgart, 434/435
Bush KM (2024): Outcomes and clinical features associated with surgically excised canine salivary gland carcinoma: A multi-institutional, retrospective, Veterinary Society of Surgical Oncology study, Vet Surg. 2023 52:370-378. doi: 10.1111/vsu.13928 PMID: 36647241
Schneider R et al (2025): Adenokarzinom der Glandula zygomatica bei einem Hund, Die Praktische Tierärztin 106, 738–747, DOI: 10.2376/2944-7399-2521
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Häufige Fragen
Wie häufig ist Speicheldrüsenkrebs bei Hund und Katze?
Tumoren der Speicheldrüse treten bei Hund und Katze insgesamt selten auf, sind aber ein häufiger Grund für Erkrankungen der Speicheldrüsen: Bis zu 30 % der bei Untersuchungen gefundenen Speicheldrüsenveränderungen stellten sich als tumorbefallen heraus. Deshalb sollte nach einer Speicheldrüsenoperation — etwa nach der Behandlung einer Meliceris oder einer Ranula (Speichelzysten) — das entnommene Gewebe histologisch, also feingeweblich, untersucht werden.
Welche Symptome hat ein Speicheldrüsentumor bei Hund und Katze?
Zunächst kann nur eine Größenveränderung im Bereich der Speicheldrüsen auffallen, die bei Hund und Katze unterhalb der Ohren liegen. Weiterhin können Mundgeruch, schlechte Futteraufnahme und das sogenannte Horner-Syndrom beobachtet werden, aber auch so unspezifische Symptome wie eine veränderte Stimmbildung und Schnupfen.
Welche Tumorart tritt an den Speicheldrüsen am häufigsten auf?
Meistens handelt es sich um eine epitheliale Tumorbildung, also einen vom Drüsen- beziehungsweise Deckgewebe ausgehenden Tumor — in der Regel ein Adenokarzinom. Andere Tumorarten werden nur selten gefunden.
Wie wird Speicheldrüsenkrebs bei Hund und Katze behandelt?
Die betroffenen Speicheldrüsen sollten auf jeden Fall bestmöglich chirurgisch entfernt werden, wobei das Drüsengewebe mitsamt der Kapsel entnommen und zur Untersuchung ins Labor eingesandt werden sollte. Bestätigt die histologische Untersuchung eine Tumorerkrankung, sollte über eine Folgebehandlung nachgedacht werden — etwa eine immunologische Behandlung mit dendritischen Zellen, die das Immunsystem gegen verbliebene Tumorzellen aktivieren soll. Auch eine Bestrahlungsbehandlung nach der Operation wird von verschiedenen Autoren angeregt.
Wie ist die Prognose bei Speicheldrüsenkrebs?
Prognostisch ungünstig ist es, wenn sich der Tumor bereits auf das umliegende Gewebe oder in die Lymphknoten ausgedehnt hat. Eine frühzeitige Operation mit anschließender feingeweblicher Untersuchung des Gewebes ist deshalb wichtig.