Tumorerkrankung

Schilddrüsentumor beim Hund

Die Schilddrüse (Thyreoidea) ist ein Hormon produzierendes Organ. Sie liegt beidseits neben der Luftröhre (Trachea). Eine gesunde Schilddrüse ist so klein, dass man sie weder äußerlich erkennen noch zu tasten kann. Die Funktion der Schilddrüse besteht in der Produktion, Speicherung und Ausscheidung von Schilddrüsenhormonen. Durch die Ausschüttung dieser Hormone wirkt die Schilddrüse auf fast alle Organsysteme ein: Schilddrüsenhormone beeinflussen Wachstum, Stoffwechsel, Organentwicklung und Nervensystem. Gesteuert wird die Schilddrüse durch übergeordnete Zentren im Gehirn, über die so genannte Hypophysen-Hypothalamus-Schilddrüsenachse.

Schilddrüsentumoren zählen zu den häufigsten Tumorerkrankungen im Halsbereich des Hundes. Sie kommen gehäuft bei Siberian Huskies, Golden Retrievern und beim Beagle vor. Das Durchschnittsalter der erkrankten Hunde beträgt 10 bis 15 Jahre, es gibt keine Geschlechtsspezifität der Erkrankung. 90% der Tumoren sind Karzinome. Häufig werden die Veränderungen zufällig bei einer Untersuchung des Halses als Vergrößerung der Schilddrüse entdeckt.

Man unterscheidet invasive und nichtinvasive Schilddrüsentumoren. Durch weitergehende Untersuchung kann man die Unterscheidung treffen:

- nicht invasiv: verschieblich, rund bis ovale Form

- invasiv: Infiltration von anatomisch wichtigen Strukturen im Hals-Nackenbereich

Schildern Sie uns den Fall Ihres Vierbeiners

Kostenlose Erstberatung bei Tumorerkrankungen durch unser tierärztliches Team — in der Regel innerhalb eines Werktages.

Mit * gekennzeichnete Felder sind Pflichtfelder.

Lieber direkt sprechen? 05522 9182582, Montag bis Freitag 08:30–17:00 Uhr.

Ursachen eines Schilddrüsentumors bei Ihrem Hund

Die Ursachen für die Entstehung von Tumoren am Hals Ihres Hundes sind bisher ungeklärt. Verschiedene Ursachen werden diskutiert, beispielsweise eine übermäßige Zufuhr von Jod mit der Nahrung. Aber auch genetische Faktoren (siehe Rassedisposition) sind zu diskutieren. Beim Menschen wird die Strahlungs-Exposition, dauerhaft erhöhtes Thyroid-stimulierendes Hormon (TSH), aber auch Diätproblematiken als mögliche Ursachen für die Erkrankung genannt.

Symptome des Halstumors bei Ihrem Hund

Häufig bemerkt der Besitzer lange nichts von den Veränderungen unter der Haut des Halses. Die meisten Hunde werden wegen einer Umfangsvermehrung an der Unterseite des Halses in der tierärztlichen Praxis vorgestellt, man bezeichnet dies in der Fachsprache als Kropf. Bei sehr großen Umfangsvermehrungen kann das Tumorgewebe auf die Luft- und Speiseröhre drücken und dadurch

  • Würgen,
  • Husten,
  • verändertes Bellen oder
  • Atemnot

hervorrufen. Einige Hunde haben Schwierigkeiten bei der Nahrungsaufnahme und magern ab. Schilddrüsentumore metastasieren in die abfliessenden Lymphwege, aber auch in Bauchorgane.

Etwa 40% aller Schilddrüsentumoren sind hormonell aktiv, d.h. sie nehmen Einfluss auf die Produktion der Schilddrüsenhormone. In diesen Fällen können zusätzlich noch Symptome einer Schilddrüsenüber- oder -unterfunktion auftreten.

Dendritische Zelltherapie beim Schilddrüsentumor bei Hunden

Bei einem nichtinvasiven Geschehen sollte zunächst eine chirurgische Entfernung vorgenommen werden. Handelt es sich um ein invasives Tumorverhalten kann auch über eine alleinige palliative Bestrahlung nachgedacht werden.

Wenn Ihr Hund einen Schilddrüsentumor hat, bietet sich mit der dendritischen Zelltherapie als schonende Behandlungsform eine Immuntherapie aus körpereigenen Zellen (so genannten dendritischen Zellen) an. Wichtig bei der Behandlung eines Schilddrüsentumors bei Ihrem Hund ist, dass Sie sich frühzeitig für eine entsprechende Behandlung entscheiden. Je früher die Behandlung beginnt, desto besser ist die Prognose. Eine Behandlung mit Chemotherapie bringt keinen Vorteil in der Prognose. Die Wirkung einer Gabe von radioaktivem Jod ist ebenfalls nur begrenzt.

