Demenz beim Hund – was kann ich tun?

Bei der Demenz des Hundes — fachlich als kognitives Dysfunktionssyndrom bezeichnet — handelt es sich um einen altersbedingten Abbau der Gehirnleistung. Viele Halter beschreiben es so: Der Hund steht manchmal verloren in der Wohnung oder draußen herum, als wüsste er sich nicht mehr zu orientieren. Auch unruhiges, oft ständiges nächtliches Umherwandern wird berichtet. Die Parallele zur Alzheimer-Erkrankung des Menschen, die sich dabei aufdrängt, ist nicht ganz falsch: Auch beim Hund geht es um Gedächtnis, Orientierung und Wahrnehmung der eigenen Umwelt.

Anzeichen

Beobachtet werden bei betroffenen Hunden vor allem:

  • Orientierungslosigkeit, auch in der vertrauten Wohnung
  • nächtliches Umherwandern und ein erheblich gestörter Schlaf-Wach-Rhythmus
  • weniger Reaktion auf Artgenossen und auf den Menschen
  • Rückzug, Teilnahmslosigkeit oder umgekehrt Unruhe
  • Verlernen von Gewohntem, etwa der Stubenreinheit

Zeigt ein älterer Hund solche Veränderungen, sollte der Haustierarzt einbezogen werden. Nicht jede Verwirrtheit ist eine Demenz: Auch Schmerzen, nachlassendes Seh- und Hörvermögen, Erkrankungen der Nieren oder der Leber sowie Stoffwechselstörungen können ähnlich aussehen und müssen zuerst ausgeschlossen werden.

Wie häufig ist Demenz beim Hund?

Im Alter von etwa 12 Jahren zeigt fast jeder dritte Hund mindestens eines der typischen Symptome, im Alter von 15 Jahren schon jeder zweite. Bei Katzen werden ähnlich häufige Erkrankungszahlen beobachtet — beschrieben ist das unter Demenz bei Katzen. Demenz ist damit keine Ausnahme, sondern eine der häufigsten Alterserscheinungen überhaupt.

Ursache

Mit zunehmendem Alter kommt es zu einer verminderten Produktion von Dopamin. Dieser Botenstoff ist für das Erinnerungsvermögen verantwortlich, sozusagen für die Datenübertragung zwischen den Nervenzellen. Was Besitzer häufig für Altersstarrsinn halten, ist in Wirklichkeit diese Veränderung im Stoffwechsel — der Hund will nicht anders, er kann nicht mehr anders.

Bewegung und sichere Umgebung

Auch bei bestehenden gesundheitlichen Problemen an Herz oder Gelenken sollte auf ausreichende körperliche Aktivität geachtet werden. Dazu gehört zunächst, die häusliche Umgebung zu prüfen: rutschfeste Böden und leicht erreichbare Liegeplätze nehmen dem unsicheren Hund viel Stress. Langsame Spaziergänge, Schwimmen und Wassertherapie eignen sich gut für Hunde, ebenso Massagen und Physiotherapie.

Ist die körperliche Aktivität eingeschränkt, bleiben Spaziergänge dennoch wichtig für die Stimulation. Gegebenenfalls helfen Tragehilfen oder ein Transportwagen, damit die Anregung durch Umgebung und Sozialkontakte erhalten bleibt. Mehr dazu unter Bewegung ist wichtig – auch für unsere kranken Tiere.

Geistiges Training und Unterhaltung

Regelmäßiges Training ist der wirksamste Teil dessen, was Sie selbst tun können: sportlich mögliche Herausforderungen ebenso wie Denksportaufgaben. Schon Einkaufstüten oder getragene Kleidung sind ein interessanter Wechsel im täglichen Ablauf und werden auf mitgebrachte Gerüche untersucht. Auch Sehreize wirken stimulierend, etwa Filme mit Artgenossen.

Interessanterweise gibt es Hinweise, dass Spiele auf dem Tablet nicht nur junge Hunde anregen, sondern gerade älteren, bewegungseingeschränkten Tieren eine positive Stimulation ermöglichen. Das gemeinsame Üben hat noch einen zweiten Effekt: Es festigt das Band zwischen Mensch und Tier in einer Zeit, in der sich vieles verändert.

Ernährung

Ältere Hunde sollten altersgemäß ernährt werden. Aus ernährungswissenschaftlicher Sicht zählen Hunde bereits ab einem Alter von 6 bis 8 Jahren zu dieser Gruppe. Speziell zusammengesetzte Seniorenfutter berücksichtigen die veränderten Erfordernisse; aktuelle Forschungsergebnisse haben zudem die Entwicklung von Futtermitteln gefördert, die gezielt auf die Gehirnalterung ausgerichtet sind. Welches Futter und welche altersgemäßen Zusatzstoffe für Ihren Hund passen, bespricht der Tierarzt anhand der Vorerkrankungen.

