Melanom im Auge des Hundes
Melanozytäre Tumoren — also Tumoren der pigmentbildenden Zellen (Melanozyten) — kommen beim Hund auch am und im Auge vor. Ein Melanom im Augenbereich kann die Lider und die behaarte Umgebung des Auges betreffen oder im Inneren des Auges entstehen, vor allem an der Regenbogenhaut (Iris) und am Ziliarkörper (dem Strahlenkörper, der das Kammerwasser bildet). Die gute Nachricht: Die Mehrzahl dieser Tumoren ist gutartig, und auch die bösartigen Formen im Augeninneren streuen selten in andere Organe. Gefährlich ist ein Melanom im Auge vor allem für das Auge selbst — durch Zerstörung der empfindlichen Strukturen und die Entwicklung eines Glaukoms (einer krankhaften Erhöhung des Augeninnendrucks).
Formen am und im Auge
An den Lidern und der behaarten Umgebung des Auges handelt es sich meist um kleine pigmentierte Knötchen, die häufig gutartig sind. Sie sollten dennoch beobachtet und bei Wachstum durch eine Biopsie (Gewebeprobe) abgeklärt werden; bei einem bösartigen Befund ist die chirurgische Entfernung angezeigt. Im Augeninneren ist die häufigste Form der melanozytäre Tumor der vorderen Uvea (Regenbogenhaut und Ziliarkörper). Gutartige Melanozytome sind hier etwa dreimal häufiger als maligne Melanome. Interessanterweise metastasieren selbst die bösartigen intraokularen Melanome selten: In einer Untersuchung von Wilcock und Peiffer an 91 Hunden lag die Metastasierungsrate unter 5 %. Für den Labrador Retriever wird eine Prädisposition (rassebedingte Anfälligkeit) für melanozytäre Veränderungen der Iris beschrieben. Beim Verdacht auf ein Irismelanom sollte die Entwicklung der Veränderung in regelmäßigen Abständen durch einen Fachtierarzt für Augenheilkunde (Ophthalmologie) kontrolliert werden.
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Symptome
Auffällig sind dunkle Flecken, Knötchen oder andere pigmentierte Veränderungen auf der Iris oder im Auge; auch eine Verformung der Pupille kann ein Hinweis sein. Die Sehfähigkeit ist zu diesem Zeitpunkt häufig noch erhalten. Breitet sich der Tumor auf empfindliche Strukturen wie den Kammerwinkel (den Abflussbereich des Kammerwassers) oder den Ziliarkörper aus, bemerkt der Besitzer zunehmend Sehstörungen. Kann das Kammerwasser nicht mehr geordnet abfließen, kommt es zu einer erheblichen Erhöhung des Augeninnendrucks (Glaukom) — erkennbar an einem geröteten, schmerzhaften oder vergrößert wirkenden Auge.
Diagnose
Die Diagnose stellt der Fachtierarzt für Augenheilkunde. Zur Untersuchung gehören die Beurteilung des vorderen Augenabschnitts, die Messung des Augeninnendrucks und die Kontrolle des Kammerwinkels. Eine Untersuchung mit einer speziellen Ultraschallsonde kann Klarheit über das Ausmaß der Veränderungen im Inneren des Auges geben. Da eine Gewebeprobe aus dem Augeninneren nur eingeschränkt möglich ist, stützt sich die Einschätzung häufig auf die regelmäßige Verlaufskontrolle: Größe, Form und Wachstumsgeschwindigkeit der Veränderung werden dokumentiert und verglichen.
Therapiemöglichkeiten
Kleine, umschriebene und langsam wachsende Veränderungen können zunächst engmaschig kontrolliert werden. Für pigmentierte Veränderungen im vorderen Augenabschnitt, die noch nicht zu weit fortgeschritten sind, steht die Behandlung mit dem Diodenlaser zur Verfügung: In Allgemeinnarkose werden die veränderten melanotischen Bezirke mit spezieller Lasertechnik behandelt (Photokoagulation). Cook und Wilkie beschrieben dieses Vorgehen bei 23 Hunden mit mutmaßlichem Irismelanom. Die Pigmentierung der Iris kann sich durch die Laserbehandlung verändern. Nach der Lasertherapie erhält der Hund in der Regel für einige Tage Entzündungshemmer und wird lokal mit Antibiotika versorgt; anschließend folgen regelmäßige Kontrolluntersuchungen, um den Behandlungserfolg zu bestätigen und Rezidive (ein Wiederauftreten) frühzeitig zu erkennen. Ist der Augendruck medikamentös nicht kontrollierbar, ist das Auge bereits erblindet oder liegt der Tumor in den hinteren Augenabschnitten, muss als notwendige Behandlungsform die Enukleation (die operative Entfernung des Augapfels) durchgeführt werden. Das entfernte Gewebe sollte stets pathologisch untersucht werden, um die Diagnose zu sichern.
Nachbehandlung
Ein Kongressbeitrag von Penner et al. beschreibt die immunologische Behandlung mit dendritischen Zellen nach der Enukleation, um einer Metastasierung des Melanoms entgegenzuwirken. Nach der vollständigen operativen Entfernung ist die dendritische Zelltherapie eine sinnvolle Ergänzung, um das Immunsystem gegen verbliebene Tumorzellen zu aktivieren. Sie wird beim Haustierarzt durchgeführt und ist gut mit den etablierten Verfahren kombinierbar. Kontrollierte Studien zur Wirksamkeit beim Melanom im Auge liegen bislang nicht vor.
Quellen
Wilcock BP, Peiffer RL (1986): Morphology and behavior of primary ocular melanomas in 91 dogs. Vet Pathol 23(4):418–424.
Cook CS, Wilkie DA (1999): Treatment of presumed iris melanoma in dogs by diode laser photocoagulation: 23 cases. Vet Ophthalmol 2(4):217–225.
Penner K et al. (2019): Immunologic treatment of intraocular melanoma after enucleation to avoid metastatic melanoma. ESVO Meeting, 3.–6. Oktober 2019, Dun Laoghaire, Dublin, Irland.
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