Milztumor beim Hund

Bei einem Milztumor beim Hund handelt es sich um eine Umfangsvermehrung, die vom Milzgewebe ausgeht. Häufig wird der Befund zufällig im Ultraschall entdeckt, manchmal erst, wenn der Hund plötzlich schwach wird, weil der Tumor in die Bauchhöhle blutet. Umgangssprachlich ist auch von Milzkrebs oder von einem Tumor an der Milz die Rede — gemeint ist dasselbe. Der Begriff Milzkrebs greift dabei zu weit, denn ob ein Befund bösartig ist, steht bei seiner Entdeckung noch nicht fest: Etwa die Hälfte aller Milzveränderungen erweist sich als gutartig. Ein Milztumor ist damit ein ernster Befund, aber kein Todesurteil — entschieden wird die Frage erst durch die Histologie, also die feingewebliche Untersuchung am entnommenen Organ.

Was ist ein Milztumor?

Die Milz liegt im linken vorderen Bauchraum, ist reich durchblutet und dient der Blutspeicherung und der Immunabwehr; ein Hund kann ohne sie gut weiterleben. Betroffen sind überwiegend ältere Hunde zwischen acht und zehn Jahren, bevorzugt größere Rassen. Drei Befunde werden dabei häufig verwechselt:

  • Milztumor: eine umschriebene Neubildung von Gewebe in oder an der Milz — gutartig oder bösartig.
  • Splenomegalie: die reine Vergrößerung der Milz — ein beschreibender Befund, keine Diagnose. Ursache kann ein Tumor sein, ebenso aber Infektionen, Blutstauung, Medikamente oder eine Narkose.
  • Knotige Hyperplasie: eine gutartige Vermehrung normalen Milzgewebes und ausdrücklich kein Tumor. Sie entsteht, wenn die für die Abwehr zuständigen Bereiche der Milz vermehrt arbeiten müssen, etwa bei Infektionen oder Autoimmunerkrankungen: Diese Abschnitte vergrößern sich und bilden Knoten.

Gutartig oder bösartig?

Zu dieser Frage kursieren sehr unterschiedliche Zahlen, weil zwei Patientengruppen vermengt werden. Sauber getrennt gilt:

Alle Milzveränderungen, einschließlich der Zufallsbefunde ohne Blutung: Etwa die Hälfte erweist sich feingeweblich als gutartig. Das ist die eigentliche Begründung dafür, überhaupt zu operieren — bei gutartigem Ergebnis ist der Hund mit der Entfernung der Milz in der Regel geheilt.

Nur die rupturierten, also geplatzten Milztumoren — der Notfall mit Blutung in die Bauchhöhle: Hier liegt der gutartige Anteil niedriger, in den prospektiven Untersuchungen von Stewart et al. bei etwa einem Drittel (37,5 % bei 40 Hunden, 35 % in der Auswertung von 100 Hunden aus zwei aufeinanderfolgenden Studien). Rufoni et al. (2025) kommen an 345 Hunden mit rupturierten Milztumoren zum selben Schluss: Gutartige Veränderungen sind häufiger, als früher berichtet wurde.

Die verbreitete Formulierung, „fast die Hälfte der geplatzten Milztumoren” sei gutartig, vermischt beide Kollektive. Ebenso falsch ist es, aus einer Blutung bereits auf Bösartigkeit zu schließen: Auch dann hat etwa jeder dritte Hund die Aussicht auf einen gutartigen Befund — mehr dazu auf der Seite zum gutartigen Milztumor beim Hund.

Tumorarten der Milz

Der häufigste bösartige Milztumor ist das Hämangiosarkom, das von den Endothelzellen ausgeht — also von der inneren Auskleidung der Blutgefäße. Bezogen auf alle Milzveränderungen liegt sein Anteil bei etwa 40 bis 50 %; die Angabe „über 92 %” ist als allgemeine Aussage nicht haltbar. Es neigt zu früher Metastasierung, streut also Tochtergeschwülste in andere Organe — bevorzugt Leber, Bauchnetz und Lunge —, oft schon bevor der Primärtumor entdeckt wird.

