Tumorerkrankung

Vererbbare Risikofaktoren für die Entwicklung mehrerer Krebserkrankungen bei Golden Retrievern

Forscher verschiedener Institute in den USA  beschäftigten sich mit den genetisch angelegten Risikofaktoren für die Bildung mehrerer – gleichzeitiger - Tumorerkrankungen bei Golden Retrievern. Die beteilitgen Institutionen waren: Das Broad Institute of MIT and Harvard, Cambridge, MA, USA; die UMass Chan Medical School, University of Massachusetts, Worcester, MA, USA;  sowie die Cummings School of Veterinary Medicine, Tufts University, North Grafton, MA, USA. Die Ergebnisse dieser Studie wurden auf der Annual Conference 2025 der Veterinary Cancer Society in Salt Lake City vorgestellt.

Golden Retriever haben eine der höchsten Krebsraten unter reinrassigen Hunden! Darüber hinaus entwickeln etwa 10 % der Golden Retriever, die an Krebs erkranken, mehr als eine histologische Krebsart. Dieses rassenspezifische Risiko deutet auf vererbbare Risikofaktoren innerhalb der Golden-Retriever-Population hin. Durch diese Faktoren wird das Risiko für die Entwicklung mehrerer Krebsarten deutlich erhöht.

Für die Untersuchung wurden die Genotypisierungsraten von 3034 Hunden aus der Golden Retriever Lifetime Study  genutzt. Dabei wurde der sogenannte Mosaic Chromosomal Alterations (MoChA)-Caller verwendet. Mit diesem sollten vererbte und somatische großflächige Kopienzahlveränderungen (mCAs) identifiziert werden.

Studienergebnisse zum Tumorrisiko der Golden Retriever

Bei der durchgeführten genomweite Assoziationsstudie handelt es sich um eine Untersuchung der genetischen Variation des Genoms. Hierbei wurden  verschiedene Genloki identifiziert, die mit Tumorentwicklungen verknüpft werden können. Darunter befanden sich darunter die bereits aus den Voruntersuchungen der Lifetime Study bekannten Region auf Chromosom 5 sowie Loci auf den Chromosomen 12, 14 und 16. Diese überschneiden sich mit Tumorsuppressor- und Genom-Erhaltungsgenen. Es wurden zahlreiche fehlende oder zusätzliche Chromosomenabschnitte, sogenannte Chromosomal Microarray (mCA) gefunden, Insgesamt waren dies bei 450 Hunden 1952 Veränderungen!

Darüber hinaus zeigten sich vererbte Veränderungen der Kopienzahl, die sich mit Tumorsuppressorgenen und DNA-Reparaturgenen überschneiden. Die Region mit den größten Unterschieden befand sich auf Chromosom 2. Diese Region überschneidet sich mit mehreren interessanten Genen. Darunter befindet sich eines, das mit mehreren Krebsarten beim Menschen in Verbindung gebracht wird. Auch ein Synapsengen, das möglicherweise ein Ziel für die Verhaltensselektion sein könnte, wurde gefunden.

Genetische Abweichungen zur Entwicklung mehrerer Tumorarten vorhanden

Die Forscher stellten bei ihrer Präsentation vor, dass sie mehrere Loci identifiziert haben, die mit dem Risiko der Entwicklung mehrerer (gleichzeitiger) Krebsarten bei Golden Retrievern in Verbindung stehen. Weiterhin fanden sich zahlreiche Hinweise auf somatische mCAs  Es bedarf weiterer Untersuchungen dieser Regionen und Prozesse um ein noch besseres Verständnis des Krebsrisikos bei Golden Retrievern zu erlangen.

Quelle:

Katherine Megquier M et al (2025), Identification of Inherited Risk Factors for the Development of Multiple Cancers in Golden Retrievers, 2025 VCS Annual Conference

Häufige Fragen

Wie hoch ist das Risiko für Golden Retriever, mehrere Krebsarten zu entwickeln?

Golden Retriever haben eine der höchsten Krebsraten unter reinrassigen Hunden; etwa 10 % der an Krebs erkrankten Golden Retriever entwickeln mehr als eine histologische Krebsart. Dieses rassespezifische Risiko deutet auf vererbbare Risikofaktoren innerhalb der Golden-Retriever-Population hin.

Welches Studiendesign lag der Untersuchung zugrunde?

Genutzt wurden die Genotypisierungsdaten von 3034 Hunden aus der Golden Retriever Lifetime Study. Mit dem Mosaic-Chromosomal-Alterations-Caller (MoChA) sollten vererbte und somatische großflächige Kopienzahlveränderungen (mCAs) identifiziert werden; die Ergebnisse wurden auf der Annual Conference 2025 der Veterinary Cancer Society in Salt Lake City vorgestellt.

Welche Genloci wurden mit der Tumorentwicklung assoziiert?

Die genomweite Assoziationsstudie identifizierte neben der bereits aus Voruntersuchungen der Lifetime Study bekannten Region auf Chromosom 5 weitere Loci auf den Chromosomen 12, 14 und 16, die sich mit Tumorsuppressor- und Genom-Erhaltungsgenen überschneiden. Die Region mit den größten Unterschieden lag auf Chromosom 2; sie überschneidet sich unter anderem mit einem Gen, das mit mehreren Krebsarten beim Menschen in Verbindung gebracht wird, sowie einem Synapsengen als möglichem Ziel der Verhaltensselektion.

Wie häufig fanden sich somatische Kopienzahlveränderungen?

Insgesamt wurden bei 450 Hunden 1952 Veränderungen in Form fehlender oder zusätzlicher Chromosomenabschnitte gefunden. Darüber hinaus zeigten sich vererbte Veränderungen der Kopienzahl, die sich mit Tumorsuppressorgenen und DNA-Reparaturgenen überschneiden.

Welche Schlussfolgerungen ziehen die Autoren?

Es wurden mehrere Loci identifiziert, die mit dem Risiko der Entwicklung mehrerer gleichzeitiger Krebsarten bei Golden Retrievern in Verbindung stehen, dazu zahlreiche Hinweise auf somatische mCAs. Für ein besseres Verständnis des Krebsrisikos bei Golden Retrievern bedarf es weiterer Untersuchungen dieser Regionen und Prozesse.

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