Tumorerkrankung

Hautkrebs beim Hund

Bei Hautkrebs beim Hund handelt es sich um bösartige Zubildungen der drei Hautschichten und des darunterliegenden Gewebes. Weil die Haut als Barriere des Körpers ständig UV-Strahlung, Chemikalien und Abgasen ausgesetzt ist, hat sie eine der höchsten Tumorraten aller Organe — jeder zweite Hund über zehn Jahre erkrankt daran.

Was ist Hautkrebs?

Als Hautkrebs beim Hund können jegliche Zubildungen der drei Hautschichten angesehen werden. Dabei sind viele verschiedene gut- und bösartige Tumorarten auf der Haut und in der Unterhaut bekannt.

Leider wird die Bösartigkeit vieler Zubildungen von Besitzern unterschätzt. Außerdem ist die Erkennung von Hautveränderungen durch das dichte Haarkleid schwierig. Auch kleine Verdickungen und Entzündungen der Haut sollten deshalb gut unter Beobachtung gehalten und frühzeitig beim Tierarzt zur Untersuchung vorgestellt werden. Dazu gehört beispielsweise, dass man sich Notizen über die Veränderungen in Lage, Größe und Aussehen der Hautveränderung macht.

Hautkrebs beim Hund erkennen

Die verschiedenen Hautschichten (Epidermis, Dermis und Subkutis, also Oberhaut, Lederhaut und Unterhaut) können vom Tumorgeschehen betroffen sein, ebenso das darunterliegende Muskelgewebe. Meist ist es der Besitzer, der Auffälligkeiten bei der Haut- und Haarpflege bemerkt. Zunächst wird man äußere Ursachen — Verletzung, Biss, Prellung, Bluterguss — für die Veränderung suchen und ausschließen.

Die Gefahr, dass der Krebs auf der Haut zunächst als eine Verletzung aus dem Alltag abgetan wird, ist sehr groß. Denn häufig tritt der Krebs scheinbar in Form einer Verletzung auf. Auffällig ist, dass die Verletzung nicht zu verheilen scheint und immer wieder zu bluten beginnt. Aufgrund des Juckreizes kann es auch sein, dass der Hund die Stelle immer wieder aufkratzt, wodurch es zu einer zusätzlichen bakteriellen Infektion kommen kann. In manchen Fällen macht sich die Erkrankung auch durch Flecken auf der Haut und Fellausfall bemerkbar.

Außerdem kann der Krebs auf der Haut in Form eines Knubbels oder mehrerer Knubbel auftreten, die in der Größe variieren können. Sollte Ihnen bei Ihrem Hund eine Veränderung auffallen, ist es wichtig, dass Sie schnell handeln und einen Tierarzt aufsuchen. Denn nur durch eine frühe Diagnose kann die Prognose Ihres Hundes positiv beeinflusst werden.

Entstehung von Hautkrebs beim Hund

Da die Haut des Hundes als Barriere des Körpers sehr vielen Umwelteinflüssen mit Krebswirkung ausgesetzt ist — Krankheitserreger, Chemikalien, UV-Strahlung —, hat sie mit die höchste Tumorrate aller Organe.

Mittlerweile zählt der Krebs auf der Haut zu den häufigsten Todesursachen bei Hunden. Jeder zweite Hund über 10 Jahre erkrankt an einem Hautkrebs. Die Entstehung wird durch unterschiedliche Außenfaktoren (Karzinogene) beeinflusst, die die Schutzbarriere Haut attackieren.

Beispielsweise wird die Bildung von Krebszellen auf der Haut durch die UV-Strahlung des Sonnenlichts sowie durch Abgase gefördert. Gerade im Sommer lohnt es sich deshalb, die pralle Mittagssonne zu meiden und die Auswirkungen von Hitze auf den Hund im Blick zu behalten. Auch andere Umweltgifte können für die Entstehung verantwortlich sein. Neben den Umweltfaktoren, die sich in der Regel nicht vermeiden lassen, kann sich ein Auslöser direkt bei Ihnen zu Hause befinden: der Zigarettenrauch. Auch dadurch kann es bei Hunden zu Krebserkrankungen kommen, weshalb in Gegenwart des Hundes nicht geraucht werden sollte.

