Tumorerkrankung
Hautkrebs beim Hund
Bei Hautkrebs beim Hund handelt es sich um bösartige Tumoren der drei Hautschichten und des darunterliegenden Gewebes. Tumoren der Haut und Unterhaut sind die häufigsten Tumoren beim Hund, denn die Haut ist als Barriere des Körpers ständig UV-Strahlung, Chemikalien und Abgasen ausgesetzt. Je nach Untersuchung sind etwa 20 bis 30 Prozent dieser Tumoren bösartig — nicht jeder Knoten ist also Krebs, aber jeder Knoten, der bleibt, gehört abgeklärt.
Was ist Hautkrebs?
Als Hautkrebs beim Hund werden bösartige Zubildungen der drei Hautschichten angesehen. Dabei sind viele verschiedene Tumorarten auf der Haut und in der Unterhaut bekannt, gutartige wie bösartige. Im Alltag werden die Begriffe oft vermischt: „Hauttumor“ bezeichnet jede Geschwulst der Haut, unabhängig von ihrem Verhalten, „Hautkrebs“ nur die bösartigen Formen. Ob ein Hauttumor gut- oder bösartig ist, lässt sich jedoch erst durch die Untersuchung der Zellen sicher feststellen.
Leider wird die Bösartigkeit vieler Zubildungen von Besitzern unterschätzt. Außerdem ist die Erkennung von Hautveränderungen durch das dichte Haarkleid schwierig. Auch kleine Verdickungen und Entzündungen der Haut sollten deshalb gut unter Beobachtung gehalten und frühzeitig beim Tierarzt zur Untersuchung vorgestellt werden. Dazu gehört beispielsweise, dass man sich Notizen über die Veränderungen in Lage, Größe und Aussehen der Hautveränderung macht.
Die häufigsten Hauttumoren beim Hund
Aus dem Zusammenführen von 10 Studien mit insgesamt 8.903 Hauttumoren bei Hunden ergab sich folgende Verteilung (Hauck und Oblak 2020). Die Spalte „Verhalten“ gibt an, wie sich die jeweilige Tumorart in der Regel verhält — im Einzelfall entscheidet der Laborbefund.
| Tumorart | Anteil in % | Verhalten |
|---|---|---|
| Mastzelltumor | 16,8 | stets potenziell bösartig |
| Lipom | 8,5 | gutartig |
| Histiozytom | 8,4 | gutartig |
| Perianales Adenom | 7,8 | gutartig |
| Talgdrüsenhyperplasie/-adenom | 6,5 | gutartig |
| Plattenepithelkarzinom | 6,0 | bösartig |
| Melanom | 5,6 | je nach Lage gut- oder bösartig |
| Fibrosarkom | 5,4 | bösartig |
| Basalzelltumor | 5,0 | überwiegend gutartig |
| Peripherer Nervenscheidentumor | 4,3 | bösartig |
| Papillom | 2,8 | gutartig |
| Schweißdrüsenadenokarzinom | 1,1 | bösartig |
| Talgdrüsenkarzinom | 0,5 | bösartig |
| Verschiedene Tumorarten | 21,3 | unterschiedlich |
Damit wird deutlich: Der häufigste Hauttumor des Hundes, der Mastzelltumor, ist zugleich ein Tumor, der nie als harmlos gelten darf. Umgekehrt sind Lipome und Histiozytome häufig und meist harmlos — das Histiozytom tritt vor allem bei jungen Hunden auf und bildet sich oft von selbst zurück. Es ist nicht mit der malignen Histiozytose zu verwechseln, einer seltenen, hochgradig bösartigen Erkrankung.
Hautkrebs beim Hund erkennen
Die verschiedenen Hautschichten (Epidermis, Dermis und Subkutis, also Oberhaut, Lederhaut und Unterhaut) können vom Tumorgeschehen betroffen sein, ebenso das darunterliegende Muskelgewebe. Meist ist es der Besitzer, der Auffälligkeiten bei der Haut- und Haarpflege bemerkt. Zunächst wird man äußere Ursachen — Verletzung, Biss, Prellung, Bluterguss — für die Veränderung suchen und ausschließen.
Die Gefahr, dass der Krebs auf der Haut zunächst als eine Verletzung aus dem Alltag abgetan wird, ist sehr groß. Denn häufig tritt der Krebs scheinbar in Form einer Verletzung auf. Auffällig ist, dass die Verletzung nicht zu verheilen scheint und immer wieder zu bluten beginnt. Aufgrund des Juckreizes kann es auch sein, dass der Hund die Stelle immer wieder aufkratzt, wodurch es zu einer zusätzlichen bakteriellen Infektion kommen kann.
