Tumorerkrankung

Hund und Katze: Schmerzbehandlung beim Krebspatienten

Bei der Schmerzbehandlung des Krebspatienten handelt es sich um weit mehr als die Schmerzausschaltung während einer Tumoroperation oder bei der Entnahme einer Gewebeprobe. Sie stellt den tierärztlichen Anästhesisten vor eigene Herausforderungen, auf die er vorbereitet sein muss. Dazu gehören

  • das Wissen um alternative Schmerzbehandlungstechniken,
  • die Kenntnis nachteiliger physiologischer Veränderungen und
  • die Beherrschung komplexer Verfahren zur Entfernung der Krebsquelle.

Was sind die Ursachen von Schmerz bei Tieren mit Krebserkrankung?

Krebsschmerzen können entstehen durch das

  • Eindringen von Tumorzellen in Gewebe,
  • die Dehnung und Obstruktion (Verlegung) von inneren Organen oder
  • Entzündungsprozesse, die von Krebszellen hervorgerufen werden.

Welche Schmerzarten gibt es?

Zu den Schmerzarten gehören somatische, viszerale und neuropathische Schmerzen. Sie alle wirken vorwiegend auf verschiedene Nervenfasern und erzeugen je nach Art des Reizes eine unterschiedliche nozizeptive Reaktion, also eine unterschiedliche Antwort der körpereigenen Schmerzfühler (Nozizeptoren).

  1. Der somatische Schmerz ist eine Art nozizeptiver Schmerz, der auch als Hautschmerz, Gewebeschmerz oder Muskelschmerz bezeichnet wird.
  2. Viszerale Schmerzen, also Eingeweideschmerzen, entstehen durch die Aktivierung von Nozizeptoren der Brust-, Becken- oder Bauchorgane. Sie sind typischerweise dumpf und schlecht zu lokalisieren.
  3. Neuropathischer Schmerz entsteht durch eine Schädigung des Nervensystems selbst. Diese dritte Art von Schmerz kann bedingt sein durch
    1. ein Trauma,
    2. eine Infektion,
    3. eine Ischämie (Minderdurchblutung),
    4. ein systemisches Tumorgeschehen
    5. oder eine chemische Behandlung, zum Beispiel eine Chemotherapie.

Neuropathischer Schmerz in seiner Entstehung

Einige Arten von neuropathischen Schmerzen entwickeln sich, wenn das periphere Nervensystem geschädigt wird, was die Nozizeptoren veranlasst, wiederholt Schmerzsignale zu übermitteln. Dies führt zu einer Überempfindlichkeit und peripheren Sensibilisierung. Dieser abnorme Zustrom von Informationen verursacht eine abnorme zentrale Verarbeitung und ein Fortbestehen der Überempfindlichkeit. Chronische Schmerzen bestehen dann leider über die Gewebeheilung hinaus fort, bieten aber keine nützliche biologische Funktion oder einen Überlebensvorteil mehr.

Sie beeinträchtigen die Lebensqualität unserer Patienten zunehmend erheblich und wirken schwächend auf Allgemeinbefinden und Immunsystem. Weiterhin sprechen sie schlecht auf die traditionelle Schmerztherapie an. Schmerzen verursachen einerseits Leiden für unsere Vierbeiner, das sowohl für das pflegende tierärztliche Personal als auch für die Besitzer belastend ist. Sie wirken sich zudem deutlich auf die Körperfunktionen aus: Es hat sich gezeigt, dass Schmerzen einen katabolen Zustand (verstärkte Energiefreisetzung) erzeugen, der zu Muskelschwund führen kann. Dieser chronische Schmerzzustand bringt auch ein erhöhtes Narkoserisiko mit sich, da höhere Dosen erforderlich sind, um einen stabilen Anästhesiezustand aufrechtzuerhalten. Darüber hinaus unterdrückt der Schmerz die Immunreaktion, wodurch der Patient für eine Infektion oder Sepsis (Blutvergiftung) anfällig wird und die Behandlung länger dauern und aufwendiger werden kann. Schmerzen fördern auch Entzündungen und verzögern so die Wundheilung.

