Alternative zur Chemotherapie bei Ihrem Hund
Wird bei Ihrem Hund Krebs festgestellt, erscheint eine Behandlung wie die Chemotherapie oft als einziger Ausweg. Mit der dendritischen Zelltherapie, einer Immuntherapie, steht eine schonende Alternative zur klassischen Chemotherapie zur Verfügung. Besonders großen Wert legen wir dabei auf die Verbesserung der Lebensqualität — und auch die Lebenserwartung lässt sich durch die Immuntherapie erhöhen.
Aus vielen Gesprächen mit betroffenen Hundebesitzern wissen wir: Die Lebensqualität während der Behandlung ist das wichtigste Kriterium für die Entscheidung. Die meisten Halter möchten ihrem Hund eine gute Zeit ermöglichen und noch möglichst viel gemeinsame Zeit haben — nicht, dass er leidet.
Dendritische Zelltherapie: die Stärkung des Immunsystems
Im Gegensatz zur Chemotherapie greift diese Behandlungsmethode das Immunsystem Ihres Hundes nicht an, sondern stärkt es. Aus körpereigenen Blutzellen werden dendritische Zellen kultiviert, die Ihrem Vierbeiner später mit einer Injektion wieder verabreicht werden. So wird das Immunsystem in die Lage versetzt, die Tumorzellen ausfindig zu machen und ihre Zerstörung anzuregen.
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Giftstoffe in Chemotherapeutika
Die Beeinträchtigung der Lebensqualität ist nur einer von mehreren Gründen, weshalb die Chemotherapie nicht immer die beste Wahl ist. Chemotherapeutika, also Zytostatika, können mutagene, teratogene und/oder kanzerogene — das heißt krebserregende — Wirkungen haben und sind damit auch für Menschen gefährlich. Diese Giftstoffe finden sich im Kot, Urin und Erbrochenen des Patienten und gelangen so in Ihr häusliches Umfeld. Mit Handschuhen können Sie sich davor nur bedingt schützen.
Mit Kindern im Haushalt oder in der Schwangerschaft sollten Sie deshalb zum Schutz Ihrer eigenen Gesundheit auf eine Chemotherapie bei Ihrem Tier verzichten. In einigen Fällen müssen die Patienten sogar für mehrere Wochen stationär aufgenommen werden, damit die giftigen Substanzen nicht in die Umwelt gelangen — und dennoch kann es passieren, dass die Ausscheidungen trotz Quarantäne noch belastet sind.
Die dendritische Zelltherapie wird dagegen aus Zellen Ihres eigenen Hundes hergestellt. Diese im Labor aufbereiteten Zellen stellen keine Gefahr für Sie oder Ihre Umwelt dar.
Nebenwirkungen im Vergleich
Jedes Medikament kann Nebenwirkungen haben. Hunde mit einem Tumor sind häufig schon geschwächt, weshalb umso genauer darauf zu achten ist, was das Tier verträgt.
Bei der Chemotherapie können Erbrechen, Durchfall oder eine Extravasation auftreten. Das Erbrechen folgt mitunter erst zwei bis fünf Tage verzögert nach der Gabe. Durchfall entsteht als Folge einer Schädigung der Darmschleimhäute und beeinträchtigt das Allgemeinbefinden. Von einer Extravasation spricht man, wenn das Chemotherapeutikum bei der intravenösen Gabe versehentlich nicht in die Vene, sondern daneben gelangt: Das kann zu einer Schädigung des Gewebes bis hin zur Gewebsnekrose, also dem Absterben von Gewebe, führen und starke Schmerzen verursachen. In extremen Fällen muss das betroffene Gewebe entfernt werden. Eine ausführliche Übersicht finden Sie auf unserer Seite zu den Nebenwirkungen der Chemotherapie.
Eine 2019 veröffentlichte Studie zeigt zudem, dass zwischen 4 % und 15 % der Hunde, die eine Chemotherapie erhalten haben, eine Herzerkrankung entwickelten. Um die Nebenwirkungen zu behandeln, müssen häufig weitere Medikamente gegeben werden — das verursacht zusätzliche Probleme und Kosten.
Die dendritische Zelltherapie ruft dagegen kaum Nebenwirkungen hervor. Einige Tage nach der Injektion kann es zu leichtem Fieber, Schüttelfrost oder Erschöpfungserscheinungen kommen. Diese Reaktionen dürfen Sie als gutes Zeichen werten: Sie zeigen, dass das Immunsystem Ihres Hundes auf die Behandlung anspricht. Unsere Erfahrung zeigt, dass die Reaktion wenige Stunden nach der Injektion bis zum zweiten Tag zu beobachten ist.
Im Anschluss an die Therapie können in vielen Fällen auch die starken, vernebelnden Medikamente weggelassen werden, da es in der Regel weder Schmerzen noch Nebenwirkungen zu bekämpfen gilt. So verringert sich der Stress für Ihren Liebling nicht nur während, sondern auch nach der Behandlung.
Aufwand und Stress
Nicht alle Tierarztpraxen oder Tierkliniken bieten eine Chemotherapie an. Für Sie bedeutet der Besuch einer spezialisierten Praxis zusätzlichen Zeitaufwand, für den Patienten zusätzlichen Stress in einer ungewohnten Umgebung.
