Hundefutter für krebskranke Hunde

Bei Hundefutter für krebskranke Hunde handelt es sich um Futtermittel, die auf die veränderten Anforderungen eines Tumorpatienten abgestimmt sind: hohe Energiedichte, gut verwertbares Eiweiß, geringer Zuckergehalt und eine Zusammensetzung, die das erkrankte Organ entlastet. Diese Seite hilft Ihnen bei der praktischen Auswahl — die fachlichen Grundlagen dahinter finden Sie ausführlich unter Ernährung bei Krebs beim Hund.

Vorweg ein Punkt, der die Auswahl erleichtert: Es gibt kein Futter, das für alle krebskranken Hunde das richtige ist. Jeder Hund muss als eigener Krankheitsfall gesehen werden, und jeder Tumor verhält sich anders. Was ein Futter taugt, entscheidet sich immer im konkreten Fall.

Woran Sie ein geeignetes Futter erkennen

Beim Blick auf die Deklaration, also die Zusammensetzungsangabe auf der Verpackung, sind fünf Punkte entscheidend:

  • Energiedichte. Der Tumor entzieht dem Körper Energie, gleichzeitig frisst der Hund oft weniger. Das Futter sollte deshalb in kleiner Menge viel Energie liefern und einen entsprechend hohen Fettgehalt haben. Fettreduzierte Futtermittel, oft als „Light” oder „Low Fat” gekennzeichnet, sind für Tumorpatienten in der Regel ungeeignet — es sei denn, das erkrankte Organ verlangt ausdrücklich danach, etwa bei bestimmten Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse.
  • Eiweißqualität. Der Proteinbedarf ist beim Tumorpatienten um 10 bis 15 % erhöht, weil der Körper sonst Muskulatur abbaut. Wichtig ist nicht nur der Rohproteingehalt in Prozent, sondern die Verwertbarkeit: klar benannte tierische Eiweißquellen sind aussagekräftiger als die Sammelangabe „tierische Nebenerzeugnisse”.
  • Verdaulichkeit. Hochverdauliches Futter entlastet den Magen-Darm-Trakt, der durch die Erkrankung und durch die Behandlung ohnehin beansprucht ist.
  • Zuckergehalt. Futtermittel für krebskranke Hunde enthalten in der Regel wenig Zucker, da Zucker das Wachstum von Tumorzellen begünstigen kann. Zucker versteckt sich in der Deklaration auch hinter Bezeichnungen wie Melasse, Karamell oder Sirup.
  • Akzeptanz. Das beste Futter nützt nichts, wenn Ihr Hund es nicht frisst. Kaufen Sie deshalb zunächst die kleinste Packung, bevor Sie sich auf einen Sack festlegen.

Ein Hinweis zu den Kohlenhydraten: Eine ausdrücklich kohlenhydratarme, sogenannte ketogene Diät ist nur bei Blutkrebs — also bei Lymphom und Leukämie — angeraten. Bei allen anderen Tumorarten wird sie nicht empfohlen.

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Diätfutter nach erkranktem Organ

Bevor Sie sich für ein Futter entscheiden, muss klar sein, an welcher Art Krebs Ihr Hund leidet und wo der Tumor sitzt. Diese beiden Angaben bestimmen die Auswahl stärker als alles andere, denn die entarteten Zellen schränken das befallene Organ in seiner Funktion ein — und das Futter soll diese Funktion so weit wie möglich stützen.

Zahlreiche etablierte Hersteller bieten dafür tierärztliche Diätfutter an, in denen die für das jeweilige Organsystem erforderlichen Nahrungsbestandteile bereits berücksichtigt sind:

  • Darmtumor: ein Futter, das dem veränderten Darmabschnitt angepasst ist — meist hochverdaulich und magenschonend.
  • Lebertumor oder Lebermetastasen: ein Futter, das die verbliebene Leberfunktion entlastet; das gilt ebenso, wenn die Leber durch Medikamente stark belastet ist.
  • Nierentumor: ein Futter mit angepasstem Eiweiß- und Phosphorgehalt, ergänzt um die Omega-3-Fettsäuren EPA und DHA, die entzündungshemmend wirken.

