Tumorerkrankung
Melanom der Haut beim Hund
Bei einem Melanom der Haut beim Hund handelt es sich um einen Tumor der pigmentbildenden Zellen (Melanozyten) in der behaarten Haut. Anders als die Melanome der Mundhöhle oder des Krallenbetts verhält sich die Mehrzahl der Melanome der behaarten Haut gutartig (Nishiya et al.). Dennoch sollte jede pigmentierte Umfangsvermehrung (Zubildung) abgeklärt werden, denn auch an der Haut kommen bösartige Formen vor — und ob ein Melanom gut- oder bösartig ist, lässt sich mit bloßem Auge nicht sicher beurteilen.
Vorkommen
Hautmelanome treten vor allem bei Hunden im mittleren bis höheren Alter auf. Stark pigmentierte, dunkelhaarige Rassen scheinen häufiger betroffen zu sein als hellhaarige. Typische Lokalisationen sind der Kopf, der Rumpf und die Gliedmaßen. Gesondert zu bewerten sind die Übergänge zwischen Haut und Schleimhaut (mukokutane Übergänge, etwa an Lippen oder Lidrändern) sowie die Pfote: Melanome an diesen Stellen sind überwiegend bösartig.
Symptome
Ein Melanom der Haut zeigt sich meist als einzelner, dunkel pigmentierter, gut abgegrenzter Knoten von wenigen Millimetern bis mehreren Zentimetern Größe. Gutartige Formen wachsen in der Regel langsam, sind über lange Zeit schmerzlos und metastasieren nicht — sie bilden also keine Tochtergeschwülste in anderen Organen. Warnzeichen, die auf ein bösartiges Verhalten hindeuten können, sind:
- rasches Wachstum
- offene, nässende oder blutende Stellen (Ulzerationen)
- unscharfe Begrenzung oder Verwachsung mit der Unterlage
- Juckreiz, Rötung oder Schwellung der Umgebung
Darüber hinaus können bei fortgeschrittener Erkrankung Allgemeinsymptome wie Appetitlosigkeit, Gewichtsverlust oder Antriebslosigkeit hinzukommen.
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Gut- oder bösartig?
Die Unterscheidung trifft der Pathologe anhand der feingeweblichen Untersuchung. Nach dem Konsens der Oncology-Pathology Working Group (Smedley et al.) sprechen bei Hautmelanomen unter anderem eine Kernatypie (Veränderung der Zellkerne) von mindestens 20 %, eine Mitoserate (Zahl der Zellteilungen) von mindestens 3 pro 10 Hauptgesichtsfeldern und ein Ki67-Wert (ein Marker für die Wachstumsaktivität) von mindestens 15 % für Bösartigkeit. Ältere Angaben, wonach 25 bis 50 % der Hautmelanome beim Hund bösartig seien, gelten als überholt: Nach heutigem Kenntnisstand ist die Mehrzahl der Melanome der behaarten Haut gutartig.
Diagnose
Am Anfang steht meist eine Feinnadelaspiration — dabei werden mit einer dünnen Kanüle Zellen aus dem Knoten entnommen und unter dem Mikroskop beurteilt. Pigmentierte Tumorzellen lassen sich so oft schon gut erkennen. Die endgültige Diagnose einschließlich der Beurteilung der Malignität (Bösartigkeit) wird durch eine Biopsie (Gewebeprobe) mit anschließender pathologischer Untersuchung gesichert. Ergibt diese einen bösartigen Befund, folgt ein Staging (die Ermittlung des Krankheitsstadiums) mit Untersuchung der regionären Lymphknoten und bildgebenden Verfahren von Lunge und Bauchraum.
Behandlung
Die Therapie der Wahl ist die vollständige chirurgische Entfernung des Tumors. Bei gutartigen Melanomen ist sie in der Regel kurativ, also heilend. Bei bösartigen Melanomen wird mit größerem Sicherheitsabstand operiert, um die Wahrscheinlichkeit eines Rezidivs (des Wiederauftretens des Tumors) zu verringern; bei unvollständiger Entfernung kann eine Nachoperation oder eine Strahlentherapie in Betracht gezogen werden. Für die Chemotherapie ist beim malignen Melanom keine Verlängerung der Überlebenszeit belegt. Nach der vollständigen operativen Entfernung ist die dendritische Zelltherapie eine sinnvolle Ergänzung, um das Immunsystem gegen verbliebene Tumorzellen zu aktivieren. Sie wird beim Haustierarzt durchgeführt und ist gut mit den etablierten Verfahren kombinierbar. Kontrollierte Studien zur Wirksamkeit beim Melanom der Haut liegen bislang nicht vor.