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Welche Techniken werden zur Schmerzbehandlung eingesetzt?

Die meisten Tiere, bei denen Krebs diagnostiziert wird, zeigen schon früh Schmerzsymptome. Diese verstärken sich mit fortschreitender Krankheit rasch. Die Absicht der Schmerzbehandlung besteht darin, die periphere und zentrale Sensibilisierung zu minimieren und die Lebensqualität zu erhalten. Die Schmerzbehandlung sollte daher multimodal sein — das heißt, mehrere Wirkansätze in jeweils niedrigerer Dosierung kombinieren, statt einen Wirkstoff immer höher zu dosieren — und sich auf die Behandlung chronischer Schmerzen konzentrieren. Zu den schmerzstillenden Medikamenten können nicht steroidale Schmerzmittel (NSAIDs), Opioide, NMDA-Antagonisten, adrenerge Alpha-2-Agonisten, Antikonvulsiva und trizyklische Antidepressiva gehören.

a) Nicht steroidale Schmerzmittel (NSAIDs)

Entzündliche Schmerzen, Hyperalgesie (gesteigerte Schmerzempfindlichkeit) und Allodynie (Schmerzen, die durch einen Reiz verursacht werden, der normalerweise keine Schmerzen hervorruft) werden häufig mit dieser Wirkstoffklasse über eine COX-Hemmung kontrolliert. Einige Tumoren überexprimieren COX-2, wodurch Prostaglandinbildung und Entzündung verstärkt werden; COX-2-hemmende NSAIDs können deshalb auch eine Rolle bei der Behandlung dieser Tumoren spielen. Zu den häufigsten Nebenwirkungen gehören die Hemmung der Thrombozytenaggregation (des Verklumpens der Blutplättchen), die Beeinträchtigung der Nierendurchblutung und die Hemmung des Magen-Darm-Schutzes.

b) Opioide

Es gibt eine breite Palette von Wirkstoffen, die an verschiedenen Opioidrezeptoren (µ, δ und κ) angreifen. Sie können intramuskulär oder intravenös in der perioperativen Phase, also rund um die Operation, oder zur langfristigen Behandlung oral verabreicht werden. Zu diesen Medikamenten gehören Hydromorphon, Morphin, Methadon, Fentanyl, Buprenorphin, Kodein und Tramadol. Orale Opioide werden von Haustieren unterschiedlich aufgenommen und sollten idealerweise zusammen mit anderen Medikamenten eingesetzt werden. Häufige Nebenwirkungen sind Übelkeit und Erbrechen, Verstopfung, Hecheln und ein veränderter Geisteszustand (Dysphorie).

c) NMDA-Antagonisten

Niedrige Dosen von NMDA-Antagonisten werden häufig eingesetzt, um die zentrale Sensibilisierung zu verringern oder Schmerzen bei onkologischen Patienten zu durchbrechen. Sie können besonders bei sehr schmerzhaften Tieren mit Nerven- oder Knochenschmerzen hilfreich sein, wie zum Beispiel bei Osteosarkom-Patienten. Diese Medikamentenklasse umfasst Wirkstoffe wie Ketamin und Amantadin und ist bei den meisten Patienten sicher. Zu den Nebenwirkungen können erhöhte Herzfrequenz, erhöhter Blutdruck, vermehrter Speichelfluss und Pupillenerweiterung gehören; bei niedrigeren Dosen werden diese Wirkungen minimiert.

d) Adrenerge Alpha-2-Agonisten

Dexmedetomidin und Medetomidin werden seit Jahren als Teil von Sedierungsprotokollen verwendet, haben aber auch eine analgetische, also schmerzstillende Wirkung — sowohl über die Alpha-2-Rezeptoren als auch durch synergistische Effekte bei gleichzeitiger Gabe von Opioiden. Infusionen mit konstanter Rate können als Teil eines multimodalen Analgesieprotokolls bei mäßigen bis starken Schmerzen ergänzt werden. Zu den Nebenwirkungen können Sedierung, Vasokonstriktion (Gefäßverengung), verminderte Herzleistung, Bradykardie (verlangsamter Herzschlag), AV-Block, Übelkeit, Hyperglykämie (erhöhter Blutzucker) und Polyurie (vermehrtes Harnen) gehören.

