Tumorerkrankung

Der Nierentumor bei der Katze

Bei einem Nierentumor bei der Katze handelt es sich um eine Neubildung der Niere. Primäre Nierentumoren, die in der Niere selbst entstehen, sind bei Katzen selten; wenn sie vorkommen, sind sie meist bösartig — gutartige Formen sind die Ausnahme. Der mit Abstand häufigste Nierentumor der Katze ist das Lymphom, das die Nieren häufig beidseitig befällt und aus der Gruppe der Erkrankungen des blutbildenden Systems stammt. Unter den primären Nierentumoren überwiegt das Nierenkarzinom; daneben sind Übergangszellkarzinome, Nephroblastome, Hämangiosarkome und Leiomyosarkome beschrieben. Betroffen sind vor allem ältere Katzen um das elfte Lebensjahr.

Auftreten

Die Nieren gehören zu den am besten durchbluteten Organen — entsprechend häufig siedeln sich dort Tochtergeschwülste (Metastasen) anderer Tumoren ab. Bei Katzen ist der Nierenbefall im Rahmen eines Lymphoms deutlich häufiger als ein echter primärer Nierentumor. In der Auswertung von Williams et al. machte das renale Lymphom rund 3,6 % aller Katzenlymphome aus. Für die Behandlung ist die Unterscheidung entscheidend: Ein Lymphom wird medikamentös behandelt, ein solider Einzeltumor operativ.

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Symptome

Die Anzeichen sind wenig spezifisch — und Katzen verbergen Krankheitszeichen lange. Häufig sind:

  • Abgeschlagenheit und Rückzug
  • Appetitlosigkeit mit Gewichtsverlust bis zur Abmagerung
  • auffällig starker Durst und vermehrtes Wasserlassen
  • Erbrechen, struppiges Fell, Mundgeruch bei nachlassender Nierenfunktion
  • Blut im Urin
  • eine tastbar vergrößerte, oft höckerige Niere

Bei der Untersuchung fällt die Vergrößerung des Nierengewebes im Ultraschall meist deutlich auf. Selten treten Begleiterscheinungen der Tumorerkrankung auf — beschrieben ist etwa eine hypertrophe Osteopathie, eine schmerzhafte Knochenzubildung an den Gliedmaßen (Khatat et al.).

Diagnose

Am Anfang stehen ein Blutbild mit Nierenwerten, eine Urinuntersuchung sowie Röntgen und Ultraschall. Bei Verdacht auf ein Lymphom lässt sich die Diagnose häufig schon durch eine Feinnadelaspiration (Entnahme von Zellen mit einer dünnen Kanüle) unter Ultraschallkontrolle sichern — das erspart der Katze eine Operation. Bei soliden Tumoren erfolgt die endgültige Diagnose meist am entfernten Organ.

Verlauf

Bei mehr als 20 % der erkrankten Katzen sind zum Zeitpunkt der Diagnose bereits Metastasen nachweisbar; in einer älteren Serie primärer Nierentumoren lag die Rate deutlich höher. Bevorzugte Ausgangsorte für Nierenmetastasen sind Lunge, Knochen und Leber. Liegen Metastasen vor, verschlechtern sich Prognose und Behandlungsaussichten; im Vordergrund steht dann der Erhalt der Lebensqualität.

Therapie

Ist nur eine Niere befallen und lässt es der Allgemeinzustand zu, sollte diese chirurgisch entfernt werden — mit einer gesunden Niere kommt eine Katze gut zurecht. Zu den Ergebnissen nach Nephrektomie beim Nierenkarzinom liegt eine neuere Auswertung vor (Kenny et al.). Beim renalen Lymphom ist die Chemotherapie die Behandlung der Wahl; für solide Nierentumoren ist ihre Wirksamkeit dagegen nicht belegt. Nach der operativen Entfernung ist die dendritische Zelltherapie eine sinnvolle Ergänzung, um das Immunsystem gegen verbliebene Tumorzellen zu aktivieren. Sie wird beim Haustierarzt durchgeführt und ist gut mit den etablierten Verfahren kombinierbar. Kontrollierte Studien zur Wirksamkeit beim Nierentumor der Katze liegen bislang nicht vor. Die Behandlungswege im Einzelnen sind auf der Seite Den Nierentumor bei der Katze behandeln dargestellt.