Die dendritische Zelltherapie kann direkt vor Ort von Ihrem Haustierarzt durchgeführt werden. Das reduziert den Zeitaufwand für Sie und den Stress für Ihren Hund — und hat den Vorteil, dass Sie Ihren Tierarzt bereits kennen und sich ganz auf Ihr Tier konzentrieren können. Ein stationärer Aufenthalt in einer Tierklinik ist nicht nötig.
Dendritische Zelltherapie und Chemotherapie im Überblick
| Immuntherapie mit dendritischen Zellen | Chemotherapie | |
| Giftstoffe, potenziell gefährlich für Sie | Enthält keine für Patient, Familie oder Tierarzt gefährlichen Stoffe | Enthält giftige Stoffe, die auch krebserregend sein können; sie gelangen über Kot, Urin und Erbrochenes in Ihr Umfeld |
| Nebenwirkungen | Kaum Nebenwirkungen | Teilweise starke Nebenwirkungen wie Erbrechen, Durchfall, schlechteres Allgemeinbefinden, Extravasation |
| Zusätzliche Medikation | Gering; meistens kann der Bedarf an zusätzlichen Medikamenten reduziert werden | Hoch; häufig sind weitere Medikamente gegen die Nebenwirkungen nötig |
| Behandlung beim Haustierarzt | Ja, im gewohnten Umfeld möglich | Nein, Behandlung beim Spezialisten nötig |
| Zeitaufwand | Keine zusätzlichen Fahrzeiten; ein Termin zur Blutentnahme, ein Termin zur Applikation | Zusätzliche Fahrzeiten und häufige Termine beim Spezialisten |
| Stress für Ihren Patienten | Gering, nur Blutentnahme und Applikation beim Haustierarzt | Hoch; Infusionen können Stunden in ungewohnter Umgebung dauern |
| Auswirkung auf das Immunsystem | Stimulierend, aufbauend | Suppressiv, unterdrückend |
| Behandlungsaufwand | Gemessen an Zeit, Stress, Belastung für den Patienten und Kosten hat die dendritische Zelltherapie einen geringeren Behandlungsaufwand als eine Chemotherapie. | |
Ob eine Chemotherapie bei Ihrem Hund überhaupt infrage kommt und bei welchen Tumorarten sie tatsächlich etwas bringt, lesen Sie auf unserer Seite Chemotherapie beim Hund: sinnvoll oder nicht?
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Häufige Fragen
Gibt es eine Alternative zur Chemotherapie beim Hund?
Ja, mit der dendritischen Zelltherapie steht eine Immuntherapie als Alternative zur klassischen Chemotherapie zur Verfügung. Im Gegensatz zur Chemotherapie greift sie das Immunsystem nicht an, sondern stärkt es; im Mittelpunkt stehen die Verbesserung der Lebensqualität und eine erhöhte Lebenserwartung. Sie enthält keine Giftstoffe und kann beim Haustierarzt durchgeführt werden, bei vergleichbaren Kosten.
Wie funktioniert die dendritische Zelltherapie beim Hund?
Aus körpereigenen Blutzellen des Hundes werden dendritische Zellen kultiviert, die dem Tier später per Injektion wieder verabreicht werden. Dadurch wird das Immunsystem gestärkt, macht die Tumorzellen ausfindig und regt ihre Zerstörung an.
Warum kann eine Chemotherapie beim Hund auch für die Familie riskant sein?
Chemotherapeutika (Zytostatika) können mutagene, teratogene und krebserregende Wirkungen haben. Die Giftstoffe finden sich im Kot, Urin und Erbrochenen des Patienten und gelangen so in das häusliche Umfeld; Handschuhe schützen davor nur bedingt. Mit Kindern im Haushalt oder in der Schwangerschaft sollte deshalb auf eine Chemotherapie beim Tier verzichtet werden.
Was ist eine Extravasation bei der Chemotherapie?
Von einer Extravasation spricht man, wenn das Chemotherapeutikum bei der intravenösen Gabe versehentlich nicht in die Vene, sondern daneben gelangt. Das kann zu einer Schädigung des Gewebes bis hin zur Gewebsnekrose führen und starke Schmerzen verursachen. In extremen Fällen muss das betroffene Gewebe entfernt werden.
Kann eine Chemotherapie das Herz meines Hundes schädigen?
Eine 2019 veröffentlichte Studie zeigt, dass zwischen 4 % und 15 % der Hunde, die eine Chemotherapie erhalten haben, eine Herzerkrankung entwickelten. Auch deshalb sollte die Verträglichkeit der Behandlung bei ohnehin geschwächten Tumorpatienten genau beobachtet werden.
Welche Nebenwirkungen hat die dendritische Zelltherapie beim Hund?
Die Therapie ruft in der Regel kaum Nebenwirkungen hervor. Einige Tage nach der Injektion kann es zu leichtem Fieber, Schüttelfrost und Erschöpfungserscheinungen kommen — das ist als Zeichen zu werten, dass das Immunsystem auf die Behandlung reagiert. Die Reaktion ist meist wenige Stunden nach der Injektion bis zum zweiten Tag zu beobachten.
Muss ich für die dendritische Zelltherapie mit meinem Hund in eine Spezialklinik fahren?
In der Regel nicht. Die Behandlung kann beim eigenen Tierarzt oder einem Experten in der Nähe durchgeführt werden, lange Fahrten zu einem Spezialisten entfallen damit meist. Ein stationärer Aufenthalt ist nicht nötig, was die Belastung für Tier und Halter deutlich verringert.