e) Antikonvulsiva

Gabapentin hat sich zu einem weit verbreiteten Medikament in der tierärztlichen Behandlung entwickelt, insbesondere bei chronischen oder neuropathischen Schmerzen. Nebenwirkungen sind selten und umfassen eine leichte Ataxie (Gangunsicherheit) und Sedierung. Eine Langzeittherapie scheint die Nebenwirkungen nicht zu verschlimmern. Pregabalin ist ein seltener verwendetes Antikonvulsivum, das eine höhere Wirksamkeit hat, in der Veterinärmedizin aber weniger untersucht worden ist.

f) Trizyklische Antidepressiva

Diese Medikamente blockieren die Wiederaufnahme von Noradrenalin und Serotonin, sodass diese Botenstoffe verfügbar bleiben und auf Wege wirken können, die die Schmerzübertragung modulieren. Dazu gehören Amitriptylin, Clomipramin und Imipramin. Studien zur Sicherheit und Wirksamkeit in der Veterinärmedizin sind derzeit begrenzt.

Lokoregionale Anästhesie als Teil des Schmerzplans

Ein eigener Baustein des Schmerzbehandlungsplans sind Lokalanästhetika. Sie werden präventiv, postoperativ und als Ergänzung zur Allgemeinanästhesie eingesetzt.

Wichtig ist dabei die begriffliche Trennung: Analgesie bezeichnet die Abschwächung oder Linderung der Schmerzwahrnehmung — dieses Kriterium erfüllen Lokalanästhetika ebenso wie Opioide und nichtsteroidale Antirheumatika. Anästhesie ist dagegen ein kontrollierter, vorübergehender Gefühls- oder Bewusstseinsverlust, der aus medizinischen Gründen herbeigeführt wird; sie kann auch Analgesie, Lähmung mit nachfolgender Muskelentspannung, Amnesie (Erinnerungsverlust) und Bewusstlosigkeit umfassen.

Obwohl die lokale oder regionale Infiltration von Lokalanästhetika keinen Bewusstseinsverlust verursacht, sind diese Verfahren in einzigartiger Weise in der Lage, die Schmerzwahrnehmung vollständig — wenn auch zeitlich begrenzt — zu hemmen. Damit nehmen sie im Schmerztherapieplan eine besondere Stellung ein: Ein sauber gesetzter Leitungsblock senkt den Bedarf an Inhalationsanästhetikum und Opioid während der Operation und trägt die Analgesie in die ersten Stunden danach hinein.

Die Schmerzbehandlung für tierärztliche Patienten hat sich in den letzten 20 Jahren enorm weiterentwickelt; die meisten Halter erwarten heute eine konsequente Schmerztherapie für ihre Tiere. Zahlreiche Medikamente und Verabreichungswege stehen zur Verfügung, um einen umfassenden Schmerztherapieplan zu erstellen. Eine ausführliche Darstellung der einzelnen Blockadetechniken bei Hund und Katze findet sich bei Reuss-Lamky (2021).

Was ist wichtig für die Operation beim onkologischen Patienten?

Onkologische Patienten, die für eine Operation vorgestellt werden, weisen oft eine oder mehrere Komorbiditäten (Begleiterkrankungen) oder paraneoplastische Syndrome auf, also vom Tumor ausgelöste Allgemeinstörungen, die der Anästhesist berücksichtigen muss. Tumoren können mehrere biologisch aktive Substanzen produzieren und freisetzen, die schädlicher sein können als der ursprüngliche Tumor. Beispiele für paraneoplastische Syndrome sind das Krebsanorexie-Kachexie-Syndrom, Fieber, Anämie, Thrombozytopenie, Hyperproteinämie, Gerinnungsstörungen, Hypoglykämie und Hyperkalzämie.

