Tumorerkrankung
Symptome vom Blasentumor beim Hund
Die Symptome eines Blasentumors beim Hund ähneln zunächst denen einer Blasenentzündung — und genau darin liegt die Gefahr: Viele betroffene Hunde werden über Wochen oder Monate mit Antibiotika behandelt, bevor an einen Tumor gedacht wird. Das wichtigste Warnzeichen ist deshalb nicht ein einzelnes Symptom, sondern der Verlauf: Beschwerden beim Harnabsatz, die nicht dauerhaft verschwinden oder immer wiederkehren, gehören abgeklärt.
Harnabsatzstörungen
Der Tumor sitzt bevorzugt im Blasendreieck (Trigonum) — dort, wo die Harnröhre die Blase verlässt. Entsprechend stehen Probleme beim Urinieren im Vordergrund:
- häufiger Harndrang mit jeweils nur kleinen Mengen
- erfolgloses Pressen oder auffällig langes Verharren in der Absatzposition
- Schmerzäußerungen beim Urinieren
- ein abgeschwächter oder unterbrochener Harnstrahl
- unkontrollierter Harnabsatz (Inkontinenz), etwa Tropfen im Liegen
- im schlimmsten Fall der vollständige Harnverhalt — ein Notfall
Blut im Urin
Blut im Urin (Hämaturie) ist eines der häufigsten Anzeichen. Es kann sichtbar sein — der Urin ist rötlich verfärbt, teils nur am Ende des Harnabsatzes — oder nur in der Laboruntersuchung auffallen. Auch wenn die Blutung zwischenzeitlich aufhört, ist das kein Zeichen der Besserung.
Unspezifische Symptome
Hinzu kommen Anzeichen, die sich nicht der Blase zuordnen lassen: Appetitlosigkeit, Gewichtsverlust, Mattigkeit und Bauchschmerzen. Bei fortgeschrittener Erkrankung kann eine Umfangsvermehrung im hinteren Bauchbereich tastbar sein. Manche Hunde entwickeln ein paraneoplastisches Syndrom — Begleiterscheinungen der Tumorerkrankung wie Blutarmut (Anämie) oder Fieber. Selten tritt eine hypertrophe Osteopathie auf, eine schmerzhafte Knochenzubildung an den Gliedmaßen mit Lahmheit.
Symptome durch Metastasen
Etwa 16 % der Hunde haben bei der Diagnose bereits Tochtergeschwülste (Metastasen) — bevorzugt in den Bauchlymphknoten, der Lunge, der Leber und im Knochen. Je nach betroffenem Organ können dann Husten, Atemnot oder Lahmheiten hinzukommen. Bei mehr als der Hälfte der Hunde ist die Harnröhre mitbetroffen, bei knapp einem Drittel der Rüden auch die Prostata.
Wann zum Tierarzt?
Bei Blut im Urin, anhaltendem oder wiederkehrendem Harndrang und bei einer „Blasenentzündung”, die auf Antibiotika nicht dauerhaft anspricht, sollte eine Ultraschalluntersuchung der Blase erfolgen — insbesondere bei älteren Hunden und bei Rassen mit bekannter Neigung wie dem Scottish Terrier. Die endgültige Diagnose liefert eine Gewebeprobe (Biopsie); die Behandlungsmöglichkeiten sind auf der Übersichtsseite zum Blasentumor beim Hund dargestellt.
Quellen
Fulkerson CM, Knapp DW (2020): Tumors of the Urinary System. In: Vail DM, Thamm DH, Liptak JM (Hrsg.): Withrow & MacEwen’s Small Animal Clinical Oncology. 6. Aufl., St. Louis, MO, Elsevier, 645–656.
Knapp DW et al. (2014): Urinary bladder cancer in dogs, a naturally occurring model for cancer biology and drug development. ILAR J 55(1):100–118.
Häufige Fragen
Woran erkenne ich einen Blasentumor bei meinem Hund?
Die Symptome ähneln zunächst denen einer Blasenentzündung — genau darin liegt die Gefahr. Das wichtigste Warnzeichen ist deshalb nicht ein einzelnes Symptom, sondern der Verlauf: Beschwerden beim Harnabsatz, die nicht dauerhaft verschwinden oder immer wiederkehren, gehören abgeklärt.
Welche Probleme beim Urinieren sind typisch für einen Blasentumor?
Der Tumor sitzt bevorzugt im Blasendreieck (Trigonum), also dort, wo die Harnröhre die Blase verlässt — entsprechend stehen Harnabsatzstörungen im Vordergrund. Dazu gehören häufiger Harndrang mit jeweils nur kleinen Mengen, erfolgloses Pressen, Schmerzäußerungen beim Urinieren, ein abgeschwächter oder unterbrochener Harnstrahl sowie unkontrollierter Harnabsatz (Inkontinenz). Im schlimmsten Fall kommt es zum vollständigen Harnverhalt — das ist ein Notfall.
Was bedeutet Blut im Urin beim Hund?
Blut im Urin (Hämaturie) ist eines der häufigsten Anzeichen eines Blasentumors. Es kann sichtbar sein — der Urin ist rötlich verfärbt, teils nur am Ende des Harnabsatzes — oder nur in der Laboruntersuchung auffallen. Auch wenn die Blutung zwischenzeitlich aufhört, ist das kein Zeichen der Besserung.
Kann ein Blasentumor mit einer Blasenentzündung verwechselt werden?
Ja, das kommt häufig vor: Viele betroffene Hunde werden über Wochen oder Monate mit Antibiotika behandelt, bevor an einen Tumor gedacht wird. Bei einer „Blasenentzündung“, die auf Antibiotika nicht dauerhaft anspricht, sollte deshalb eine Ultraschalluntersuchung der Blase erfolgen — insbesondere bei älteren Hunden und bei Rassen mit bekannter Neigung wie dem Scottish Terrier.
Welche Symptome können durch Metastasen entstehen?
Etwa 16 % der Hunde haben bei der Diagnose bereits Tochtergeschwülste (Metastasen), bevorzugt in den Bauchlymphknoten, der Lunge, der Leber und im Knochen. Je nach betroffenem Organ können dann Husten, Atemnot oder Lahmheiten hinzukommen. Bei mehr als der Hälfte der Hunde ist die Harnröhre mitbetroffen, bei knapp einem Drittel der Rüden auch die Prostata.
Wann muss ich mit meinem Hund zum Tierarzt?
Bei Blut im Urin, anhaltendem oder wiederkehrendem Harndrang und bei Harnwegsbeschwerden, die trotz Behandlung immer wiederkehren, sollte eine Ultraschalluntersuchung der Blase erfolgen. Die endgültige Diagnose liefert eine Gewebeprobe (Biopsie). Ein vollständiger Harnverhalt ist ein Notfall, bei dem sofort tierärztliche Hilfe nötig ist.