Pemphigus foliaceus beim Pferd
Beim Pemphigus foliaceus des Pferdes handelt es sich um eine Autoimmunerkrankung der Haut: Das Immunsystem richtet sich gegen die Haftstrukturen zwischen den eigenen Hautzellen. Es ist zugleich die häufigste Autoimmunerkrankung des Pferdes.
Beim Pferd hat es den Anschein, dass Appaloosas prädisponiert sein könnten, also eine erhöhte Neigung zu dieser Erkrankung haben — eindeutig belegt ist das jedoch nicht. Die betroffenen Tiere decken ein sehr breites Altersspektrum ab, von 6 Monaten bis 25 Jahren.
Symptome
Die Tiere entwickeln multifokale Läsionen, also Hautveränderungen an mehreren Stellen gleichzeitig. Da die Pusteln, das heißt die eitergefüllten Bläschen, sehr zart sind, brechen sie leicht auf. Deshalb stehen im Krankheitsbild nicht die Bläschen selbst, sondern ihre Folgen im Vordergrund:
- allgemeine Krustenbildung
- Schuppung
- Alopezie, also Haarausfall
Die Läsionen beginnen in der Regel im Gesicht oder an den Beinen. Bleiben sie unbehandelt, können sie sich im Laufe einiger Monate generalisieren, sich also über den ganzen Körper ausbreiten.
Manche Pferde entwickeln zusätzlich Ödeme, das heißt Flüssigkeitsansammlungen, am Unterbauch sowie systemische Symptome wie Fieber, Depression und Lethargie, also auffallende Trägheit. Einige der Hautveränderungen können schmerzhaft sein oder jucken.
Behandlung
Zu den Behandlungsmöglichkeiten gehören Kortikosteroide, also entzündungshemmende und das Immunsystem dämpfende Medikamente, sowie Azathioprin und Pentoxifyllin. In der Regel ist eine über längere Zeit fortgeführte Behandlung notwendig.
Um den Einsatz immunsuppressiver Arzneimittel möglichst gering halten zu können, sollte ergänzend über eine immunologische Behandlung nachgedacht werden. Eine Immuntherapie mit eigenen toleranzinduzierenden dendritischen Zellen zielt darauf ab, dem Immunsystem die Toleranz gegenüber der eigenen Haut wieder beizubringen.
Zur gleichen Erkrankung beim Hund finden Sie eine eigene Darstellung unter Pemphigus beim Hund.
Quellen
Tizard IR (2023): Pemphigus Group. In: Autoimmune Diseases in Domestic Animals, Elsevier, St. Louis, MO, 118–122
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Häufige Fragen
Was ist Pemphigus foliaceus beim Pferd?
Pemphigus foliaceus ist die häufigste Autoimmunerkrankung des Pferdes, also eine Erkrankung, bei der sich das Immunsystem gegen körpereigene Strukturen der Haut richtet. Die betroffenen Tiere entwickeln multifokale Läsionen, das heißt Hautveränderungen an mehreren Stellen. Da die Pusteln (eitergefüllten Bläschen) sehr zart sind und leicht aufbrechen, stehen im Krankheitsbild vor allem Krustenbildung, Schuppung und Alopezie (Haarausfall) im Vordergrund.
Welche Pferde erkranken an Pemphigus foliaceus?
Die Erkrankung deckt ein sehr breites Altersspektrum ab, betroffen sind Tiere von 6 Monaten bis 25 Jahren. Es hat den Anschein, dass Appaloosas prädisponiert sein könnten, dies ist jedoch nicht eindeutig belegt.
Welche Symptome zeigt ein Pferd mit Pemphigus foliaceus?
Die Läsionen beginnen in der Regel im Gesicht oder an den Beinen und können sich unbehandelt im Laufe einiger Monate auf den ganzen Körper ausbreiten. Manche Tiere entwickeln zudem Ödeme (Flüssigkeitsansammlungen) am Unterbauch sowie systemische Symptome wie Fieber, Depression und Lethargie. Einige der Hautveränderungen können schmerzhaft sein oder jucken.
Wie wird Pemphigus foliaceus beim Pferd behandelt?
Zu den Behandlungsmöglichkeiten gehören Kortikosteroide (entzündungshemmende, das Immunsystem dämpfende Medikamente), Azathioprin und Pentoxifyllin. Um den Einsatz immunsuppressiver Arzneimittel möglichst gering halten zu können, sollte ergänzend über eine immunologische Behandlung nachgedacht werden.