Krebs beim Hund — die richtige Ernährung

Bei der Ernährung des krebskranken Hundes handelt es sich nicht um eine eigenständige Behandlung, sondern um eine begleitende Maßnahme mit einem klar umrissenen Ziel: Sie soll den erhöhten Energie- und Nährstoffbedarf decken, das erkrankte Organ entlasten und dem Gewichtsverlust entgegenwirken, der viele Tumorpatienten begleitet. Eine Tumorerkrankung zehrt an den Reserven des Körpers — deshalb gehört die Fütterung von Anfang an zum Behandlungsplan.

Die Diagnose Krebs bedeutet für Sie und Ihren Hund eine plötzliche Umstellung in vielen Bereichen. Zutaten, die einem gesunden Hund guttun, müssen nun zurückgenommen werden, andere Nährstoffe müssen dem Körper vermehrt zugeführt werden. Ein Grundsatz steht dabei über allen Empfehlungen dieser Seite: Lebensqualität und Appetit Ihres Hundes gehen vor der strikten Einhaltung von Diätregeln. Ein Hund, der frisst, ist besser versorgt als ein Hund, der ein theoretisch optimales Futter verweigert.

Warum sich der Nährstoffbedarf verändert

Ein Tumor besteht aus veränderten Zellen, die für ihre rasche Zellteilung Energie und Nährstoffe benötigen. Diese Zellen zwingen dem Körper ihr System auf: Sie entziehen ihm Nährstoffe und legen sich zum Teil eine eigene Blutversorgung an. Krebszellen verbrauchen dabei ein Vielfaches der Energie, die gesunde Zellen benötigen — und je aggressiver und schneller ein Tumor wächst, desto ausgeprägter fällt dieser Entzug aus.

Hinzu kommt, dass Appetitlosigkeit ein häufiges Symptom einer Krebserkrankung ist. Beides zusammen begünstigt eine ausgeprägte Abmagerung, die als Kachexie bezeichnet wird, also als krankheitsbedingter Abbau von Körpermasse. Tumoren der inneren Organe verlaufen zudem oft mit unspezifischen Anzeichen und werden dadurch spät erkannt — viele Patienten haben zum Zeitpunkt der Diagnose bereits deutlich abgenommen. Auch eine Operation kann über eine verringerte Futteraufnahme zu weiterem Gewichtsverlust führen.

Wiegen Sie Ihren Hund deshalb regelmäßig. Eine Gewichtsabnahme von mehr als 10 % ist bereits ein Anlass, die Fütterung zu hinterfragen und mit dem behandelnden Tierarzt zu besprechen.

Die Ernährung richtet sich nach dem erkrankten Organ

Eine pauschale Antwort auf die Frage „Was soll ich meinem Hund jetzt füttern?” gibt es nicht. Der Ernährungsplan steht immer in direktem Zusammenhang mit der Krebsart, der Lokalisation des Tumors, also seinem Sitz im Körper, und dem Stadium der Erkrankung. Das Hauptaugenmerk liegt dabei auf dem Organ, das vom Krebs befallen ist.

Die entarteten Tumorzellen schränken das betroffene Organ in seiner natürlichen Funktion ein oder legen sie ganz lahm. Die Ernährung muss diese Funktion dann so weit wie möglich unterstützen oder übernehmen:

  • Bauchspeicheldrüse: Die Nahrung sollte leicht verdaulich sein und die Bildung der Verdauungsenzyme anregen.
  • Leber: Bei einem Lebertumor oder bei Metastasen, also Tochtergeschwülsten in der Leber, sollte die Leberfunktion gezielt gefördert werden. Die nicht befallenen Leberzellen können die Arbeit der zerstörten Zellen dann zumindest teilweise übernehmen. Das gilt ebenso, wenn die Leber durch Medikamente stark belastet ist oder die Leberenzyme erhöht sind.
  • Niere: Hier haben sich die Omega-3-Fettsäuren EPA und DHA bewährt, die über einen entzündungshemmenden Effekt einen günstigen Einfluss auf die Nierenfunktion nehmen.
  • Darm: Bei einem Darmtumor wird eine Fütterung gewählt, die dem veränderten Darmabschnitt angepasst ist.

