Tumorerkrankung

Symptome des Mastzelltumors bei Ihrer Katze

Wie beim Hund leiden auch Katzen an Mastzelltumoren. Die Bedeutung der Erkrankung wurde auch bei der Katze in den letzten Jahren immer mehr erkannt. Die Erkrankung an Mastzelltumoren kann in jedem Lebensalter auftreten, jedes zehnte erkrankte Tier ist dabei jünger als 3 Jahre beim Auftreten von Symptomen. Deshalb ist es wichtig, dass sich Katzenhalter auf die Symptome, die stark von der Lokalisation des Tumorgewebes und auch von der Menge der vorhandenen Mastzelltumoren abhängen, einstellen und einen aufmerksamen Umgang mit dem Tier pflegen und eine regelmäßige Kontrolle ihrer Lieblinge durchführen. Dabei können die unterschiedlichsten Diagnosemöglichkeiten genutzt werden:

Sollten verdächtige Beobachtungen gemacht werden, sollte sicherheitshalber ein Tierarzt zu Rate gezogen werden.

Tastbare Symptome - Mastzelltumor der Haut

Häufig sind Tumore der Mastzellen an

  • den Ohren
  • den Augenlidern
  • den Gliedmaßen
  • dem Rumpf
  • dem Hals

aufzufinden. Dabei handelt es sich oft um Primärlokalisationen, also ‚Erst-Entstehungen‘ des Tumors. Weiter ist es keine Seltenheit, dass die Tumore multipel, also an mehreren Stellen gleichzeitig oder nacheinander auftreten. Die zur Haut gehörenden Mastzelltumore äußern sich in der Regel über haarlose Knoten, die über saubere Ränder verfügen. Diese Knoten sind meist rötlich oder weiß. Bitte beachten Sie, dass viele Veränderungen nur schwer gefunden werden, da sie sich ja unter dem Haarkleid verstecken. Deshalb ist eine sorgfältige Kontrolle so wichtig.

Untersuchung zu Mastzelltumoren der Haut bei Katzen

Melville et al berichten in einer Untersuchung mit 86 Mastzelltumoren von 69 Katzen über die Krankengeschichte der Tiere. Zwölf der 69 Katzen starben an der Mastzelltumorerkrankung. Das Durchschnittsalter der Katzen betrug 11 Jahre (bei erkrankten Tieren, die zwischen 5 Monaten und 19 Jahren alt waren). Rassekatzen zeigten sich anfälliger für die Erkrankung. Insbesondere nennt die Veröffentlichung Siam, Burma, Russisch Blau und Ragdoll als für eine Mastzelltumorerkrankung empfänglich. Interessanterweise finden sich bei jungen Katzen die meisten Mastzelltumoren der Haut im Kopfbereich, bei älteren Tieren ist es eher im Bereich des Körpers.

Quelle: Melville, K., Smith, K. C., & Dobromylskyj, M. J. (2015). Feline cutaneous mast cell tumours: a UK-based study comparing signalment and histological features with long-term outcomes. Journal of Feline Medicine and Surgery, 17(6), 486–493. https://doi.org/10.1177/1098612X14548784

Unspezifische Symptome - Tumore an den inneren Organen

Man unterscheidet bei den Mastzelltumoren der inneren Organe der Katzen zwei unterschiedliche Erscheinungsformen:

1. Viszerale oder Tumoren der Milz

2. Tumoren des Darmbereiches (intestinale Form)

Tritt ein Tumor an den inneren Organen der Katze, wie zum Beispiel der Milz auf, so gehen damit oft auch viele unspezifische und nicht gleich auf den Tumor hindeutende Symptome einher. Ein häufiges Symptom ist die Appetitlosigkeit welche nicht selten von einem starken Gewichtsverlust und Erbrechen und sonstigen Magen-Darm-Erscheinungen begleitet wird. Durch die Erkrankung wird auch eine Gewichtsabnahme bemerkt. Bei der Milzform kann eine vergrößerte Milz ertastet werden. Bei der intestinalen Erkrankung können monatelange Krankheitszuständen mit Fieberschüben beobachtet werden. Katzen, die unter Mastzelltumoren der inneren Organe leiden, äußern dies auch über eine Veränderung des Blutbildes, nämlich eine Blutarmut. Blutergüsse geben ggf. ebenfalls Hinweis auf die Erkrankung. Dabei entstehen diese nicht nur sehr schnell, sondern können vor allem als scheinbar spontane Blutungen in den Körperhöhlen beobachtet werden.

Verändertes Verhalten bei einem Tumor der Mastzellen

Viele Katzen ändern im Verlauf der Mastzelltumor-Erkrankung ihr Verhalten. Dies ist bedingt durch die Gesundheitsbeeinträchtigung und hat nicht mit einer Veränderung des Charakters, sondern mit den Einschränkungen durch die Erkrankung zu tun. Die Katzen fühlen, dass etwas gesundheitlich nicht stimmt und reagieren darauf oft mit Zurückziehen, Lethargie, Apathie oder aber mit Aggressivität. Dieses Verhalten kann gleichermaßen gegenüber dem Halter wie Artgenossen erfolgen.