Behandlung durch den Tierarzt

Bei beginnenden Symptomen kann zunächst mit Pheromonen im Wohnbereich gearbeitet werden. Die darin enthaltenen Stoffe nehmen Angst und mindern Aggressionen — bei Hunden werden dafür Verdampfer mit einem hundespezifischen Beruhigungspheromon eingesetzt.

Lassen sich die Demenzerscheinungen durch Fütterungsmaßnahmen und Alltagsgestaltung nicht unter Kontrolle halten, sollte der Haustierarzt aufgesucht werden. Er kann in vielen Fällen mit weiteren Arzneimitteln helfen, etwa mit durchblutungsfördernden Präparaten, und wird zugleich die Organe im Blick behalten, die im Alter mitleiden.

Ziel all dieser Maßnahmen ist es, die Lebensqualität Ihres Hundes zu erhalten — damit die gemeinsame Zeit länger gut bleibt und das Einschläfern nach Möglichkeit vermieden werden kann. Wenn Sie unsicher sind, wie es Ihrem Hund wirklich geht, hilft ein einfaches Tagebuch: Notieren Sie über zwei Wochen, wie er schläft, frisst, sich orientiert und auf Sie reagiert. Das gibt Ihnen und Ihrem Tierarzt ein klareres Bild als jede Einzelbeobachtung.

Häufige Fragen

Wie erkenne ich Demenz bei meinem Hund?

Betroffene Hunde stehen manchmal verloren in der Wohnung oder draußen herum, als könnten sie sich nicht orientieren. Typisch sind außerdem nächtliches Umherwandern, ein erheblich gestörter Schlaf-Wach-Rhythmus, weniger Reaktion auf Artgenossen und Menschen sowie das Verlernen von Gewohntem, etwa der Stubenreinheit.

Wie häufig ist Demenz beim Hund?

Im Alter von etwa 12 Jahren zeigt fast jeder dritte Hund mindestens eines der typischen Symptome, im Alter von 15 Jahren schon jeder zweite. Bei Katzen werden ähnlich häufige Erkrankungszahlen beobachtet.

Ist jede Verwirrtheit beim alten Hund gleich Demenz?

Nein. Auch Schmerzen, nachlassendes Seh- und Hörvermögen, Erkrankungen der Nieren oder der Leber sowie Stoffwechselstörungen können ähnlich aussehen. Diese Ursachen sollten zuerst ausgeschlossen werden, bevor die Veränderungen dem Alter zugeschrieben werden.

Was ist die Ursache für Demenz beim Hund?

Mit zunehmendem Alter kommt es zu einer verminderten Produktion des Botenstoffs Dopamin, der für das Erinnerungsvermögen — sozusagen die Datenübertragung zwischen den Nervenzellen — verantwortlich ist. Was viele Besitzer für Altersstarrsinn halten, ist in Wirklichkeit diese Veränderung im Stoffwechsel.

Was kann ich selbst tun, um meinem dementen Hund zu helfen?

Wichtig sind ausreichende Bewegung und eine sichere Umgebung mit rutschfesten Böden und leicht erreichbaren Liegeplätzen, dazu regelmäßiges Training — sportlich mögliche Herausforderungen ebenso wie Denksportaufgaben. Schon Einkaufstüten oder getragene Kleidung sind ein interessanter Wechsel; auch Sehreize wie Filme mit Artgenossen wirken stimulierend. Das gemeinsame Üben festigt zugleich das Band zwischen Mensch und Tier.

Welche Rolle spielt die Ernährung bei Demenz?

Ältere Hunde sollten altersgemäß ernährt werden; aus ernährungswissenschaftlicher Sicht zählen Hunde bereits ab einem Alter von 6 bis 8 Jahren zu dieser Gruppe. Speziell zusammengesetzte Seniorenfutter berücksichtigen die veränderten Erfordernisse; aktuelle Forschungsergebnisse haben zudem Futtermittel hervorgebracht, die gezielt auf die Gehirnalterung ausgerichtet sind.

Wann sollte ich mit meinem dementen Hund zum Tierarzt?

Wenn sich die Demenzerscheinungen durch Fütterung und Alltagsgestaltung nicht unter Kontrolle halten lassen. Der Haustierarzt kann in vielen Fällen mit weiteren Arzneimitteln helfen, etwa mit durchblutungsfördernden Präparaten, und behält zugleich die Organe im Blick, die im Alter mitleiden. Ziel ist, die Lebensqualität zu erhalten, sodass ein Einschläfern nach Möglichkeit vermieden werden kann.

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