In späteren Stadien wird diese Zuordnung zuweilen schwieriger, weil durch Metastasenbildung mehrere Organsysteme betroffen sein können. Dennoch lohnt es sich, konsequent vorzugehen: Ein auf das erkrankte Organsystem ausgerichtetes Futter ist der wirksamste Hebel, den Sie bei der Fütterung in der Hand haben. Wie Sie ein solches Futter erkennen und auswählen, lesen Sie ausführlich auf der Seite Futter für krebskranke Hunde.

Eine Sonderstellung nimmt der Mastzelltumor ein, weil hier das freigesetzte Histamin die Magenschleimhaut belastet und eigene Fütterungsregeln erfordert. Diese sind auf der Seite Ernährung beim Mastzelltumor des Hundes beschrieben.

Was in die Ration gehört

Über die Organbezogenheit hinaus haben sich beim Tumorpatienten einige Grundzüge bewährt:

  • Energiereich und fettreich. Das Futter sollte eine hohe Energiedichte haben, damit auch kleine Portionen den Bedarf decken. Fettreduzierte Futtermittel sind für Tumorpatienten in der Regel ungeeignet.
  • Hochverdaulich und schmackhaft. Was gern gefressen wird, wirkt — deshalb hat die Akzeptanz Vorrang.
  • Hohe Eiweißqualität. Der Proteinbedarf ist beim Tumorpatienten um 10 bis 15 % erhöht. Ausreichend hochwertiges Eiweiß beugt dem Abbau von Muskulatur vor. Besonders berücksichtigt werden sollten die Aminosäuren Arginin, das an der Bildung von Stickstoffmonoxid beteiligt ist, und Glutamin, dem eine immunmodulierende, also das Immunsystem regulierende Wirkung zugeschrieben wird. Auch verzweigtkettige Aminosäuren werden empfohlen.
  • Omega-3-Fettsäuren. EPA und DHA, etwa aus Fischöl, haben die stärksten entzündungshemmenden Effekte. Bei bekannten Allergien ist Vorsicht geboten.
  • Spurenelemente und Vitamine. Für eine gute Versorgung des Immunsystems sollten Zink, Selen, Kupfer und Mangan gesichert zugeführt werden. Krebskranke Hunde leiden in vielen Fällen an einem Mangel an Vitaminen, Mineralien oder Spurenelementen. Ob das auch bei Ihrem Hund der Fall ist, klärt der Tierarzt am besten über eine Blutuntersuchung — er kann sagen, welches Vitamin ersetzt werden muss und mit welchem Mineralstoff sich das Immunsystem stärken lässt.
  • Radikalenfänger. Dabei handelt es sich um Antioxidantien, die freie Radikale — aggressive Sauerstoffverbindungen — im Körper neutralisieren und abbauen. Freie Radikale werden unter anderem nach Tumoroperationen und nach einer Bestrahlung freigesetzt. Wichtige Einschränkung: Antioxidantien sollten nicht während einer laufenden Chemotherapie oder Bestrahlung gegeben werden, da diese Behandlungsformen zum Teil gerade auf einer oxidativen Wirkung beruhen.

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Kohlenhydrate und die ketogene Diät

Über die kohlenhydratarme Ernährung, die sogenannte ketogene Diät, wird viel diskutiert. Die in vielen Veröffentlichungen vorgeschlagene pauschale Reduzierung der Kohlenhydrataufnahme kann bei bestimmten Krankheitsbildern für Ihr Tier sogar schädlich sein. Inzwischen hat sich eine andere Einschätzung durchgesetzt: Es wird angenommen, dass gerade die aggressivsten Tumorzellen dadurch im Wachstum gefördert werden. Hinzu kommt, dass die Wirkung zum Teil nur kurzzeitig anhält, weil sich Tumorstammzellen auf eine geänderte Ernährung einstellen können.

