Melanom der Haut beim Hund

Bei einem Melanom der Haut beim Hund handelt es sich um einen Tumor der pigmentbildenden Zellen (Melanozyten) in der behaarten Haut. Anders als die Melanome der Mundhöhle oder des Krallenbetts verhält sich die Mehrzahl der Melanome der behaarten Haut gutartig (Nishiya et al.). Dennoch sollte jede pigmentierte Umfangsvermehrung (Zubildung) abgeklärt werden, denn auch an der Haut kommen bösartige Formen vor — und ob ein Melanom gut- oder bösartig ist, lässt sich mit bloßem Auge nicht sicher beurteilen.

Vorkommen

Hautmelanome treten vor allem bei Hunden im mittleren bis höheren Alter auf. Stark pigmentierte, dunkelhaarige Rassen scheinen häufiger betroffen zu sein als hellhaarige. Typische Lokalisationen sind der Kopf, der Rumpf und die Gliedmaßen. Gesondert zu bewerten sind die Übergänge zwischen Haut und Schleimhaut (mukokutane Übergänge, etwa an Lippen oder Lidrändern) sowie die Pfote: Melanome an diesen Stellen sind überwiegend bösartig.

Symptome

Ein Melanom der Haut zeigt sich meist als einzelner, dunkel pigmentierter, gut abgegrenzter Knoten von wenigen Millimetern bis mehreren Zentimetern Größe. Gutartige Formen wachsen in der Regel langsam, sind über lange Zeit schmerzlos und metastasieren nicht — sie bilden also keine Tochtergeschwülste in anderen Organen. Warnzeichen, die auf ein bösartiges Verhalten hindeuten können, sind:

  • rasches Wachstum
  • offene, nässende oder blutende Stellen (Ulzerationen)
  • unscharfe Begrenzung oder Verwachsung mit der Unterlage
  • Juckreiz, Rötung oder Schwellung der Umgebung

Darüber hinaus können bei fortgeschrittener Erkrankung Allgemeinsymptome wie Appetitlosigkeit, Gewichtsverlust oder Antriebslosigkeit hinzukommen.

Schildern Sie uns den Fall Ihres Vierbeiners

Kostenlose Erstberatung durch unser tierärztliches Team — in der Regel innerhalb eines Werktages.

Mit * gekennzeichnete Felder sind Pflichtfelder.

Lieber direkt sprechen? 05522 9182582, Montag bis Freitag 08:30–17:00 Uhr.

Gut- oder bösartig?

Die Unterscheidung trifft der Pathologe anhand der feingeweblichen Untersuchung. Nach dem Konsens der Oncology-Pathology Working Group (Smedley et al.) sprechen bei Hautmelanomen unter anderem eine Kernatypie (Veränderung der Zellkerne) von mindestens 20 %, eine Mitoserate (Zahl der Zellteilungen) von mindestens 3 pro 10 Hauptgesichtsfeldern und ein Ki67-Wert (ein Marker für die Wachstumsaktivität) von mindestens 15 % für Bösartigkeit. Ältere Angaben, wonach 25 bis 50 % der Hautmelanome beim Hund bösartig seien, gelten als überholt: Nach heutigem Kenntnisstand ist die Mehrzahl der Melanome der behaarten Haut gutartig.

Diagnose

Am Anfang steht meist eine Feinnadelaspiration — dabei werden mit einer dünnen Kanüle Zellen aus dem Knoten entnommen und unter dem Mikroskop beurteilt. Pigmentierte Tumorzellen lassen sich so oft schon gut erkennen. Die endgültige Diagnose einschließlich der Beurteilung der Malignität (Bösartigkeit) wird durch eine Biopsie (Gewebeprobe) mit anschließender pathologischer Untersuchung gesichert. Ergibt diese einen bösartigen Befund, folgt ein Staging (die Ermittlung des Krankheitsstadiums) mit Untersuchung der regionären Lymphknoten und bildgebenden Verfahren von Lunge und Bauchraum.

Behandlung

Die Therapie der Wahl ist die vollständige chirurgische Entfernung des Tumors. Bei gutartigen Melanomen ist sie in der Regel kurativ, also heilend. Bei bösartigen Melanomen wird mit größerem Sicherheitsabstand operiert, um die Wahrscheinlichkeit eines Rezidivs (des Wiederauftretens des Tumors) zu verringern; bei unvollständiger Entfernung kann eine Nachoperation oder eine Strahlentherapie in Betracht gezogen werden. Für die Chemotherapie ist beim malignen Melanom keine Verlängerung der Überlebenszeit belegt. Nach der vollständigen operativen Entfernung ist die dendritische Zelltherapie eine sinnvolle Ergänzung, um das Immunsystem gegen verbliebene Tumorzellen zu aktivieren. Sie wird beim Haustierarzt durchgeführt und ist gut mit den etablierten Verfahren kombinierbar. Kontrollierte Studien zur Wirksamkeit beim Melanom der Haut liegen bislang nicht vor.

Quellen

Smedley RC et al. (2022): Diagnosis and histopathologic prognostication of canine melanocytic neoplasms: A consensus of the Oncology-Pathology Working Group. Vet Comp Oncol 20(4):739–751.

Nishiya AT et al. (2016): Comparative Aspects of Canine Melanoma. Vet Sci 3(1):7.

Kessler M (2022): Melanozytäre Tumoren. In: Kessler M (Hrsg.): Kleintieronkologie. 4. Aufl., Stuttgart, 342–344.

Bergman PJ, Selmic LE, Kent MS (2020): Melanoma. In: Vail DM, Thamm DH, Liptak JM (Hrsg.): Withrow & MacEwen’s Small Animal Clinical Oncology. 6. Aufl., St. Louis, MO, Elsevier, 367–381.

Schildern Sie uns den Fall Ihres Vierbeiners

Kostenlose Erstberatung durch unser tierärztliches Team — in der Regel innerhalb eines Werktages.

Mit * gekennzeichnete Felder sind Pflichtfelder.

Lieber direkt sprechen? 05522 9182582, Montag bis Freitag 08:30–17:00 Uhr.

Kostenlose Erstberatung durch unser tierärztliches Team.