Auf Forschungsebene wird auch die Wirkung neuer Substanzen auf das kanine Melanom untersucht, etwa des NEDD8-Inhibitors Pevonedistat; klinische Wirksamkeitsdaten am Patienten liegen dazu allerdings noch nicht vor.
Quellen
Smedley RC et al. (2022): Diagnosis and histopathologic prognostication of canine melanocytic neoplasms: A consensus of the Oncology-Pathology Working Group. Vet Comp Oncol 20(4):739–751.
Nishiya AT et al. (2016): Comparative Aspects of Canine Melanoma. Vet Sci 3(1):7.
Kessler M (2022): Melanozytäre Tumoren. In: Kessler M (Hrsg.): Kleintieronkologie. 4. Aufl., Stuttgart, 342–344.
Bergman PJ, Selmic LE, Kent MS (2020): Melanoma. In: Vail DM, Thamm DH, Liptak JM (Hrsg.): Withrow & MacEwen’s Small Animal Clinical Oncology. 6. Aufl., St. Louis, MO, Elsevier, 367–381.
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Häufige Fragen
Ist ein Melanom der Haut beim Hund immer bösartig?
Nein. Nach heutigem Kenntnisstand verhält sich die Mehrzahl der Melanome der behaarten Haut gutartig; ältere Angaben, wonach 25 bis 50 % der Hautmelanome bösartig seien, gelten als überholt. Anders ist es an den mukokutanen Übergängen (den Grenzen zwischen Haut und Schleimhaut, etwa an Lippen oder Lidrändern) und an der Pfote — dort sind Melanome überwiegend bösartig. Da sich die Dignität (Gut- oder Bösartigkeit) mit bloßem Auge nicht sicher beurteilen lässt, sollte jede pigmentierte Zubildung abgeklärt werden.
Woran erkenne ich, dass das Hautmelanom meines Hundes bösartig sein könnte?
Warnzeichen sind rasches Wachstum, offene, nässende oder blutende Stellen (Ulzerationen), eine unscharfe Begrenzung oder Verwachsung mit der Unterlage sowie Juckreiz, Rötung oder Schwellung der Umgebung. Die sichere Unterscheidung trifft jedoch der Pathologe anhand der feingeweblichen Untersuchung — dabei sprechen unter anderem eine Kernatypie (Veränderung der Zellkerne) von mindestens 20 % und ein Ki67-Wert (ein Marker für die Wachstumsaktivität) von mindestens 15 % für Bösartigkeit.
Wie wird ein Melanom der Haut beim Hund diagnostiziert?
Am Anfang steht in der Regel eine Feinnadelaspiration, bei der mit einer dünnen Kanüle Zellen aus dem Knoten entnommen und unter dem Mikroskop beurteilt werden. Die endgültige Diagnose einschließlich der Beurteilung der Malignität (Bösartigkeit) sichert eine Biopsie (Gewebeprobe) mit anschließender pathologischer Untersuchung. Bei bösartigem Befund folgt ein Staging, also die Ermittlung des Krankheitsstadiums mit Untersuchung der regionären Lymphknoten und Bildgebung von Lunge und Bauchraum.
Wie wird ein Hautmelanom beim Hund behandelt?
Therapie der Wahl ist die vollständige chirurgische Entfernung; bei bösartigen Melanomen wird mit größerem Sicherheitsabstand operiert, um ein Rezidiv (das Wiederauftreten des Tumors) unwahrscheinlicher zu machen. Für die Chemotherapie ist beim malignen Melanom keine Verlängerung der Überlebenszeit belegt. Nach der vollständigen Operation kann die dendritische Zelltherapie eine sinnvolle Ergänzung sein, um das Immunsystem gegen verbliebene Tumorzellen zu aktivieren; kontrollierte Studien zur Wirksamkeit beim Melanom der Haut liegen bislang allerdings nicht vor.
Ist ein Melanom der Haut beim Hund heilbar?
Bei gutartigen Hautmelanomen ist die vollständige chirurgische Entfernung in der Regel kurativ, also heilend. Bei bösartigen Formen hängt der weitere Verlauf unter anderem davon ab, ob der Tumor vollständig entfernt werden konnte; bei unvollständiger Entfernung kommen eine Nachoperation oder eine Strahlentherapie in Betracht.
Welche Hunde bekommen ein Melanom der Haut?
Hautmelanome treten vor allem bei Hunden im mittleren bis höheren Alter auf; stark pigmentierte, dunkelhaarige Rassen scheinen häufiger betroffen zu sein als hellhaarige. Typische Lokalisationen sind der Kopf, der Rumpf und die Gliedmaßen.