Entscheidend ist daher in der Regel eine ausgewogene, auf das erkrankte Organ bezogene Fütterung. Eine deutliche Reduktion des Kohlenhydratanteils wird nur bei Patienten mit Blutkrebs angeraten, also bei Lymphom und Leukämie — diese Patienten scheinen davon zu profitieren. Zur allgemeinen Einordnung hat die Deutsche Krebsgesellschaft 2017 eine wissenschaftliche Stellungnahme zur ketogenen Diät veröffentlicht; sie bezieht sich auf den Menschen, ordnet die Datenlage aber gut ein.

Unabhängig davon gilt: Futtermittel für krebskranke Hunde enthalten in der Regel wenig Zucker, da Zucker das Wachstum von Tumorzellen begünstigen kann.

Rohfleisch und BARF beim Tumorpatienten

Von der Verfütterung von Rohfleisch beziehungsweise Rohrationen beim tumorerkrankten Hund ist abzuraten. Die Immunkraft des Patienten ist ohnehin geschwächt und sollte nicht zusätzlich durch Krankheitserreger belastet werden, die im rohen Futter enthalten sein können. Gerade in dieser Krankheitsphase ist eine ausgewogene Ernährung wichtig.

Kölle und Schmidt (2015) haben ausführlich zur BARF-Ernährung, also zur biologisch artgerechten Rohfütterung, Stellung genommen. Auf die besondere Situation des tumorerkrankten Tieres gehen sie zwar nicht ein, wohl aber eindeutig auf die Unterversorgungsproblematik solcher Rationen. Bianco et al. stellten in einer Untersuchung bei Besitzern gesunder und an Tumor erkrankter Hunde fest, dass selbst gewählte Diäten und Zusatzstoffe für die Hundegesundheit problematisch sein können. Bei unprofessioneller Anwendung ist die Gefahr von Mangelerscheinungen an wichtigen Nährstoffen, Vitaminen und Mineralien groß.

Wenn Sie dennoch selbst zusammenstellen möchten, besprechen Sie die Ration im Vorfeld mit dem behandelnden Tierarzt, bestenfalls unter Einbeziehung einer Fachtierärztin oder eines Fachtierarztes für Tierernährung.

Darmgesundheit als Stabilisierungsfaktor

Die Darmgesundheit ist ein wichtiger Bestandteil der Gesamtgesundheit und ein zentraler Stabilisierungsfaktor für die Immunkraft. Tumorpatienten leiden aus unterschiedlichen Gründen häufig unter Störungen der Darmtätigkeit:

  • bei Antibiotikagabe nach der Operation des Tumors,
  • während oder nach einer Chemotherapie,
  • durch Begleiterkrankungen neben dem Tumor, etwa Entzündungen.

Veränderungen der Verdauungstätigkeit und des Fressverhaltens können also einerseits zum Krankheitsbild selbst gehören, andererseits Folge der Behandlung sein. So gezielt die Ernährung auf die Krebserkrankung ausgerichtet ist — die Unterstützung der Darmtätigkeit darf sie nicht vernachlässigen. Das gilt besonders für Hunde, die schon früher zu Verdauungsstörungen geneigt haben.

Sivan et al. (2015) stellten fest, dass Bifidobakterien für eine bessere Reaktion auf die Tumorbehandlung und für eine bessere Verträglichkeit der Therapie verantwortlich waren. Diese als Probiotika bezeichnete Produktklasse hat damit einen günstigen Einfluss auf die Darmgesundheit — die Übertragbarkeit einzelner Studienergebnisse auf den individuellen Patienten bleibt allerdings offen.

Wenn der Hund nicht mehr frisst

Frisst Ihr Hund schlecht, ist Handeln wichtig. Bewährt haben sich einfache Maßnahmen, die die Akzeptanz erhöhen:

  • frisch zubereitetes Futter,
  • mehrere kleine Portionen über den Tag verteilt,
  • die Futtermenge körperwarm anbieten,
  • Übelkeit gezielt behandeln lassen, bevor sie den Appetit dauerhaft verdirbt.

Reicht das nicht aus, kommt die Zwangsfütterung mit hochkalorischen Zubereitungen infrage. Hat Ihr Hund drei Tage lang kein Futter aufgenommen, ist eine sofortige Fütterung oder die Gabe von Ernährungslösungen per Infusion notwendig. Diese Zeitspanne sollte nicht überschritten werden, weil der Körper sonst in großem Umfang eigene Substanz abbaut.

