Tumorerkrankung
Nebennierentumor als Ursache der Aggressivität bei einem kastrierten Kater
Eine gesteigerte Aggressivität eines bereits kastrierten Katers kann auch durch den Einfluss eine Tumorerkrankung verursacht sein. Bei dem beschriebenen Fall hat der Kater einen Tumor der Nebenniere.
In diesem Fallbericht eines brasilianischen Forschers wird ein 9-jähriger kastrierter Kater beschrieben, bei dem ein Nebennierentumor während einer klinischen Untersuchung gefunden wurde. Die bei dem Tier beobachteten Symptome waren
- die Aggression gegenüber anderen Katzen im Haushalt,
- übermäßiges Miauen und
- auffälliges Harnmarkieren.
Untersuchung nach Verhaltensveränderung
Wegen des veränderten Verhaltens des Katers wurde eine klinische und weitergehende Untersuchung durchgeführt. Die Diagnose konnte aufgrund der oben genannten klinischen Anzeichen, einer sichtbar vergrößerten rechten Nebenniere im Ultraschallbild, der Wiederentwicklung von Penisstacheln und einer Erhöhung der Sexualhormone in einem Stimulationstest mit adrenokortikotropem Hormon gestellt. Die Katze wurde einer Bauchoperation und einer Entfernung der vergrößerten Nebenniere (Adrenalektomie) unterzogen. Bei der histopathologischen Untersuchung wurde die Verdachtsdiagnose eines Adenoms der Nebennierenrinde bestätigt.
Ergebnisse der Nachkontrolle
Bei der Nachkontrolle drei Monate nach der Operation waren die Penisstacheln verschwunden und das Urinspritzen sowie das exzessive Miauen hatten stark abgenommen. Bis zum Verschwinden des aggressiven Verhaltens verging allerdings erhebliche Zeit. Es wurde zusätzlich eine Verhaltenstherapie erforderlich. Diese Veröffentlichung gibt Hinweise für Besitzer und Tierarzt zur frühzeitigen Diagnose und zielgerichteten Behandlung bei kastrierten Katern mit einem Tumor der Nebenniere.
Häufige Fragen
Welche klinischen Anzeichen sprachen bei dem kastrierten Kater für eine hormonell aktive Neoplasie?
Auffällig waren Aggression gegenüber anderen Katzen im Haushalt, übermäßiges Miauen und auffälliges Harnmarkieren. Zusätzlich zeigte der 9-jährige kastrierte Kater eine Wiederentwicklung der Penisstacheln.
Wie wurde die Diagnose gesichert?
Die Diagnose stützte sich auf die klinischen Anzeichen, eine im Ultraschall sichtbar vergrößerte rechte Nebenniere, die Wiederentwicklung der Penisstacheln und erhöhte Sexualhormone im Stimulationstest mit adrenokortikotropem Hormon. Nach Adrenalektomie bestätigte die histopathologische Untersuchung ein Adenom der Nebennierenrinde.
Wie war der Verlauf nach der Adrenalektomie?
Bei der Nachkontrolle drei Monate nach der Operation waren die Penisstacheln verschwunden, Harnmarkieren und exzessives Miauen hatten stark abgenommen. Das aggressive Verhalten bildete sich erst über erhebliche Zeit zurück und erforderte zusätzlich eine Verhaltenstherapie.
Welche Bedeutung hat der Fallbericht für die Praxis?
Der Fall zeigt, dass eine gesteigerte Aggressivität bei einem bereits kastrierten Kater auch durch eine Tumorerkrankung der Nebenniere bedingt sein kann. Es handelt sich allerdings um einen Einzelfallbericht (Junior et al. 2020), der Hinweise zur frühzeitigen Diagnose und zielgerichteten Behandlung gibt.