Tumorerkrankung

Schilddrüsenkarzinom bei der Katze

Bei älteren Katzen werden Schilddrüsenveränderungen - oft verbunden mit einer Schilddrüsenüberfunktion - häufig gefunden. Dabei handelt es sich, wenn ein bösartiger Tumor als Ursache feststeht, in den meisten Fällen um ein Schilddrüsenkarzinom. Dieser maligne Tumor ist jedoch eher selten und tritt meist bei älteren Tieren auf. Es gibt keine Häufung nach Geschlechtern. Im Gegensatz zu den Hunden sind Schilddrüsentumoren bei Katzen hormonell aktiv.

Neben der öfter auftretenden Vergrößerung der Schilddrüse (den sogenannten Hyperplasien) finden sich Adenome (also gutartige) und Adenokarzinome (also bösartige) Tumoren der Schilddrüse. Als Ursache für die zunehmende Häufigkeit der Hyperthyreose (Schilddrüsenüberfunktion) wird

- die Fütterung von Dosenfutter (mit Fisch und Leber, stark schwankendem Jodgehalt)

- die Haltung als reine Wohnungskatze

- die Verwendung von Katzenstreu

- die Behandlung mit Antiparasitika

- der Kontakt zu Dünger oder Pflanzenschutzmitteln

- aber auch weitere Substanzen wie Kunststoffweichmacher

genannt. Bei Katzen, die über längere Zeit gegen die Schilddrüsenüberfunktion behandelt wurden, kann die Umwandlung in das bösartige Karzinom beobachtet werden.

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Symptome

Wie bei den meisten Tumorerkrankungen bei Katzen sind Schilddrüsenkarzinome oft gefolgt von unspezifischen Symptomen, die keine genaue Aussage darüber liefern können, um welche Tumorart es sich handelt. Nur in seltenen Fällen (1 bis 3 % der Tiere) sind Karzinome Auslöser einer Schilddrüsenüberfunktion: Das Schilddrüsenkarzinom ist dabei jedoch nur sehr selten der Auslöser für die Überproduktion an Hormonen, sondern es sind im großen Maße gutartige Adenome, die dies bedingen. Auch Veränderungen des Appetits, Gewichtsverlust oder -zunahme, häufiges Erbrechen und Mattheit können ein Anzeichen für eine Tumorerkrankung an der Schilddrüse sein. Schweres Schlucken oder Atmen, durch eine eingeengte Luft- und Speiseröhre können zur Symptomatik gehören. Ertasten Sie Knubbel oder Knoten in Gegenden der Schilddrüsen und beobachten eine zunehmende Umfangsvermehrung, sollte die Katze einem Tierarzt vorgestellt werden.

Diagnose

Anhand der Symptome und/oder fühlbaren Umfangsvermehrungen an der Schilddrüse kann ein Tumor der Schilddrüse schnell als Verdachtsdiagnose angenommen werden. Das genaue Ausmass der Veränderung sollte bei Tumorverdacht durch eine Computertomographie ermittelt werden. Auch eine genaue Ultraschalluntersuchung ist hilfreich. Eher selten wird, um festzustellen, ob es sich um einen gut- oder bösartigen Tumor, also um ein Schilddrüsenkarzinom bei der Katze handelt, eine Biopsie des Gewebes durchgeführt. Dazu wird eine Probe des Tumors entnommen und untersucht.

Behandlung

Die Behandlung von Schilddrüsenkarzinomen bei Katzen beginnt häufig mit der operativen Entfernung eines Teils oder des gesamten betroffenen Schilddrüsengewebes - je nachdem wie weit der Tumor bereits vorangeschritten ist. Inzwischen wird bei betroffenen Katzen aber häufig über eine Radiojodbehandlung nachgedacht, die nur an spezialisierten Zentren durchgeführt werden kann. Dies ist natürlich oft schwer für die Besitzer zu bewerkstelligen.

Dendritische Zelltherapie

Die dendritische Zelltherapie basiert auf körpereigenen Zellen der Katze, welche in einem Reinraum-Labor zu den sogenannten dendritischen Zellen kultiviert und der Katze injiziert werden. So soll das Immunsystem Ihres Lieblings den selbstständigen Kampf gegen die entarteten Tumorzellen wieder aufnehmen. Die Behandlungsform fördert das Wohlbefinden des Tieres und schwächt es im Gegensatz zu herkömmlichen Therapiemöglichkeiten nicht zusätzlich. Oft ist eine kurze Mattheit zu beobachten, die aufgrund des wieder arbeitenden Immunsystems nach der Injektion ausgelöst wird. Gefolgt wird dieser Zustand jedoch von einer höheren Vitalität, besserer Lebensqualität und einer höheren Lebenserwartung.