Deutlich seltener finden sich das Lymphom als Teil einer systemischen Erkrankung des lymphatischen Gewebes, das Hämangioperizytom, das histiozytäre Sarkom und das Leiomyosarkom. Gutartig sind vor allem Hämangiom, Hämatom (eine abgekapselte Blutansammlung) und knotige Hyperplasie. Auch sie können beträchtliche Größen erreichen und einreißen — ein großer Knoten ist deshalb kein Hinweis auf Bösartigkeit.

Stromasarkome der Milz

Für die Sarkome der Milz, die nicht angiomatösen Ursprungs sind — die also nicht aus Zellen des Blutgefäß- oder Lymphsystems hervorgehen —, hat sich eine eigene, kleine Gruppe herausgebildet: die Stromasarkome der Milz (splenic stromal sarcomas), darunter Fibrosarkom, Myxosarkom, Leiomyosarkom, Liposarkom und das undifferenzierte Stromasarkom. Ferrari et al. (2024) haben sie an 32 Fällen untersucht; für belastbare Aussagen im Einzelfall sind die Fallzahlen jedoch zu klein.

Erste Anzeichen

Milztumoren verursachen lange Zeit keine Beschwerden. Erst mit zunehmender Größe oder mit einer Blutung treten Auffälligkeiten auf, und diese sind unspezifisch:

  • zunehmende Müdigkeit und Leistungsschwäche
  • Appetitlosigkeit, gelegentliches Erbrechen
  • ein zunehmender Bauchumfang, mitunter mit Bauchschmerz beim Hochheben
  • verändertes Liege- und Ruheverhalten
  • blasse Schleimhäute, kurzzeitiges Schwächewerden oder Wegsacken in der Hinterhand
  • in fortgeschrittenen Fällen Atemnot und Kreislaufschwäche

Kennzeichnend ist, dass sich die Beschwerden zwischenzeitlich bessern, weil kleine Einblutungen abgebaut werden — bis zur nächsten Blutung. Ausführlich beschreibt die Krankheitszeichen die Seite zu den Symptomen beim Milztumor.

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Diagnostik

Der Einstieg ist die Ultraschalluntersuchung des Bauchraums. Sie zeigt, ob eine Umfangsvermehrung der Milz vorliegt und ob freie Flüssigkeit — also Blut — in der Bauchhöhle vorhanden ist. Was sie nicht zeigt, ist die Dignität, also ob der Befund gut- oder bösartig ist: Weder Größe noch Schallmuster erlauben eine sichere Zuordnung. Ergänzend gehören dazu ein Blutbild mit Gerinnungswerten, Röntgenaufnahmen des Brustkorbs und ein Herzultraschall — das Hämangiosarkom tritt auch am rechten Herzvorhof auf. Häufig fällt eine Blutarmut (Anämie) auf — welche Werte aussagekräftig sind, beschreibt die Seite zu den Blutwerten beim Milztumor.

Auf eine Punktion oder Biopsie der Milz wird vor der Operation in der Regel verzichtet, weil die Blutungsgefahr zu hoch ist. Zudem trifft eine Nadel nur einen kleinen Ausschnitt, während gut- und bösartige Abschnitte nebeneinander vorliegen können. Die Diagnose fällt deshalb am entnommenen Organ: Die Milz gehört nach der Operation vollständig oder in ausreichend vielen, gezielt entnommenen Abschnitten in die pathologisch-histologische Untersuchung — der Umfang wird mit dem Labor abgesprochen.

Der Notfall: Ruptur mit Blutung

Reißt ein Milztumor ein, blutet er in die freie Bauchhöhle; es entsteht ein Hämoabdomen (Blut im Bauchraum). Die Hunde werden innerhalb von Minuten bis Stunden schwach, die Schleimhäute blass, der Puls schnell und flach. Eine Kapillarfüllungszeit über zwei Sekunden ist ein deutliches Schockzeichen. Zu unterscheiden sind Kapselriss und langsame Sickerblutung, die sich oft nur durch wiederkehrende Schwächeepisoden äußert.