Typische örtliche Anzeichen für Hautkrebs beim Hund sind:
- ein Knoten oder Knubbel in oder unter der Haut, einzeln oder an mehreren Stellen
- eine Wunde, die nicht abheilt und immer wieder blutet
- Rötungen, Schwellungen und Verhärtungen
- Juckreiz an einer umschriebenen Stelle
- Flecken auf der Haut und Fellausfall
- ein „Muttermal“, das Farbe, Größe oder Form verändert
Die betroffenen Stellen sind in der Regel gut zu ertasten. Bösartige Hauttumoren finden sich häufig an den Gliedmaßen, also an Beinen und Pfoten, daneben am Rumpf, am Bauch, am Hals und am Kopf; auch der Gehörgang kann betroffen sein.
Zwei Eigenschaften machen die Beurteilung tückisch. Zum einen sagt die Schnelligkeit des Wachstums nichts Sicheres über die Gut- oder Bösartigkeit aus: Bösartige Hauttumoren wachsen zwar häufiger schnell als gutartige, sie können jedoch auch sehr langsam wachsen. Zum anderen können manche Veränderungen zwischenzeitlich kleiner werden oder scheinbar verschwinden — beim Mastzelltumor etwa ist ein Anschwellen und Abschwellen typisch. Ein Knoten, der bestehen bleibt oder wiederkommt, sollte deshalb nicht abgewartet, sondern untersucht werden.
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Wie sieht Hautkrebs beim Hund aus?
Ein einheitliches Erscheinungsbild gibt es nicht, weil sich hinter dem Begriff viele verschiedene Tumorarten verbergen. Einige Merkmale helfen bei der ersten Einordnung, ersetzen aber keine Untersuchung:
- Mastzelltumor: Er kann nahezu jedes Aussehen annehmen — von einem weichen, lipomähnlichen Knoten bis zu einer geröteten, haarlosen oder geschwürigen Stelle; typisch ist das wechselnde An- und Abschwellen.
- Melanom: meist ein dunkler, schwarzbrauner Knoten, mitunter aber auch unpigmentiert. Melanome der behaarten Haut sind überwiegend gutartig, Melanome an Lefzen, Zehen, Krallenbett und in der Maulhöhle überwiegend bösartig.
- Plattenepithelkarzinom: oft eine krustige, blumenkohlartige oder geschwürige Veränderung, die nicht abheilt, bevorzugt an wenig pigmentierter, spärlich behaarter Haut sowie an den Zehen.
- Weichteilsarkome wie Fibrosarkom oder Spindelzelltumor: derbe, oft gut abgrenzbar wirkende Knoten in der Unterhaut, die jedoch mit feinen Ausläufern in das umgebende Gewebe wachsen.
- Histiozytom: ein kleiner, runder, haarloser und oft geröteter Knoten, typischerweise bei jungen Hunden an Kopf, Ohren oder Gliedmaßen — gutartig.
- Lipom: ein weicher, verschieblicher Knoten in der Unterhaut, vor allem bei älteren Hunden — gutartig, aber vom Liposarkom und vom weichen Mastzelltumor nur durch eine Zellprobe sicher zu unterscheiden.
Weitere Formen sind der Basalzelltumor und die Tumoren der Haaranlagen; einen Überblick über warzen- und knotenartige Veränderungen gibt die Seite zur Hautwucherung beim Hund.
Anzeichen, wenn der Hautkrebs gestreut hat
Hat ein bösartiger Hauttumor bereits Metastasen gebildet, also Tochtergeschwülste in anderen Organen, kommen häufig Allgemeinsymptome hinzu. Diese sind unspezifisch und hängen davon ab, welches Organ betroffen ist:
- Mattigkeit und apathisches Verhalten
- Appetitlosigkeit und Gewichtsverlust
- geschwollene Lymphknoten
- (chronischer) Husten und erschwerte Atmung bei Metastasen in der Lunge
- Blutungen und gestörte Wundheilung
Eine Besonderheit ist der Mastzelltumor: Er kann Histamin und andere Botenstoffe freisetzen, die Magen- und Darmgeschwüre begünstigen. Erbrechen, auch mit Blut, sowie dunkler bis schwarzer Kot (Teerstuhl) können dann Folge des Hauttumors sein, ohne dass innere Organe von Metastasen befallen sind. Bei anhaltenden Allgemeinsymptomen sollte der Tierarzt deshalb auch dann aufgesucht werden, wenn ein Zusammenhang mit einer Hautveränderung nicht ersichtlich ist.
