Tumorerkrankung
Lymphdrüsenkrebs bei der Katze — die Symptome
Bei Lymphdrüsenkrebs bei der Katze handelt es sich um das maligne, also bösartige Lymphom — auch Lymphosarkom genannt. Der Begriff umfasst eine gemischte Gruppe von Erkrankungen, die ihren Ursprung in Veränderungen der Lymphozyten haben, einer Gruppe der weißen Blutkörperchen. Sie treten normalerweise in lymphozytären Geweben auf, also in Lymphknoten, Milz oder Knochenmark, häufig aber auch im Darm und in der Leber. Das Lymphom zählt zu den häufigsten Tumorerkrankungen der Katze und kann in jedem Alter vorkommen.
Männliche Tiere scheinen öfter zu erkranken, Siamkatzen und orientalische Katzenrassen scheinen ein erhöhtes Krankheitsrisiko zu haben. Da die ersten Anzeichen oft unspezifisch sind, ist ein aufmerksamer Umgang mit Ihrer Katze zu empfehlen, um ein Lymphom möglichst früh zu erkennen. Denn auch hier gilt: Je früher die Erkrankung erkannt wird, desto besser ist das in der Regel für die Behandlung.
Tastbare Schwellungen am ganzen Körper
Lymphdrüsenkrebs befällt die Lymphknoten und lässt sich auch an diesen feststellen. Werden die Lymphknoten von den Tumorzellen befallen, ist dort in der Regel ein Anschwellen zu bemerken. Lymphdrüsen befinden sich am Körper Ihrer Katze an vielen Stellen, unter anderem an tastbaren Bereichen der Körperoberfläche:
- im Unterkiefer
- am Hals
- in den Achseln
- in der Leiste
- an der Ohrspeicheldrüse
Daneben kann es zu einer Lymphdrüsenschwellung der Organe des Körperinneren kommen. Typisch sind bei der Katze zum Beispiel Nase, Gehirn, Milz, Darm und Niere. Im weiteren Krankheitsverlauf ist häufig auch eine Umfangsvermehrung an den betroffenen Körperstellen zu beobachten; zu den klinischen Zeichen, die in der Regel nur durch tierärztliche und labortechnische Untersuchungen sichtbar werden, zählen zudem Vergrößerungen der inneren Organe.
Problematisch ist, dass diese Symptome nicht allein einer Krebserkrankung zuzuordnen sind. Unterschiedlichste Krankheiten können ein Anschwellen der Lymphknoten verursachen, darunter auch harmlose Erkältungskrankheiten oder Entzündungen. Auch bei anderen Tumorerkrankungen können Lymphknoten wegen der Metastasenbildung örtlich anschwellen. Bestätigt sich der Verdacht etwa in Richtung Katzenschnupfen nicht, sollten Sie die Anzeichen unbedingt im Blick behalten. Klingen die Schwellungen nicht ab, ist es ratsam, Ihre Katze erneut beim Tierarzt vorzustellen.
Unspezifische Symptome bei Lymphdrüsenkrebs
Die Symptome unterscheiden sich je nachdem, welches Organ und welche Körperregion Ihrer Katze befallen ist. Präzise allgemeine Aussagen lassen sich deshalb leider nicht treffen. Anzeichen, die jedoch in vielen Fällen auftreten, sind:
- Durchfall und Erbrechen
- starker Durst und damit einhergehend ein erhöhter Urinabsatz
- periodisch auftretendes Fieber
- Appetitlosigkeit und Futterverweigerung
- starke Gewichtsabnahme bis hin zur schnellen Abmagerung
- grippeähnliche Symptome mit den typischen Veränderungen der Atemwege
Auch eine Veränderung im Verhalten ist bei vielen Tieren zu beobachten. Damit ist keine grundlegende Änderung der Persönlichkeit gemeint: Vielmehr verhalten sich die Katzen lethargisch oder apathisch, weil sie sich durch ihren Zustand geschwächt fühlen.
Gerade Appetitlosigkeit und Gewichtsverlust können für Katzen sehr gefährlich werden, da sie ohnehin nur über ein geringes Körpergewicht verfügen. Ziehen Sie bei solchen Krankheitsanzeichen bitte zeitnah einen Tierarzt zu Rate.