Dabei ist eine verbreitete Fehlinformation zu korrigieren: Die Aussage, ein Hund überlebe eine Notoperation bei geplatztem Milztumor „in den meisten Fällen nicht”, ist falsch. Die Operation selbst wird in aller Regel überstanden. Stewart et al. berichten prospektiv ein perioperatives Überleben von 93 bis 95 % — also bis zur Entlassung aus der Klinik. Entscheidend für die Prognose ist nicht die Operation, sondern die Histologie. Ausführlich behandelt den Notfall die Seite Milztumor beim Hund geplatzt.

Schmerzen durch einen Milztumor

Wie stark ein Milztumor schmerzt, hängt weniger von seiner Bösartigkeit ab als von seiner Größe und davon, ob er blutet. Drei Mechanismen stehen im Vordergrund.

Spannung der Organkapsel. Die Milz ist von einer bindegewebigen Kapsel umgeben, die sensibel innerviert, also mit Nervenendigungen versorgt ist. Wächst das Organ, wird die Kapsel gedehnt — das ist schmerzhaft, auch bei einem gutartigen Prozess. Betroffene Hunde reagieren beim Abtasten des vorderen linken Bauchraums empfindlich oder stöhnen beim Hochheben.

Verdrängung der Nachbarorgane. Ein großer Milztumor drängt Magen, Darmschlingen und Zwerchfell zur Seite. Daraus erklären sich Beschwerden, die nicht nach einem Milzproblem aussehen: Erbrechen, verminderte Futteraufnahme, flachere Atmung und geringere Belastbarkeit. Manche Halter deuten die unwillige Bewegung als Gelenkproblem — tatsächlich ist es die Raumforderung im Bauch.

Verändertes Liege- und Ruheverhalten. Betroffene Hunde legen sich zögerlich hin, wechseln mehrfach die Position, meiden die linke Seite, schlafen in ungewohnten Haltungen und wirken nachts unruhig.

Kommt eine Blutung hinzu, reizt das Blut das Bauchfell und verursacht einen diffusen, stärkeren Bauchschmerz; die Tiere nehmen dann häufig eine gekrümmte Haltung ein. Mit der Entfernung der Milz entfallen Kapselspannung und Verdrängung — die Beschwerden bessern sich in der Regel rasch nach der Operation.

Verlauf und Prognose

Die Prognose hängt vom histologischen Befund ab. Bei einem gutartigen Befund ist der Hund mit der Operation in der Regel geheilt. Ergibt die Untersuchung dagegen ein Hämangiosarkom, ist sie deutlich ungünstiger. Die maßgeblichen Zahlen stammen von Wendelburg et al. (2015), die 208 Hunde mit Hämangiosarkom der Milz auswerteten — 154 allein chirurgisch behandelt, 54 zusätzlich mit palliativer Chemotherapie. Der Median ist dabei der Wert, den die eine Hälfte der Tiere über- und die andere unterschreitet:

  • Stadium I — Hämangiosarkom auf die Milz begrenzt, nicht rupturiert: medianes Überleben etwa 5,5 Monate
  • Stadium II — rupturiertes (geplatztes) Hämangiosarkom: etwa 2 Monate
  • Stadium III — Hämangiosarkom mit Fernmetastasen, etwa in der Leber: etwa 0,9 Monate

Diese Werte gelten ausdrücklich nur für das Hämangiosarkom und beschreiben Gruppenwerte, keine Vorhersage für das einzelne Tier. Ausführlicher behandelt die Prognose die Seite zur Lebenserwartung beim Milztumor.

Behandlung

Operative Entfernung der Milz

Therapie der Wahl ist die Splenektomie, die vollständige Entfernung der Milz. Sie beseitigt die Blutungsquelle und liefert zugleich das Material für die Diagnose. Weil sich gut- und bösartige Veränderungen vorher nicht unterscheiden lassen und auch gutartige Knoten einreißen können, wird in der Regel zur Operation geraten — im Notfall sofort, bei einem Zufallsbefund nach Abwägung von Größe, Wachstum und Allgemeinzustand. Zum Eingriff informiert die Seite Milzentfernung beim Hund, zur Kostenfrage die Seite zu den OP-Kosten beim Milztumor.