Zu wissen, dass der eigene Hund nicht mehr frisst, ist für viele Halter der belastendste Teil der Erkrankung — deutlich belastender als die Diagnose selbst. Sie müssen das nicht allein entscheiden: Der behandelnde Tierarzt kann Übelkeit medikamentös verhindern, die Darmtätigkeit stützen und mit Ihnen gemeinsam einen Weg finden, wie Ihr Hund wieder zu Kräften kommt.

Ernährung während Chemotherapie und Bestrahlung

Eine Chemotherapie zielt auf die Blockade schnellteilender Zellen. Betroffen sind damit nicht nur Tumorzellen, sondern auch die Schleimhaut des Verdauungstraktes, die sich sehr rasch erneuert. Deshalb kommt es regelmäßig zu Magen-Darm-Störungen wie Übelkeit, Erbrechen und Durchfall. Häufig werden schon zu Beginn der Behandlung vorbeugend Arzneimittel gegeben, die die Übelkeit verhindern oder wenigstens verringern sollen. Bei Durchfall wird gegebenenfalls mit Durchfallmedikamenten, Infusionen und Antibiotika gearbeitet. Weitere Einzelheiten finden Sie unter Nebenwirkungen der Chemotherapie beim Hund.

Für die Fütterung während des Zyklus gilt:

  • Darmschleimhaut stützen. Präparate, die die Darmflora erhalten, sowie magenschonende Fertigprodukte oder selbst zubereitete Mahlzeiten sind während der gesamten Chemotherapie sinnvoll.
  • Keine Radikalenfänger während des Zyklus. Die Gabe von Antioxidantien ist während einer laufenden Chemotherapie kontraproduktiv, einige weitere Zusatzstoffe sind schlicht nutzlos. Fragen Sie den behandelnden Tierarzt genau, welche Stoffe Ihr Hund in dieser Zeit bekommen darf. Eine „körperliche Sanierung” wird sinnvollerweise erst nach Abschluss der Chemotherapie angeschlossen.
  • Auf die Leukopenie achten. Als Leukopenie bezeichnet man einen starken Rückgang der weißen Blutkörperchen. Sie ist eine häufige und schwerwiegende Nebenwirkung der Chemotherapie und kann lebensbedrohlich werden. Dann muss das Immunsystem dringend gestärkt werden, manchmal ist eine stationäre Aufnahme notwendig. Immunstimulierende Behandlungen und geduldiges Päppeln mit aufbauenden Präparaten helfen dem Körper, sich zu erholen.
  • Spätfolgen im Blick behalten. Eine oft unterschätzte Spätwirkung der Chemotherapie sind Anzeichen einer Herzschwäche.

Nach einer Bestrahlung — gerade im Maulbereich — kann es zu Verbrennungen der Schleimhaut kommen. Das Fressverhalten wird dann durch Schmerzen eingeschränkt, und es kommt zu Gewichtsverlust. In dieser Phase sind weiche, körperwarme und schmerzarm aufzunehmende Mahlzeiten hilfreich.

Ein Immunsystem, das durch den Tumor ohnehin geschwächt ist, braucht in mehreren Situationen besondere Unterstützung: bei Tumorerkrankungen generell, während einer Chemotherapie, nach einer Strahlentherapie, damit zerstörtes Gewebe abgebaut werden kann, und während einer Immuntherapie, um deren Wirkung zu verstärken.

Obst und Gemüse

Obst und Gemüse stehen nicht auf der natürlichen Speisekarte des Hundes, können die Fütterung des Tumorpatienten aber sinnvoll ergänzen. Sie enthalten Enzyme, Vitamine und Antioxidantien und begünstigen zum Teil die Bildung von Aminosäuren wie Arginin. Auch hier gilt die Einschränkung aus dem Abschnitt zu den Radikalenfängern: Während einer laufenden Chemotherapie oder Bestrahlung sollten Antioxidantien nicht gezielt ergänzt werden. Sprechen Sie Art und Menge vorab mit Ihrem Tierarzt ab.

