Tumorerkrankung
Prognose bei einem Adenokarzinom beim Hund
Die Prognose bei einem Adenokarzinom beim Hund hängt vom Malignitätsgrad, von der Lokalisation (dem Sitz des Tumors) und davon ab, ob der Tumor vollständig entfernt werden kann. Bei einem Adenokarzinom handelt es sich um einen bösartigen Tumor, der aus Drüsengewebe hervorgeht. Er kann an vielen Orten auftreten — unter anderem im Darm, im Magen, in der Prostata, in den Analbeuteln oder als bösartiger Mammatumor. Pauschale Aussagen sind deshalb wenig hilfreich; die folgenden Faktoren bestimmen die Aussichten.
Frühe Diagnose verbessert die Prognose
Adenokarzinome werden häufig erst spät erkannt, weil die frühen Anzeichen unspezifisch sind. Je früher die Diagnose gestellt und eine geeignete Behandlung eingeleitet wird, desto besser ist in der Regel die Prognose — vor allem, weil ein kleiner Tumor eher vollständig entfernt werden kann und die Wahrscheinlichkeit von Tochtergeschwülsten (Metastasen) geringer ist.
Malignitätsgrad (Grading)
Der Malignitätsgrad beschreibt, wie stark die Tumorzellen vom gesunden Drüsengewebe abweichen und wie aggressiv der Tumor wächst. Der Pathologe beurteilt dafür unter anderem die Zellveränderungen und die Zahl der Zellteilungen im Gewebeschnitt; üblich ist eine Einteilung in gut, mäßig und schlecht differenzierte Tumoren. Je höher der Grad, desto ungünstiger ist tendenziell die Prognose.
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Lokalisation und Wuchsform
Wie stark der Sitz des Tumors die Aussichten bestimmt, zeigen die Adenokarzinome des Magen-Darm-Trakts: Beim Magenkarzinom ist die Erkrankung bei Diagnose meist fortgeschritten — nach chirurgischer Behandlung wurde eine mediane Überlebenszeit von 178 Tagen berichtet (Abrams et al.). Beim Adenokarzinom des Dünndarms betrug die mediane Überlebenszeit nach der Tumorentfernung dagegen 544 Tage (Smith et al.), und im Enddarm überlebten Hunde mit gestielten, polypenartigen Formen im Median 32 Monate — mit ringförmig wachsenden Formen nur wenige Wochen bis Monate (Church et al.). Dieselbe Tumorart kann also je nach Ort und Wuchsform sehr unterschiedliche Verläufe nehmen.
Operative Entfernung
An erster Stelle steht — wo immer möglich — die Operation, bei der das Tumorgewebe mit Sicherheitsabstand im Gesunden entfernt wird. Gelingt die vollständige Entfernung, ist die Prognose deutlich besser als bei unvollständiger Resektion. Wichtig ist, jedes entnommene Gewebe pathologisch untersuchen zu lassen und anschließend ein Staging (die Ermittlung des Krankheitsstadiums) mit Ultraschall- und Röntgenuntersuchungen durchzuführen, um Metastasen in Lymphknoten, Leber oder Lunge zu erkennen.
Weitere Behandlungsmethoden
Mit der Operation allein ist die Behandlung häufig nicht abgeschlossen. Je nach Lokalisation und Malignität können eine Chemotherapie oder — seltener — eine Strahlentherapie erwogen werden; Nutzen und Nebenwirkungen müssen dabei im Einzelfall abgewogen werden. Nach der vollständigen operativen Entfernung ist die dendritische Zelltherapie eine sinnvolle Ergänzung, um das Immunsystem gegen verbliebene Tumorzellen zu aktivieren. Sie wird beim Haustierarzt durchgeführt und ist gut mit den etablierten Verfahren kombinierbar. Kontrollierte Studien zur Wirksamkeit beim Adenokarzinom des Hundes liegen bislang nicht vor.