Quellen

Fulkerson CM, Knapp DW (2020): Tumors of the Urinary System. In: Vail DM, Thamm DH, Liptak JM (Hrsg.): Withrow & MacEwen’s Small Animal Clinical Oncology. 6. Aufl., St. Louis, MO, Elsevier, 645–656.

Williams AG, Hohenhaus AE, Lamb KE (2021): Incidence and treatment of feline renal lymphoma: 27 cases. J Feline Med Surg 23(10):936–944.

Henry CJ et al. (1999): Primary renal tumours in cats: 19 cases (1992–1998). J Feline Med Surg 1(3):165–170.

Kenny SA et al. (2023): Clinical outcomes in cats with renal carcinoma undergoing nephrectomy: A retrospective study. Vet Comp Oncol 21(4):692–699.

Khatat SE et al. (2020): Renal adenocarcinoma associated with hypertrophic osteopathy in a cat. JFMS Open Rep 6(2).

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Häufige Fragen

Welcher Nierentumor ist bei Katzen am häufigsten?

Der mit Abstand häufigste Nierentumor der Katze ist das Lymphom, ein Tumor aus der Gruppe der Erkrankungen des blutbildenden Systems, das die Nieren häufig beidseitig befällt — in einer Auswertung machte das renale Lymphom rund 3,6 % aller Katzenlymphome aus. Primäre Nierentumoren, die in der Niere selbst entstehen, sind selten und meist bösartig; unter ihnen überwiegt das Nierenkarzinom. Betroffen sind vor allem ältere Katzen um das elfte Lebensjahr.

Welche Symptome hat eine Katze mit einem Nierentumor?

Die Anzeichen sind wenig spezifisch: Abgeschlagenheit und Rückzug, Appetitlosigkeit mit Gewichtsverlust, auffällig starker Durst mit vermehrtem Wasserlassen, Erbrechen, struppiges Fell und Mundgeruch bei nachlassender Nierenfunktion sowie Blut im Urin. Auch eine tastbar vergrößerte, oft höckerige Niere kann auffallen. Da Katzen Krankheitszeichen in der Regel lange verbergen, sollten solche Veränderungen tierärztlich abgeklärt werden.

Wie wird ein Nierentumor bei der Katze festgestellt?

Am Anfang stehen ein Blutbild mit Nierenwerten, eine Urinuntersuchung sowie Röntgen und Ultraschall; die Vergrößerung des Nierengewebes fällt im Ultraschall meist deutlich auf. Bei Verdacht auf ein Lymphom lässt sich die Diagnose häufig schon durch eine Feinnadelaspiration, also die Entnahme von Zellen mit einer dünnen Kanüle unter Ultraschallkontrolle, sichern — das erspart der Katze eine Operation. Bei soliden Tumoren erfolgt die endgültige Diagnose meist am entfernten Organ.

Kann ein Nierentumor bei der Katze operiert werden?

Ist nur eine Niere befallen und lässt es der Allgemeinzustand zu, sollte diese chirurgisch entfernt werden — mit einer gesunden Niere kommt eine Katze gut zurecht. Beim renalen Lymphom ist dagegen die Chemotherapie die Behandlung der Wahl; für solide Nierentumoren ist ihre Wirksamkeit nicht belegt. Nach der operativen Entfernung ist die dendritische Zelltherapie eine sinnvolle Ergänzung, um das Immunsystem gegen verbliebene Tumorzellen zu aktivieren; kontrollierte Studien zur Wirksamkeit beim Nierentumor der Katze liegen bislang nicht vor.

Bildet ein Nierentumor bei der Katze Metastasen?

Bei mehr als 20 % der erkrankten Katzen sind zum Zeitpunkt der Diagnose bereits Metastasen (Tochtergeschwülste) nachweisbar; in einer älteren Serie primärer Nierentumoren lag die Rate deutlich höher. Liegen Metastasen vor, verschlechtern sich Prognose und Behandlungsaussichten — im Vordergrund steht dann der Erhalt der Lebensqualität.

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