Tumorerkrankung

Darmtumor bei Katzen

Bei einem Darmtumor bei Katzen handelt es sich um eine Neubildung des Darms — umgangssprachlich wird bei den bösartigen Formen auch von Darmkrebs gesprochen. Der häufigste Darmtumor der Katze ist das Lymphom (ein Tumor der Lymphzellen), gefolgt vom Adenokarzinom, das von den Drüsenzellen der Darmschleimhaut ausgeht (Rissetto et al.). Betroffen sind vor allem ältere Katzen ab etwa 10 Jahren; für Siamkatzen ist eine Rasseneigung zum intestinalen Adenokarzinom beschrieben. Die Beschwerden entwickeln sich meist schleichend — und da Katzen Krankheitszeichen lange verbergen, wird die Diagnose oft erst spät gestellt.

Auftreten

Darmtumoren können jeden Darmabschnitt betreffen; das Lymphom bevorzugt den Dünndarm, das Adenokarzinom kommt in Dünn- und Dickdarm vor. Die Tumoren wachsen häufig zunächst unauffällig; mit zunehmender Größe können sie den Darm einengen und bis zum Darmverschluss (Ileus) führen. Tochtergeschwülste (Metastasen) entstehen bevorzugt in den Bauchlymphknoten und anderen Bauchorganen — in einer neueren Auswertung zum intestinalen Adenokarzinom fanden sich bei etwa der Hälfte der Katzen Lymphknotenmetastasen (Czajkowski et al.).

Anzeichen

Typisch sind Appetitlosigkeit, Erbrechen, Durchfall im Wechsel mit Verstopfung, Bauchschmerzen und ein deutlicher Gewichtsverlust. Blut im Kot färbt diesen frisch rot oder — bei älterem Blut — dunkel bis schwarz; durch Engstellen kann der Kot bleistiftdünn geformt sein. Eine ausführliche Übersicht bietet die Seite zu den Symptomen des Darmtumors bei der Katze.

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Diagnose

Am Anfang stehen die klinische Untersuchung mit Abtasten des Bauches, eine Blutuntersuchung und die Ultraschalluntersuchung des Bauchraums; eine Computertomographie kann die Ausdehnung und die Frage der Operierbarkeit genauer klären. Die endgültige Diagnose — und die entscheidende Unterscheidung zwischen Lymphom und Adenokarzinom — liefert die feingewebliche Untersuchung einer Gewebeprobe (Biopsie).

Behandlung

Die Behandlung richtet sich nach der Tumorart. Beim intestinalen Lymphom ist die Chemotherapie die Behandlung der Wahl. Beim Adenokarzinom und anderen soliden Tumoren sollte der betroffene Darmabschnitt möglichst rasch und vollständig operativ entfernt werden; auch wenn bereits Metastasen vorliegen, kann die Entfernung des Primärtumors sinnvoll sein, um Beschwerden zu lindern. Ist eine Operation nicht möglich, wird im Einzelfall abgewogen, ob eine Chemotherapie das Tumorwachstum verlangsamen kann. Nach der bestmöglichen Entfernung ist die dendritische Zelltherapie eine sinnvolle Ergänzung, um das Immunsystem gegen verbliebene Tumorzellen zu aktivieren — sie kann unmittelbar nach der Operation begonnen werden, wird beim Haustierarzt durchgeführt und ist gut mit den etablierten Verfahren kombinierbar. Kontrollierte Studien zur Wirksamkeit beim Darmtumor der Katze liegen bislang nicht vor.

Heilung und Prognose

Eine dauerhafte Heilung ist möglich, aber nicht die Regel — Rezidive (das Wiederauftreten des Tumors) kommen vor, weshalb nach der Behandlung regelmäßige Kontrollen wichtig sind. Die belegten Zahlen machen dennoch Mut: Nach chirurgischer Entfernung eines intestinalen Adenokarzinoms überlebten Katzen in der Untersuchung von Green et al. im Median 365 Tage, in einer älteren Serie im Mittel 15 Monate (Kosovsky et al.); eine neuere Auswertung fand 284 Tage (Czajkowski et al.). Einzelne Katzen leben deutlich länger. Ohne Behandlung ist die Prognose dagegen schlecht. Ist eine Katze zu alt oder zu geschwächt für eine Operation, kann gemeinsam mit dem Tierarzt auch eine rein lindernde (palliative) Begleitung die richtige Entscheidung sein — die Lebensqualität geht dabei immer vor.