Ziele und diätetische Maßnahmen im Überblick

ZielDiätetische Maßnahmen
Anorexie und Kachexie bekämpfen — bessere Futteraufnahme, weniger GewichtsabnahmeSchmackhaft und hochverdaulich füttern, fettreich wegen der hohen Energiedichte, also keine fettreduzierten Futtermittel; eiweißreich zur Vorbeugung des Muskelabbaus, da der Proteinbedarf um 10 bis 15 % erhöht ist; Zusatz verzweigtkettiger Aminosäuren. Medikamentös: Übelkeit verhindern, Darmgesundheit fördern, Immunsystem stärken.
Tumorwachstum verlangsamenKohlenhydratarme Ernährung nur bei Lymphom und Leukämie, und mit dem Vorbehalt einer zum Teil nur kurzzeitigen Wirkung, da sich Tumorstammzellen anpassen können. Zusatz von Omega-3-Fettsäuren, etwa Fischöl, unter Vorsicht bei Allergien; Zusatz von Arginin für die Stickstoffmonoxid-Bildung; Zusatz von Glutamin zur Immunmodulation.
Immunsystem stabilisieren und vorbeugenZusatz von Antioxidantien sowie von Spurenelementen wie Zink, Selen, Kupfer und Mangan. Antioxidantien nicht während einer Chemotherapie oder Bestrahlung anwenden, da diese Behandlungsformen zum Teil auf der oxidativen Wirkung beruhen.

Wenn Sie das Futter selbst zusammenstellen

Möchten Sie das Futter für Ihren Hund selbst zusammenstellen oder kochen, halten Sie sich bitte an eine eigens für Ihren Hund erstellte Futterberechnung durch eine Fachtierärztin oder einen Fachtierarzt für Tierernährung. Adressen spezialisierter Praxen finden Sie über die Tierärztekammern und die Fachverbände.

Für eine belastbare Berechnung werden folgende Angaben benötigt:

  • das aktuelle Gewicht Ihres Hundes,
  • die Erkrankung und das erkrankte Organ,
  • die Futterbestandteile: Name des Futters beziehungsweise die einzelnen Komponenten in täglich gefütterten Gramm.

Erst mit diesen Angaben ist eine genaue Analyse für den konkreten Erkrankungsfall möglich. Hinweise zur Berechnung der notwendigen Fütterungsmengen finden sich bei Wakshlag (2020). Halten Sie sich anschließend genau an die Fütterungs- und Rationsempfehlungen — eine selbst zusammengestellte Ration, die nur zur Hälfte umgesetzt wird, verfehlt ihren Zweck.

Dendritische Zelltherapie als ergänzende Behandlung

Die Ernährung stützt den Körper, sie behandelt aber nicht den Tumor. Neben Operation, Bestrahlung und medikamentöser Behandlung kommt die dendritische Zelltherapie als ergänzende Behandlung infrage — ein immunologisches Verfahren, bei dem dendritische Zellen Merkmale der veränderten Zellen aufnehmen und den T-Zellen, den Abwehrzellen des Immunsystems, präsentieren. Auf diesem Weg wird eine gegen die Tumorzellen gerichtete Immunantwort angestoßen. Sie ist eine schonende Option, baut das Immunsystem auf und verbessert die Prognose hinsichtlich Lebensqualität und Lebenserwartung. Im Rahmen der Behandlung wird auch auf die individuellen Fütterungsanforderungen des Patienten eingegangen.

Quellen

  • Wakshlag J (2020): Nutritional Management of the Cancer Patient. In: Withrow & MacEwen’s Small Animal Clinical Oncology, Elsevier, St. Louis, MO, 300–310.
  • Kölle P, Schmidt M (2015): BARF (Biologisch Artgerechte Rohfütterung) als Ernährungsform bei Hunden. Tierärztliche Praxis Kleintiere 43 (K), 409–419.
  • Sivan A et al. (2015): Commensal Bifidobacterium promotes antitumoral immunity and facilitates anti-PD-L1 efficacy. Science 350 (6264), 1084–1089.
  • Bianco AW et al.: Untersuchung zu selbst gewählten Diäten und Nahrungsergänzungen bei gesunden und an Tumoren erkrankten Hunden. Veterinary and Comparative Oncology, doi: 10.1111/vco.12599.
  • Melders V: Tumordiät bei Hund und Katze — sechs Tipps. Der Praktische Tierarzt 102 (2021), Heft 1, 60–61. vetline.de
  • Deutsche Krebsgesellschaft (2017): Wissenschaftliche Stellungnahme „Ketogene Diät”. krebsgesellschaft.de

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Häufige Fragen

Was soll ich meinem Hund bei Krebs füttern?