Quellen: Lunn KF, Boston SE (2020): Thyroid Gland Neoplasia in Cats in: Withrow & MacEwen’s Small Animal Clinical Oncology, 6th Ed., St. Louis, MO, 577-580

Boretti F, Kessler M (2022): Schilddrüsentumoren der Katze in: Kessler M Kleintieronkologie, 4, Aufl. Stuttgart, 681/682

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Häufige Fragen

Ist ein Schilddrüsenkarzinom bei der Katze bösartig?

Ja, das Schilddrüsenkarzinom (Adenokarzinom der Schilddrüse) ist ein bösartiger Tumor. Er tritt jedoch eher selten und meist bei älteren Katzen auf; eine Häufung nach Geschlechtern gibt es nicht. Daneben kommen an der Schilddrüse auch gutartige Veränderungen vor, etwa Hyperplasien (Vergrößerungen des Gewebes) und Adenome.

Welche Symptome zeigt eine Katze mit Schilddrüsenkarzinom?

Die Symptome sind meist unspezifisch: Veränderungen des Appetits, Gewichtsverlust oder -zunahme, häufiges Erbrechen und Mattheit können Anzeichen sein. Auch schweres Schlucken oder Atmen durch eine eingeengte Luft- und Speiseröhre kann zur Symptomatik gehören. Ertasten Sie Knubbel oder Knoten im Bereich der Schilddrüse oder beobachten Sie eine zunehmende Umfangsvermehrung, sollte die Katze einem Tierarzt vorgestellt werden.

Hängt das Schilddrüsenkarzinom mit einer Schilddrüsenüberfunktion zusammen?

Schilddrüsentumoren sind bei Katzen — anders als beim Hund — hormonell aktiv. Ein Karzinom ist aber nur in etwa 1 bis 3 % der Fälle Auslöser einer Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose); in den meisten Fällen sind gutartige Adenome der Grund für die Überproduktion an Hormonen. Bei Katzen, die über längere Zeit gegen eine Schilddrüsenüberfunktion behandelt wurden, kann allerdings die Umwandlung in das bösartige Karzinom beobachtet werden.

Welche Ursachen werden für Schilddrüsenveränderungen bei Katzen genannt?

Als Ursachen für die zunehmende Häufigkeit der Schilddrüsenüberfunktion werden unter anderem die Fütterung von Dosenfutter (mit Fisch und Leber sowie stark schwankendem Jodgehalt), die Haltung als reine Wohnungskatze, Katzenstreu, die Behandlung mit Antiparasitika sowie der Kontakt zu Dünger, Pflanzenschutzmitteln und weiteren Substanzen wie Kunststoffweichmachern genannt.

Wie wird ein Schilddrüsenkarzinom bei der Katze festgestellt?

Anhand der Symptome und fühlbarer Umfangsvermehrungen an der Schilddrüse ergibt sich zunächst eine Verdachtsdiagnose. Das genaue Ausmaß der Veränderung sollte bei Tumorverdacht durch eine Computertomographie ermittelt werden; auch eine genaue Ultraschalluntersuchung ist hilfreich. Eher selten wird eine Biopsie (Entnahme und Untersuchung einer Gewebeprobe) durchgeführt, um zwischen gut- und bösartig zu unterscheiden.

Wie wird ein Schilddrüsenkarzinom bei der Katze behandelt?

Die Behandlung beginnt häufig mit der operativen Entfernung eines Teils oder des gesamten betroffenen Schilddrüsengewebes, je nachdem, wie weit der Tumor vorangeschritten ist. Zunehmend wird auch eine Radiojodbehandlung erwogen, die allerdings nur an spezialisierten Zentren durchgeführt werden kann. Ergänzend kommt die dendritische Zelltherapie infrage: Dabei werden körpereigene Zellen der Katze im Reinraum-Labor zu dendritischen Zellen kultiviert und injiziert, damit das Immunsystem den Kampf gegen die entarteten Tumorzellen wieder aufnimmt.

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