Eine wichtige Komponente bei der Entstehung von Hauttumoren ist aber auch eine genetische Neigung zu bestimmten Tumorbildungen.

Schildern Sie uns den Fall Ihres Vierbeiners

Kostenlose Erstberatung bei Tumorerkrankungen durch unser tierärztliches Team — in der Regel innerhalb eines Werktages.

Mit * gekennzeichnete Felder sind Pflichtfelder.

Lieber direkt sprechen? 05522 9182582, Montag bis Freitag 08:30–17:00 Uhr.

Diagnose

Bitte warten Sie nicht zu lange, um die beobachtete Hautveränderung bei Ihrem Tierarzt vorzustellen. Dort wird über die notwendigen Diagnoseschritte gemeinsam entschieden:

  • Zytologie: Eine Zytologie ist eine kleine Gewebeprobe, die ein Spezialist untersucht, um festzustellen, ob es sich bei der Veränderung um Hautkrebs handelt.
  • Biopsie: Eine Biopsie ist eine größere Gewebeprobe als eine Zytologie und bietet damit eine höhere Sicherheit bei der Diagnose. Da mehr Zellen zur Verfügung stehen, kann der Spezialist eine sicherere Aussage treffen. Dies kann auch die Untersuchung des gesamten Tumors nach der chirurgischen Entfernung sein.
  • Untersuchung der Lymphknoten: Besteht Tumorverdacht, sollten auch die Lymphknoten in der Region untersucht werden. Eine Gewebeprobe aus verdächtigen Lymphknoten kann ein Hinweis auf eine Metastasierung sein.
  • Röntgenbild und Ultraschalluntersuchung: Für eine genaue Beurteilung der Tumorausbreitung kann eine Untersuchung mit diesen Methoden sinnvoll sein. Weitergehend kann auch an eine CT-Untersuchung gedacht werden, die gegebenenfalls noch genauere Befunde liefert.

Verlauf einer Hauttumorerkrankung beim Hund

Nach der Diagnosestellung muss nach den unterschiedlichen Tumorarten und ihrer Bösartigkeit unterschieden werden:

Damit wird sichtbar, dass eine Vielzahl von Geweben der Haut zur Tumorbildung neigt und gut- wie bösartige Geschwülste bilden kann. Bei jedem Tumortyp sind unterschiedliche diagnostische Verfahren und darauffolgende Krankheitseinteilungen vorhanden. Diese werden genutzt, um die geeignete Behandlung und Nachbehandlung durchzuführen. Ziel muss es sein, bereits in einem einzigen Behandlungsgang eine Heilung des Krankheitsprozesses zu erreichen.

Hat mein Hund durch den Hautkrebs Schmerzen?

Ein kleiner, geschlossener Hauttumor tut dem Hund zunächst meist nicht weh. Schmerzen entstehen erst durch die Eigenschaften des Tumors, wenn dieser an Größe zunimmt: Er dehnt Haut und Unterhaut, drückt auf Nachbarstrukturen und löst in seiner Umgebung eine Entzündung aus. Bricht die Oberfläche auf (Ulzeration, also Geschwürbildung), liegt Gewebe frei, das nässt, blutet und bakteriell besiedelt wird — diese Form ist besonders schmerzhaft.

Woran Sie den Schmerz erkennen: Das Tier versucht in der Regel, dem Druck- und Entzündungsschmerz mit Kratzen und Lecken an der Stelle beizukommen. Dazu kommen die unspezifischen Zeichen chronischen Schmerzes — verändertes Liegeverhalten, Unruhe, Rückzug, Berührungsempfindlichkeit, verminderter Appetit.