Bei vielen Patienten kann durch die dendritische Zelltherapie eine Verbesserung der Lebensqualität beobachtet werden. Sprechen Sie uns unverbindlich an und lassen Sie sich zu Ihrem Patienten beraten. Ein Fallbeispiel über die Behandlung von Sari haben wir hier dokumentiert.

Die dendritische Zelltherapie wird bei Ihrem Hund in Zusammenarbeit mit Ihrem Haustierarzt angeboten, gerne erklären wir Ihnen den Ablauf.

Quellen: Lunn KF, Page RL (2020): Thyroid Gland Neoplasia in Dogs in: Withrow & MacEwen’s Small Animal Clinical Oncology, St. Louis, MO, 513-515

Jegatheeson S et al. (2022): Response of canine thyroid carcinomas to radioiodine, Vet Comp Oncol, 2022:20:235-245, doi: 10.1111/vco.12770

Enache D (2023): Thyroidectomy in dogs with thyroid tumors: Survival analysis in 144 cases (1994-2018), https://doi.org/10.1111/jvim.16644

Scheemaeker S et al (2023): Ultrasound-guided core needle biopsy in dogs with thyroid carcinoma, DOI: 10.1111/vco.12895

Schildern Sie uns den Fall Ihres Vierbeiners

Kostenlose Erstberatung bei Tumorerkrankungen durch unser tierärztliches Team — in der Regel innerhalb eines Werktages.

Mit * gekennzeichnete Felder sind Pflichtfelder.

Lieber direkt sprechen? 05522 9182582, Montag bis Freitag 08:30–17:00 Uhr.

Häufige Fragen

Wie erkenne ich einen Schilddrüsentumor beim Hund?

Häufig bemerkt der Besitzer lange nichts; die meisten Hunde werden wegen einer Umfangsvermehrung an der Unterseite des Halses vorgestellt, in der Fachsprache Kropf genannt. Sehr große Tumoren können auf Luft- und Speiseröhre drücken und Würgen, Husten, verändertes Bellen oder Atemnot hervorrufen; einige Hunde haben Schwierigkeiten bei der Nahrungsaufnahme und magern ab.

Ist ein Schilddrüsentumor beim Hund bösartig?

90 % der Schilddrüsentumoren des Hundes sind Karzinome, also bösartig. Sie können in die abfließenden Lymphwege, aber auch in Bauchorgane metastasieren (streuen). Unterschieden wird zudem zwischen nichtinvasiven Tumoren (verschieblich, rund bis oval) und invasiven Tumoren, die wichtige Strukturen im Hals-Nacken-Bereich infiltrieren.

Welche Hunde bekommen häufig einen Schilddrüsentumor?

Schilddrüsentumoren zählen zu den häufigsten Tumorerkrankungen im Halsbereich des Hundes. Gehäuft betroffen sind Sibirian Huskies, Golden Retriever und Beagle; das Durchschnittsalter der erkrankten Hunde liegt bei 10 bis 15 Jahren, eine Geschlechtsspezifität gibt es nicht.

Kann ein Schilddrüsentumor den Hormonhaushalt stören?

Ja, etwa 40 % aller Schilddrüsentumoren sind hormonell aktiv, das heißt, sie nehmen Einfluss auf die Produktion der Schilddrüsenhormone. In diesen Fällen können zusätzlich Symptome einer Schilddrüsenüber- oder -unterfunktion auftreten.

Wie wird ein Schilddrüsentumor beim Hund behandelt?

Bei einem nichtinvasiven Geschehen sollte zunächst die chirurgische Entfernung vorgenommen werden; bei invasivem Tumorverhalten kann auch über eine alleinige palliative Bestrahlung nachgedacht werden. Eine Chemotherapie bringt keinen Vorteil in der Prognose, und die Wirkung von radioaktivem Jod ist ebenfalls nur begrenzt. Ergänzend bietet sich die dendritische Zelltherapie an, eine Immuntherapie aus körpereigenen Zellen, die in Zusammenarbeit mit dem Haustierarzt durchgeführt wird — je früher die Behandlung beginnt, desto besser ist in der Regel die Prognose.

Was verursacht einen Schilddrüsentumor beim Hund?

Die Ursachen sind bisher ungeklärt. Diskutiert werden unter anderem eine übermäßige Zufuhr von Jod mit der Nahrung sowie genetische Faktoren, wofür die Rassedisposition spricht. Beim Menschen werden zusätzlich Strahlungs-Exposition, dauerhaft erhöhtes Thyroid-stimulierendes Hormon (TSH) und Diätproblematiken als mögliche Ursachen genannt.

Kostenlose Erstberatung durch unser tierärztliches Team.