Die Beraterinnen und Berater der Futterhersteller unterstützen Ihren Tierarzt bei der Auswahl. Sprechen Sie Umstellung und Dosierung bitte in jedem Fall mit ihm ab — insbesondere dann, wenn Ihr Hund gleichzeitig Medikamente bekommt.

Beim Mastzelltumor gelten wegen des freigesetzten Histamins eigene Regeln für die Fütterung; sie sind unter Ernährung beim Mastzelltumor des Hundes beschrieben.

Trockenfutter oder Nassfutter?

Beide Formen sind grundsätzlich möglich, und viele tierärztliche Diätlinien gibt es in beiden Varianten.

Trockenfutter hat die höhere Energiedichte je Gramm, lässt sich genau abwiegen und ist gut zu lagern. Für Hunde, die noch ordentlich fressen und ausreichend trinken, ist es eine praktische Wahl. Trockenfutter lässt sich zudem mit warmem Wasser übergießen, was den Geruch verstärkt und die Akzeptanz erhöht.

Nassfutter ist meist schmackhafter, leichter aufzunehmen und deckt einen Teil des Flüssigkeitsbedarfs mit. Das ist ein Vorteil bei Hunden, die schlecht fressen, unter Erbrechen oder Durchfall leiden oder nach einer Bestrahlung im Maulbereich Schmerzen beim Kauen haben.

Häufig bewährt sich eine Kombination: Nassfutter als Grundlage, mit Trockenfutter zur Erhöhung der Energiedichte. Frisch zubereitet und körperwarm gereicht wird beides besser angenommen.

Fertigfutter, selbst kochen oder Rohfütterung

Ein tierärztliches Diätfutter hat für Tumorpatienten einen praktischen Vorteil: Die Nährstoffversorgung ist berechnet und gleichbleibend, ohne dass Sie täglich rechnen müssen. In einer Phase, in der ohnehin viel zu organisieren ist, nimmt das Arbeit ab.

Möchten Sie das Futter selbst kochen, sollte die Ration von einer Fachtierärztin oder einem Fachtierarzt für Tierernährung berechnet werden. Von roher Fütterung ist beim tumorerkrankten Hund abzuraten: Die Immunkraft ist ohnehin geschwächt und sollte nicht zusätzlich durch Krankheitserreger im Futter belastet werden. Hinzu kommt die bekannte Unterversorgungsproblematik selbst zusammengestellter Rohrationen.

Wie Sie das Futter umstellen

Ein abrupter Wechsel führt bei einem ohnehin empfindlichen Verdauungstrakt leicht zu Durchfall. Bewährt hat sich eine schrittweise Umstellung über etwa sieben Tage: Beginnen Sie mit etwa einem Viertel neuem Futter und erhöhen Sie den Anteil alle zwei Tage, bis die Ration vollständig gewechselt ist. Verteilen Sie die Tagesmenge auf mehrere kleine Portionen — das ist für den Magen verträglicher und wird besser gefressen.

Läuft parallel eine Chemotherapie, legen Sie die Umstellung möglichst nicht auf die ersten Tage nach einer Gabe, weil Übelkeit dann am ehesten auftritt und der Hund das neue Futter sonst mit dem Unwohlsein verknüpft. Was in dieser Phase sonst zu beachten ist, lesen Sie unter Nebenwirkungen der Chemotherapie beim Hund.

Wenn Ihr Hund das neue Futter verweigert

Verweigert Ihr Hund das Futter, gehen Sie zunächst die einfachen Stellschrauben durch: Futter körperwarm anbieten, die Portionen verkleinern, den Geruch durch etwas warmes Wasser verstärken, Übelkeit tierärztlich behandeln lassen. Ein Hund, der ein weniger ideales Futter gern frisst, ist besser versorgt als einer, der die theoretisch beste Ration stehen lässt.