Eine pauschale Antwort gibt es nicht: Der Ernährungsplan richtet sich nach Krebsart, Lokalisation des Tumors und Stadium der Erkrankung, und das Hauptaugenmerk liegt auf dem Organ, das befallen ist. Bewährt hat sich schmackhaftes, hochverdauliches Futter mit hoher Energiedichte und guter Eiweißqualität, da der Proteinbedarf beim Tumorpatienten um 10 bis 15 % erhöht ist. Über allen Regeln steht, dass Lebensqualität und Appetit Ihres Hundes Vorrang vor strikten Diätvorgaben haben.

Warum verliert mein Hund mit Krebs so stark an Gewicht?

Krebszellen verbrauchen ein Vielfaches der Energie gesunder Zellen und entziehen dem Körper Nährstoffe für ihre rasche Zellteilung. Zusammen mit der häufigen Appetitlosigkeit führt das zu einer ausgeprägten Abmagerung, der Kachexie. Eine Gewichtsabnahme von mehr als 10 % sollten Sie bereits hinterfragen und mit dem behandelnden Tierarzt besprechen.

Was tue ich, wenn mein krebskranker Hund nichts mehr frisst?

Hilfreich sind frisch zubereitetes Futter, mehrere kleine Portionen über den Tag und eine körperwarm gereichte Futtermenge; zusätzlich sollte Übelkeit gezielt behandelt werden. Hat Ihr Hund drei Tage lang kein Futter aufgenommen, ist eine sofortige Fütterung oder die Gabe von Ernährungslösungen per Infusion notwendig.

Ist eine ketogene, also kohlenhydratarme Diät bei Krebs sinnvoll?

Von einer pauschalen Reduzierung der Kohlenhydrate ist abzuraten: Es wird angenommen, dass gerade die aggressivsten Tumorzellen dadurch im Wachstum gefördert werden, und die Wirkung hält zum Teil nur kurz an, weil sich Tumorstammzellen anpassen können. Eine deutliche Reduktion des Kohlenhydratanteils wird nur bei Blutkrebs angeraten, also bei Lymphom und Leukämie.

Darf ich meinen krebskranken Hund barfen?

Von Rohfleisch beziehungsweise Rohrationen ist beim tumorerkrankten Hund abzuraten, weil die ohnehin geschwächte Immunkraft nicht zusätzlich durch Krankheitserreger im Futter belastet werden sollte. Bei unprofessioneller Anwendung ist zudem die Gefahr von Mangelerscheinungen groß. Wenn Sie selbst zusammenstellen möchten, besprechen Sie die Ration vorab mit dem Tierarzt, bestenfalls unter Einbeziehung eines Fachtierarztes für Tierernährung.

Darf mein Hund während der Chemotherapie Antioxidantien bekommen?

Nein, die Gabe von Radikalenfängern ist während des laufenden Chemotherapie-Zyklus kontraproduktiv, da Chemotherapie und Bestrahlung zum Teil gerade auf einer oxidativen Wirkung beruhen. Fragen Sie den behandelnden Tierarzt genau, welche Stoffe Ihr Hund in dieser Zeit bekommen darf; eine körperliche Sanierung wird sinnvollerweise erst nach Abschluss der Chemotherapie angeschlossen.

Braucht mein krebskranker Hund zusätzlich Vitamine und Spurenelemente?

Krebskranke Hunde leiden in vielen Fällen an einem Mangel an Vitaminen, Mineralien oder Spurenelementen. Für die Versorgung des Immunsystems sind vor allem Zink, Selen, Kupfer und Mangan von Bedeutung. Ob bei Ihrem Hund ein Mangel besteht, klärt der Tierarzt am besten über eine Blutuntersuchung.

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