Quellen

Rissetto K et al. (2011): Recent trends in feline intestinal neoplasia: an epidemiologic study of 1.129 cases in the veterinary medical database from 1964 to 2004. J Am Anim Hosp Assoc 47(1):28–36.

Green ML, Smith JD, Kass PH (2011): Surgical versus non-surgical treatment of feline small intestinal adenocarcinoma and the influence of metastasis on long-term survival in 18 cats (2000–2007). Can Vet J 52(10):1101–1105.

Kosovsky JE, Matthiesen DT, Patnaik AK (1988): Small intestinal adenocarcinoma in cats: 32 cases (1978–1985). J Am Vet Med Assoc 192(2):233–235.

Czajkowski PS et al. (2022): Outcome and prognostic factors in cats undergoing resection of intestinal adenocarcinomas: 58 cases. Front Vet Sci 9:911666.

Selmic LE (2020): Intestinal Tumors. In: Vail DM, Thamm DH, Liptak JM (Hrsg.): Withrow & MacEwen’s Small Animal Clinical Oncology. 6. Aufl., St. Louis, MO, Elsevier, 460–468.

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Häufige Fragen

Wie lange lebt eine Katze mit einem Darmtumor?

Nach chirurgischer Entfernung eines intestinalen Adenokarzinoms überlebten Katzen in einer Untersuchung im Median 365 Tage, in einer älteren Serie im Mittel 15 Monate, eine neuere Auswertung fand 284 Tage – einzelne Katzen leben deutlich länger. Ohne Behandlung ist die Prognose dagegen schlecht. Die Überlebenszeit hängt in der Regel von Tumorart, Stadium und Allgemeinzustand ab.

Welcher Darmtumor kommt bei Katzen am häufigsten vor?

Der häufigste Darmtumor der Katze ist das Lymphom, also ein Tumor der Lymphzellen, gefolgt vom Adenokarzinom, das von den Drüsenzellen der Darmschleimhaut ausgeht. Betroffen sind vor allem ältere Katzen ab etwa 10 Jahren; für Siamkatzen ist eine Rasseneigung zum intestinalen Adenokarzinom beschrieben.

Welche Symptome hat Darmkrebs bei der Katze?

Typisch sind Appetitlosigkeit, Erbrechen, Durchfall im Wechsel mit Verstopfung, Bauchschmerzen und ein deutlicher Gewichtsverlust. Blut im Kot färbt diesen frisch rot oder – bei älterem Blut – dunkel bis schwarz; durch Engstellen kann der Kot bleistiftdünn geformt sein. Da Katzen Krankheitszeichen lange verbergen, wird die Diagnose oft erst spät gestellt.

Wie wird ein Darmtumor bei der Katze festgestellt?

Am Anfang stehen die klinische Untersuchung mit Abtasten des Bauches, eine Blutuntersuchung und der Ultraschall des Bauchraums; eine Computertomographie kann Ausdehnung und Operierbarkeit genauer klären. Die endgültige Diagnose – und die entscheidende Unterscheidung zwischen Lymphom und Adenokarzinom – liefert die feingewebliche Untersuchung einer Gewebeprobe (Biopsie).

Wie wird ein Darmtumor bei der Katze behandelt?

Die Behandlung richtet sich nach der Tumorart: Beim intestinalen Lymphom ist die Chemotherapie die Behandlung der Wahl, beim Adenokarzinom sollte der betroffene Darmabschnitt möglichst rasch und vollständig operativ entfernt werden. Nach der bestmöglichen Entfernung ist die dendritische Zelltherapie eine sinnvolle Ergänzung, um das Immunsystem gegen verbliebene Tumorzellen zu aktivieren; sie wird beim Haustierarzt durchgeführt und ist gut mit den etablierten Verfahren kombinierbar. Kontrollierte Studien zur Wirksamkeit beim Darmtumor der Katze liegen bislang nicht vor.

Ist ein Darmtumor bei der Katze heilbar?

Eine dauerhafte Heilung ist möglich, aber nicht die Regel – Rezidive, also das Wiederauftreten des Tumors, kommen vor, weshalb nach der Behandlung regelmäßige Kontrollen wichtig sind. Ist eine Katze zu alt oder zu geschwächt für eine Operation, kann gemeinsam mit dem Tierarzt auch eine rein lindernde (palliative) Begleitung die richtige Entscheidung sein; die Lebensqualität geht dabei immer vor.

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