Krebs-Anorexie-Kachexie-Syndrom: Dies ist die häufigste paraneoplastische Erkrankung bei Veterinärpatienten. Sie ist durch Übelkeit, Anorexie (Appetitlosigkeit) und Gewichtsverlust gekennzeichnet, die letztlich zu schwerem Körperfettabbau und Muskelschwund führen. Aufgrund einer Körperzusammensetzung mit weniger Fett und Muskeln können höhere zirkulierende Medikamentenspiegel vorliegen. Möglicherweise müssen die Dosen angepasst werden, um Überdosierungen und verlängerte oder schwere Erholungsphasen zu vermeiden. Diese Patienten sind während der Anästhesie anfälliger für Unterkühlung; der Anästhesist sollte den Wärmeverlust verringern, indem er von kalten Oberflächen isoliert, den Patienten einwickelt, warme Wasserdecken verwendet oder andere aktive Heizmethoden anwendet.

Fieber: Dies tritt beim onkologischen Patienten entweder durch die Produktion und Freisetzung fiebererzeugender Botenstoffe (pyrogener Zytokine) durch den Tumor oder durch das Immunsystem des Patienten auf. Schwere Hyperthermie kann eine erhöhte Stoffwechselrate und einen erhöhten Sauerstoffverbrauch verursachen, was zu Funktionsstörungen mehrerer Organsysteme führen kann — dazu gehören akutes Nierenversagen, disseminierte intravasale Gerinnung oder Herzrhythmusstörungen. Sie kann auch zu einem schnelleren Medikamentenstoffwechsel und einem erhöhten Bedarf an Inhalationsanästhetika führen. Die Patienten sollten nach Möglichkeit vor der Narkoseeinleitung auf Hyperthermie behandelt werden.

Anämie (Blutarmut): In Fällen, in denen der Tumor eine Blutung oder eine Unterdrückung der Blutbildung verursacht, kann eine Entfernung des Tumors erforderlich sein, um die Anämie zu verbessern. Eine akute oder schwere Anämie sollte vor der Anästhesie mit einer Transfusion von Vollblut oder Erythrozytenkonzentrat stabilisiert werden, insbesondere wenn eine Hypovolämie (Volumenmangel) oder Minderdurchblutung zu befürchten ist. Die Präoxygenierung, also die Sauerstoffgabe vor der Narkoseeinleitung, ist bei diesen Patienten lebenswichtig.

Thrombozytopenie (Mangel an Blutplättchen): Ein chirurgischer Eingriff und eine Anästhesie können notwendig sein, um bösartige Tumoren zu entfernen, die eine Thrombozytopenie auslösen. Die Verwendung zytotoxischer Medikamente kann das Risiko zusätzlich erhöhen. Ein Gerinnungsprofil (PT, PTT) beurteilt die Gerinnungsfunktion vor der Operation; falls angezeigt, kann eine Plasmatransfusion erforderlich sein, um während der Operation eine übermäßige Blutung zu verhindern.

Hyperproteinämie (erhöhter Eiweißgehalt im Blut): Patienten mit multiplem Myelom, Lymphom oder Leukämie können gleichzeitig an einer Hyperproteinämie leiden. Bei ihnen können aufgrund einer schlechten Thrombozytenaggregation Blutungsstörungen auftreten. Bei anderen Patienten können Hyperviskosität (Blutverdickung) und Blutstase auftreten, die zu Gewebehypoxie, Augenveränderungen, ZNS-Ausfällen, Herzerkrankungen oder Multiorganversagen führen können. In schweren Fällen kann eine Plasmapherese (Blutplasmaaustausch) vor der Anästhesie erforderlich sein.

