Tumorerkrankung

Fragebogen: Lebensqualität Ihres Tieres einschätzen

Für viele Familien ist bei einer Tumorerkrankung nicht die Überlebenszeit die schwierigste Frage, sondern diese: Geht es meinem Tier gerade gut — oder rede ich mir das ein? Ein Fragebogen macht die Antwort greifbar. Er bewertet sieben Bereiche mit Punkten, und die Summe zeigt, wo es hakt und wie sich die Lage über Wochen entwickelt.

Der Bogen ist für erkrankte und alte Tiere gedacht, während und nach einer Behandlung. Am besten füllen Sie ihn etwa wöchentlich aus, gemeinsam mit allen, die das Tier betreuen — und nehmen ihn mit zum nächsten Tierarzttermin.

Wie geht es Ihrem Tier gerade?

Vergeben Sie für jedes Kriterium 0 bis 10 Punkte — 10 ist der Idealzustand. Die Summe erscheint sofort. Der Bogen ist zum Wiederholen gedacht: etwa wöchentlich, am besten gemeinsam mit allen, die das Tier betreuen.

5

Schmerzkontrolle und freies Atmen sind die wichtigste Sorge — Atemnot wiegt schwerer als jedes andere Kriterium.

5

Hilft Handfütterung? Wäre Kraftnahrung oder eine Ernährungssonde nötig? Wird das Gewicht regelmäßig kontrolliert?

5

Wer selbst nicht genug trinkt, braucht unter Umständen ein- bis zweimal täglich Infusionen unter die Haut.

5

Fell bürsten und säubern, besonders nach Kot- und Harnabsatz; weiches Lager gegen Druckstellen; Wunden sauber halten.

5

Wirkt es bedrückt, einsam, übervorsichtig, gelangweilt oder ängstlich? Lässt sich der Schlafplatz in die Mitte des Familienlebens rücken?

5

Braucht es menschliche oder mechanische Hilfe, etwa einen Rollwagen? Hat es Anfälle oder stolpert es?

5

Kommen die schlechten Tage öfter als die guten, ist die Lebensqualität vermutlich erheblich eingeschränkt.

35 von 70 Punkten (vorläufig — 0 von 7 Kriterien bewertet)

Bewegen Sie die Regler; die Einordnung erscheint, sobald alle sieben Kriterien bewertet sind.

Leerer Fragebogen (PDF)
Ergebnis per E-Mail erhalten — mit Fragebogen als PDF zum Wiederholen

Die Skala folgt der Quality-of-Life-Scale (HHHHHMM) von Dr. Alice Villalobos. Ab 35 Punkten gilt die Lebensqualität nach dieser Skala als akzeptabel; Schmerz und Atmung wiegen dabei schwerer als die übrigen Kriterien. Der Bogen ersetzt kein Gespräch mit Ihrem Tierarzt — er gibt ihm eine gemeinsame Grundlage.

Woher die Skala kommt

Die sieben Kriterien folgen der Quality-of-Life-Scale von Dr. Alice Villalobos, einer amerikanischen Tieronkologin. Die Abkürzung HHHHHMM steht für Hurt, Hunger, Hydration, Hygiene, Happiness, Mobility und More good days than bad. Villalobos hat die Skala für die Palliativbetreuung von Hunden und Katzen entwickelt; sie gilt inzwischen als die verbreitetste Grundlage für das Gespräch über Lebensqualität in der Tiermedizin. Wir nutzen sie in der Praxis seit Jahren — jeder Tierhalter erhält bei jeder Behandlung einen Fragebogen zur Lebensqualität vor und nach der Therapie.

So nutzen Sie den Bogen

Ehrlich bewerten. 10 Punkte sind der Idealzustand, wie er vor der Erkrankung war. Wer sich unsicher ist, wählt lieber den niedrigeren Wert — der Bogen soll nicht beruhigen, sondern Klarheit schaffen.

