Symptome vom Osteosarkom beim Hund
Die Symptome eines Osteosarkoms beim Hund beginnen meist am Bewegungsapparat: mit einer Lahmheit, die nach einer scheinbaren Überanstrengung auftritt, und einer schmerzhaften Schwellung am betroffenen Knochen. Bei einem Osteosarkom handelt es sich um den häufigsten bösartigen Knochentumor des Hundes — er macht etwa 85 % der primären Knochentumoren aus, also der Tumoren, die direkt im Knochen entstehen und nicht als Tochtergeschwulst (Metastase) eines anderen Tumors. Weil die frühen Anzeichen leicht mit einer Verstauchung, Zerrung oder Arthrose verwechselt werden, vergeht bis zur Diagnose oft wertvolle Zeit.
- Spezifische Symptome
- Unspezifische Symptome
- Symptome durch Metastasen
- Worauf sollte geachtet werden?
- Diagnose
- Quellen
Spezifische Symptome
Am häufigsten sind die gelenknahen Abschnitte der langen Röhrenknochen betroffen — vor allem an der Vordergliedmaße oberhalb des Vorderfußwurzelgelenks und am Oberarm. Typische Anzeichen sind:
- eine Lahmheit, die zunächst kommt und geht und später anhält
- eine Schonhaltung oder das Laufen auf drei Beinen
- eine feste, warme, druckschmerzhafte Schwellung (Umfangsvermehrung) am betroffenen Knochenabschnitt
- im fortgeschrittenen Stadium Knochenbrüche ohne erkennbaren Anlass (pathologische Frakturen), weil der Tumor die Knochensubstanz auflöst
Der Tumor entsteht in der Regel im Inneren des Knochens und zerstört von dort die Knochenstruktur und die Knochenhaut (Periost) — daher die ausgeprägte Schmerzhaftigkeit. Schmerzmittel bessern die Lahmheit anfangs oft vorübergehend; das spricht nicht gegen einen Tumor und ersetzt keine Abklärung. Ausführliche Informationen zum Umgang mit den Schmerzen bietet die Seite Schmerzen beim Osteosarkom.
Unspezifische Symptome
Daneben können Allgemeinsymptome auftreten, die nicht eindeutig einer Tumorerkrankung zuzuordnen sind: Appetitlosigkeit, Gewichtsverlust, verminderte Leistungsbereitschaft, allgemeine Schwäche sowie Wesensveränderungen — manche Hunde wirken teilnahmslos (apathisch), andere reagieren wegen der Schmerzen ungewohnt gereizt oder sogar aggressiv.
Symptome durch Metastasen
Das Osteosarkom neigt dazu, früh zu streuen — vor allem in die Lunge, seltener in andere Knochen und innere Organe. Es wird davon ausgegangen, dass bei etwa 90 % der Hunde zum Zeitpunkt der Diagnose bereits Mikrometastasen (kleinste, noch nicht nachweisbare Tumorabsiedlungen) vorhanden sind. Machen sich Metastasen bemerkbar, kommen je nach Sitz weitere Beschwerden hinzu — etwa chronischer Husten, Kurzatmigkeit oder Lahmheiten an weiteren Gliedmaßen.
Worauf sollte geachtet werden?
Tückisch ist der wechselhafte Verlauf: Lahmheit und Schwellung können zwischenzeitlich abklingen und wiederkehren. Bei einer Lahmheit, die länger als ein bis zwei Wochen besteht, auf Schonung und Schmerzmittel nicht dauerhaft anspricht oder von einer Schwellung am Knochen begleitet wird, sollte deshalb ein Tierarzt aufgesucht werden — insbesondere bei Hunden großer Rassen im mittleren Alter. Ein Symptom-Tagebuch, in dem über ein bis zwei Wochen Lahmheit, Belastung und Auffälligkeiten notiert werden, kann die Einordnung erleichtern.
Diagnose
Eine Röntgenuntersuchung zeigt meist schon deutliche Hinweise wie die Auflösung der Knochenstruktur (Osteolyse) und unregelmäßige Knochenzubildungen. Die endgültige Diagnose wird durch eine Biopsie (Gewebeprobe) gesichert. Zum Staging (der Ermittlung des Krankheitsstadiums) gehören bildgebende Untersuchungen des Brustkorbs. Die Behandlungsmöglichkeiten — von der Amputation mit anschließender Chemotherapie über gliedmaßenerhaltende Wege bis zur dendritischen Zelltherapie als Ergänzung — sind auf der Übersichtsseite zum Osteosarkom beim Hund dargestellt.
Quellen
Ehrhart NP, Christensen NI, Fan TM (2020): Tumors of the Skeletal System. In: Vail DM, Thamm DH, Liptak JM (Hrsg.): Withrow & MacEwen’s Small Animal Clinical Oncology. 6. Aufl., St. Louis, MO, Elsevier, 524–564.
Scharvogel S, Kessler M (2022): Knochentumoren des Hundes. In: Kessler M (Hrsg.): Kleintieronkologie. 4. Aufl., Stuttgart, 617–624.