Entstehung von Hautkrebs beim Hund
Da die Haut des Hundes als Barriere des Körpers sehr vielen Umwelteinflüssen mit Krebswirkung ausgesetzt ist — Krankheitserreger, Chemikalien, UV-Strahlung —, hat sie mit die höchste Tumorrate aller Organe. Die Entstehung wird durch unterschiedliche Außenfaktoren (Karzinogene, also krebsauslösende Stoffe) beeinflusst, die die Schutzbarriere Haut attackieren.
Beispielsweise wird die Bildung von Krebszellen auf der Haut durch die UV-Strahlung des Sonnenlichts sowie durch Abgase gefördert. Gerade im Sommer lohnt es sich deshalb, die pralle Mittagssonne zu meiden und die Auswirkungen von Hitze auf den Hund im Blick zu behalten; besonders gefährdet sind hell pigmentierte, kurz- oder spärlich behaarte Hautstellen. Auch andere Umweltgifte können für die Entstehung verantwortlich sein. Neben den Umweltfaktoren, die sich in der Regel nicht vermeiden lassen, kann sich ein Auslöser direkt bei Ihnen zu Hause befinden: der Zigarettenrauch. Auch dadurch kann es bei Hunden zu Krebserkrankungen kommen, weshalb in Gegenwart des Hundes nicht geraucht werden sollte.
Eine wichtige Komponente bei der Entstehung von Hauttumoren ist aber auch eine genetische Neigung zu bestimmten Tumorbildungen.
Diagnose
Bitte warten Sie nicht zu lange, um die beobachtete Hautveränderung bei Ihrem Tierarzt vorzustellen. Dort wird über die notwendigen Diagnoseschritte gemeinsam entschieden:
- Zytologie: Eine Zytologie ist eine kleine Zellprobe, meist mit einer feinen Nadel entnommen, die ein Spezialist untersucht, um festzustellen, ob es sich bei der Veränderung um Hautkrebs handelt.
- Biopsie: Eine Biopsie ist eine größere Gewebeprobe als eine Zytologie und bietet damit eine höhere Sicherheit bei der Diagnose. Da mehr Zellen zur Verfügung stehen, kann der Spezialist eine sicherere Aussage treffen. Dies kann auch die Untersuchung des gesamten Tumors nach der chirurgischen Entfernung sein.
- Untersuchung der Lymphknoten: Besteht Tumorverdacht, sollten auch die Lymphknoten in der Region untersucht werden. Eine Gewebeprobe aus verdächtigen Lymphknoten kann ein Hinweis auf eine Metastasierung sein.
- Röntgenbild und Ultraschalluntersuchung: Für eine genaue Beurteilung der Tumorausbreitung kann eine Untersuchung mit diesen Methoden sinnvoll sein. Weitergehend kann auch an eine CT-Untersuchung gedacht werden, die gegebenenfalls noch genauere Befunde liefert.
Verlauf einer Hauttumorerkrankung beim Hund
Nach der Diagnosestellung muss nach den unterschiedlichen Tumorarten und ihrer Bösartigkeit unterschieden werden:
- Tumoren der Oberhaut (Plattenepithelkarzinom, Papillom, Basalzelltumoren), aber auch Tumoren der Haaranlagen und der Hautdrüsen zählen in diese Gruppe
- Weichteilsarkome (Hämangiosarkom, Hämangioperizytom, Lymphangiosarkom, Liposarkom, Leiomyosarkom, Rhabdomyosarkom, Fibrosarkom, Myxosarkom, Neurofibrosarkom und Synovialzellsarkom)
- Tumoren des Fettgewebes (Lipom, Liposarkom)
- Hämatopoetische Tumoren, also Tumoren des blutbildenden Systems (Mastzelltumoren, Histiozytom und Histiozytose, kutanes Lymphom)
- Melanozytäre Tumoren (Melanom)
Damit wird sichtbar, dass eine Vielzahl von Geweben der Haut zur Tumorbildung neigt und gut- wie bösartige Geschwülste bilden kann. Bei jedem Tumortyp sind unterschiedliche diagnostische Verfahren und darauffolgende Krankheitseinteilungen vorhanden. Diese werden genutzt, um die geeignete Behandlung und Nachbehandlung durchzuführen. Ziel muss es sein, bereits in einem einzigen Behandlungsgang eine Heilung des Krankheitsprozesses zu erreichen.