Maligne Lymphome im Knochenmark und das FeLV
Findet sich das maligne Lymphom im Knochenmark, so kann auch eine Viruserkrankung dahinterstehen: das FeLV, also das feline Leukämie-Virus. Die Katzen reagieren dann oft mit einer erhöhten Körpertemperatur, mit Erbrechen und mit Schwächeanfällen. Auch eine Gelbsucht ist eine mögliche Folge. Bei einigen Tieren sind darüber hinaus Blutarmut (Anämie) und blasse Schleimhäute zu beobachten.
Ausbreitung und Stadien
Beim malignen Lymphom handelt es sich um eine sehr aggressive Tumorart, die schnell Metastasen bildet, sich also auf andere Organe ausbreitet. Ist das der Fall, erschwert es die Behandlung, und die Symptomatik wird breiter und noch unspezifischer. Umso wichtiger ist es, dass die Erkrankung so früh wie möglich erkannt und lokalisiert wird.
Klinisch werden beim Lymphom der Katze fünf Stadien unterschieden:
| Stadium | Befund |
|---|---|
| Stadium 1 | ein einzelner Tumor außerhalb eines Lymphknotens oder eine einzelne Lymphknotenregion; Tumoren in der Brust sind einbezogen |
| Stadium 2 | ein einzelner Tumor mit regionaler Lymphknotenbeteiligung · zwei oder mehr Lymphknoten auf derselben Seite des Zwerchfells · zwei einzelne, nicht lymphknotengebundene Tumoren mit oder ohne regionale Lymphknotenbeteiligung auf derselben Seite des Zwerchfells · ein operativ entfernbarer Tumor im Magen-Darm-Trakt, meist im Bereich des Ileums (unterer Dünndarm) oder des Caecums (Anfang des Dickdarms), mit oder ohne Beteiligung der Begleitlymphknoten |
| Stadium 3 | zwei einzeln betroffene Tumoren auf unterschiedlichen Seiten des Zwerchfells · zwei oder mehr Lymphknotenveränderungen im Zwerchfellbereich · alle ausgedehnten primären, nicht operativ entfernbaren Tumorbildungen im Bauchraum · alle im Bereich der Wirbelsäule oder epidural liegenden Tumoren, unabhängig von anderen Tumorbildungen |
| Stadium 4 | Stadium 1 bis 3 mit Beteiligung von Leber und/oder Milz |
| Stadium 5 | Stadium 1 bis 4 mit Beteiligung von Zentralnervensystem und/oder Knochenmark |
Besondere Lymphomformen bei Katzen
Neben den Lymphomen der Lymphknoten treten bei Katzen mehrere Formen außerhalb der Lymphknoten auf, sogenannte extranodale Lymphome:
- Nasales Lymphom — tritt häufig bei Katzen im Alter von 9 bis 10 Jahren auf; etwa ein Drittel der Nasentumoren bei Katzen sind Lymphome.
- Nierenlymphom — die am zweithäufigsten außerhalb von Lymphknoten auftretende Form.
- Lymphom des Zentralnervensystems — wird bei etwa jeder zehnten Katze mit einem extranodalen Lymphom beobachtet.
- Hautlymphom — eine seltene Erkrankung, die vor allem ältere Tiere im Alter von etwa 10 bis 13 Jahren betrifft.
- Unterhautlymphom — eine Erkrankung vor allem männlicher Hauskatzen; oft handelt es sich um ein örtlich umgrenztes Geschehen.
- Lymphom im Bereich von Schlund, Kehlkopf und Luftröhre — wird in etwa 10 % der Fälle beobachtet.
- Augenlymphom — bei ungefähr 20 % der Augentumoren von Katzen handelt es sich um Lymphombildungen.
Die Behandlung der Symptome
Die Symptome machen Katzen, die an Lymphdrüsenkrebs leiden, schwer zu schaffen. Viele der herkömmlichen Behandlungsmethoden zielen aus diesem Grund darauf ab, die Belastung der Tiere im Krankheitsverlauf so gering wie möglich zu halten. So kann eine Chemotherapie zum Einsatz kommen, in anderen Fällen wird die lymphatische Erkrankung mit Kortison behandelt.
Die dendritische Zelltherapie bietet eine schonende Ergänzung zu diesen Behandlungsmethoden. Diese Immuntherapie setzt am Ursprung des Krebses an: Das Immunsystem wird gestärkt, damit es die entarteten Zellen wieder erkennt, wobei die Nebenwirkungen so gering wie möglich gehalten werden.
