Tumorerkrankung
Wenn die Chemotherapie bei Tieren das Blutbild verändert
Eine Folge der Behandlung mit einer Chemotherapie bei Tieren kann eine oft dramatische Veränderung des Blutbildes bei unseren Vierbeinern sein. Es kann sowohl zu Störungen in den Organsystemen (z.B. Leber, Nieren, Magen-Darm-System), aber auch im Blutbildungssystem kommen. Deshalb ist eine regelmäßige Untersuchung der Blutparameter unerlässlich. Bei Verdacht einer gesundheitlichen Störung sollten sofortige weitergehende Untersuchungen erfolgen. Auch eine erniedrigte Zahl weißer Blutkörperchen (Leukopenie) gehört zu diesen Veränderungen und kann eine geplante immunologische Behandlung mit dendritischen Zellen gefährden. Was die einzelnen Werte des Blutbilds messen und welche Ursachen hinter Abweichungen stehen, erklärt für den Hund die Übersicht Blutwerte beim Hund.
Schildern Sie uns den Fall Ihres Vierbeiners
Kostenlose Erstberatung bei Tumorerkrankungen durch unser tierärztliches Team — in der Regel innerhalb eines Werktages.
Lieber direkt sprechen? 05522 9182582, Montag bis Freitag 08:30–17:00 Uhr.
Wie wird dann behandelt?
Zunächst sollte der Tierbesitzer bei Störungen des Allgemeinbefindens bei seinem unter einer chemotherapeutischen Behandlung stehenden Tier nicht lange abwarten, um sich zu weitergehenden Untersuchungen und aufbauenden Therapien bei seinem Haustierarzt zu begeben. Nach der Blutuntersuchung und der Feststellung der Krankheitssymptome muss sofort mit Gegenmaßnahmen gestartet werden.
Diese Behandlungsmaßnahmen müssen beinhalten:
- Gezielte Maßnahmen bei Organstörungen, z. B. durch Infusionen
- Abwehrsteigernde Arzneimittel bei Zusammenbruch des Abwehrsystems (wegen Erniedrigung der Anzahl an roten und weissen Bltukörperchen)
- Abwehr von drohenden oder vorhandenen Infektionen, z. B. durch Gabe von Antibiotika, um opportunistische Infektionserreger zurück zu drängen
- Behandlung gegen Übelkeit und vorhandene Magen-Darm-Symptomatik
Welche Blutwerte sollten beachtet werden bei der Nutzung von antimikrobiell wirkenden Substanzen?
Grundlage der Entscheidung zu einer (antimikrobiellen) Behandlung sollten regelmäßige Blutkontrollen während und nach einer Chemotherapie sein.
| Neutrophile (je Liter Blut) | Wahl des Wirkstoffs | Behandlungsdauer |
| ≤ 0,75 x 109 | Breitspektrumantibiotikum | Wenn keine Infektion festgestellt werden kann, so lange bis die Neutrophilenzahl auf mehr als 0,75x10 9 gestiegen ist |
| ≥ 0,75 bis 1x109 und einer der folgenden Risikofaktoren zusätzlich: Veränderungen an der Blutkörperchenform Begleiterkrankung Positiv auf MDR Körpergewicht geringer als 14 kg | Breitspektrumantibiotikum | Wenn keine Infektion festgestellt werden kann, so lange bis die Neutrophilenzahl auf mehr als 0,75x10 9 gestiegen ist |
| Sowohl bei einer Neutrophilenzahl von mehr als 1x109 oder mehr als 0,75 x 109 und ohne Risikofaktoren | Keine Behandlung |
Grundlage der Entscheidung zu einer (antimikrobiellen) Behandlung sollten regelmäßige Blutkontrollen während und nach einer Chemotherapie sein. Eine Übersicht über weitere Nebenwirkungen bei der Chemotherapie unserer Tiere finden Sie hier.
Schildern Sie uns den Fall Ihres Vierbeiners
Kostenlose Erstberatung bei Tumorerkrankungen durch unser tierärztliches Team — in der Regel innerhalb eines Werktages.
Lieber direkt sprechen? 05522 9182582, Montag bis Freitag 08:30–17:00 Uhr.
Häufige Fragen
Warum verändert eine Chemotherapie das Blutbild bei Hund, Katze oder Pferd?
Eine Chemotherapie kann das Blutbild oft dramatisch verändern. Es kann sowohl zu Störungen in den Organsystemen (zum Beispiel Leber, Nieren oder Magen-Darm-System) als auch im Blutbildungssystem kommen. Deshalb ist eine regelmäßige Untersuchung der Blutparameter unerlässlich.
Wie oft muss das Blut während einer Chemotherapie kontrolliert werden?
Regelmäßige Blutkontrollen sollten während und auch nach einer Chemotherapie erfolgen. Sie sind die Grundlage für die Entscheidung, ob und wie behandelt werden muss. Bei Verdacht auf eine gesundheitliche Störung sollten sofort weitergehende Untersuchungen erfolgen.
Was tun, wenn es meinem Tier unter der Chemotherapie schlecht geht?
Bei Störungen des Allgemeinbefindens sollte der Tierbesitzer nicht lange abwarten, sondern sich zu weitergehenden Untersuchungen und aufbauenden Therapien zu seinem Haustierarzt begeben. Nach der Blutuntersuchung und der Feststellung der Krankheitssymptome muss sofort mit Gegenmaßnahmen gestartet werden.
Wie wird ein verändertes Blutbild nach Chemotherapie behandelt?
Die Behandlung richtet sich nach der Art der Störung: gezielte Maßnahmen bei Organstörungen (zum Beispiel Infusionen), abwehrsteigernde Arzneimittel bei einem Zusammenbruch des Abwehrsystems, Antibiotika zur Abwehr drohender oder vorhandener Infektionen sowie eine Behandlung gegen Übelkeit und Magen-Darm-Beschwerden.
Wann braucht mein Tier unter der Chemotherapie ein Antibiotikum?
Maßgeblich ist in der Regel die Zahl der Neutrophilen (einer Art weißer Blutkörperchen): Bei höchstens 0,75 x 10⁹ je Liter Blut wird ein Breitspektrumantibiotikum gegeben, ebenso bei Werten zwischen 0,75 und 1 x 10⁹, wenn zusätzlich ein Risikofaktor vorliegt (etwa veränderte Blutkörperchenform, eine Begleiterkrankung, MDR-positiv oder ein Körpergewicht unter 14 kg). Liegt die Neutrophilenzahl darüber und fehlen Risikofaktoren, ist keine antimikrobielle Behandlung nötig.