Tumor im Kiefer bei Hunden

Ein Tumor im Kiefer eines Hund macht sich beispielweise durch Verdickungen am Zahnfleisch oder in der Umgebung von Kiefer oder Auge oder auch durch Mundgeruch bemerkbar. Die genaue Diagnose erfolgt durch verschiedene Untersuchungen, wie eine Biopsie. Kiefertumore wachsen oft auch in das umliegende Gewebe, was zur Zerstörung des Kieferknochens und Zahnlockerung führen kann. Diese Tumore sollten vollständig entfernt werden. Zudem eignet sich zur Behandlung auch die dendritische Zelltherapie.

Bei einem Kiefertumor beim Hund handelt es sich um eine Umfangsvermehrung, die vom Ober- oder Unterkiefer ausgeht oder in den Kieferknochen einwächst. Damit unterscheidet er sich von reinen Weichteilveränderungen der Mundhöhle: Sobald der Knochen beteiligt ist, ändern sich Diagnostik, Operationsplanung und Prognose. Viele Maulhöhlentumoren erfassen im Verlauf den Kiefer — umgekehrt entstehen einige Tumorarten von vornherein im Knochen.

Inhaltsverzeichnis

Symptome

  • einseitige Schwellung am Ober- oder Unterkiefer, erkennbar an einer Gesichtsasymmetrie
  • Schwellungen unterhalb des Auges, mitunter mit Vorwölbung des Augapfels
  • Verdickungen am Zahnfleisch, im Zahnfach, am Gaumen oder im Rachen
  • lockere oder ausfallende Zähne bei sonst gesundem Gebiss — ein wichtiges Warnzeichen, weil der Tumor die Haltestrukturen der Zähne zerstört
  • Blutungen aus dem Maul, vermehrtes Speicheln
  • übelriechender Mundgeruch
  • verminderte Futteraufnahme, Schmerzen beim Kauen, Gewichtsverlust

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Welche Tumorarten betreffen den Kiefer?

In den Kieferknochen wachsen vor allem die häufigen bösartigen Maulhöhlentumoren ein: das maligne Melanom (Knochenbeteiligung bei über der Hälfte der Fälle), das Plattenepithelkarzinom und das Fibrosarkom. Daneben kommt das Osteosarkom auch am Kiefer vor. Bei den gutartigen Zubildungen sind das akanthomatöse Ameloblastom — gutartig, aber lokal knochenzerstörend — und die übrigen Epuliden zu nennen.

Die Folgen des Knochenbefalls reichen von Zahnausfall über Knochenauflösung (Osteolyse) bis zu Kieferbrüchen. Im Oberkiefer kann ein Tumor in die Nasenhöhle durchbrechen.

Diagnose

  • Zahnröntgen des gesamten Ober- und Unterkiefers zeigt, wie weit sich der Tumor im Knochen ausgebreitet hat.
  • Computertomographie (CT): Für die genaue Bestimmung der Ausdehnung — und damit für die Operationsplanung — ist die CT das Verfahren der Wahl, vor allem im Oberkiefer.
  • Gewebeprobe (Biopsie): Nur die feingewebliche Untersuchung bestimmt die Tumorart. Sie entscheidet über Behandlung und Prognose.
  • Staging: Untersuchung der Unterkieferlymphknoten und Suche nach Absiedlungen in der Lunge gehören bei bösartigem Befund dazu.

Behandlung

Ziel ist die vollständige chirurgische Entfernung. Beim Kiefertumor bedeutet das häufig die Entfernung des betroffenen Knochenabschnitts — eine Teilresektion des Unterkiefers (Mandibulektomie) oder des Oberkiefers (Maxillektomie). Diese Eingriffe klingen einschneidend, werden von Hunden aber in der Regel gut toleriert; Fressen und Lebensqualität sind nach der Heilungsphase meist wenig eingeschränkt. Ist eine vollständige Entfernung nicht möglich, kommen Strahlentherapie und Elektrochemotherapie zur örtlichen Kontrolle in Betracht. Ergänzend kann nach der Operation eines bösartigen Kiefertumors die dendritische Zelltherapie eingesetzt werden, um das Immunsystem gegen verbliebene Tumorzellen zu aktivieren; sie wird beim Haustierarzt durchgeführt. Kontrollierte Studien zur Wirksamkeit bei Kiefertumoren liegen bislang nicht vor.

Zu den zu erwartenden Verläufen nach Tumorart informiert die Seite zur Lebenserwartung beim Maulhöhlentumor.

Quellen

  • Liptak JM (2020): Oral Tumors, in: Vail DM, Thamm DH, Liptak JM (Hrsg.), Withrow & MacEwen’s Small Animal Clinical Oncology, 6th Ed., St. Louis, MO, 432–448
  • Kessler M (2022): Tumoren der Maulhöhle, in: Kessler M, Kleintieronkologie, 4. Aufl., Stuttgart, 403 ff.

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