Wenn Sie einige oder alle der beschriebenen Anzeichen bei Ihrer Katze feststellen, zögern Sie nicht, Ihr Tier bei einem Tierarzt oder in einer Tierklinik vorzustellen. Je früher eine Diagnose gestellt werden kann, desto bessere Chancen haben Katzen in der Behandlung — das gilt auch für Patienten, bei denen eine Therapie mit dendritischen Zellen überlegt wird. Eine solche Diagnose ist für Sie eine schwere Nachricht; die Entscheidung über den weiteren Weg müssen Sie aber nicht allein treffen.
Quellen
- Vail DM, Pinkerton M (2020): Feline Lymphoma and Leukemia in: Withrow and MacEwen’s Small Animal Clinical Oncology, 6th Ed., St. Louis, MO, 715-730
- Siewert J et al. (2022): Feline cutaneous lymphoma — an evaluation of disease presentation and factors affecting response to treatment, DOI: 10.1177/1098612X211028837
Häufige Fragen
Woran erkenne ich Lymphdrüsenkrebs bei meiner Katze?
Typisch sind Schwellungen in der betroffenen Körperregion, denn der Lymphdrüsenkrebs befällt die Lymphknoten. Tastbare Lymphdrüsen liegen zum Beispiel im Unterkiefer, am Hals, in den Achseln, in der Leiste und an der Ohrspeicheldrüse; daneben können innere Organe betroffen sein, bei der Katze typischerweise Nase, Gehirn, Milz, Darm und Niere. Die Erkrankung kann in jedem Alter vorkommen.
Sind geschwollene Lymphknoten bei der Katze immer Krebs?
Nein, unterschiedlichste Krankheiten können ein Anschwellen der Lymphknoten verursachen, darunter auch harmlose Erkältungskrankheiten oder Entzündungen. Auch bei anderen Tumorerkrankungen können Lymphknoten wegen der Metastasenbildung örtlich anschwellen. Klingen die Schwellungen nicht ab, ist es ratsam, die Katze erneut beim Tierarzt vorzustellen.
Welche weiteren Symptome können bei Lymphdrüsenkrebs auftreten?
Die Symptome unterscheiden sich je nachdem, welches Organ und welche Körperregion befallen ist. In vielen Fällen treten Durchfall, Erbrechen, starker Durst mit erhöhtem Urinabsatz und periodisch auftretendes Fieber auf. Auch Appetitlosigkeit und Futterverweigerung mit starker Gewichtsabnahme sowie ein lethargisches oder apathisches Verhalten sind nicht ungewöhnlich.
Warum sind Appetitlosigkeit und Gewichtsverlust bei Katzen so gefährlich?
Katzen verfügen ohnehin nur über ein geringes Körpergewicht, daher können Appetitlosigkeit und Gewichtsverlust für sie schnell gefährlich werden. Ziehen Sie bei solchen Krankheitsanzeichen zeitnah einen Tierarzt zu Rate — je früher die Erkrankung erkannt wird, desto besser ist das in der Regel für die Behandlung.
Was hat das FeLV-Virus mit dem Lymphom zu tun?
Findet sich das maligne Lymphom im Knochenmark, kann eine Viruserkrankung dahinterstehen: das FeLV, also das feline Leukämie-Virus. Die Katzen reagieren dann oft mit erhöhter Körpertemperatur, Erbrechen und Schwächeanfällen; auch Gelbsucht, Blutarmut und blasse Schleimhäute sind mögliche Folgen.
Gibt es besondere Lymphomformen bei Katzen?
Ja, mehrere Formen treten außerhalb der Lymphknoten auf: Das nasale Lymphom findet sich häufig bei Katzen im Alter von 9 bis 10 Jahren, etwa ein Drittel der Nasentumoren sind Lymphome. Nierenlymphome sind die zweithäufigste extranodale Form, Lymphome des Zentralnervensystems werden bei etwa jeder zehnten Katze mit extranodalem Lymphom beobachtet. Das Hautlymphom ist selten und betrifft ältere Tiere von etwa 10 bis 13 Jahren; bei ungefähr 20 % der Augentumoren handelt es sich um Lymphombildungen.
Wie wird Lymphdrüsenkrebs bei der Katze behandelt?
Viele der herkömmlichen Behandlungsmethoden zielen darauf ab, die Belastung der Katze im Krankheitsverlauf so gering wie möglich zu halten; zum Einsatz kommen etwa eine Chemotherapie oder Kortison. Ergänzend steht die dendritische Zelltherapie zur Verfügung: Diese Immuntherapie setzt am Ursprung des Krebses an, stärkt das Immunsystem und hält die Nebenwirkungen möglichst gering.