Hyperkalzämie (erhöhter Kalziumspiegel): Der Knochenabbau durch Osteoklasten und die gleichzeitige Freisetzung von Kalzium kann bei onkologischen Patienten zu einer Hyperkalzämie führen. Auch andere Erkrankungen verursachen eine Hyperkalzämie, darunter Hypoadrenokortizismus (Morbus Addison) und Nierenversagen; diese sollten vor der Operation ausgeschlossen werden. Zu den Anzeichen gehören Polyurie, Polydipsie (vermehrtes Trinken), Muskelzittern, Schwäche, Erbrechen, Bradykardie, Stupor und Koma.

Herzrhythmusstörungen: Veränderungen in den intrazellulären Signalwegen können zum Auftreten von Herzrhythmusstörungen beim Krebspatienten führen. Am häufigsten sind vorzeitige ventrikuläre Komplexe und Vorhofflimmern. Bei allen onkologischen Patienten sollte vor der Anästhesie ein EKG durchgeführt und eine angemessene Behandlung eingeleitet werden, wenn eine Arrhythmie vorliegt.

Welche Verfahren gibt es?

Krebs kann in fast jedem Teil oder Organ des Körpers auftreten, sodass die chirurgischen onkologischen Verfahren sehr unterschiedlich ausfallen. Zu den komplexen Eingriffen, die zur Entfernung von Primärtumoren durchgeführt werden, gehören unter anderem Splenektomien (Milzentfernungen), Leberlappenentfernungen, Amputationen, Teilentfernungen der Bauchspeicheldrüse, Unterkieferteilresektionen, Schilddrüsenentfernungen und Analbeutelentfernungen.

Das Management dieser Verfahren sollte fallbasiert erfolgen, die Protokolle auf jeden Patienten zugeschnitten sein. Einige Milz- oder Leberlappenentfernungen erfordern die Gabe von Blutprodukten, während andere unkompliziert und risikoarm sind. Bei einigen Schilddrüsenentfernungen handelt es sich um schnelle Verfahren, bei anderen besteht das Risiko einer Schwellung, Atemnot oder Blutung. Es liegt in der Verantwortung des tierärztlichen Anästhesisten, die möglichen Komplikationen für jeden Eingriff zu kennen und vor der Operation darauf vorbereitet zu sein.

Onkologische Patienten bringen damit viele Herausforderungen mit sich: Die Schmerzbehandlung kann schwierig sein, es können mehrere Begleiterkrankungen vorliegen, und die chirurgischen Eingriffe sind mitunter kompliziert. Gründliche Aufarbeitung, Kenntnis der multimodalen Analgesie, Verständnis der paraneoplastischen Syndrome und Vertrautheit mit den notwendigen chirurgischen Verfahren sind die Schlüsselelemente für eine erfolgreiche Anästhesie beim onkologischen Patienten. Wie Halter Tumorschmerzen im Alltag erkennen, ist unter Schmerzen bei Tumoren beschrieben; zur allgemeinen Narkosesicherheit bei der Katze siehe Narkose bei der Katze. Wie sich der Erfolg einer Krebsbehandlung und die Lebensqualität des Tieres im weiteren Verlauf einschätzen lassen, ist auf der Seite Behandlungserfolg einer Krebstherapie beschrieben.

Quellen

  • Shuey N (2020): Anesthesia in the Cancer Patient, Virtual Annual Conference, Presentation, Veterinary Cancer Society
  • Reuss-Lamky H (2021): Locoregional Anesthesia for Small Animal Patients, Today’s Veterinary Nurse, https://todaysveterinarynurse.com/articles/locoregional-anesthesia-for-small-animal-patients/
  • Winger K, Feuerstein W (2023): NSAIDs in der Tumortherapie beim Hund: Sind sie nur palliativ einzusetzen?, DOI 10.2376/0032-681X-2320
  • Iocolano KE et al. (2025): Retrospective evaluation of outpatient intravenous ketamine-lidocaine infusions for the palliation of cancer pain in dogs and cats, J Am Vet Med Assoc 263(4):499–506, doi:10.2460/javma.24.09.0595

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Häufige Fragen

Woher kommen die Schmerzen bei einem Hund oder einer Katze mit Krebs?

