Vesikuläre Form des kutanen Lupus erythematosus beim Hund
Eine besondere Form des kutanen Lupus erythematosus (CLE) ist eine auf Rauhhaar Collies, Border Collies, Shetland Sheepdogs und Mischlinge dieser Rassen beschränkte Form, der vesikuläre Lupus erythematosus. Die Hunde weisen ein Erythem und mehrere schlaffe Hautbläschen auf, die abblättern und Erosionen hinterlassen. Die Läsionen finden sich im wenig behaarten Bereich des Bauches, an den Achselhöhlen und im Bereich der Leisten.
Weitere Symptome des kutanen Lupus erythematosus beim Hund
Weiterhin sind die konkaven Ohrmuscheln und die perimukosalen Bereiche betroffen. Sekundäre bakterielle Infektionen sind häufig zu finden. Die Läsionen weisen eine typische Lupus-Histopathologie auf (d. h. eine lymphozytäre Interface-Dermatitis mit ausgeprägter Basalzellvakuolation, die zur Apoptose führt). Das Ausmaß des Zelltods reicht aus, um Hautablösungen und Bläschenbildung zu verursachen. Bis zur Hälfte der infiltrierenden Lymphozyten sind CD8+ zytotoxische T-Zellen, während CD4+ Zellen seltener vorkommen. Auch Langerhans-Zellen sind im Infiltrat vorhanden. Die direkte Immunfluoreszenzfärbung zeigt Hinweise auf ein Lupusgeschehen. Immunglobulin G (IgG) kann sich auch um Blutgefäße und in Basalzellen ablagern. Das Serum der meisten betroffenen Hunde enthält Autoantikörper, die gegen eine Vielzahl von nukleären Antigenen gerichtet sind. Betroffene Tiere bilden sowohl Antikörper gegen Kollagen Typ VII als auch Antinukleäre Antikörper (ANA).
Behandlung des kutanen Lupus erythematosus beim Hund
Die Tiere sprechen auf eine Behandlung mit Glukokortikoiden und Cyclosporin an. Soweit möglich sollte UV-Strahlung verhindert werden. Zusätzlich wird die Nutzung von Sonnenschutzmitteln angeraten. Eine immunologische Behandlung sollte geprüft werden. Wir beraten Sie gern.
Quelle: Tizard IR (2023): Vesicular CLE in: Autoimmune Diseases in Domestic Animals, Elsevier, St. Louis, MO, 200
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Häufige Fragen
Was ist die vesikuläre Form des kutanen Lupus erythematosus beim Hund?
Der vesikuläre Lupus erythematosus ist eine besondere Form des kutanen, also auf die Haut beschränkten Lupus (CLE). Die Hunde weisen ein Erythem (Hautrötung) und mehrere schlaffe Hautbläschen auf, die abblättern und Erosionen, das heißt oberflächliche Hautdefekte, hinterlassen.
Welche Hunderassen bekommen vesikulären Lupus?
Diese Form ist auf Rauhhaar-Collies, Border Collies, Shetland Sheepdogs und Mischlinge dieser Rassen beschränkt. Es besteht also eine ausgeprägte Rasseprädisposition, das heißt eine erbliche Anfälligkeit bestimmter Rassen.
An welchen Körperstellen zeigt sich der vesikuläre Lupus beim Hund?
Die Läsionen finden sich vor allem in den wenig behaarten Bereichen des Bauches, in den Achselhöhlen und in der Leistengegend. Weiterhin sind die konkaven, also der Innenseite zugewandten Flächen der Ohrmuscheln und die perimukosalen Bereiche (Übergänge zur Schleimhaut) betroffen. Sekundäre bakterielle Infektionen der veränderten Haut sind häufig.
Wie wird der vesikuläre Lupus beim Hund diagnostiziert?
Die Läsionen zeigen eine typische Lupus-Histopathologie, also ein charakteristisches feingewebliches Bild: eine lymphozytäre Interface-Dermatitis mit ausgeprägter Vakuolisierung der Basalzellen, die zur Apoptose (dem programmierten Zelltod) führt und Hautablösungen und Bläschen verursacht. Die direkte Immunfluoreszenz liefert Hinweise auf ein Lupusgeschehen mit IgG-Ablagerungen um Blutgefäße und in Basalzellen; im Serum der meisten betroffenen Hunde finden sich zudem antinukleäre Antikörper (ANA) sowie Antikörper gegen Kollagen Typ VII.
Wie wird der vesikuläre Lupus beim Hund behandelt?
Die Tiere sprechen in der Regel auf eine Behandlung mit Glukokortikoiden (cortisonartigen Entzündungshemmern) und Cyclosporin, einem Immunsuppressivum, an. Soweit möglich sollte UV-Strahlung vermieden werden; zusätzlich wird die Nutzung von Sonnenschutzmitteln angeraten. Ergänzend sollte eine immunologische Behandlung geprüft werden.