Die immun-mediierte hämolytische Anämie der Katzen

Die immun-mediierte hämolytische Anämie ist bei Katzen eine selten auftretende Erkrankung. Sie tritt hauptsächlich bei jungen Hauskatzen auf. Es wurden sowohl primäre als auch sekundäre Erkrankungen gefunden. Bei der primären Erkrankung entwickeln die Katzen eine regenerative Anämie. Sphärozytose kann bei Katzen mit dieser Anämie schwer zu erkennen sein (da normale Erythrozyten bei Katzen keine zentrale Blässe aufweisen). Autoagglutination tritt häufig auf, aber auch falsch-positive Reaktionen aufgrund erhöhter Fibrinogen- oder Immunglobulinspiegel sind häufig.

Einen Überblick zu Ursachen, Labordiagnostik und Transfusion bei der Anämie der Katze allgemein bietet die entsprechende Fachseite.

Pankreatitis und Anämie in einem engen Zusammenhang

Es besteht ein signifikanter Zusammenhang zwischen immun-mediierter hämolytischer Anämie und Pankreatitis bei Katzen. Die Gründe dafür sind unbekannt. Möglicherweise verursacht die eine Krankheit die Entstehung der anderen. Eine andere Möglichkeit wäre, dass sie eine ähnliche Pathogenese haben. Eine IgM-vermittelte Kälteagglutinin-Krankheit ist ebenfalls bei Katzen beschrieben worden. Sie kann zu ischämischen Nekrosen der Extremitäten führen.

Unterschiedlich häufiges Auftreten der immun-mediierten Anämieformen bei Katzen

Die primäre Form der Erkrankung wird bei Katzen häufiger gefunden als die sekundäre. Bei Katzen mit Verdacht auf sekundäre Krankheitserscheinungen sind Krebserkrankungen wie Lymphome die häufigsten Auslöser. Darüber hinaus können bestimmte Medikamente, aber zum Beispiel auch entzündliche Erkrankungen, der immun-mediierten Anämie zugrunde liegen. Im Gegensatz zu früheren Untersuchungen werden durch das Katzenleukämievirus oder Mykoplasmen ausgelöste Krankheiten inzwischen selten gefunden. Zu bedenken ist auch, dass Primärerkrankungen oft auch eine unbekannte Ursache haben können. Das ist der Grund, warum die Diagnose ausschließlich durch Ausschluss gestellt werden muss.

Behandlung der immun-mediierten Anämie bei Katzen

Die Primärerkrankung wird mit immunsuppressiven Kortikosteroiden behandelt. Interessanterweise hat die Erkrankung bei Katzen eine günstigere Prognose als bei Hunden. Bitte sprechen Sie uns an, wenn Sie Informationen zu einer immunologischen Behandlung Ihrer Katze bei dieser Erkrankungsform erhalten möchten.

Quelle: Tizard IR (2023): Feline IMHA in: Autoimmune Diseases in Domestic Animals, Elsevier, St. Louis, MO, 139

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Häufige Fragen

Wie häufig ist die immun-mediierte hämolytische Anämie bei Katzen?

Bei Katzen ist die immun-mediierte hämolytische Anämie (ein Zerfall roter Blutkörperchen durch das eigene Immunsystem) eine selten auftretende Erkrankung. Sie betrifft hauptsächlich junge Hauskatzen. Die primäre Form, also die ohne erkennbare Grunderkrankung, wird dabei häufiger gefunden als die sekundäre.

Welche Ursachen hat die sekundäre immun-mediierte hämolytische Anämie bei Katzen?

Bei Verdacht auf eine sekundäre Form sind Krebserkrankungen wie Lymphome (Tumoren des lymphatischen Systems) die häufigsten Auslöser. Daneben können bestimmte Medikamente oder entzündliche Erkrankungen zugrunde liegen. Durch das Katzenleukämievirus oder Mykoplasmen ausgelöste Erkrankungen werden – anders als in früheren Untersuchungen – inzwischen selten gefunden.

Gibt es einen Zusammenhang zwischen der Anämie und einer Pankreatitis bei Katzen?

Es besteht ein signifikanter Zusammenhang zwischen der immun-mediierten hämolytischen Anämie und der Pankreatitis (Entzündung der Bauchspeicheldrüse) bei Katzen. Die Gründe dafür sind bisher unbekannt. Möglicherweise verursacht die eine Erkrankung die Entstehung der anderen, oder beide haben eine ähnliche Pathogenese, also einen ähnlichen Entstehungsmechanismus.

Wie wird die immun-mediierte hämolytische Anämie bei der Katze diagnostiziert?

Die Diagnose muss ausschließlich durch Ausschluss anderer Ursachen gestellt werden, unter anderem weil auch primäre Erkrankungen oft eine unbekannte Ursache haben. Eine Sphärozytose (kugelförmig veränderte rote Blutkörperchen) ist bei Katzen schwer zu erkennen, da normale Katzen-Erythrozyten keine zentrale Blässe aufweisen. Eine Autoagglutination, also das Verklumpen der roten Blutkörperchen, tritt häufig auf, allerdings sind auch falsch-positive Reaktionen durch erhöhte Fibrinogen- oder Immunglobulinspiegel häufig.

Wie wird die immun-mediierte hämolytische Anämie bei Katzen behandelt und wie ist die Prognose?

Die primäre Form wird in der Regel mit immunsuppressiven Kortikosteroiden behandelt, also mit Kortisonpräparaten, die die überschießende Immunreaktion dämpfen. Interessanterweise hat die Erkrankung bei Katzen eine günstigere Prognose als bei Hunden.

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