Bei einem großen Tumorvolumen ist eine Schmerzbehandlung auf jeden Fall anzuraten. Genauso muss während und nach einer Operation an eine geeignete Schmerzausschaltung gedacht werden; sie verbessert die Erholung spürbar. Grundlagen dazu finden Sie unter Schmerzen bei Tumoren. Sie müssen nicht abwarten, ob Ihr Hund den Schmerz zeigt — im Zweifel wird ein Schmerzmittel verabreicht und beobachtet, ob sich sein Verhalten darunter bessert.

Behandlung des Hautkrebses beim Hund

Bei einem größeren Hautkrebs beim Hund mit dem Risiko für die Bildung von Metastasen kommen die folgenden Behandlungsmöglichkeiten in Frage. Vor allem die frühzeitige, großzügige chirurgische Entfernung des Tumors hat Vorrang. Hierdurch sollen ein Wiederauftreten oder die weitere Ausbreitung verhindert werden. Wichtig ist, dass wirklich alle Tumore zur Untersuchung ins Labor eingeschickt werden. Nichts ist für Beurteilung und Prognose schlechter als das Nichtwissen um das entnommene Gewebe — besonders bei einem Wiederauftreten ist dann nicht bekannt, womit man es zu tun hat.

Nach der Operation und der Diagnose im Labor, aber auch bei einem Hautkrebs, der nicht vollständig entfernt werden konnte und bei dem ein höheres Risiko für ein Wiederauftreten besteht, können folgende weitere Behandlungsmöglichkeiten in Frage kommen:

  • Chemotherapie: Um zu verhindern, dass der Hautkrebs wieder auftritt, kann bei einigen Tumorarten eine Chemotherapie eingesetzt werden. Dies wird normalerweise in spezialisierten Praxen angeboten.
  • Elektrochemotherapie: Eine immer weiter verbreitete Behandlung unter kurzer Sedation mit Elektroporation und der Gabe eines Chemotherapeutikums oder von Kalzium in den Bereich des Tumorgewebes.
  • Photodynamische Therapie: Nutzung von laseraktiviertem Farbstoff, ebenfalls im sedierten Zustand, vor allem bei Plattenepithelkarzinomen.
  • Strahlentherapie: Die lokale Bestrahlung des entsprechenden Gewebes kann dazu führen, dass vor Ort verbliebene Krebszellen zerstört werden. Die Strahlentherapie wird in spezialisierten Bestrahlungszentren durchgeführt und benötigt eine Sedation.
  • Dendritische Zelltherapie: Die dendritische Zelltherapie kann helfen, eine Immunreaktion gegen die Krebszellen auszulösen, und damit ein Wiederauftreten verhindern. Sie kann bei Ihrem Haustierarzt durchgeführt werden und belastet das Tier deutlich weniger als Chemo- oder Strahlentherapie.

Prognose

Die Prognose bei Hauttumoren wird vor allem von folgenden Faktoren bestimmt:

  • gut- oder bösartiges Gewebe und Tumortyp
  • Ausbreitung in Haut und Umgebungsgewebe (Größe der Veränderung)
  • Metastasierung in andere Organe oder Lymphknoten
  • gutes chirurgisches Ergebnis (saubere Schnittränder)

Quellen

  • Kessler M, Gramer I (2022): Tumoren der Haut, in: Kessler M, Kleintieronkologie, 4. Aufl., Stuttgart, 310–344

Schildern Sie uns den Fall Ihres Vierbeiners

Kostenlose Erstberatung bei Tumorerkrankungen durch unser tierärztliches Team — in der Regel innerhalb eines Werktages.

Mit * gekennzeichnete Felder sind Pflichtfelder.

Lieber direkt sprechen? 05522 9182582, Montag bis Freitag 08:30–17:00 Uhr.

Häufige Fragen

Wie erkenne ich Hautkrebs bei meinem Hund?