Hat Ihr Hund drei Tage lang kein Futter aufgenommen, ist eine sofortige Fütterung oder die Gabe von Ernährungslösungen per Infusion notwendig. Warten Sie in diesem Fall nicht ab, sondern stellen Sie Ihren Hund tierärztlich vor.

Dass der eigene Hund nicht mehr frisst, erleben viele Halter als besonders belastend — gerade weil Füttern das ist, was man selbst tun kann. Sie müssen diesen Punkt nicht allein bewerten: Der behandelnde Tierarzt kann Übelkeit verhindern, die Darmtätigkeit stützen und mit Ihnen gemeinsam eine Fütterung finden, die Ihr Hund annimmt.

Quellen

  • Wakshlag J (2020): Nutritional Management of the Cancer Patient. In: Withrow & MacEwen’s Small Animal Clinical Oncology, Elsevier, St. Louis, MO, 300–310.
  • Melders V: Tumordiät bei Hund und Katze — sechs Tipps. Der Praktische Tierarzt 102 (2021), Heft 1, 60–61. vetline.de
  • Kölle P, Schmidt M (2015): BARF (Biologisch Artgerechte Rohfütterung) als Ernährungsform bei Hunden. Tierärztliche Praxis Kleintiere 43 (K), 409–419.

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Häufige Fragen

Welches Hundefutter ist für krebskranke Hunde am besten?

Ein Futter für krebskranke Hunde sollte energiereich und hochverdaulich sein, gut verwertbares Eiweiß liefern und wenig Zucker enthalten. Welches Produkt im Einzelfall passt, entscheidet sich vor allem danach, welches Organ vom Tumor betroffen ist — für Darm, Leber und Niere gibt es eigene tierärztliche Diätfutter. Besprechen Sie die Auswahl mit dem behandelnden Tierarzt.

Welches Trockenfutter eignet sich bei Krebs beim Hund?

Trockenfutter hat die höhere Energiedichte je Gramm, lässt sich genau abwiegen und eignet sich für Hunde, die noch ordentlich fressen und ausreichend trinken. Mit warmem Wasser übergossen verstärkt sich der Geruch, was die Akzeptanz erhöht. Frisst Ihr Hund schlecht oder leidet er unter Erbrechen und Durchfall, ist Nassfutter meist die bessere Wahl.

Darf mein krebskranker Hund Light- oder Low-Fat-Futter bekommen?

In der Regel nicht: Fettreduzierte Futtermittel liefern zu wenig Energie für einen Tumorpatienten, der ohnehin an Gewicht verliert. Eine Ausnahme sind Erkrankungen, bei denen das betroffene Organ ausdrücklich eine fettarme Fütterung verlangt, etwa bestimmte Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse.

Wie stelle ich das Futter meines Hundes um?

Stellen Sie schrittweise über etwa sieben Tage um: mit rund einem Viertel neuem Futter beginnen und den Anteil alle zwei Tage erhöhen. Verteilen Sie die Tagesmenge auf mehrere kleine Portionen. Läuft eine Chemotherapie, legen Sie die Umstellung möglichst nicht auf die ersten Tage nach einer Gabe, weil Übelkeit dann am ehesten auftritt.

Woran erkenne ich Zucker in der Futterdeklaration?

Zucker steht nicht immer als solcher auf der Verpackung — er verbirgt sich auch hinter Bezeichnungen wie Melasse, Karamell oder Sirup. Futtermittel für krebskranke Hunde enthalten in der Regel wenig Zucker, da dieser das Wachstum von Tumorzellen begünstigen kann.

Was mache ich, wenn mein Hund das neue Futter nicht frisst?

Bieten Sie das Futter körperwarm an, verkleinern Sie die Portionen und lassen Sie Übelkeit tierärztlich behandeln. Hat Ihr Hund drei Tage lang kein Futter aufgenommen, ist eine sofortige Fütterung oder die Gabe von Ernährungslösungen per Infusion notwendig — warten Sie dann nicht ab.

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