Quellen
Abrams B et al. (2019): Perioperative complications and outcome after surgery for treatment of gastric carcinoma in dogs: A Veterinary Society of Surgical Oncology retrospective study of 40 cases (2004–2018). Vet Surg 48(6):923–932.
Smith AA, Frimberger AE, Moore AS (2019): Retrospective study of survival time and prognostic factors for dogs with small intestinal adenocarcinoma treated by tumor excision with or without adjuvant chemotherapy. J Am Vet Med Assoc 254(2):243–250.
Church EM, Mehlhaff CJ, Patnaik AK (1987): Colorectal adenocarcinoma in dogs: 78 cases (1973–1984). J Am Vet Med Assoc 191(6):727–730.
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Häufige Fragen
Wie lange lebt ein Hund mit einem Adenokarzinom?
Das hängt stark von der Lokalisation, also dem Sitz des Tumors, ab. Beim Magenkarzinom wurde nach chirurgischer Behandlung eine mediane Überlebenszeit von 178 Tagen berichtet, beim Adenokarzinom des Dünndarms dagegen 544 Tage nach der Tumorentfernung. Im Enddarm überlebten Hunde mit gestielten, polypenartigen Formen im Median 32 Monate, mit ringförmig wachsenden Formen nur wenige Wochen bis Monate.
Wovon hängt die Prognose bei einem Adenokarzinom beim Hund ab?
Die Prognose hängt vor allem vom Malignitätsgrad (der Aggressivität der Tumorzellen), von der Lokalisation und davon ab, ob der Tumor vollständig entfernt werden kann. Auch der Zeitpunkt der Diagnose spielt eine Rolle: Je früher behandelt wird, desto besser sind in der Regel die Aussichten. Pauschale Aussagen sind deshalb wenig hilfreich.
Was sagt der Malignitätsgrad über die Prognose aus?
Der Malignitätsgrad beschreibt, wie stark die Tumorzellen vom gesunden Drüsengewebe abweichen und wie aggressiv der Tumor wächst. Üblich ist eine Einteilung in gut, mäßig und schlecht differenzierte Tumoren; der Pathologe beurteilt dafür unter anderem die Zellveränderungen und die Zahl der Zellteilungen im Gewebeschnitt. Je höher der Grad, desto ungünstiger ist tendenziell die Prognose.
Warum wird ein Adenokarzinom beim Hund oft erst spät erkannt?
Die frühen Anzeichen sind unspezifisch, lassen sich also nicht sofort einer bestimmten Erkrankung zuordnen. Das ist ungünstig, denn ein kleiner Tumor kann eher vollständig entfernt werden, und die Wahrscheinlichkeit von Tochtergeschwülsten (Metastasen) ist geringer. Eine frühe Diagnose verbessert deshalb in der Regel die Prognose.
Wie wichtig ist die Operation für die Prognose?
Die Operation steht — wo immer möglich — an erster Stelle; dabei wird das Tumorgewebe mit Sicherheitsabstand im Gesunden entfernt. Gelingt die vollständige Entfernung, ist die Prognose deutlich besser als bei unvollständiger Resektion. Wichtig ist, jedes entnommene Gewebe pathologisch untersuchen zu lassen und anschließend ein Staging (die Ermittlung des Krankheitsstadiums) mit Ultraschall- und Röntgenuntersuchungen durchzuführen.
Was kann man nach der Operation zusätzlich tun?
Je nach Lokalisation und Malignität können eine Chemotherapie oder — seltener — eine Strahlentherapie erwogen werden; Nutzen und Nebenwirkungen müssen dabei im Einzelfall abgewogen werden. Nach der vollständigen operativen Entfernung ist die dendritische Zelltherapie eine sinnvolle Ergänzung, um das Immunsystem gegen verbliebene Tumorzellen zu aktivieren; sie ist gut mit den etablierten Verfahren kombinierbar. Kontrollierte Studien zur Wirksamkeit beim Adenokarzinom des Hundes liegen bislang allerdings nicht vor.