Chemotherapie

Die Studienlage ist uneinheitlich. Wendelburg et al. (2015) fanden keinen Überlebensvorteil einer zusätzlichen palliativen Chemotherapie; andere Untersuchungen berichten moderate Vorteile, insbesondere für doxorubicinhaltige Protokolle. Sie ist weder pauschal abzulehnen noch pauschal als lebensverlängernd darzustellen; die Entscheidung fällt im Einzelfall. Bei gutartigem Befund ist sie nicht angezeigt.

Strahlentherapie

Eine Bestrahlung ist beim Milztumor des Hundes nicht indiziert. Sie wirkt ausschließlich lokal und erreicht damit die für das Hämangiosarkom typische Streuung nicht.

Dendritische Zelltherapie

Nach der operativen Entfernung der Milz und gesichertem bösartigem Befund ist die dendritische Zelltherapie eine sinnvolle Option, um das Immunsystem gegen verbliebene Tumorzellen zu aktivieren: Dendritische Zellen präsentieren anderen Abwehrzellen Tumormerkmale und richten sie dadurch auf den Tumor aus. Die Behandlung wird beim Haustierarzt durchgeführt und lässt sich mit den etablierten Verfahren kombinieren; zu einer Chemotherapie wird ein zeitlicher Abstand eingehalten.

Für das Hämangiosarkom der Milz liegen prospektive Daten vor: Spiller et al. (2024) nahmen Hunde auf, bei denen nach einer Splenektomie histologisch ein Hämangiosarkom gesichert war; 42 Tiere im Stadium II durchliefen die Therapiestudie. Für diese Gesamtgruppe berichten die Autoren eine mediane Überlebenszeit von 203 Tagen; in der Teilgruppe mit vollständiger Therapie — also mindestens drei Applikationen — lag sie bei 256 Tagen, die Ein-Jahres-Überlebensrate bei 29 %. Die Fallzahl ist klein und es gab keine randomisierte Kontrollgruppe; die Autoren halten weitere Untersuchungen ausdrücklich für erforderlich. Ein Heilungsversprechen lässt sich nicht ableiten, Zahlen aus anderen Kollektiven sind auf das Stadium II nicht übertragbar.

Propranolol

Es gibt Hinweise, dass der Betablocker Propranolol die Neubildung von Blutgefäßen und das Wachstum von Hämangiosarkomzellen hemmt; in der Praxis wird er teils mit der dendritischen Zelltherapie kombiniert. Kontrollierte Studien dazu stehen aus — die Daten fasst die Seite zu Propranolol beim Hämangiosarkom zusammen.

Ursachen

Eine einzelne auslösende Ursache ist nicht bekannt. Für das Hämangiosarkom wird angenommen, dass Veränderungen an den Endothelzellen der Blutgefäße am Anfang stehen. Die Häufung bei Deutschem Schäferhund, Golden und Labrador Retriever deutet auf eine erbliche Veranlagung hin. Weitere Zusammenhänge beschreibt die Seite zu den Ursachen vom Milztumor beim Hund.

Davon abzugrenzen ist der Milzriss durch ein stumpfes Trauma, etwa nach einem Verkehrsunfall: Hier reißt eine gesunde Milz durch äußere Gewalt ein. Die Erstversorgung ähnelt der bei einer tumorbedingten Ruptur, die Prognose ist jedoch eine andere — siehe Milzriss beim Hund.

Fallbeispiele

Die folgenden Berichte schildern den Verlauf einzelner Patienten; allgemeine Aussagen zu Wirksamkeit oder Prognose lassen sich daraus nicht ableiten:

Quellen

  • Wendelburg KM et al. (2015): Survival time of dogs with splenic hemangiosarcoma treated by splenectomy with or without adjuvant chemotherapy: 208 cases (2001–2012), J Am Vet Med Assoc 247(4):393–403
  • Stewart SD et al. (2020): Prospective observational study of dogs with splenic mass rupture suggests potentially lower risk of malignancy and more favourable perioperative outcomes, Vet Comp Oncol, doi: 10.1111/vco.12621
  • Stewart SD (2021): Two prospective trials demonstrate lower risk for malignancy in canine hemoperitoneum secondary to ruptured splenic tumors, Veterinary Cancer Society, Proceedings Virtual Conference 2021
  • Rufoni E et al. (2025): A prospective observational study of 345 canines with ruptured splenic tumors suggests benign lesions are more common than previously reported, J Am Vet Med Assoc 263(8):985–990, doi: 10.2460/javma.25.01.0044
  • Ferrari R et al. (2024): Splenic stromal sarcomas in dogs: outcome and clinicopathological prognostic factors in 32 cases, Vet Comp Oncol 22:12–21, doi: 10.1111/vco.12941
  • Kessler M (2022): Milztumoren des Hundes, in: Kessler M, Kleintieronkologie, 4. Aufl., Stuttgart, 515–523
  • Spiller V, Vetter M, Dettmer-Richardt C, Grammel T (2024): Prospective study of successful autologous dendritic cell therapy in dogs with splenic stage II hemangiosarcoma, The Veterinary Journal 306:106196, doi: 10.1016/j.tvjl.2024.106196

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Häufige Fragen

Ist ein Milztumor beim Hund immer bösartig?

Nein. Etwa die Hälfte aller Milzveränderungen erweist sich feingeweblich als gutartig; selbst bei den geplatzten Milztumoren ist es noch etwa ein Drittel. Entschieden wird die Frage erst durch die Histologie, also die feingewebliche Untersuchung der entnommenen Milz.

Kann der Ultraschall zeigen, ob der Milztumor gut- oder bösartig ist?

Nein — der Ultraschall zeigt, ob eine Umfangsvermehrung der Milz und ob freie Flüssigkeit im Bauchraum vorliegt, nicht aber die Dignität, also die Gut- oder Bösartigkeit. Auf eine Punktion vor der Operation wird in der Regel verzichtet, weil die Blutungsgefahr zu hoch ist und eine Nadel nur einen kleinen Ausschnitt trifft. Die Diagnose fällt deshalb am entnommenen Organ in der pathologisch-histologischen Untersuchung.

Hat mein Hund Schmerzen durch einen Milztumor?

Das hängt weniger von der Bösartigkeit ab als von Größe und Blutung: Die gedehnte Organkapsel schmerzt, ein großer Tumor verdrängt Magen, Darm und Zwerchfell, und austretendes Blut reizt das Bauchfell. Betroffene Hunde reagieren empfindlich beim Abtasten des vorderen linken Bauchraums oder meiden beim Liegen die linke Seite. Nach der Entfernung der Milz bessern sich die Beschwerden in der Regel rasch.

Überlebt ein Hund die Not-Operation, wenn der Milztumor geplatzt ist?

In aller Regel ja: Stewart et al. berichten prospektiv ein perioperatives Überleben von 93 bis 95 %, also bis zur Entlassung aus der Klinik. Entscheidend für die weitere Prognose ist nicht die Operation, sondern der feingewebliche Befund.

Kann mein Hund ohne Milz leben?

Ja, ein Hund kann ohne Milz gut weiterleben. Das Organ dient der Blutspeicherung und der Immunabwehr; mit der vollständigen Entfernung (Splenektomie) entfallen zugleich Blutungsquelle und Kapselspannung. Bei gutartigem Befund ist der Hund damit in der Regel geheilt.

Welche Behandlung kommt nach der Operation infrage, wenn der Befund bösartig ist?

Die Studienlage zur Chemotherapie ist uneinheitlich, und eine Bestrahlung ist beim Milztumor nicht indiziert, weil sie nur lokal wirkt. Nach gesichertem bösartigem Befund ist die dendritische Zelltherapie eine sinnvolle Option, um das Immunsystem gegen verbliebene Tumorzellen zu aktivieren: Für Hunde mit Hämangiosarkom im Stadium II berichten Spiller et al. (2024) ein medianes Überleben von 203 Tagen — bei kleiner Fallzahl und ohne Kontrollgruppe. Die Entscheidung fällt im Einzelfall gemeinsam mit dem Tierarzt.

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