Häufig tritt der Krebs scheinbar in Form einer Verletzung auf — auffällig ist, dass diese nicht zu verheilen scheint und immer wieder zu bluten beginnt. Auch Flecken auf der Haut, Fellausfall oder ein einzelner beziehungsweise mehrere Knubbel unterschiedlicher Größe können Anzeichen sein; durch Juckreiz kratzt der Hund die Stelle mitunter auf, was zusätzlich eine bakterielle Infektion begünstigt. Da das dichte Haarkleid die Erkennung erschwert, sollten auch kleine Verdickungen und Entzündungen beobachtet und frühzeitig beim Tierarzt vorgestellt werden.

Wie häufig ist Hautkrebs beim Hund?

Die Haut ist als Barriere des Körpers sehr vielen Umwelteinflüssen mit Krebswirkung ausgesetzt und hat deshalb mit die höchste Tumorrate aller Organe. Hautkrebs zählt mittlerweile zu den häufigsten Todesursachen bei Hunden — jeder zweite Hund über 10 Jahre erkrankt an einem Hautkrebs.

Was verursacht Hautkrebs beim Hund?

Die Entstehung wird durch unterschiedliche Außenfaktoren (Karzinogene) beeinflusst, die die Schutzbarriere Haut attackieren — etwa die UV-Strahlung des Sonnenlichts, Abgase und andere Umweltgifte. Auch Zigarettenrauch im eigenen Zuhause kann bei Hunden zu Krebserkrankungen beitragen, weshalb in Gegenwart des Hundes nicht geraucht werden sollte. Daneben spielt eine genetische Neigung zu bestimmten Tumorbildungen eine wichtige Rolle.

Hat mein Hund durch den Hautkrebs Schmerzen?

Ein kleiner, geschlossener Hauttumor tut zunächst meist nicht weh. Schmerzen entstehen, wenn der Tumor an Größe zunimmt, Nachbarstrukturen verdrängt und eine Entzündung auslöst — besonders schmerzhaft ist ein aufgebrochener, nässender Tumor. Der Hund versucht dann meist, dem Druck- und Entzündungsschmerz mit Kratzen und Lecken beizukommen. Bei großem Tumorvolumen ist eine Schmerzbehandlung auf jeden Fall anzuraten, ebenso während und nach einer Operation.

Wie wird Hautkrebs beim Hund diagnostiziert?

Zunächst wird meist eine Zytologie (kleine Gewebeprobe) oder eine Biopsie (größere Gewebeprobe mit höherer diagnostischer Sicherheit) untersucht. Bei Tumorverdacht sollten auch die regionalen Lymphknoten untersucht werden, da eine Gewebeprobe daraus ein Hinweis auf eine Metastasierung sein kann. Für die Beurteilung der Tumorausbreitung können zusätzlich Röntgen, Ultraschall oder gegebenenfalls eine CT-Untersuchung sinnvoll sein.

Wie wird Hautkrebs beim Hund behandelt?

Vorrang hat die frühzeitige, großzügige chirurgische Entfernung des Tumors; wichtig ist, dass alle entfernten Tumore zur Untersuchung ins Labor eingeschickt werden. Je nach Befund kommen danach weitere Möglichkeiten infrage, etwa Chemotherapie, Elektrochemotherapie, photodynamische Therapie oder Strahlentherapie. Ergänzend kann die dendritische Zelltherapie helfen, eine Immunreaktion gegen die Krebszellen auszulösen und damit ein Wiederauftreten zu verhindern — sie kann beim Haustierarzt durchgeführt werden.

Ist Hautkrebs beim Hund heilbar?

Ziel der Behandlung ist es, möglichst in einem einzigen Behandlungsgang eine Heilung des Krankheitsprozesses zu erreichen. Die Prognose hängt vor allem davon ab, ob das Gewebe gut- oder bösartig ist, welcher Tumortyp vorliegt, wie weit sich der Tumor in Haut und Umgebungsgewebe ausgebreitet hat, ob Metastasen in Organen oder Lymphknoten vorliegen und ob die Operation mit sauberen Schnitträndern gelungen ist. Eine frühe Diagnose kann die Prognose positiv beeinflussen.

Kostenlose Erstberatung durch unser tierärztliches Team.