Ernährung beim Mastzelltumor des Hundes

Die Ernährung beim Mastzelltumor des Hundes ist keine eigenständige Behandlung, sondern eine begleitende Maßnahme mit einem klar umrissenen Ziel: Sie soll den Energie- und Nährstoffbedarf decken und die Beschwerden berücksichtigen, die beim Mastzelltumor beim Hund durch freigesetzte Botenstoffe entstehen können. Anders als bei manchen anderen Tumorarten ergibt sich die Besonderheit hier nicht aus dem Tumor allein, sondern aus dem Histamin, das Mastzellen speichern und freisetzen können.

Energiebedarf und Gewicht

Eine Tumorerkrankung kann mit Gewichtsverlust und einem veränderten Energiebedarf einhergehen. Beschrieben wird dieser Zustand als Tumorkachexie, also als krankheitsbedingter Abbau von Körpermasse trotz ausreichender Futteraufnahme. Wichtig ist die Einordnung: Ein Gewichtsverlust ist unspezifisch und kein Anzeichen speziell für einen Mastzelltumor — er kann zahlreiche andere Ursachen haben und sollte tierärztlich abgeklärt werden.

Für die Fütterung folgt daraus vor allem eines: Das Körpergewicht sollte regelmäßig kontrolliert werden. Nimmt der Hund ab oder frisst er schlechter, ist die Energiedichte des Futters anzupassen, damit die benötigte Menge auch bei kleineren Portionen aufgenommen werden kann. Ein pauschaler Ernährungsplan lässt sich nicht angeben: Größe, Alter, Allgemeinbefinden sowie Lokalisation und Stadium des Tumors beeinflussen den Bedarf.

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Histamin: die Besonderheit beim Mastzelltumor

Mastzellen speichern Botenstoffe, unter anderem Histamin und Heparin. Werden diese Stoffe freigesetzt — man spricht von Degranulation —, wirkt das nicht nur örtlich, sondern im ganzen Körper. Beschrieben werden eine Erweiterung der kleinen Blutgefäße, Juckreiz sowie eine Verengung der Bronchien, also der Atemwege in der Lunge. Auch das Herz wird belastet: Herzschlag und Kontraktionskraft nehmen zu, während sich zentrale Gefäße verengen. Besteht über längere Zeit ein erhöhter Histaminspiegel, stellt diese Kombination aus vermehrter Herzarbeit und verschlechterter Durchblutung einen erheblichen Belastungsfaktor dar.

Für den Magen-Darm-Trakt ist die Folge unmittelbar bedeutsam. Histamin steigert die Bildung von Magensäure; Geschwüre der Magen- und Dünndarmschleimhaut gelten deshalb als typische Begleiterscheinung des Mastzelltumors. Erbrechen, Appetitlosigkeit, Bauchschmerzen und schwarz verfärbter Kot können Hinweise darauf sein und gehören tierärztlich abgeklärt.

Aus diesem Zusammenhang leiten sich die praktischen Empfehlungen ab:

  • leicht verdauliche Fütterung mit gut verwertbarem Eiweiß
  • mehrere kleine Mahlzeiten über den Tag verteilt statt einer großen
  • Rücksicht auf die Magenschleimhaut: keine stark gewürzten, sehr fettreichen oder scharfkantigen Futterbestandteile
  • ausreichende Flüssigkeitsaufnahme, insbesondere bei Erbrechen oder Durchfall

Magenschutz und Zeitraum um die Operation

Bei der chirurgischen Entfernung eines Mastzelltumors kann durch die Manipulation am Gewebe zusätzlich Histamin frei werden. Rund um den Eingriff werden deshalb häufig Medikamente eingesetzt, die der Histaminwirkung entgegenwirken (Antihistaminika), sowie Präparate zum Schutz der Magenschleimhaut. Ob und wie lange eine solche Begleitbehandlung sinnvoll ist, sollte vor der Operation mit dem behandelnden Tierarzt besprochen werden — ebenso die Frage, ob die Fütterung in dieser Phase angepasst werden muss.

Was die Fütterung leisten kann — und was nicht

Eine bedarfsgerechte Fütterung kann den Allgemeinzustand und die Belastbarkeit unterstützen. Sie ersetzt jedoch keine Behandlung des Tumors, und ein Einfluss auf die Heilungsaussichten lässt sich daraus nicht ableiten. Wer die Ernährung als alleinige Maßnahme wählt, verliert Zeit, die für die Entfernung des Tumors benötigt wird.

Nahrungsergänzungen — etwa mit Aminosäuren, Vitaminen oder Mineralstoffen — sollten mit dem behandelnden Tierarzt abgestimmt werden. Das gilt besonders dann, wenn Medikamente gegeben werden, da Wechselwirkungen möglich sind und der Bedarf sich im Verlauf ändern kann.

Ein Grundsatz gilt über alle Empfehlungen hinweg: Lebensqualität und Appetit des Tieres gehen vor einer strikten Einhaltung von Diätregeln. Ein Hund, der frisst, ist besser versorgt als ein Hund, der ein theoretisch optimales Futter verweigert.

Dendritische Zelltherapie als ergänzende Behandlung

Die dendritische Zelltherapie ist ein immunologisches Verfahren und empfiehlt sich als ergänzende Behandlung neben Operation, Bestrahlung und medikamentöser Behandlung. Dendritische Zellen nehmen Merkmale veränderter Zellen auf und präsentieren sie den T-Zellen, den Abwehrzellen des Immunsystems; auf diesem Weg soll eine gegen die Tumorzellen gerichtete Immunantwort angestoßen werden. Nach der Blutentnahme beim Haustierarzt werden die Zellen im Labor aufbereitet und über den behandelnden Tierarzt zurückgegeben; üblich sind drei Gaben im Abstand von jeweils vier Wochen, eine Narkose ist dafür nicht nötig. Ob die dendritische Zelltherapie im Einzelfall infrage kommt, lässt sich in einer Beratung gemeinsam mit dem behandelnden Tierarzt klären.

Weitere Seiten zum Thema: Homöopathie beim Mastzelltumor, Lebenserwartung beim Mastzelltumor, Mastzelltumor Grad 2.

Quelle

Tumordiät bei Hund und Katze — sechs Tipps. vetline.de

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