Paraneoplastisches Syndrom bei einem Mastzellentumor

Das paraneoplastische Syndrom geht oft mit Tumor- und Krebs-Erkrankungen einher. Es definiert sich über eine Vielzahl an Begleit-Symptomen, wie beispielsweise

  • eine Stoffwechselstörung
  • eine erhöhte Körpertemperatur
  • Blutarmut
  • Thrombosen

Die Symptome entstehen durch die oft zehrende Wirkung der Tumorerkrankung.

Zeit ist wertvoll - Diagnose und Behandlung bei Mastzelltumoren

Generell gilt: je früher eine Diagnose von Tierarzt oder Experten einer Tierklinik gestellt werden kann, desto besser sind die Prognosen im Bezug auf Lebenserwartung und Lebensqualität. Zunächst sollte eine bestmögliche Entfernung des Tumorgewebes geschehen, egal an welchem Körperteil er entstanden ist. Dringend muss das entnommene Gewebe zur Untersuchung eingesandt werden. Nachfolgend sollte untersucht werden, ob bereits eine Metastasierung vorliegt.

Die Therapie mit den dendritischen Zellen ist bei Patienten mit Mastzelltumoren etabliert, bitte fragen Sie dazu unser Team.

Quellen: London CA, Thamm DH (2020): Feline Mast Cell Tumors in: Withrow & MacEwen’s Small Animal Clinical Oncology, 6th Ed, St. Louis, MO, 393-397

Kessler M, Gramer I (2022) Mastzelltumor in: Kessler M, Kleintieronkologie, 4. Aufl. Stuttgart, 358 - 360

Häufige Fragen

Woran erkenne ich einen Mastzelltumor auf der Haut meiner Katze?

Mastzelltumore der Haut äußern sich in der Regel über haarlose Knoten mit sauberen Rändern, die meist rötlich oder weiß sind. Häufig finden sie sich an den Ohren, den Augenlidern, den Gliedmaßen, am Rumpf oder am Hals — und nicht selten multipel, also an mehreren Stellen gleichzeitig oder nacheinander. Da sich viele Veränderungen unter dem Haarkleid verstecken, ist eine sorgfältige Kontrolle wichtig.

Können auch junge Katzen einen Mastzelltumor bekommen?

Ja, die Erkrankung kann in jedem Lebensalter auftreten — jedes zehnte erkrankte Tier ist beim Auftreten von Symptomen jünger als 3 Jahre. In einer Untersuchung von Melville et al. mit 69 Katzen betrug das Durchschnittsalter 11 Jahre bei einer Spanne von 5 Monaten bis 19 Jahren; bei jungen Katzen finden sich die meisten Hauttumoren im Kopfbereich, bei älteren eher am Körper.

Sind bestimmte Katzenrassen anfälliger?

In der genannten Untersuchung zeigten sich Rassekatzen anfälliger für die Erkrankung. Insbesondere werden Siam, Burma, Russisch Blau und Ragdoll als empfänglich für eine Mastzelltumorerkrankung genannt.

Welche Symptome zeigen Mastzelltumore der inneren Organe?

Man unterscheidet die viszerale Form (Tumoren der Milz) und die intestinale Form (Tumoren des Darmbereiches). Häufig sind unspezifische Anzeichen wie Appetitlosigkeit mit starkem Gewichtsverlust, Erbrechen und sonstige Magen-Darm-Erscheinungen; bei der Milzform kann eine vergrößerte Milz ertastet werden, bei der intestinalen Form werden mitunter monatelange Krankheitszustände mit Fieberschüben beobachtet. Auch eine Blutarmut im Blutbild sowie schnell entstehende Blutergüsse oder scheinbar spontane Blutungen in den Körperhöhlen können Hinweise geben.

Verändert ein Mastzelltumor das Verhalten meiner Katze?

Viele Katzen ändern im Verlauf der Erkrankung ihr Verhalten — sie reagieren etwa mit Zurückziehen, Lethargie, Apathie oder auch Aggressivität gegenüber dem Halter wie Artgenossen. Das hat nichts mit einer Charakterveränderung zu tun, sondern mit den Einschränkungen durch die Erkrankung.

Wie wird ein Mastzelltumor bei der Katze behandelt?

Zunächst sollte das Tumorgewebe bestmöglich entfernt und das entnommene Gewebe zur Untersuchung eingesandt werden; nachfolgend wird geprüft, ob bereits eine Metastasierung vorliegt. Je früher die Diagnose gestellt wird, desto besser sind in der Regel die Prognosen für Lebenserwartung und Lebensqualität; ergänzend ist die Therapie mit dendritischen Zellen bei Patienten mit Mastzelltumoren etabliert.

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