Krebsschmerzen können durch das Eindringen von Tumorzellen in Gewebe, durch die Dehnung und Obstruktion (Verlegung) innerer Organe oder durch Entzündungsprozesse entstehen, die von Krebszellen hervorgerufen werden. Die meisten Tiere, bei denen Krebs diagnostiziert wird, zeigen schon früh Schmerzsymptome; diese verstärken sich mit fortschreitender Krankheit rasch.

Welche Schmerzmittel kommen bei einem krebskranken Hund oder einer Katze infrage?

Die Schmerzbehandlung sollte multimodal sein, das heißt mehrere Wirkansätze in jeweils niedrigerer Dosierung kombinieren, und sich auf die Behandlung chronischer Schmerzen konzentrieren. Zu den schmerzstillenden Medikamenten können nicht steroidale Schmerzmittel (NSAIDs), Opioide, NMDA-Antagonisten, adrenerge Alpha-2-Agonisten, Antikonvulsiva wie Gabapentin und trizyklische Antidepressiva gehören. Welche Kombination sinnvoll ist, wird auf den einzelnen Patienten zugeschnitten.

Was leisten örtliche Betäubungen beim Tumorpatienten?

Lokalanästhetika werden präventiv, nach der Operation und als Ergänzung zur Allgemeinanästhesie eingesetzt. Obwohl die örtliche oder regionale Infiltration keinen Bewusstseinsverlust verursacht, kann sie die Schmerzwahrnehmung vollständig — wenn auch zeitlich begrenzt — hemmen. Ein sauber gesetzter Leitungsblock senkt den Bedarf an Narkosegas und Opioid während der Operation und trägt die Schmerzausschaltung in die Stunden danach hinein.

Warum müssen Schmerzen beim Krebspatienten unbedingt behandelt werden?

Chronische Schmerzen beeinträchtigen die Lebensqualität erheblich und wirken schädigend auf Allgemeinbefinden und Immunsystem. Es hat sich gezeigt, dass Schmerzen einen katabolen Zustand (verstärkte Energiefreisetzung) erzeugen, der zu Muskelschwund führen kann; zudem unterdrücken sie die Immunreaktion, fördern Entzündungen und verzögern so die Wundheilung. Ein chronischer Schmerzzustand kann außerdem das Narkoserisiko erhöhen, da höhere Narkosedosen erforderlich sind.

Was ist neuropathischer Schmerz beim Tier?

Neuropathischer Schmerz entsteht durch eine Schädigung des Nervensystems, etwa infolge eines Traumas, einer Infektion, einer Ischämie (Minderdurchblutung), eines systemischen Tumorgeschehens oder einer chemischen Behandlung wie der Chemotherapie. Solche chronischen Schmerzen bestehen über die Gewebeheilung hinaus fort und sprechen in der Regel schlecht auf die traditionelle Schmerztherapie an.

Ist eine Narkose bei einem krebskranken Tier riskanter?

Onkologische Patienten weisen oft eine oder mehrere Begleiterkrankungen (Komorbiditäten) oder paraneoplastische Syndrome auf, also vom Tumor ausgelöste Allgemeinstörungen wie Fieber, Anämie (Blutarmut), Gerinnungsstörungen oder Hyperkalzämie. Diese müssen vom Anästhesisten berücksichtigt werden: Vor der Anästhesie sollte unter anderem ein EKG durchgeführt und beispielsweise eine akute oder schwere Anämie mit einer Transfusion stabilisiert werden.

Welche Nebenwirkungen können Schmerzmittel bei Hund und Katze haben?

Nicht steroidale Schmerzmittel (NSAIDs) können unter anderem die Thrombozytenaggregation (das Verklumpen der Blutplättchen) hemmen, die Nierendurchblutung beeinträchtigen und den Magen-Darm-Schutz herabsetzen. Häufige Nebenwirkungen von Opioiden sind Übelkeit, Erbrechen, Verstopfung und ein veränderter Geisteszustand. Nebenwirkungen von Gabapentin sind dagegen selten und umfassen eine leichte Ataxie (Gangunsicherheit) und Sedierung.

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