Viele Hauttumoren zeigen ein rekurrentes Verhalten, das heißt, sie können trotz Operation an derselben Stelle wiederkehren — vor allem dann, wenn sie nicht mit ausreichendem Sicherheitsabstand entfernt werden konnten. Bösartige Formen können sich außerdem über die Lymphbahnen oder das Blut in andere Organe, besonders in die Lunge, ausbreiten.
Hat mein Hund durch den Hautkrebs Schmerzen?
Ein kleiner, geschlossener Hauttumor tut dem Hund zunächst meist nicht weh. Schmerzen entstehen erst durch die Eigenschaften des Tumors, wenn dieser an Größe zunimmt: Er dehnt Haut und Unterhaut, drückt auf Nachbarstrukturen und löst in seiner Umgebung eine Entzündung aus. Bricht die Oberfläche auf (Ulzeration, also Geschwürbildung), liegt Gewebe frei, das nässt, blutet und bakteriell besiedelt wird — diese Form ist besonders schmerzhaft.
Woran Sie den Schmerz erkennen: Das Tier versucht in der Regel, dem Druck- und Entzündungsschmerz mit Kratzen und Lecken an der Stelle beizukommen. Dazu kommen die unspezifischen Zeichen chronischen Schmerzes — verändertes Liegeverhalten, Unruhe, Rückzug, Berührungsempfindlichkeit, verminderter Appetit.
Bei einem großen Tumorvolumen ist eine Schmerzbehandlung auf jeden Fall anzuraten. Genauso muss während und nach einer Operation an eine geeignete Schmerzausschaltung gedacht werden; sie verbessert die Erholung spürbar. Grundlagen dazu finden Sie unter Schmerzen bei Tumoren. Sie müssen nicht abwarten, ob Ihr Hund den Schmerz zeigt — im Zweifel wird ein Schmerzmittel verabreicht und beobachtet, ob sich sein Verhalten darunter bessert.
Behandlung des Hautkrebses beim Hund
Bei einem größeren Hautkrebs beim Hund mit dem Risiko für die Bildung von Metastasen kommen die folgenden Behandlungsmöglichkeiten in Frage. Vor allem die frühzeitige, großzügige chirurgische Entfernung des Tumors hat Vorrang. Hierdurch sollen ein Wiederauftreten oder die weitere Ausbreitung verhindert werden. Wichtig ist, dass wirklich alle Tumore zur Untersuchung ins Labor eingeschickt werden. Nichts ist für Beurteilung und Prognose schlechter als das Nichtwissen um das entnommene Gewebe — besonders bei einem Wiederauftreten ist dann nicht bekannt, womit man es zu tun hat.
Nach der Operation und der Diagnose im Labor, aber auch bei einem Hautkrebs, der nicht vollständig entfernt werden konnte und bei dem ein höheres Risiko für ein Wiederauftreten besteht, können folgende weitere Behandlungsmöglichkeiten in Frage kommen:
- Chemotherapie: Um zu verhindern, dass der Hautkrebs wieder auftritt, kann bei einigen Tumorarten eine Chemotherapie eingesetzt werden. Dies wird normalerweise in spezialisierten Praxen angeboten.
- Elektrochemotherapie: Eine immer weiter verbreitete Behandlung unter kurzer Sedation mit Elektroporation und der Gabe eines Chemotherapeutikums oder von Kalzium in den Bereich des Tumorgewebes.
- Photodynamische Therapie: Nutzung von laseraktiviertem Farbstoff, ebenfalls im sedierten Zustand, vor allem bei Plattenepithelkarzinomen.
- Strahlentherapie: Die lokale Bestrahlung des entsprechenden Gewebes kann dazu führen, dass vor Ort verbliebene Krebszellen zerstört werden. Die Strahlentherapie wird in spezialisierten Bestrahlungszentren durchgeführt und benötigt eine Sedation.
- Dendritische Zelltherapie: Die dendritische Zelltherapie kann helfen, eine Immunreaktion gegen die Krebszellen auszulösen, und damit ein Wiederauftreten verhindern. Sie kann bei Ihrem Haustierarzt durchgeführt werden und belastet das Tier deutlich weniger als Chemo- oder Strahlentherapie.