Wiederholen. Ein einzelner Tag kann gut oder schlecht sein. Erst der Vergleich über mehrere Wochen zeigt, ob eine Behandlung wirkt oder ob die Lage kippt. Bewahren Sie die Bögen auf oder lassen Sie sich das Ergebnis per E-Mail schicken.

Gemeinsam ausfüllen. Familienmitglieder sehen unterschiedliche Dinge — wer morgens füttert, bemerkt den Appetit, wer abends spaziert, die Beweglichkeit. Uneinigkeit bei einem Kriterium ist selbst eine wichtige Information.

Was die Summe bedeutet

Ab 35 von 70 Punkten spricht die Skala von einer akzeptablen Lebensqualität, die es rechtfertigt, die intensive Pflege weiterzuführen. Zwei Einschränkungen gehören dazu: Schmerz und Atmung wiegen schwerer als die übrigen Kriterien — ein Tier, das nicht frei atmen kann, leidet unabhängig von der Summe. Und die Zahl ersetzt nicht den Blick auf das einzelne Kriterium: Der niedrigste Wert zeigt, wo sich am ehesten etwas verbessern lässt, etwa durch eine bessere Schmerzeinstellung, Infusionen gegen Austrocknung oder ein weicheres Lager.

Wenn der Wert niedrig bleibt

Liegt die Summe über Wochen unter 35 Punkten oder kommen die schlechten Tage öfter als die guten, ist die Lebensqualität vermutlich erheblich eingeschränkt. Dann gehört das Ergebnis in ein offenes Gespräch mit dem Haustierarzt — über das, was sich noch verbessern lässt, und über den Abschied, wenn es nichts mehr gibt. Ein ruhiges, schmerzfreies Ende zu Hause kann ein Ziel sein, das alle Beteiligten wollen.

Was eine Behandlung leisten kann und woran sich ihr Erfolg messen lässt, lesen Sie unter Wie beurteile ich den Erfolg einer Krebsbehandlung? und Was kann ich von der Krebstherapie erwarten?. Wurde Ihr Tier als austherapiert eingestuft, muss das nicht das Ende der Möglichkeiten sein — mehr dazu unter Austherapiert – stimmt das bei meinem Tier?.

Häufige Fragen

Ab wie vielen Punkten ist die Lebensqualität noch in Ordnung?

Nach der Skala von Villalobos gilt eine Summe ab 35 von 70 Punkten als akzeptable Lebensqualität. Die Zahl ist ein Anhaltspunkt, kein Urteil: Ein Tier mit 40 Punkten, das bei Schmerz und Atmung nur 2 Punkte hat, braucht dringend Hilfe — Schmerzkontrolle und freies Atmen wiegen schwerer als die übrigen Kriterien.

Wie oft sollte ich den Fragebogen ausfüllen?

Etwa wöchentlich, bei schnellen Veränderungen auch öfter. Ein einzelner Wert sagt wenig; der Verlauf über mehrere Wochen zeigt, ob eine Behandlung wirkt oder ob es bergab geht. Am besten füllt ihn immer dieselbe Person aus, oder alle Betreuer gemeinsam.

Was mache ich, wenn der Wert unter 35 liegt?

Sprechen Sie zeitnah mit Ihrem Tierarzt und nehmen Sie den Bogen mit. Oft lässt sich an einzelnen Kriterien noch etwas verbessern — eine bessere Schmerzeinstellung, Infusionen gegen Austrocknung, Handfütterung, ein weicheres Lager. Bleibt der Wert trotzdem niedrig, ist es Zeit für ein offenes Gespräch über den Abschied.

Woher stammt die Skala?

Von der amerikanischen Tieronkologin Dr. Alice Villalobos, die sie als Quality-of-Life-Scale (HHHHHMM: Hurt, Hunger, Hydration, Hygiene, Happiness, Mobility, More good days than bad) für die Palliativbetreuung von Hunden und Katzen entwickelt hat. Sie ist international die verbreitetste Skala für diese Frage.

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