Prognose
Die Prognose bei Hauttumoren wird vor allem von folgenden Faktoren bestimmt:
- gut- oder bösartiges Gewebe und Tumortyp
- Ausbreitung in Haut und Umgebungsgewebe (Größe der Veränderung)
- Metastasierung in andere Organe oder Lymphknoten
- gutes chirurgisches Ergebnis (saubere Schnittränder)
Für Sie als Halter ist die Nachricht „Hautkrebs“ zunächst ein Schreck. Viele Hauttumoren lassen sich jedoch vollständig entfernen, wenn sie früh erkannt werden — das regelmäßige Abtasten Ihres Hundes ist deshalb der wichtigste Beitrag, den Sie selbst leisten können.
Quellen
- Kessler M, Gramer I (2022): Tumoren der Haut, in: Kessler M, Kleintieronkologie, 4. Aufl., Stuttgart, 310–344
- Hauck ML, Oblak ML (2020): Tumors of the Skin and Subcutaneous Tissues, in: Vail DM, Thamm DH, Liptak JM (Hrsg.), Withrow & MacEwen’s Small Animal Clinical Oncology, 6th Ed., St. Louis, MO, 352–366
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Häufige Fragen
Wie erkenne ich Hautkrebs bei meinem Hund?
Häufig sieht der Krebs zunächst wie eine Verletzung aus — auffällig ist, dass die Stelle nicht verheilt und immer wieder blutet. Weitere Anzeichen sind Knoten oder Knubbel, Rötungen, Schwellungen, Verhärtungen, Juckreiz, Flecken, Fellausfall oder ein „Muttermal“, das Farbe oder Form verändert. Weil das dichte Haarkleid vieles verdeckt, lohnt es sich, die Haut bei der Fellpflege regelmäßig abzutasten.
Ist jeder Knoten auf der Haut gleich Krebs?
Nein. Je nach Untersuchung sind etwa 20 bis 30 Prozent der Haut- und Unterhauttumoren beim Hund bösartig; häufige gutartige Veränderungen sind zum Beispiel Lipome (Fettgeschwülste) und Histiozytome. Ob ein Knoten gut- oder bösartig ist, lässt sich am Aussehen allein nicht sicher beurteilen — dafür braucht es eine Zytologie oder eine Biopsie (Gewebeprobe).
Welche Hauttumoren sind beim Hund am häufigsten?
In einer Zusammenfassung von 10 Studien mit insgesamt 8.903 Hauttumoren war der Mastzelltumor mit 16,8 % am häufigsten, gefolgt von Lipom (8,5 %) und Histiozytom (8,4 %). Zu den häufigeren bösartigen Formen zählen außerdem Plattenepithelkarzinom (6,0 %), Melanom (5,6 %) und Fibrosarkom (5,4 %).
Mein Hund hat einen langsam wachsenden Knoten – kann ich abwarten?
Die Wachstumsgeschwindigkeit sagt nichts Sicheres über Gut- oder Bösartigkeit aus. Bösartige Hauttumoren wachsen zwar häufiger schnell, können aber auch sehr langsam wachsen, und manche Veränderungen werden zwischenzeitlich sogar kleiner. Ein Knoten, der bestehen bleibt, sollte deshalb tierärztlich abgeklärt werden.
Hat mein Hund durch den Hautkrebs Schmerzen?
Ein kleiner, geschlossener Hauttumor tut zunächst meist nicht weh. Schmerzen entstehen, wenn der Tumor wächst, auf Nachbarstrukturen drückt und eine Entzündung auslöst — besonders schmerzhaft ist ein aufgebrochener, nässender Tumor. Bei großem Tumorvolumen sowie während und nach einer Operation ist eine Schmerzbehandlung anzuraten.
Wie wird Hautkrebs beim Hund behandelt und ist er heilbar?
Vorrang hat die frühzeitige, großzügige chirurgische Entfernung; jeder entfernte Tumor sollte im Labor untersucht werden. Je nach Befund folgen Chemotherapie, Elektrochemotherapie, photodynamische Therapie, Strahlentherapie oder die dendritische Zelltherapie, die eine Immunreaktion gegen verbliebene Krebszellen auslösen kann. Ziel ist die Heilung in einem Behandlungsgang — wie gut das gelingt, hängt vor allem von Tumortyp, Ausdehnung, Metastasen und sauberen Schnitträndern ab.